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Programm

Eröffnung: 20. Mai 2022, 18:00

Die kunsthandwerklichen Objektlandschaften von ektor garcia (*1985) sind eingefrorene Momente eines andauernden Prozesses. Der Künstler schafft mithilfe unterschiedlicher Materialien und Techniken ein temporäres Gefüge, das jederzeit weiterverarbeitet werden kann. Im Nebeneinander funktionieren die gehäkelten Textilien, Kupferdrahtverbindungen, Keramikformen oder Metallgüsse wie Freiform-Gedichte, die immer neue Resonanzen erzeugen. Für jede Ausstellung produziert garcia neue Konstellationen, die sich dem Drang, Kategorien und Hierarchien herzustellen, widersetzen. Sie sind punk und queer. Die sinnlichen Installationen brechen mit Erzählformen, die ein bestimmtes Narrativ transportieren wollen, ohne geschichtsvergessen zu sein. Durch die Materialien und Symbole lassen sich vielschichtige inhaltliche Fährten aufnehmen, die sich jedoch nicht aufzwingen.

Das Werk des Künstlers ist mit intensiver körperlicher Handarbeit verbunden. Unzählige Schlaufen, Knoten und Fingerabdrücke sind Zeugnisse seines täglichen Schaffens, in dem Chaos und Logik, Verbindung und Loslösung parallel bestehen. garcia strebt nach dem Unvollkommenen, nach der Schönheit des Handgemachten, das mit seinen «Fehlern» einzigartig ist. Die Fragmente der Installation im Gewölbekeller produzierte er in Mexiko-Stadt, seinem aktuellen Lebensmittelpunkt, sowie in Zürich, Berlin, Paris und Venedig. An diesen Orten knotete, strickte, modellierte und häkelte der Künstler in den letzten Wochen täglich für die Ausstellung «nudos de tiempo». Durch seine nomadische Praxis ist sein Werk immer wieder neuen Einflüssen ausgesetzt. Diese schreiben sich allerdings nicht fest. Zu dieser Offenheit trägt bei, dass die Objekte aufgrund der teilweise ungewöhnlichen Verbindungen von Materialien und Techniken aus kunsthandwerklichen Traditionen herausgelöst werden. So häkelt er beispielsweise mit Kupferdraht, formt widerstandsfähige Objekte wie Ketten aus zerbrechlicher Terrakotta oder überträgt weiche Materialien im Wachsausschmelzverfahren in Bronze. Beim Giessprozess schmilzt das in Wachs getauchte Original. Um das Werkfragment herauszulösen, muss die Gipsform zerstört werden, wodurch der Guss nur einmalig durchgeführt werden kann und zum Unikat (verlorene Form) mit unkontrollierbaren, überraschenden Formbildungen wird.

Einige ausgestellten Häkelarbeiten erinnern an Werke der US-Fiber-Art-Bewegung der 1960er Jahre, welche die Geschlechterteilung anhand der weiblich geprägten Heimarbeit thematisierten. garcia nutzt die emanzipatorische Kraft des Häkelns, erweitert das feministische Materialvokabular allerdings anhand irritierender Verbindungen von Material und Technik. Im Kontext feministischer Bewegungen kann auch der Schmetterling als Symbol für Transformation und Freiheit gelesen werden. Im Cabaret Voltaire sind Schmetterlinge aus geschnittenem Leder, gehäkeltem Kupfer, Garn oder Keramik zu sehen. Den Schmetterling verbindet garcia des weiteren mit weiteren Erfahrungen. Er besuchte mehrmals das Biosphärenreservat Mariposa Monarca, in der Nähe von Mexiko-Stadt, welches als Winterquartier für den Monarchfalter dient. Unzählige Falter fliegen im Winter bis zu 4000 Kilometer von Kanada nach Mexiko und im Frühling wieder zurück. Die Schmetterlinge passieren Grenzen, die für viele Menschen, die von Mexiko in die USA einreisen wollen, nicht möglich sind. Das transnationale Freiheitssymbol «Schmetterling», auf spanisch Mariposa, zirkuliert in Mexiko hingegen auch als abschätzige Bezeichnung homosexueller Männer. garcia eignet sich den Begriff «Mariposa» neu an. Sein auf dem Boden ausgestellter kleiner schwarzer Schmetterling aus Leder erinnert in seiner abstrahierten Form an die Rüstungen der toltekischen Krieger von Tula, über deren Brust der Schmetterling als Schutzschild prangerte.

Diese historischen Intersektionen aus Natur, kultureller Produktion und Gesellschaft widerspiegeln sich auch in garcias Materialverwendung. Keramik- und Textilhandwerk gehören zu den ältesten und bedeutendsten Kultur- techniken. So wurden Textilerzeugnisse von Hochkulturen als Kommunikationssysteme eingesetzt. Die Quipu, eine Knotenschrift aus dem Inkareich, diente ab dem 7. Jahrhundert als ausgeklügeltes Zählsystem und als einfache Form der Korrespondenz. Textilien waren auch in der jüngeren Vergangenheit ein wichtiges gesellschaftspolitisches Sprachrohr. Dies bringen beispielsweise die Patchworkbilder «Arpilleras» zum Ausdruck, welche die Unterdrückung während der Pinochet-Diktatur in Chile in Textbildern transportieren oder das AIDS Memorial Quilt in den USA, bei dem den sozial ausgegrenzten Opfern gedacht wird. Im Werk von garcia gibt es keine offensichtlichen Analogien dazu. Es bleibt unklar, ob die Muster und Formen einer spezifischen Tradition folgen, der Imagination des Künstlers entspringen oder als beliebige Mustervorlage aus dem Internet stammen. Knoten, Patchwork, Materialcollagen und Banner erinnern jedoch an die Koexistenz der Geschichte indigener Bevölkerung, Folkart, Protestbewegungen und Popkulturen.

Alle Objekte von garcia werden mit natürlich gewonnen Stoffen und Naturfarben produziert. Die bräunliche Farbe des Garns stammt von Walnussschalen. Die karminrote Arbeit auf dem Boden wurde von zentral- und südamerikanischen Cochenille-Insekten gewonnen, deren Farbstoffe an europäische Königshäuser und in den Vatikan geliefert wurden, um die Intensität des Farbstoffes für wertvolle Textilien zu benutzen. Kakteenfasern und die Spitzen von Samen der Wasserkastanie benutzt garcia um Widerhaken an einer Kette anzubringen. Dadurch erinnern einige Objekte an landwirtschaftliche Werk-, Jagd- und Zaumzeuge. Unterstützt wird diese Leseweise durch die Beleuchtung, die für kurze Momente an ethnografische Displays erinnert, dafür aber zu zerstreut ist.

garcia schreibt seinen Namen immer klein. Dadurch erinnert er an die US-amerikanische Autorin bell hooks und den Gedanken, dass der Inhalt der Arbeit vor der Autorenschaft stehen soll. Dieses Verhandeln von Subjekt-Objekt-Beziehungen und das Brechen von Hierarchien zieht sich durch das gesamte Werk. garcias Ausstellungen bespielen Böden, Wände, Decken und Zwischenräume gleichermassen. Die Objekte sind in ihrer fragmentarisch hervorgerufenen Geschichte transnational, transkulturell, und hierarchisch vertikal. Nach der US-amerikanischen Theoretikerin Eve Sedgwick ergibt sich im Nebeneinander eine breite Palette von sich begehrenden, identifizierenden, repräsentierenden, abstossenden, rivalisierenden, nachahmenden, zurückziehenden, angreifenden, verzerrenden und anderen Beziehungen.

Bei garcia entsteht im Produktionsprozess als auch in jeder Präsentation eine literarische Qualität. Wie Textpassagen reihen sich die Maschen der Häkelarbeiten und die einzelnen Fragmente einer gesamten Objektlandschaft aneinander. Aus Wiederholung, Rhythmus und Überlagerung ergeben sich neue Bedeutungen, die sich verknoten und jederzeit wieder auflösen können, wie der Ausstellungstitel «nudos de tiempo» (Knoten der Zeit) impliziert. garcia mag hier der US-amerikanischen Bildhauerin Barbara Chase-Riboud folgen, die im Gedichtband «Everytime a Knot Is Undone, a God Is Released» ausführt, dass jede Auflösung eines Knoten einen neuen Sinn kreiert.

Gerade in diesem Spiel mit Normen und der Gleichzeitigkeit von Offenheit und Sinnsuche, findet garcias Praxis Anschluss an das Dada-Erbe. Die Dadaist*innen bewegten sich im Wunsch, Konventionen zu überwinden und neue Ausdruckformen zwischen Kunst und Nicht-Kunst, Planung und Zufall, Sinn und Unsinn, Chaos und Ordnung, Prozess und Manifestation zu finden. Dazu bedienten sie sich Materialien, die zuvor nicht der Kunst zugeordnet wurden, verschrieben sich dem Prozess, dem Mit- und Nebeneinander und griffen auf Kulturerzeugnisse nicht-europäischer Kulturen zurück. Trotz damaliger progressiver Haltung, weist ihr Tun blinde Flecken auf. Sie vereinnahmten «das Andere» für eigene Zwecke und ignorierten, dass ihre Referenzobjekte durch Kolonialisierung verfügbar wurden.

Der Auftritt im Cabaret Voltaire ist die erste institutionelle Einzelausstellung von ektor garcia in der Schweiz, kuratiert von Fabian Flückiger und Salome Hohl in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler.

ektor garcia erwarb einen BFA am Art Institute of Chicago und einen MFA an der Columbia University. Einzelausstellungen wurden ihm von Henry Art Gallery (Seattle), Empty Gallery (Hongkong), Progetto (Lecce), Sculpture Center (New York) und Museum Folkwang (Essen) gewidmet. Seine Arbeiten waren in zahlreichen Gruppenausstellungen zu sehen, unter anderem bei der Hangzhou Triennial of Fiber Art (China), im New Museum (New York), im El Museo del Barrio (New York) und im Prospect New Orleans.


Ausstellungsansicht ektor garcia «nudos de tiempo», Cabaret Voltaire 2022

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Brief von Sophie Taeuber-Arp an Hans Arp aus Arosa vom 4. Mai 1919. Bild: Zentralbibliothek Zürich, Ms. Z II 3067.37

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Aufgrund der Pandemie und der Renovation des Cabaret Voltaire musste die Ausstellung von Oktober 2020 auf Oktober 2022 verschoben werden.

Sophie Taeuber-Arp (1889–1943) beteiligte sich regelmässig im Cabaret Voltaire und in der Dada Galerie, tanzte beispielsweise im kubistischen Kostüm von Marcel Janco. Eines ihrer abstrakten Pionierarbeiten trägt den Titel Dada Bowl (1916). Im Cabaret Voltaire werden von der Zentralbibliothek Zürich angekaufte Briefe und Ansichtskarten Taeuber-Arps veranschaulicht, die in einem Editionsprojekt an der Zürcher Hochschule der Künste untersucht wurden. Die Herausgeberinnen Medea Hoch, Walburga Krupp und Sigrid Schade rekonstruierten erstmals eine eigene Sicht der Künstlerin. Bisher basiert die kunsthistorische Rezeption fast ausschliesslich auf Erinnerungen ihres Partners Hans Arp. Gefragt wird nach ihren Konzepten von Künstler*innenschaft, ihrer Selbstverortung zwischen angewandter, freier und darstellender Kunst, nach Abstraktionsverfahren sowie nach Geschlechterzuschreibungen. Die dreibändige Ausgabe erschien im Oktober 2021 im Nimbus Verlag Wädenswil.

