Am 11. April eröffnet im Cabaret Voltaire die erste institutionelle Einzelausstellung von Lee Scratch Perry in der Schweiz und Europa. Die Ausstellung ist vom 12. April bis zum 29. September im Gewölbekeller zu sehen.

Programm Eröffnung
18:00 – Eröffnung der Ausstellung
19:00 – Begrüssung durch Salome Hohl und Visual Estate of Lee Scratch Perry
21:00 – DJ-Set Mother Dubber (Trinity Njume-Ebong)


Lee Scratch Perry prägte die Entwicklung des Reggaes, Ska und Dub wie kein anderer. Seine legendären Studios in Kingston, Jamaika und in Einsiedeln, Schweiz, sind weltbekannt. Doch Perrys Einfluss geht weit über die Musik hinaus. Sein Gesamtkunstwerk umfasst visuelle Kunst wie Kostüme, totemistische Skulpturen und Assemblagen aus Sprache, Film, Malerei sowie alltäglichen Gegenständen wie CDs, Spiegeln, Steinen und religiösen und popkulturellen Bildern. Damit beeinflusste er nicht nur Musikgrössen wie Bob Marley oder Keith Richards, sondern auch Künstler*innen wie Jean-Michel Basquiat.

Mit dem Dada-Erbe des Cabaret Voltaire verbindet Perry das disziplinübergreifende Schaffen, die Sampling-Kultur oder der DIY-Ansatz. Beide brachen spielerisch mit gesellschaftlichen Normen, erschufen eigene Mythologien und waren dem Prozess sowie Kollaborationen verpflichtet. In der Schweiz fanden Perry und die Dada-Gruppe eine ruhige Insel, die Konzentration und kreative Entfaltung ermöglichte. Die Inkubatoren waren Räume, die heute international bekannt sind: eine Bier- und Weinschenke in Zürich (Cabaret Voltaire) sowie das Blue Ark Studio in einer Garage im Kanton Schwyz.

Mehr zur Ausstellung und zur Biografie von Lee Scratch Perry finden Sie hier.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Visual Estate of Lee Scratch Perry (geleitet von Lorenzo Bernet und Valentina Ehnimb).

Neben Lee Scratch Perry leisten auch folgende Personen einen Beitrag zur Ausstellung: Peter Harris, Invernomuto, David Katz, Lhaga Koondhor (House Of Intuitions) & Dave Marshal, Trinity Mesime Njume-Ebong (Mother Dubber), Sebastian Roldan, Maria Rodski, Volker Schaner, Scott Seine, und weitere.

Herzlichen Dank an: Mireille Perry und die Familie Perry, Ulrike & Giuliano Bernet, Antoine Félix Bürcher, Thomas Julier, Albertine Kopp / Caribbean Art Initiative, Cabinet Gallery, London, Corbett vs. Dempsey, Chicago, suns.works, Zurich.


Mehr zum Eröffnungsprogramm mit Trinity Njume-Ebong:

Die in Genf geborene Trinity Njume-Ebong, auch bekannt als Mother Dubber, wühlt seit 2001 in Platten. Ihr Ziel ist es, die modernen klanglichen Ausdrucksformen der schwarzen Diaspora zu vereinen: von den westafrikanischen Disco-Platten, die sie von ihrem Vater geerbt hat, bis hin zu den zeitgenössischen elektronischen Musikproduktionen, die ihre Kindheit prägten. Eine starke universelle politische und kulturelle Allianz aus roher schwarzer Kreativität und Kunst ist durch ihre musikalische Kuration zu hören, die sich bei jedem Set auf eine bestimmte Ära oder Region konzentriert.

Am Eröffnungsabend wird eine Sammlung sorgfältig ausgewählter digitaler Musik der 80er-Jahre und früher Dancehall-Musik auf dem Programm stehen. Das Ergebnis ist eine Kombination aus Humor, Klage, Protest, Sexualpolitik und Freude, verpackt in eine Sammlung von 45er-Scheiben, die auch Dub-inspirierte Signale und Sirenen enthält.

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