Für die Genfer Künstlerin Mai-Thu Perret (*1976) stellt das Oeuvre Taeuber-Arps eine Inspirationsquelle dar. Beispielsweise zitierte sie 2015 die Dada-Bowl und Untitled (Pourdrier) von 1916 direkt. Aber auch weitere Werke weisen eine Nähe zu Taeuber-Arps Werken auf. In der Ausstellung treten Werke Perrets in den Dialog mit den Briefen der Dada-Pionierin sowie einigen Original-Werken Taeuber-Arps und ihren Schüler*innen. Dabei interessiert, inwiefern die Genferin die Auseinandersetzungen, die Taeuber-Arp umtrieben, fortsetzt und aus heutiger Sicht beleuchtet.

Die Ausstellung versteht sich als Beitrag zum Auftakt der verstärkten Sichtbarkeit Sophie Taeuber-Arps in der neuen Dekade. Im Kunstmuseum Basel eröffnete im März 2021 eine Retrospektive, die danach in die Tate in London und ins Museum of Modern Art in New York reiste.

Eine didaktische Operette von Agnes Scherer
Puppenspiel: Soya Arakawa
Musik: Tobias Textor
Vokalistin: Claudia Barth

Aufführung der Operette «The Teacher» im Cabaret Voltaire. Photo: Gunnar Meier

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Ausstellung «The Teacher»

Im Werk Agnes Scherers (*1985) nehmen die Operetten, die sie seit 2015 entwickelt, eine besondere Stellung ein. Die ungewöhnlichen Performanceformate schöpfen Inspiration aus basalen Theaterformen wie Prozessionen, den mechanischen Theatern des Barocks oder auch der Power-Point-Präsentation. Dabei interessiert sich Scherer für Möglichkeiten, das Kunstwerk aus dem Status des passiven Objekts zu befreien und ihm eine gesteigerte Handlungsmacht zu verleihen. Im Zentrum von «The Teacher» steht eine Lehrerfigur, die von einem auf dem Boden liegenden Schüler – performt von Soya Arakawa – unter enormer Anstrengung mit den Füssen gesteuert wird. Der Lehrer wird so in eine didaktische Rage versetzt, eine Art hektischen Tanz, der manchmal monströs, manchmal fast verführerisch wirkt. Seine Lektionen werden von grossen Schaubildern illustriert, die nach kurzer Zeit zu Boden fallen, um immer wieder ein dahinterliegendes, neues freizugeben. Was der Lehrer vorträgt, klingt eindrucksvoll und wahr, widerspricht sich aber. Der mit Tobias Textors rasanter Perkussion eng verwobene Text besteht aus Sentenzen, die Scherer teils von Autoritäten zu hören bekam, teils selbst verfasste. Zusammen analysieren und demonstrieren sie den rhetorischen Bauplan sogenannter Weisheiten und deren manipulatives Potenzial.

Die Abschlusslektion «Das Grössere ist das Kleinere und das Kleinere ist das Grössere» scheint zu behaupten, dass in Wirklichkeit gegenteilige Verhältnisse zu den sichtbaren (Macht-)Verhältnissen vorliegen: Folgerichtig, wenn man bedenkt, dass der Lehrer ohne die stützende Funktion des Schülers handlungsunfähig wäre. Oder handelt es sich um ein heimtückisch konstruiertes Paradoxon, dessen verführerische Anti-Logik den Zögling davon überzeugen will, sich mit seiner machtlosen Lage zufriedenzugeben? Nach dieser Abschlusslektion verschwindet der Lehrer und lässt den Schüler orientierungslos zurück, die Rückkehr seines Meisters herbeisehnend. Ein kolossaler Brief öffnet sich. Heraus kommt, statt des ersehnten Machtworts aus der Ferne, ein Bild des vergeblichen Wartens – der Schüler als im Warten zu Stein gewordene Liegefigur auf einem Sarkophag. Der Briefinhalt deutet an, dass in Wahrheit nie ein Brief eingetroffen ist. Indessen ersetzt das steinerne Abbild den wartend liegenden Schüler, der durch eine seitliche Klappe im Sarkophag entwischen kann. In diesem Schlussbild eröffnet sich die Ambiguität zwischen dem Bedürfnis nach geistiger Anleitung und dem fortwährenden Wunsch, sich davon zu emanzipieren. Die Meister-Schüler-Beziehung, die in «The Teacher» von Männern verkörpert wird, rekurriert auf die Autoritätsgeschichte, die als gesellschaftliches Ordnungsprinzip und Beziehungsmuster männlich geprägt ist. Dass eine Frau den patriarchalen Sprechakt – den Logos – übermittelt, bewirkt eine Brechung, durch die eine kritische Distanz entsteht.

Die zwölf grossen Gemälde, welche die Lektionen begleiten, spielen mit dem Genre des Schaubildes. Die dargestellten Arrangements von Gegenständen und Bildpersonal scheinen Kausalitäten und Bedingungsverhältnisse zu veranschaulichen. Diesem Mitteilungscharakter, der einlädt, zu verstehen, wirkt jedoch eine kompositorische Geschlossenheit mit phantastischen Landschaften entgegen. Analog zu den Texten, mit denen sie korrespondieren, erzeugen sie ein Gefühl des Beinahe-Begreifens. Die Bildfindungen gehen aus einer langjährigen Praxis der elaborierten Bleistiftzeichnung hervor, die eine im Obergeschoss des Cabaret Voltaire ausgestellte Serie veranschaulicht. Stilistisch verbinden sowohl die Gemälde als auch die Zeichnungen u. a. Elemente des Mittelalters mit solchen des Surrealismus der 1960er- und 70er-Jahre und zeugen von dem breiten Spektrum an Bezugsquellen, mit denen die auch als Kunsthistorikerin ausgebildete Künstlerin arbeitet. Eine Referenz ist beispielsweise das psychedelische Künstlerbuch Codex Seraphinianus (1981, Luigi Serafini), das in seiner enzyklopädischen Herangehensweise die mittelalterliche Diagrammatik zum Vorbild hat.

Im Hinblick auf das historische Erbe des Cabaret Voltaire findet Scherers Werk vielschichtig Anschluss. Mit der Zusammenführung von Gemälden, Puppenspiel, Skulptur, Bühnentechnik, Musik und Text führt die Künstlerin die Tradition des Gesamtkunstwerks fort. Scherer berührt aber auch weitere Kernthemen von Dada Zürich: Sie veranschaulicht und verdreht autoritäre Beziehungen, sei es in der Sprache, den Gesten oder der visuellen Vermittlung. Die Didaktik erkennt sich irrwitzig.

Im Cabaret Voltaire wird die Installation zur Operette während der gesamten Ausstellungsdauer zu sehen sein. Zur Eröffnnung am 2. Oktober, zur Matinée am 3. Oktober sowie wenn möglich am Ende der Ausstellung belebt Agnes Scherer die Inszenierung gemeinsam mit Tobias Textor (Musiker/Berlin), Soya Arakawa (Performer/Düsseldorf) und Claudia Barth (Performerin und Aktivistin/Zürich). Ergänzend zur Ausstellung im Erdgeschoss ist zudem eine Serie grosser Bleistiftzeichnungen der Künstlerin aus den Jahren 2017–2019 im Obergeschoss zu sehen.

«The Teacher» wurde erstmals im April und Mai 2019 im Berliner Projektraum Kinderhook & Caracas, kuratiert von Sol Calero und Christopher Kline, gezeigt.


Biografien

Agnes Scherer (*1985 in Lohr am Main, Deutschland) lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Kunstgeschichte in Tübingen und Wien sowie Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf. 2019 gewann sie den Berlin Art Prize. Zuletzt war ihre Arbeit in Gruppenausstellungen zu sehen, u. a. in der Galerie ChertLüdde (Berlin, 2019) und dem Kunstverein Düsseldorf (Düsseldorf, 2019) sowie in den Einzelausstellungen «Coeurs Simples», Galerie Sans Titre (Paris, 2020); «Orlando Tussaud», Philipp Haverkampf Galerie (Berlin, 2019/20); «The Very Hungry», Horse & Pony (Berlin, Berlin Art Prize Finalist*innenausstellung 2019); «The Teacher», Kinderhook & Caracas (Berlin, 2019) und «Cupid and the Animals», Tramps (New York, 2018 und London, 2017). «The Teacher» wurde erstmals im April und Mai 2019 im Berliner Projektraum Kinderhook & Caracas, kuratiert von Sol Calero und Christopher Kline, gezeigt. www.agnesscherer.de

Die Karriere des multidisziplinären Künstlers Soya Arakawa (* 1984 in Hamamatsu, Japan) umfasst langjährige Aktivität im Bereich Performance – darunter Soloperformances in Eigenregie sowie immer wieder Kollaborationen, in denen er als Sänger, Tänzer sowie als Instrumentalist agiert. Sein Beitrag zu «The Teacher» schöpft aus tiefgreifenden Kenntnissen der Puppenspielkunst, mit denen er sich auch in seiner eigenen jüngeren Arbeit intensiv beschäftigt. Zu seinen letzten Projekten gehört die Performance Crystals in der Market Gallery, Glasgow (Februar 2020) und Passacaglia della Vita, gemeinsam mit der Gruppe SPINE (zu der auch Claudia Barth gehört), in der Simultanhalle Köln (September 2020). Soya Arakawa lebt in Krefeld, Deutschland. www.tacolv.org

Die Musik für «The Teacher» wurde von Tobias Textor (* 1986 in Siegen, Deutschland) komponiert. Der in Berlin lebende Musiker kultiviert eine experimentelle Haltung und schafft Musik als spontane Reaktion auf soziale und materielle Umwelten. Seine jüngeren Arbeiten umfassen neben «The Teacher» die Vertonung einer Malperformance von Gregor Hildebrandt, gemeinsam mit Christopher Schmidt (2018), sowie gemeinsam mit Ornella Balhi Kompositionen für die zurzeit entstehende Operette The Salty Testament. 2020 entwickelte er im Rahmen der Künstlerresidenz im Freiraum der Tanzkompanie Ben J. Riepe in Düsseldorf Musik im Zusammenhang mit Zeichnung. Für «The Teacher» hat Textor ein Perkussion-Set aus Gongs und Holzschlaginstrumenten zusammengestellt, die grösstenteils Theaterkontexten entstammen. Durch seine unkonventionelle Herangehensweise an diese Instrumente entlockt er ihnen neue und spannende Soundqualitäten. https://www.instagram.com/tobi...

Im Mittelpunkt der Arbeit Claudia Barths (* 1987 in Herrliberg, Schweiz) steht eine auf Bewegung und Sprechakte konzentrierte Performancepraxis. Aus ihrer gesellschaftlich und politisch engagierten künstlerischen Aktivität gehen ausserdem Videoarbeiten, bildhauerische Werke und grosse Scherenschnitte hervor. 2019 brachte Barth am EinTanzhaus Mannheim das Langzeitprojekt Eu-você, eine Zusammenarbeit mit ihrer Schwester Isabelle Barth und brasilianischen Künstler*innen, zum Abschluss. Teil dieses Projekts sind auch die Videoarbeiten every smell a thousand memories, die ebenfalls 2019 in der Raum*station Zürich gezeigt wurden, sowie die Performance Eu não falo português – Ich spreche kein Portugiesisch, die dieses Jahr als Abschlussarbeit an der HKB Bern online zu sehen ist. Ende Oktober 2020 wurde Claudia Barth ausserdem im Rahmen des Performancepreises Schweiz in Genf nominiert. Für «The Teacher» performt sie als Rezitatorin. www.barthclaudia.com, https://cap-common-ground.ch/a...

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Angespannte Latenz

Bis zum 30. April sind im Cabaret Voltaire drei grosse Zeichnungen zu sehen. Eine von ihnen, Gegenstände, ist Agnes Scherer zugeschrieben. Die beiden anderen stellen ihre Entstehung durch Scherers Hand – durch jegliche Hand – in Abrede: Inaktiver Zeichenarm und Inaktiver Zeichenarm mit Motiven, die ohne dessen Zutun entstanden zeigen untätige Arme neben verloren wirkender Figurationen. Zusammenhangslose Motive schwirren unerlöst in einem beschädigten Rahmenwerk aus Zaumzeug, dem es offensichtlich misslang, sich zu einem Foulard à la Hermès zu entfalten. Sechs gestrandete Robben versuchen durch Nachahmung der Silhouette des in einer Barke vorbeiziehenden Zeichenarmes zu diesem einen zumindest formalen Bezug aufzubauen. Vergleichbar dem herrenlosen Theaterstückpersonal in Pirandellos «Sechs Personen suchen einen Autor» befindet dieser Motivreigen sich in einer Art Fegefeuer der nur partiell anerkannten Existenz. Zugleich reflektieren die 2017 in schleppender Genesung nach einer Lungenentzündung entstandenen Zeichnungen merkwürdig treffend den heute durch das Pandemiegeschehen herrschenden Zustand angespannter Latenz. Die rätselhafte Bildsprache ihrer Bleistiftzeichnungen, die in Scherers Arbeit eine Kernpraxis darstellen, offenbart sich als Quelle der verwirrenden Schaubilder ihrer Operette/Ausstellung «The Teacher», die derzeit im Ausstellungsraum zu sehen ist. Vor der Kameralinse ziehen die sacht ausgeführten Papierarbeiten sich meist in einen nebulösen Schleier zurück, der die fotografische Reproduktion einer unscharfen Erinnerung angleicht. So zirkulieren sie hauptsächlich in einer Cloud der inneren Bilder, der sie entstiegen sind.



Die Aufführung zur Finissage im Mai 2021 kann aufgrund von Covid-19 nicht stattfinden.

Ausstellungsansicht «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi», mit Werken von Emmy Hennings und Sitara Abuzar Ghaznawi. Photo: Cabaret Voltaire, Gunnar Meier

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Emmy Hennings (1885–1948) war mit Hugo Ball Mitbegründerin der Künstlerkneipe und wohl die präsenteste Figur im Cabaret Voltaire. Dass sie als Schriftstellerin und Künstlerin wenig Beachtung bekam, hat unterschiedliche Gründe. Vielleicht wegen ihrer eigenständigen Sprache, des Unbehagens im Umgang mit ihrem Katholizismus; zudem fehlt ihre Spur in der männlich geprägten Dada-Historisierung. Erst in jüngster Zeit bekommt Hennings Anerkennung, und zwar über die Rolle des Kabarett-Sterns hinaus. Wer ihre Romane, Gedichte und Artikel liest, begegnet einer Frau, für die das Schreiben Überlebensstrategie war. Scharfsinnig analysiert sie die Existenz und inszeniert sich als «Vielfaches». Die Ausstellung nimmt ihr Oeuvre ernst und zeigt, dass Kontinuitäten im Gesamtwerk zu erkennen sind. So liegen Ekstase und Glaube nahe beieinander, Gefangenschaft und Freiheit ziehen sich durch ihr Schaffen. Motive wie die Rose sind im Werk wiederkehrend. Erstmals können unter anderem die Glasmalereien aus den letzten Lebensjahren in einer Ausstellung betrachtet werden. Ihnen wurde in der bisherigen Rezeption wenig Anspruch auf Kunst zugeschrieben.

Hennings' Schriften und Malereien treten im Cabaret Voltaire in einen assoziativen Dialog mit den Arbeiten von Sitara Abuzar Ghaznawi (*1995). Die junge Künstlerin inszeniert die literarischen und künstlerischen Werke Hennings in Vitrinen, die zugleich als Skulpturen zu verstehen sind. Das Ausstellungsdisplay als Ort der Begegnung und als Brennpunkt normierter Vorstellungen ist Teil ihrer künstlerischen Fragestellungen. Ghaznawi legt ihr Augenmerk auf Machstrukturen, Möglichkeiten der Teilhabe, Formen von Ästhetik, Handwerk und Wissen. Sie befragt ihre Umwelt aus einer Position zwischen Autonomie und Abhängigkeit, Privatsphäre und Öffentlichkeit, Kollektivität und Individualität. Charakteristisch an ihrer formalen Sprache ist das Selbstgemachte und die Verwendung alltäglicher, oft als wertlos taxierter Materialien. Die Werke wirken fragil und poetisch zugleich. Auch die Wiederholung teilt Ghaznawi mit Hennings; so kehren bestimmte Sujets wie Blumen, Materialien und Muster wieder. Sie resultieren aus ihrer Auseinandersetzung mit sozialisiertem Geschmack und zirkulierenden Motiven.

Die Ausstellung partizipiert am aufflackernden Interesse an Emmy Hennings' Schaffen. Am 7. Februar 2020 eröffnete eine Ausstellung in Pirmasens. Des Weiteren läuft unter anderem an der Universität Basel das Forschungsprojekt Aura und Effizienz in Emmy Hennings Werk.

Emmy Hennings, 1885 in Flensburg/D geboren, 1948 in Soregno bei Lugano gestorben, war Schriftstellerin, Schauspielerin, Kabarettistin und Mitgründerin des Cabaret Voltaire sowie der Galerie Dada. Zu Lebzeiten wurden u.a. folgende Schriften publiziert: Die letzte Freude (1913), Gefängnis (1919), Das Brandmal. Ein Tagebuch, (1920), Helle Nacht (1922), Die Geburt Jesu (1932), Der Kranz (1939). Sie schrieb aber auch für Magazine sowie Zeitungen (u.a. Revoluzzer) und malte.

Sitara Abuzar Ghaznawi, 1995 in Ghazni/ Afghanistan geboren, lebt und arbeitet in Obwalden und Zürich. Sie erlangte 2019 ihren Bachelor an der Zürcher Hochschule der Künste und stellte unter anderem in folgenden Gruppenausstellungen aus: Galerie Maria Bernheim (Zürich, 2019), Fri Art (Fribourg, 2019), Museum im Bellpark (Kriens, 2019), Édouard Montassut (Paris, 2019), Material Art Fair (New Mexico City, 2019). Einzelausstellung: Luma Westbau|schwarzescafé (Zürich, 2019).


Courtesy Werke Sitara Abuzar Ghaznawi: Die Künstlerin
Courtesy Objekte Emmy Hennings: Schweizerisches Literaturarchiv, Universitätsbibliothek Basel, Schweizerisches Bundesarchiv und Zentralbibliothek Zürich

Wir danken dem Schweizerischen Landesmuseum für das Materialsponsoring.

Eröffnung: 30. April 2022, 18:00–03:00
Ausstellungsdauer: 30.04.2022–09.07.2023

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Im Eingangsbereich befindet sich neu eine Bar, die jeweils für ein Jahr von einer künstlerischen Position bespielt wird und das Haus zur Münstergasse hin öffnet. In ihrer Bezeichnung «Künstler*innenkneipe» referiert die Bar auf den ursprünglichen Namen des Cabaret Voltaire: Die Dadaist*innen eröffneten ihren Kunstraum 1916 ursprünglich als «Künstlerkneipe Voltaire». Mit dem Genderstern wird die Setzung aktualisiert, die Verschränkung von Kunst und Gastronomie aber weitergetragen. Das Cabaret Voltaire lädt Menschen ein, sich ohne museale Absperrungen inmitten von Kunst zu begegnen.

Den Anfang macht Ilaria Vinci (*1991) mit ihrer Ausstellung «Phoenix Philosophy Café». Vinci erforscht in ihrer Praxis das, was sie als «Zone der Fantasie» bezeichnet: Der Bereich in der menschlichen Psyche, in dem sich Selbst- und Weltwahrnehmung treffen und verschwimmen. Die Künstlerin geht der Frage nach, was Realität ausmacht und wie Menschen kommunizieren und imaginieren. Dazu schafft sie Installationen, kreiert Requisiten und Schriftzüge, die sich visuellem und sprachlichem Vokabular bedienen, beim Alltäglichen ansetzen, immer aber ins Phantastische kippen.

Für «Phoenix Philosophy Café» ging Ilaria Vinci von einer besonderen Form von Feuerstelle aus, die ihren Ursprung in Süditalien um 1900 hat: Eine Art Wohnnische, in der sich Menschen versammeln, Geschichten austauschen, debattieren, essen, trinken oder zusammen spielen. Die teilweise leicht angebrannten Möbel, die die Künstlerin für die Ausstellung durch gekonnte malerische Effekte schuf, unterstreichen diese Referenz. In Grautönen gehalten, wirken die Tische und Stühle allerdings leicht entrückt, wie aus einem alten Schwarzweiss-Film. Ganz im Kontrast dazu erinnern die buntflackernden Flammen im Hintergrund an Tiffany-Leuchten, eine spezielle Technik der Glasverarbeitung im Jugendstil. Die Feuerstelleästhetik – dazu gehören auch die von Vinci designten Ziegelsteinkissen in digitaler Ästhetik – kippen mit den Lampen in eine avantgardistische Grand-Café-Atmosphäre. Sowohl die Feuerstelle als auch das Café sind Orte der Begegnung und des Austausches, wobei dem Feuer eine spezielle ästhetische und soziale Kraft zukommt.

Um das Lagerfeuer herum zeigen sich individuelle Gesichter und Gedanken besonders nuanciert, dann verschwinden sie in einem kollektiven Schattenspiel. Flammen fesseln, sie beruhigen, sie wühlen auf. Im lodernden Feuer finden oder verlieren sich Blicke. Die Feuerstelle (und auch das Café) scheint ein Ort zu ein, an dem sich existentialistische Fragen besonders offenbaren: also Auseinandersetzungen mit gelebten Erfahrungen und die Sicht auf ein Individuum als etwas, das in seinem Wesen nicht vorbestimmt ist, sondern erst zu dem wird, was es ist, indem es sich selbst schafft – abhängig von den Situationen, in welchen sie sich wiederfinden. Die grosse gestische Acrylmalerei, teilweise in Airbrush-Technik, in der Nische an der hinteren Wand deutet auf solche Gedankenspiele an.

An der linken unteren Bildhälfte befinden sich drei brennende Kerzen, die mal klarer, mal abstrakter als «I» (deutsch «Ich») gelesen werden können. Spätestens ausgelöst wird diese Assoziation, wenn der Blick auf die vielen Buchstaben «I» schweift, die an ein konkretes oder dadaistisches Gedicht erinnern. Die Wiederholungen von «I» als «Ich» lösen unterschiedliche Gedankenketten aus. Beispielsweise zur gegenseitigen Abhängigkeit der vielen einzelnen Ichs, wodurch die Frage aufkommt, wo das kollektive «Wir» stehen soll. Als deutschsprechende Person führt die Aussprache des englischen «I» absurderweise zum «Ei» (engl. «egg»), das den Schwerpunkt des Gemäldes bildet. Im Gegenüber des in Flammen stehenden Eies und der Kerzen liegt die Überlegung nahe, dass weniger Vergänglichkeit, sondern die Auseinandersetzung mit Lebens- und Gedankenzyklen dem Bild zugrunde liegen. Vinci schafft eine Bildsituation, die sich jeden Moment ändert, ein Transformationsprozess, bei dem nicht klar ist, ob bald etwas Neues aus dem Ei schlüpft oder ausgebrannte Schalen zurückbleiben.

Das brennende Ei auf dem Nest ist eine Referenz an die mythologische Figur des Phönix, die sich in der Ausstellung immer wieder erkennen lässt, etwa auf beiden flankierenden Säulen der Kaminkonsole. Phönix ist die Geschichte eines fabelhaften Vogels, angeblich gross wie ein Adler, mit scharlachrotem und goldenem Gefieder, der sich mit wohlklingenden Schreien mitteilte. Als sich das Leben des Vogels dem Ende zuneigte, baute er sich in der Sonnenstadt Heliopolis ein Nistplatz aus duftenden Zweigen und Gewürzen, zündete das Nest an und verbrannte in den Flammen. Aus dem Scheiterhaufen stieg ein junger Phönix hervor, weshalb die Geschichte zur Metapher für Wiedergeburt und Resilienz wurde. Die Redewendung «wie Phönix aus der Asche» steht aber auch für den Zusammenbruch eines alten Systems und das Aufkommen alter Werte im neuen Gewand – im Dada-Haus und dem Kontext damaliger und aktueller Ereignisse eine bemerkenswerte Referenz.

Eine weitere Bezugnahme ist die Sage des Prometheus, eine der bekanntesten literarischen Figuren. Auch in dieser Geschichte kommt dem Feuer eine wichtige Rolle zu, wenn es um die Handlungsmacht der Menschen geht. Prometheus gilt als Feuerbringer und Kulturbringer, als Begründer menschlicher Zivilisation. Je nach Interpretation gilt er als mutiger Rebell gegen unterdrückende Narrative oder als fortschrittsgläubige Übersteigerung des Menschen.

Die Ausstellung von Vinci ist kein Ort traditioneller Kontemplation von Kunstwerken, sondern auch eine Sitzecke, in der Menschen mit unterschiedlichen Geschichten zusammenfinden und miteinander interagieren; sich selber und andere entdecken. Es geht um den Prozess der Gedankenbildung, der Mitteilungsform und (existentialistisch gedacht) um Momente der Entscheidungen. Vielleicht kann auch der Kunstraum als ein solcher Brutkasten verstanden werden: In der Auseinandersetzung mit grossen, existentiellen und zeitübergreifenden Fragen reifen Impulse für Veränderungen.

Neben der Tatsache, dass die Ausstellung auch Bar ist, ziehen sich Vincis Eingriffe in weitere Bereiche des Betriebs: Zur Ausstellung gehört beispielsweise der Cocktail «Smoky Tear», ein rauchiges Getränk mit Smoke Bubbles, und immer wieder sollen Soireen und diverse Aktivierungen stattfinden: Lesungen, ein gemeinsames Schachspielen oder ein Filmabend sind geplant. In «Phoenix Philosophy Café» verschwimmen Kunsterfahrung und Gastronomie, Ausstellung und Veranstaltungen.

Zur Eröffnung am 30. April 2022 findet die erste Rahmenveranstaltung statt, die auch den Gewölbekeller und den Historischen Saal einnimmt, den Blick auf die neuen architektonischen Eingriffe aber trotzdem zulässt. Phönix zieht von Raum zu Raum, entfacht Feuer, das wieder erlischt und an einem anderen Ort entzündet. Den ewigen Kreislauf weiterdenkend, widmen sich die Beiträge unter anderem dem Sampling und der Wiederholung mit Differenz als künstlerische Praxis. Entsprechend dem verbindenden und zerstreuenden Gedanken des Feuers – und dem dadaistischen Erbe folgend – versammeln sich im Haus unterschiedliche Klänge und Bewegungen. Die Performance «When Darkness», die als Teil der Ausstellung zu verstehen ist, setzt sich zusammen aus einem Live-Soundpiece von Rafal Skoczek und Jamira Estrada, das als Soundtrack zur Ausstellung «Phoenix Philosophy Café» bestehen bleibt, und einer Tanzperformance der Gruppe Stay Kids (mit Ave, Sunny, Tiny, Mary, Anaïs, Arun und Milo) mit Kostümen von Ronja Varonier.

Wir danken Serena Scozzafava für die Hilfestellung bei der Produktion der Textilien, die als Kissenbezüge benutzt werden.

Ilaria Vinci, Miss Phoenix, 2022

Aktuell
Vorschau

Das Cabaret Voltaire hostet am 31. Mai die Zürcher Premiere des Films. Im Anschluss an den Film findet ein Gespräch mit Elise Lammer, Izidora L. LETHE und Salome Hohl statt. Zudem präsentiert Cee Füllemann bereits ein erstes Elemente einer szenischen Landschaft, die auch bei einer Performance des Kollektivs anlässlich des Zurich Art Weekend vom 10. bis zum 12. Juni im Cabaret Voltaire zu sehen sein wird.

Inmitten von Generations-, Klima- und Wirtschaftskrisen hinterfragt der Film «Theodora or The Progress» des Kollektivs Alpina Huus die Sicht auf die Realität und die Legitimität des Sprechens. «Theodora or The Progress» ist ein kollektives künstlerisches Projekt, das eine Installation, Musikstücke und Performances von einer Gruppe internationaler Künstler*innen wie Hugo Canoilas, Cee Füllemann, Tarren Johnson, Elise Lammer, Alizee Lennox, Sarah Margnetti, Julie Monot, Lucien Monot, Florence Peake, Jessy Razafimandimby, Mia Sanchez, Eve Stainton und Niels Trannois umfasst.

Der Film thematisiert den Begriff der Ermächtigung und erforscht das Potenzial des Unterbewussten. Aus dem Werk von Virginia Woolf, Adrian Piper und Lisa Simpson, Deleuze und Guattari, aber auch Snoop Dogg und Franz Kafka schöpfend, betont der Film die die Fähigkeit der nonverbalen Kommunikation als Mittel, Strategien gegen verschiedene gegen verschiedene Arten von Diskriminierung. In Anlehnung an den Namen der möglicherweise ersten feministischen Figur, der Kaiserin Theodora (500 n. Chr.), schildert «Theodora or The Progress» die Verwandlung der erzählenden Person und einiger seiner Kompliz*innen in einen Rudel Hunden. «Theodora or The Progress» inszeniert eine kollektive Übernahme, die von Liebe, Verwandlung und Transzendenz spricht.

Alpina Huus, «Theodora or The Progress», 2021, Filmstill.



In informeller Atmosphäre mit Barbetrieb findet ein Workshop mit ektor garcia statt. Während wir über seine Arbeiten und die Ausstellung «nudos de tiempo» im Cabaret Voltaire sprechen, gestalten wir mit dem Künstler Masken: einerseits im Hinblick auf die diesbezügliche Dada-Tradition, andererseits mit Bezug auf garcias frühe Arbeiten. Er häkelte in einem queeren Punkumfeld von San Francisco Masken.

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Wir blicken zurück auf «Songs to the Suns» – unser Gastspiel auf dem Monte Verità und freuen uns, am 26. Oktober mit Izidora L. LETHE über die Arbeit WE ( zu sprechen und die inszenierte Video-Dokumentation der Choreographie / Intervention im Löwenbräu-Areal vorzuführen.

Auch einige der Performer*innen und Mitwirkenden der Choreographie / Intervention sind vor Ort.
Performer*innen: Val Minnig, Stéph, Nina Emge, Jovin Joëlle Barrer, Hermes Schneider, Donya Speaks, Claudia Barth
Sound: Yantan Ministry
Kamera: Diana Pfammatter, Antoine Felix Bürcher
Schnitt: Izidora L. LETHE

Mehr über «Songs to the Suns» und die Arbeiten von Izidora L. LETHE erfahren Sie hier.

Das Cabaret Voltaire wird derzeit renoviert. Deshalb sind wir zu Gast im Löwenbräu-Areal:
Ebene A, Zugang Limmatstrasse 270 (per Aufzug) & 268 (per Treppe)
Eintritt: kostenfrei, Anmeldung nicht nötig

Izidora L. LETHE, WE ( , 2021, Photo: Diana Pfammatter

«Salon der Republik» – Wie viel Patriarchat steckt in der Literatur?

Die Autorinnen Nicole Seifert und Ivna Zic sind zu Gast beim nächsten – und vorerst letzten – Literatur-Salon am 28. September in Zürich.

Nicole Seifert hatte irgendwann genug. Weil der Literaturbetrieb noch immer ausgesprochen männerlastig ist, hat sie vor gut drei Jahren beschlossen, fürs Erste nur noch Bücher von Autorinnen zu lesen. Auf ihrem Blog und in deutschsprachigen Medien schrieb sie über ihre Lektüren und über Misogynie in der Literaturszene – und hat nun all die Debatten zum Thema in einem soeben erschienenen Sachbuch gebündelt:

Nicole Seifert: FRAUEN LITERATUR. Abgewertet, vergessen, wiederentdeckt. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2021. 224 Seiten, ca. 26 Franken

Dieses Buch wird im kommenden «Salon der Republik» diskutiert – gemeinsam mit der Autorin sowie mit der Schriftstellerin und Regisseurin Ivna Žic, die mit ihrem Debütroman Die Nachkommende 2019 sowohl für den Schweizer wie auch für den Österreichischen Buchpreis nominiert war. Beide Gäste diskutieren mit dem Salon-Team (Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger, Daniel Graf) über Nicole Seiferts Buch und werfen auch einen Blick auf die literatursoziologische Studie Schreiben der Basler Wissenschaftlerin Carolin Amlinger.

Achtung: Weil das Cabaret Voltaire renoviert wird, gastieren das Cabaret Voltaire mit dem «Salon der Republik» im Zürcher Literaturhaus, und zwar am Dienstag, 28. September, um 19:30.

Der Eintrittspreis beträgt 14 CHF, für Republik-Abonnentinnen und Mitglieder des Cabaret Voltaire 8 CHF. Tickets können Sie direkt über die Website des Literaturhauses beziehen.

Bitte beachten Sie das aktuelle Schutzkonzept des Literaturhauses Zürich.

Wichtig: Die Veranstaltung wird dieses Mal nicht wie bisher als Podcast nachzuhören sein. Überhaupt wird sich beim «Salon der Republik» einiges ändern. Die Veranstaltung im September wird die letzte sein in dieser Form, danach pausieren wir – und konzipieren neu.

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Hier können Sie den «Salon der Republik» nachhören.


Wir laden zum Salon mit Patti Basler

Neue deutschsprachige Dichtung ist das Thema des Literatur-Salons am 4. Mai. Dabei sein kann jeder – von überall her.

Dass Patti Basler zu den erfolgreichsten Comedians der Schweiz gehört, wissen hierzulande alle. Dass sie ihre Pointen am liebsten aus Wortwitz und Sprachspiel baut, ebenso. Was deutlich weniger Menschen auf dem Schirm haben: dass Patti Basler auch Lyrikerin ist. Und in ihren Gedichten schon mal «Klause» auf «Meno-Pause» reimt (oder «leiser» auf «Trip-Advisor»).

Es passt also wie die dargebotene Faust aufs Auge, dass sie beim nächsten «Salon der Republik» am Dienstag, 4. Mai ab 20 Uhr zu Gast ist und mit dem Stammtrio aus Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger und Daniel Graf über neue Verse spricht.

Genauer gesagt:
– über die lieder an das große nichts, den Debütband von Juliane Liebert, die sich auch als Kultur-Journalistin und Spezialistin für Pop einen Namen gemacht hat.
– sowie über Gestohlene Luft von Yevgeniy Breyger, einen Gedichtband, den man getrost zu den gewichtigsten der letzten Jahre rechnen darf.

Und vielleicht ja auch über Gedichte von Patti Basler?

Sie können die Salon-Runde jedenfalls bequem vom Sofa aus besuchen – und mitdiskutieren, sofern Sie mögen. Denn trotz der beschlossenen Öffnungen führen wir die Veranstaltung nicht im Cabaret Voltaire durch, sondern digital im Videochat. Sie können also von jedem beliebigen Ort aus zuschauen. Es reichen dafür eine Internetverbindung und ein Klick abends am 4. Mai auf dem obigen Link.

Sollten Sie technische Fragen haben, melden Sie sich einfach im Vorfeld unter info@cabaretvoltaire.ch. Der Eintritt in den digitalen Salon ist frei. Falls Sie uns anderweitig unterstützen wollen, freut es uns, wenn Sie (weiterhin) die Republik lesen. Oder das aktuelle Programm des Cabaret Voltaire verfolgen.

Wie immer zeichnen wir die Veranstaltung auf und veröffentlichen sie hinterher als Audio-Podcast in der Republik. Wer möchte, kann schon vorab seine Leseeindrücke schildern oder Fragen aufwerfen, die das Podium diskutieren sollte. Nutzen Sie dafür einfach die Kommentarfunktion.

Der dritte Akt der Ausstellungsreihe «Cracking Up and Staging Down» ist von 20.04–30.04.2021 zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag, 14:00–21:00 (Eröffnung); Mittwoch–Samstag: 14:00–18:00; Sonntag und Montag: auf Anfrage.

Die ursprünglich als Soireen geplante Ausstellungsreihe «Cracking Up and Staging Down» versteht sich als Möglichkeit, Funktionsweisen von Humor und seiner Inszenierungen zu erarbeiten. Während vier Wochen wird im Cabaret Voltaire untersucht, inwiefern das grenzüberschreitende, soziale und kritische Potential des Lachens und der Comedys (noch) funktioniert. Jeden Dienstag für eine Woche bespielen Akteur*innen aus unterschiedlichen Künsten den historischen Saal mit Requisiten, Spuren, Werken, ihren Erkenntnissen und Dokumentationen.

Hosts und Mimen, Trickster und Geister wurden eingeladen und sollten zwischen kollektiven und individuellen Körpern wandern. «Initiiert war eine schöne Performance in einem physischen Raum mit Kleidung, die von Körpern bewohnt wurde, offensichtlich. Leider sollte sie nicht stattfinden, vielleicht». Stattdessen beharren Hüllen auf Potenzialität. Auch die dritte Soiree von «Cracking Up and Staging Down» ist eine Ausstellung geworden, mit «Didi da da da», «current parroting» und «ein weiblicher Humorist namens Kobold». Karolin Braegger, Johan Ahlkvist, Hedda Bauer und Anastasia McCammon nutzen das Nachplappern und Imitieren als Alltagskomik, um sich den Menschen zu nähern und körperbestimmende Mechanismen offenzulegen. Wiederholung und Aneignung schaffen immer eine Distanz zum ursprünglichen Gebrauch und verschieben die Bedeutung.
Johan Ahlkvist und Hedda Bauer zeigen Kostüme, die das Grundlegendste des Cabaret Voltaire darstellen, oft als zufällig oder gegeben wahrgenommen, manchmal übersehen, und die im Juni von Körpern als queeres Powerplay Dynamic Resistance aktiviert werden. Karolin Braegger denkt vom Begriff der Aneignung, übergehend in das Werden. «Ah, sie müssen hierher kommen», sagt sie als Gastgeberin und Teilnehmerin, lädt Bauer und Ahlkvist ein und zeigt «Didi da da da», eine Serie neuer Arbeiten, alle aus Toile, einem Stoff, der meist zur Anprobe (Kleidung) oder als möglicher Hintergrund (Malerei) verwendet wird und auf etwas hinweist, das noch werden wird. Anastasia McCammon muss sich die Person, die sie anspricht, erst vorstellen. Die Künstlerin zeigt Spuren und Briefe aus ihrer Kommunikation mit Emmy Hennings, Mitbegründerin des Cabaret Voltaire, die einst als «weiblicher Humorist namens Kobold» angestellt war.

Die Reihe «Cracking Up and Staging Down» wird mit Martina Mächler und Anastasia McCammon organisiert.



Johan Ahlkvist, Hedda Bauer und Karolin Braegger
The complete poem, manifested, 2021


The complete poem, manifested:

Current parroting is an exhibition darling. Live, a little.

The tricksters were supposed to be here, dealing with the neverending rearrangements of __serious__ non-performed initiations.

Where are they darling?

puh..

Left a mark and boarded flights.

Birds in the back.

(Birds in the back.)

Over-rehearsing until the nasty habit of repetition becomes an exhibition.

re-re

aww

In the midst of the __elitist intimacy__, this actually totally made sense.

What are you talk talking about?

___________

or maybe at least or at least maybe, for them -

but we can't entirely figure

mrr

brrr

Initiated was a nice performance in a physical space with clothes inhabited by bodies obviously. Unfortunately, it was not supposed to happen maybe.

The extended version made it almost accessible possible

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Ausstellungsansicht «current parroting, Didi da da da und 'ein weiblicher Humorist genannt Kobold'», Karolin Braegger, Didi da da da, Werkreihe aus Toile (drei Zigarettenschachteln), 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

Der zweite Akt ist vom 13.04.–17.04.2021 zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag, 14:00–21:00 (Eröffnung); Mittwoch–Samstag: 14:00–18:00; Sonntag und Montag: auf Anfrage.

Die ursprünglich als Soireen geplante Ausstellungsreihe «Cracking Up and Staging Down» versteht sich als Möglichkeit, Funktionsweisen von Humor und seiner Inszenierungen zu erarbeiten. Während vier Wochen wird im Cabaret Voltaire untersucht, inwiefern das grenzüberschreitende, soziale und kritische Potential des Lachens und der Comedys (noch) funktioniert. Jeden Dienstag für eine Woche bespielen Akteur*innen aus unterschiedlichen Künsten den historischen Saal mit Requisiten, Spuren, Werken, ihren Erkenntnissen und Dokumentationen.

In zweiten Akt «Slapstick and Laughters» der Reihe «Cracking Up and Staging Down» widmen sich Dimitris Chimonas und Shinichi Iova-Koga Kippformen und Displays menschlicher Emotionen jenseits des Verbalen. «Slapstick» verweist auch auf seine filmischen Ursprünge im Stummfilm und den Humor als Mittel zur Darstellung von Schmerz und Verletzlichkeit.

Der Tänzer Shinichi Iova-Koga erforscht im Cabaret Voltaire unter dem Titel Collapsible Voltaire den Slapstick-Humor, die körperbasierte, meist wortlose und in Iova-Kogas Fall taktile Form der Komödie. Er interagiert mit dem Raum, den Oberflächen und dem Mobiliar, um – teilweise schnell, manchmal in Zeitlupe – einen Körper darzustellen, der versucht, Stabilität in einer zusammenbrechenden Struktur zu finden.
Dimitris Chimonas' zwei Filme handeln von der Lächerlichkeit der menschlichen Performativität von Emotionen. In den Nuancen aktueller Situationen geht das Weinen oft in ein Lachen über. Im Film Globus Sensation beschäftigt sich der Künstler mit der Funktion des Klosses im Hals; eine Empfindung, die wir spüren, wenn wir weinen müssen, die wir aber nicht vortäuschen können. Ausgangspunkt für seinen zweiten Film ist die Aussage «Alles ist eine Lüge». Chimonas entlarvt diesen Satz paradoxerweise als Lüge, in einer Zeremonie, in der Taschentücher feiern, lachen und weinen über ihre Fähigkeit, auseinandergerissen zu werden und durch Zaubertricks wieder als Ganzes zu erscheinen.

Die Dokumentation zu Iova-Kogas Intervention im historischen Saal heisst Collapsible Voltaire und ist neben Dimitris Chimonas Filmen Globus Sensation und Everything Is a Lie, Is a Lie! bis Samstag, 17.04.2021, im Cabaret Voltaire zu sehen.

Die Reihe «Cracking Up and Staging Down» wird mit Martina Mächler und Anastasia McCammon organisiert.

Ausstellungsansicht, Dimitris Chimonas, Everything Is a Lie, Is a Lie!, 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

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Der erste Akt ist eine Woche zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag, 14:00–21:00 (Eröffnung); Mittwoch–Samstag, 14:00–18:00; Sonntag / Montag, auf Anfrage.

Die ursprünglich als Soireen geplante Ausstellungsreihe «Cracking Up and Staging Down» versteht sich als Möglichkeit, Funktionsweisen von Humor und seiner Inszenierungen zu erarbeiten. Während vier Wochen wird im Cabaret Voltaire untersucht, inwiefern das grenzüberschreitende, soziale und kritische Potential des Lachens und der Comedys (noch) funktioniert. Jeden Dienstag für eine Woche bespielen Akteur*innen aus unterschiedlichen Künsten den historischen Saal mit Requisiten, Spuren, Werken, ihren Erkenntnissen und Dokumentationen.

Im ersten Akt Tickle and Tackle Stand Up blicken Kasia Fudakowski und Francesca Hawker hinter die Bühne und exponieren Rituale und Regeln. Fudakowski fokussiert den «Joke Gap» anhand des Lebens und der Rollen der Komikerin und Schauspielerin Elisabeth Wellano alias Liesl Karlstadt (1892–1960). «Ein Witz kann als entbehrliches soziales Kapital gesehen werden. Historisch gesehen musste sich eine Frau erst als seriös etablieren, bevor sie in einen Witz investieren konnte.» Im Cabaret Voltaire zeigt Fudakowski Recherchematerial und Requisiten, die im Juni als Performance aktiviert werden.
Francesca Hawkers Wunsch, «das ungeliebte Gesicht zu erfreuen» (Anne Boyer), wird durch die leere Bar, die sie erwartet, konterkariert. Ihre Aufmerksamkeit richtet sie deshalb auf das Herstellen und Zerbrechen von alternativen Genussmitteln. Hawker zeigt ihren Spaghetti Film, Bar-Skulpturen im Raum und ein Gedichte-Menü, das sie am Dienstag zwischen 14:00 und 21:00 vor Ort aktiviert.

Die Reihe «Cracking Up and Staging Down» wird mit Martina Mächler und Anastasia McCammon organisiert.

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Hier können Sie den «Salon der Republik» nachhören.

Am 30. März diskutiert der «Salon der Republik» live im Videochat mit der Autorin Annette Hug über neue Bücher von Christian Kracht und Claudia Durastanti – live im Videochat. Das Motto diesmal: Familie und andere Abgründe.

Noch ist der Kultur-Lockdown nicht vorüber. Und während über weitere Öffnungen und ein mögliches Ende des Veranstaltungsverbots gestritten wird, hat der Bücherfrühling längst begonnen.

Mit Eurotrash, dem neuen Werk von Christian Kracht, ist soeben ein Roman in die Läden gekommen, bei dem sich schon jetzt sagen lässt, dass er zu den meistdiskutierten des Jahres gehören wird. Ein im doppelten Wortsinn leiseres, literarisch umso faszinierenderes Buch über das Aufwachsen bei gehörlosen Eltern hat Claudia Durastanti mit ihrem Erstling Die Fremde vorgelegt. So unterschiedlich die zwei Bücher auf den ersten Blick sind: Autobiografisch inspirierte Familien­romane sind sie beide. Werke, in denen es um das Erinnern, um Realität und Erfindung, um Geschichte und Geschichten geht – nicht zuletzt also um das Erzählen selbst.

Über beide Bücher sprechen am 30. März ab 20:00 Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger und Daniel Graf mit der Autorin, Übersetzerin und Kolumnistin Annette Hug. Und natürlich mit Ihnen, wenn Sie mögen! Dafür müssen Sie nicht einmal das Haus verlassen. Denn wegen der Corona-Lage findet dieser Salon nicht wie sonst im Cabaret Voltaire in Zürich statt, sondern digital im Videochat.

Der Eintritt in den digitalen Salon ist kostenlos. Wenn Sie uns anderweitig unterstützen wollen, indem Sie im Cabaret Voltaire vorbeischauen oder (weiterhin) die Republik lesen, freut uns das. Wie immer wird die Veranstaltung aufgezeichnet und hinterher als Audio-Podcast veröffentlicht.

Mehr zu den Büchern können Sie auf der Webseite der Republik lesen.

Teil 1 findet am 23.03.2021 von 18:00–22:00 statt. Teil 2 findet am 24.03.2021 von 18:00–22:00 statt.

Armen Avanessian liest an zwei Abenden sein jüngstes Buch Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn. Geschrieben im ersten Lebensjahr seines Sohnes, wird das Buch vielleicht 2035 erscheinen.

Der Philosoph schildert darin ihren gemeinsamen Alltag, ihre geteilte Gegenwart und adressiert dabei einen Leser in der Zukunft, der einmal zwanzig, einmal vierzig, und am Ende des Jahrhunderts achtzig Jahre alt sein wird. Aus stets konkreten Erfahrungen und Alltagsbeschreibungen entwickeln sich Überlegungen zu allgemeinen ethischen, sozialen und philosophischen Fragen.

Was ist ein Anfang, Geburt und Beginnen, und warum konnte die männlich dominierte Philosophie diese nur unzureichend fassen? Was sind die Verengungen der klassischen Liebeskonzeptionen, und inwiefern weist Intimität uns einen anderen Weg? Was bedeutet es heute Vater zu sein, eine Familie zu haben und ein Erbe weiterzugeben oder anzutreten (oder umgekehrt auszuschlagen, zurückzuschlagen und mit seiner Familie abzurechnen)? Und inwiefern müssen wir nicht zuletzt auch Tod-und-Sterben-lernen – als vielleicht die klassischen Topoi philosophischer Selbstreflexion – nicht nur mit Blick auf nachfolgende Generationen, sondern aus deren zukünftiger Bedrohung der gesamten Gattung neu denken? Schon heute ist Geteilte Zeit eine Flaschenpost aus einer bereits vergangenen Gegenwart.

«Was ich dir schreibe, das von mir Geschriebene, will dich umarmen, will deine Zeit und meine Zeit zusammen fassen. Denn das Schreiben kommt immer zu spät, hinkt hinterher, aber dann, zugleich, schreibe ich das alles für dich, meinen zukünftigen Leser, viel zu früh. Deshalb habe ich versucht, dir entgegenzukommen.
Ich habe dir geschrieben, um mich an die Zukunft zu erinnern.
Ich habe dir geschrieben, um dich auf die Vergangenheit vorzubereiten.
Ich habe dir geschrieben, weil du sie schon für mich verändert hast.
Ich habe dir geschrieben, damit du das noch einmal lesen kannst.
Ich habe dir geschrieben, weil ich gar nicht anders konnte.
Aus unserer geteilten Zeit habe ich dir geschrieben.
Und wer hätte gedacht, dass es Wünsche und Träume gibt, die in Erfüllung gehen.»


Spazieren Sie zwischen 18:00 und 22:00 am Cabaret Voltaire vorbei. Die Lesung wird auf die Spiegelgasse und Münstergasse übertragen. Zudem erhalten sie eine Seite eines Buches, das vielleicht in der fernen Zukunft erscheinen wird – so aber verteilt in Zürich existiert.

Keine Anmeldung erforderlich.

Armen Avanessian liest sein Buch Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn, 23. März 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

Armen Avanessian liest sein Buch Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn, 23. März 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

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Teil 1 findet am 23.03.2021, um 18:00–22:00 statt. Teil 2 findet am 24.03.2021, um 18:00–22:00 statt.

Armen Avanessian liest an zwei Abenden sein jüngstes Buch Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn. Geschrieben im ersten Lebensjahr seines Sohnes, wird das Buch vielleicht 2035 erscheinen.

Der Philosoph schildert darin ihren gemeinsamen Alltag, ihre geteilte Gegenwart und adressiert dabei einen Leser in der Zukunft, der einmal zwanzig, einmal vierzig, und am Ende des Jahrhunderts achtzig Jahre alt sein wird. Aus stets konkreten Erfahrungen und Alltagsbeschreibungen entwickeln sich Überlegungen zu allgemeinen ethischen, sozialen und philosophischen Fragen.

Was ist ein Anfang, Geburt und Beginnen, und warum konnte die männlich dominierte Philosophie diese nur unzureichend fassen? Was sind die Verengungen der klassischen Liebeskonzeptionen, und inwiefern weist Intimität uns einen anderen Weg? Was bedeutet es heute Vater zu sein, eine Familie zu haben und ein Erbe weiterzugeben oder anzutreten (oder umgekehrt auszuschlagen, zurückzuschlagen und mit seiner Familie abzurechnen)? Und inwiefern müssen wir nicht zuletzt auch Tod-und-Sterben-lernen – als vielleicht die klassischen Topoi philosophischer Selbstreflexion – nicht nur mit Blick auf nachfolgende Generationen, sondern aus deren zukünftiger Bedrohung der gesamten Gattung neu denken? Schon heute ist Geteilte Zeit eine Flaschenpost aus einer bereits vergangenen Gegenwart.

«Was ich dir schreibe, das von mir Geschriebene, will dich umarmen, will deine Zeit und meine Zeit zusammen fassen. Denn das Schreiben kommt immer zu spät, hinkt hinterher, aber dann, zugleich, schreibe ich das alles für dich, meinen zukünftigen Leser, viel zu früh. Deshalb habe ich versucht, dir entgegenzukommen.
Ich habe dir geschrieben, um mich an die Zukunft zu erinnern.
Ich habe dir geschrieben, um dich auf die Vergangenheit vorzubereiten.
Ich habe dir geschrieben, weil du sie schon für mich verändert hast.
Ich habe dir geschrieben, damit du das noch einmal lesen kannst.
Ich habe dir geschrieben, weil ich gar nicht anders konnte.
Aus unserer geteilten Zeit habe ich dir geschrieben.
Und wer hätte gedacht, dass es Wünsche und Träume gibt, die in Erfüllung gehen.»


Spazieren Sie zwischen 18:00 und 22:00 am Cabaret Voltaire vorbei. Die Lesung wird auf die Spiegelgasse und Münstergasse übertragen. Zudem erhalten sie eine Seite eines Buches, das vielleicht in der fernen Zukunft erscheinen wird – so aber verteilt in Zürich existiert.

Keine Anmeldung erforderlich.

Armen Avanessian liest sein Buch Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn, 23. März 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

Armen Avanessian liest sein Buch Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn, 23. März 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

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Samuel Haitz mit Milena Langer, Stella, Ian Wooldridge und Moritz Müller (DJ-Set)
Soirée 2 (After) fand am 09.03.2021 statt, Soirée 1 (Before) fand am 02.03.2021 statt. Beide Soireen können Sie hier nachhören (via radio-bollwerk.ch). Die parallellaufende Ausstellung «Memorabilia» läuft vom 02.03.2021 bis zum 27.03.2021.


«When I look back on my life it’s not that I don’t want to see things exactly as they happened, it’s just that I prefer to remember them in an artistic way. And truthfully the lie of it all is much more honest because I invented it. Clinical psychology tells us arguably that trauma is the ultimate killer. Memories are not recycled like atoms and particles in quantum physics. They can be lost forever. It’s sort of like my past is an unfinished painting and as the artist of that painting I must fill in all the ugly holes, and make it beautiful again. It’s not that I have been dishonest; it’s just that I loathe reality.»

– Lady Gaga, The Prelude Pathétique – Erster Teil, Marry the Night

Samuel Haitz (*1997) lädt zu zwei aufeinanderfolgenden Soireen und zur parallellaufenden Ausstellung «Memorabilia» ins Cabaret Voltaire ein. Haitz zog erst kürzlich von Zürich nach Berlin. Ein Anlass, gelagerte Andenken in die Hand zu nehmen, Erinnerungen zu ordnen, zu bewahren und zu verklären. Im Cabaret Voltaire versammelt er eigene Arbeiten, Werke von Freund*innen und Idolen sowie weitere Objekte, die Codes des Begehrens und der Zugehörigkeit widerspiegeln. Für die Soireen lädt er seine künstlerischen Weggefährt*innen Milena Langer, Stella und Ian Wooldridge zum gemeinschaftlichen Lesen von Texten ein. Zum Abschluss interpretiert der befreundete DJ Moritz Müller die Veranstaltungen musikalisch. Soirée 1 (Before) widmet sich der Hoffnung und der romantischen Utopie; Soirée 2 (After) fokussiert die nostalgische Reflexion von Vergangenem. Die Veranstaltungen werden in Zusammenarbeit mit dem Berner Radio Bollwerk online übertragen. In dieser stillstehenden, kontaktarmen Zeit entsteht so ein Raum, um darüber nachzudenken, welche persönliche und gemeinsame Gedächtniskultur den Werdegang prägen soll.

Von links nach rechts im Cabaret Voltaire: Samuel Haitz, Milena Langer, Stella, Moritz Müller und Ian Wooldridge. Photo: Philipp Hänger

Samuel Haitz mit Milena Langer, Stella, Ian Wooldridge und Moritz Müller (DJ-Set)
Soirée 1 (Before) fand am 02.03.2021 statt, Soirée 2 (After) fand am 09.03.2021 statt. Beide Soireen können Sie hier nachhören (via radio-bollwerk.ch). Die parallellaufende Ausstellung «Memorabilia» läuft vom 02.03.2021 bis zum 27.03.2021.


«When I look back on my life it’s not that I don’t want to see things exactly as they happened, it’s just that I prefer to remember them in an artistic way. And truthfully the lie of it all is much more honest because I invented it. Clinical psychology tells us arguably that trauma is the ultimate killer. Memories are not recycled like atoms and particles in quantum physics. They can be lost forever. It’s sort of like my past is an unfinished painting and as the artist of that painting I must fill in all the ugly holes, and make it beautiful again. It’s not that I have been dishonest; it’s just that I loathe reality.»

– Lady Gaga, The Prelude Pathétique – Erster Teil, Marry the Night

Samuel Haitz (*1997) lädt zu zwei aufeinanderfolgenden Soireen und zur parallellaufenden Ausstellung «Memorabilia» ins Cabaret Voltaire ein. Haitz zog erst kürzlich von Zürich nach Berlin. Ein Anlass, gelagerte Andenken in die Hand zu nehmen, Erinnerungen zu ordnen, zu bewahren und zu verklären. Im Cabaret Voltaire versammelt er eigene Arbeiten, Werke von Freund*innen und Idolen sowie weitere Objekte, die Codes des Begehrens und der Zugehörigkeit widerspiegeln. Für die Soireen lädt er seine künstlerischen Weggefährt*innen Milena Langer, Stella und Ian Wooldridge zum gemeinschaftlichen Lesen von Texten ein. Zum Abschluss interpretiert der befreundete DJ Moritz Müller die Veranstaltungen musikalisch. Soirée 1 (Before) widmet sich der Hoffnung und der romantischen Utopie; Soirée 2 (After) fokussiert die nostalgische Reflexion von Vergangenem. Die Veranstaltungen werden in Zusammenarbeit mit dem Berner Radio Bollwerk online übertragen. In dieser stillstehenden, kontaktarmen Zeit entsteht so ein Raum, um darüber nachzudenken, welche persönliche und gemeinsame Gedächtniskultur den Werdegang prägen soll.

Von links nach rechts im Cabaret Voltaire: Samuel Haitz, Milena Langer, Stella, Moritz Müller und Ian Wooldridge, Photo: Philipp Hänger

Update: Es werden neue Termine für die Aufführungen der Operette gesucht.

Eine didaktische Operette von Agnes Scherer, Musik von Tobias Textor, Performances von Soya Arakawa und Claudia Barth. Die Installation zur Operette ist während der gesamten Ausstellungsdauer vom 2. Oktober bis zum 16. Januar zu sehen.

Die Operette wird um 19:00 und um 20:00 aufgeführt.

Mehr Informationen zum Projekt «The Teacher» finden Sie hier.

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Update: Es werden neue Termine für die Aufführungen der Operette gesucht.

Eine didaktische Operette von Agnes Scherer, Musik von Tobias Textor, Performances von Soya Arakawa und Claudia Barth. Die Installation zur Operette ist während der gesamten Ausstellungsdauer vom 2. Oktober bis zum 16. Januar zu sehen.

Die Operette wird an diesem Tag um 19:00 und um 20:00 aufgeführt. Die letzte Aufführung findet zusätzlich am Donnerstag, 14. Januar, um 20:00 statt.

Mehr Informationen zum Projekt «The Teacher» finden Sie hier.

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Wieso spielt die Katze Keyboard? Constant confusion, organisiert von Ronny Hunger und Roman Blumenthal.

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Martina Buzzi und Nicolas Buzzi setzen Hans Richters Auseinandersetzung mit Zeit, Wahrnehmung sowie Raum aus einer gegenwärtigen Perspektive mit auditiven Mitteln fort. Performance mit Li Tavor

Richters Rhythmus 21 setzt sich nicht nur mit Rhythmus, sondern insbesondere auch mit dem Medium Film auseinander. Film war um 1921 praktisch ungesehen und nicht mit der gegenwärtigen Bedeutung des Mediums vergleichbar. Heute ist animiertes wie aufgezeichnetes Bewegtbild ein alltägliches Phänomen, weshalb Richters Auseinandersetzung von Zeit, Wahrnehmung und Raum mittels seiner Arbeit nicht ohne eine historische Verortung der im Rhythmus 21 angewandten Techniken gelesen werden kann. Film und Rhythmus sind beides zeitbasierte Medien. Einzelne Bilder eines Filmes oder Schläge in einem rhythmischen Konstrukt treten erst durch ihre Abfolge und gemeinsame Beziehung als Ganzes in Erscheinung. Diese Gemeinsamkeit sticht insbesondere bei der Arbeit mit der Stop-Motion-Technik ins Auge, während jedem einzelnen Bild in der Herstellung, im Vergleich zur Projektionsdauer, ein unverhältnismässig erscheinendes Vielfaches an Zeit gewidmet wird. Hundert Jahre nach Rhythmus 21 sind die technischen Vorgänge im Film weit bekannt und so weit entwickelt, dass keine Einzelbilder mehr wahrgenommen werden. Damit hat sich im Vergleich zu Richters Zeit die Relevanz der Auseinandersetzung mit dem Granularen des Mediums gewandelt. Eine Möglichkeit der Annäherung an die Thematik besteht heute in der sinnlichen Wahrnehmung von Raum und der Transformation dieser Empfindung durch die Nutzung akustischer Phänomene. In Oh Hans, had you known / Rhythmus 21 nehmen Martina Buzzi und Nicolas Buzzi die zeitbasierte Eigenschaft von Film und Rhythmus als Ausgangspunkt, um unter Einbezug formaler Entscheidungen und morphologischer Eigenschaften von Rhythmus 21 dessen grundsätzliche Fragestellungen in der heutigen Zeit, mit Mitteln wie Sound, Schall, Raum und Musik, zu verhandeln. Dabei wird durch die Verwendung der inhärenten Dynamik von Schwingungen - nämlich ihre fortwährende Überschreitung der Modalitäten und Grenzen, Rhythmus 21 in einen inneren und äusseren Raum mit fluiden Grenzen übersetzt (Text Martina Buzzi und Nicolas Buzzi).

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Diese Soiree wurde auf den 12. Januar verschoben.

Eine didaktische Operette von Agnes Scherer, Musik von Tobias Textor, Performances von Soya Arakawa und Claudia Barth. Die Installation zur Operette ist während der gesamten Ausstellungsdauer vom 2. Oktober bis zum 16. Januar zu sehen.

Mehr Informationen zum Projekt «The Teacher» finden Sie hier.

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Der «Slow Reading Club» (SRC) ist eine halbfiktionale Lesegruppe, die Ende 2016 von Bryana Fritz und Henry Andersen ins Leben gerufen wurde. Die Gruppe beschäftigt sich mit konstruierten Situationen für kollektives Lesen. Der SRC betrachtet, erforscht und unterbricht die «Leserschaft» als eine Möglichkeit, die Kontaktzonen zwischen Leser*in und Text, Text und Text, Leser*in und Leser*in zu stimulieren. Organisiert mit Adam Jasper und Jan Steinbach.

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Slow Reading Club am Bâtard Festival 2017, Credit: Cillian O’Neill

Slow Reading Club im Louise Dany, 2019, Credit: Ignas Krunglevičius

Hier können Sie den «Salon der Republik» vom 24. November nachhören.


Noble Preise

Beim nächsten «Salon der Republik» am 24. November im Cabaret Voltaire geht es um die Gedichte von Nobelpreisträgerin Louise Glück. Und um den Gewinnertext des Schweizer Buchpreises.

Als am 8. Oktober die Entscheidung zum Literaturnobelpreis 2020 verkündet wurde und die Wahl auf Louise Glück fiel, war die Verwunderung im Literaturbetrieb und in den Feuilletonredaktionen hierzulande riesig. Bei all den Spekulationen im Vorfeld hatte der Name Louise Glück keine Rolle gespielt, ja, den Allerwenigsten war ihr Name zu diesem Zeitpunkt überhaupt bekannt. Das sagt allerdings wenig über Louise Glück aus und viel über hiesige Rezeptionslücken. In den USA hat Louise Glück in den letzten Jahrzehnten so ziemlich alles an Ehrungen und Preisen gewonnen, was man als Autorin gewinnen kann, vom Pulitzerpreis bis zum National Book Award. Auf Deutsch sind von ihren insgesamt zwölf Gedicht­bänden zwar immerhin zwei ihrer meist­gelobten erschienen: Averno (2007) und Wilde Iris (2008), jeweils übersetzt von Ulrike Draesner. Beide Bücher waren allerdings seit längerem vergriffen – und sollen ab Mitte November wieder lieferbar sein.

Zu Gast ist an diesem Abend die Autorin und Kolumnistin Nina Kunz. Sie diskutiert mit Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger und Daniel Graf über die Lyrik von Louise Glück – und über den Siegertext des Schweizer Buchpreises 2020.

Verliehen wurde der Schweizer Buchpreis am 8. November. Er ging an Anna Stern für den Roman das alles hier, jetzt (Elster & Salis). Die weiteren Nominierten waren:
Dorothee Elmiger für Aus der Zuckerfabrik (Hanser), Tom Kummer für Von schlechten Eltern (Klett-Cotta), Charles Lewinsky für Der Halbbart (Diogenes) und Karl Rühmann für Der Held (Rüffer & Rub).

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse. Es besteht Maskenpflicht.

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Wegen Quarantäneregelung verschoben auf 2021

Screening Martine Syms und Beiträge zu Humor und Rassismus. Organisiert mit Martina Mächler und Anastasia McCammon.

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.
Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Contagion (Steven Soderbergh, 2011) gilt vielen als prophetischer Film für die Ereignisse rund um Corona in diesem Jahr. Spätestens mit der zweiten Welle der Pandemie sehen wir aber auch, was sich in der Dekade seit Entstehen des Films verändert und verschoben hat, in unserem biologischen und virologischen Wissen, auf (sozial)medialer Ebene, und vor allem in den geopolitischen Verhältnissen. Vor weniger als einer Dekade entstanden, zeigt der Film noch eine intakte Globalisierung, inklusive unangefochtener internationaler Organisationen.Gezeigt werden Ausschnitte aus dem Film, und nach einem kurzen Impuls diskutiert Armen Avanessian mit Elisabeth Bronfen. Im September 2020 erschien ihre Publikation Angesteckt. Zeitgemässes über Pandemie und Kultur im Echtzeit-Verlag. Die Kultur- und Literaturwissenschaftlerin ist Professorin für Anglistik an der Universität Zürich und Global Distinguished Professor an der New York University.

«Cabaret Avanessian» ist eine Reihe mit dem Philosophen und Kulturtheoretiker Armen Avanessian im Cabaret Voltaire. Derzeit bekleidet er unter anderem eine Gastprofessur für Philosophie an der HFBK Hamburg.

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Filmstill, Steven Soderbergh, Contagion, 2011

Wegen Quarantäneregelung verschoben auf 2021

Kasia Fudakowski und Francesca Hawker. Organisiert mit Martina Mächler und Anastasia McCammon

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.
Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

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Update: Aufgrund der aktuellen Situation muss die Soiree leider verschoben werden.

20:00–21:30:
Ein Gespräch mit Tove Soiland und Stefanie Leuenberger über Lenins Der Imperialismus als höchste Stufe des Kapitalismus, den er 1916 an der Zürcher Spiegelgasse schrieb und 1917 veröffentlichte. Wir diskutieren damalige und heutige kapitalistische Verhältnisse und vergleichen Lenins Ansatz mit der dadaistischen Kritik am «Wirtschaftsfatalismus» (Hugo Ball) und der avantgardistischen Lebensweise. Der Abend wird von Andreas Rizzi und Salome Hohl moderiert.

Niels van der Waerden spielt und singt zum Einstieg und Abschluss klassische und kabarettistische Arbeiter*innenlieder.

Ca. 22:00–23:00:
Streaming der Berichterstattung im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Achtung: Die Soiree wird auf den 17. November 2020 verschoben.

17.11.20, 20:00
«Cabaret Avanessian #2 Updating Contagion»
Contagion
(Steven Soderberghs, 2011) gilt vielen als prophetischer Film für die Ereignisse rund um Corona in diesem Jahr. Spätestens mit der zweiten Welle der Pandemie sehen wir aber auch, was sich in der Dekade seit Entstehen des Films verändert und verschoben hat, in unserem biologischen und virologischen Wissen, auf (sozial)medialer Ebene, und vor allem in den geopolitischen Verhältnissen. Vor weniger als einer Dekade entstanden, zeigt der Film noch eine intakte Globalisierung, inklusive unangefochtener internationaler Organisationen.Gezeigt werden Ausschnitte aus dem Film, und nach einem kurzen Impuls diskutiert Armen Avanessian mit Elisabeth Bronfen. Im September 2020 erschien ihre Publikation Angesteckt. Zeitgemässes über Pandemie und Kultur im Echtzeit-Verlag. Die Kultur- und Literaturwissenschaftlerin ist Professorin für Anglistik an der Universität Zürich und Global Distinguished Professor an der New York University.

«Cabaret Avanessian» ist eine Reihe mit dem Philosophen und Kulturtheoretiker Armen Avanessian im Cabaret Voltaire. Derzeit bekleidet er unter anderem eine Gastprofessur für Philosophie an der HFBK Hamburg.

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung. Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Filmstill, Steven Soderberg, Contagion, 2011

Tagebuchähnliche Kurzfilme und eine Einführung zum Thema «Imperfect Cinema» als egalitäres und poetisches Tool, organisiert von Jiajia Zhang.
Filme:
– George Kuchar, Weather Diary Nr. 3, 1988, 25 Minuten
– YouTube-Kanal Melanie-Jane, 2020, 5 Minuten
– Tiffany Sia, Never Rest/Unrest, 2020, 29 Minuten

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.
Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Wegen Quarantäneregelung verschoben auf 2021

Shinichi Iova-Koga und Dimitris Chimonas. Organisiert mit Anastasia McCammon und Martina Mächler

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.
Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Photo: Sheila Bosco/inkBoat

Photo: Dimitris Chimonas

Wegen Quarantäneregelung verschoben auf 2021.

Karolin Brägger (Kostüm in Kollaboration mit Janek Ackermann), Anastasia McCammon / Emmy Hennings, Dynamic Resistance von Hedda Bauer und Johan Ahlkvist mit Charlotte Gash, Charlotta Öberg, Sigrid Mau, Rogine Moradi. Organisiert mit Martina Mächler und Anastasia McCammon.

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.
Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

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delirium ist eine Zürcher Literaturplattform. Anfang 2020 sind die ersten Texte für Magazin N°12 eingetroffen. Inzwischen sind Corona, eine Wirtschaftskrise und ein weiterer Rekordhitzesommer über die Welt hereingebrochen. Müssen wir angesichts dessen nicht die Welt und die Literatur neu denken? Für den Release N°12 bittet der Philosoph und Kulturtheoretiker Armen Avanessian die Autor*innen des Hefts um ein zeitgemässes Update.

Teilnehmer*innen:
Armen Avanessian
Patrizia Huber
Fabian Schwitter
Gerhild Perl
Samuel Prenner
Rahel Hochstrasser
Samuel Eberenz
Niki Grieser
Kim de l'Horizon
Salomé Meier

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.
Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Bild: Sätze aus der neuen delirium-Ausgabe N°12

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Rory Pilgrim zeigt im Rahmen des Festivals Fleshy Interface Elemente des multidisziplinären Projekts Software Garden.

In Zeiten zunehmenden Nationalismus und Isolationismus sucht der Künstler Räume, in denen das Menschliche, Ökologische und Technologische auf Einfühlungsvermögen, Fürsorge und Freundlichkeit treffen. Zu diesem Zweck kombiniert Rory Pilgrim Körper und Stimmen innerhalb und ausserhalb des Bildschirms durch Live-Performances, Musikvideos, Gedichte und interaktive Workshops. Die Veranstaltung wird am 22. September mit einem Künstlergespräch mit Pilgrim im Cabaret Voltaire eröffnet, begleitet von einer Auswahl an Liedern aus dem Backkatalog mit der Sängerin Robyn Haddon und Gedichten der Poetin und Behindertenrechtlerin Carol R. Kallend, die über Skype teilnimmt. In den folgenden Tagen werden Rory Pilgrim und die Choreografin und Künstlerin Cassie-Augusta Jørgensen einen dreitätigen Workshop veranstalten, bei dem Interessierte Teil der Performance Software Garden werden können, die dann mit den Teilnehmer*innen am Samstag, 26. September im Neumarkt aufgeführt wird.

Das institutionsübergreifende Festival Fleshy Interface verbindet Performances und Workshops und hat die Wiederentdeckung der Körperlichkeit als zentrales Thema. Der Körper als Medium und als Instrument in den darstellenden Künsten, der digitale Körper, Körperlosigkeit und die Sehnsucht nach Berühren und Berührtwerden beschäftigen uns in dieser besonderen Zeit der physischen Distanzierung. Initiert vom Neumarkt, in Zusammenarbeit mit Cabaret Voltaire, Schauspielhaus Zürich, Literaturhaus, Tanzhaus, Fabriktheater, Winkelwiese, Shedhalle, ZHdK und Helferei. Rory Pilgrim partizipiert auf Einladung des Cabaret Voltaire, in enger Zusammenarbeit mit dem Neumarkt. Das gesamte Programm des Festivals inklusive E-Booklet ist hier zu finden.

Anmeldung Soiree am Dienstag:
Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb für die Soiree am Dienstag um Anmeldung. Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Anmeldung Workshop/Showing:
Workshop: 23.09.–25.09.20, 14:00–17:00, Anmeldung unter fleshyinterface@theaterneumarkt.ch. Showing des Workshops (Performance Software Garden): Samstag, 26.09.20, 16:00 im Neumarkt. Mehr Informationen finden Sie hier.

Rory Pilgrim (*1988 in Bristol, Grossbritannien) lebt und arbeitet in Rotterdam und auf der Isle of Portland. Seine Ausstellungen umfassen: Stedelijk Museum Amsterdam (Amsterdam, 2019), Between Bridges (Berlin, 2019), South London Gallery (London, 2018); andriesse eyck galerie (Amsterdam, 2018); Rowing Gallery (London, 2017), Plymouth Art Centre (Plymouth, 2017), Flat Time House (London, 2016), Site Gallery (Sheffield, 2016), sic! Raum für Kunst (Luzern, 2014), Rongwrong (Amsterdam, 2014), Kunsthuis SYB (Beetsterzwaag, 2011). Im Jahr 2019 wurde Pilgrim mit dem Prix de Rome ausgezeichnet.

«Software Garden» Live Concert, Transmediale 2019, Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 2019. Photo: Laura Fiorio

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Hier können Sie den «Salon der Republik» vom 15. September nachhören. Der nächste Salon findet am 24. November statt.

Der «Salon der Republik» ist ein Forum für Literatur und Debatte. Es diskutieren über aktuelle Bücher und relevante Themen: das Feuilleton des Online-Magazins Republik, ausgewählte Gäste – und Sie, falls Sie mögen. Am 15. September heisst das Stichwort «Machtfragen, Genderfragen». Im Zentrum stehen die aktuellen Romane Milchmann von Anna Burns und Brüste und Eier von Mieko Kawakami, vorgestellt werden auch Die Neuerscheinungen Der Defekt von Leona Stahlmann und Hexen von Mona Chollet. Zu Gast ist Franziska Schutzbach. Sie diskutiert mit Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger und Daniel Graf.

Bitte Masken anziehen! Teilnehmerzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.
Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

«Salon der Republik», 15. September 2020. Zu Gast war Franziska Schutzbach. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

«Salon der Republik», 15. September 2020, mit Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger, Franziska Schutzbach und Daniel Graf. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

Eine Führung durch das Cabaret Voltaire und die internationalistische Nachbarschaft

Treffpunkt: Cabaret Voltaire, Historischer Saal, 20:00

Das Cabaret Voltaire eröffnete am 5. Februar 1916 unter Mitwirkung einer Gruppe aus Deserteur*innen, Student*innen und Intellektuellen und bildete fortan den Rahmen für Dissens und künstlerische Experimente. Neben einer allgemeinen Einführung zu Dada und seinen Protagonist*innen möchten wir in dieser Führung einige Aspekte des historischen Kontexts um 1916 erkunden. Wir starten im Cabaret Voltaire und gehen danach weiter die Spiegelgasse hinauf, wo Lenin mit seiner Frau Nadeschda Krupskaja wohnte, zum internationalen Gewerkschaftsheim Eintracht, zum Schwänlianer-Treff und der Wohnung von Ball und Hennings am Predigerplatz, über das Cabaret Hirschen am Hirschenplatz bis zum Stüssihof, wo sich der «Kegelklub» zur wöchentlichen Debatte traf. «Verzweiflung an der Zeit gepaart mit ungebrochener, jugendlicher Kraft» fanden sich sowohl in den künstlerischen Aktivitäten im Cabaret Voltaire als auch in den Debatten der internationalistischen Sozialist*innen und Exilant*innen in den Lokalen der Nachbarschaft. Dabei waren die Ziele im Grunde die gleichen: Friede, Freiheit und eine neue Weltordnung. Dies und mithin Themen wie Sozialismus, Pazifismus, Revolution und die Rolle von Gewerkschaften bieten auch im heutigen Kontext anregende Diskussionsgrundlagen.

Die Ausstellung «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi» kann vor oder nach der Führung angeschaut werden. Hennings Erinnerungen sind auch für die Führung von Interesse:

«Viele Schweizer Familien hatten Ferienkinder aus den Kriegsländern eingeladen. Die kleinen Gäste kamen an, schmal, bleich, hohläugig, um hier aufzublühen wie junge Rosen. Wie viele, die inzwischen herangewachsen sind, werden sich dankbar zurückerinnern! 'Wer ein Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf.' Ferner war eine unzählige Anzahl Fremder freiwillig gekommen, für die Zürich die hohe Warte war, von der aus man das Weltgeschehen ruhig oder entsetzt beurteilen konnte. Die Stadt war damals das Internationalste, das man sich denken kann. Am Quai hörte man in allen Zungen sprechen.»
– Emmy Hennings, in: Neue Zürcher Zeitung, Erste Sonntagsausgabe vom 27.05.1934

«Es war im Kriegsjahr 1917 in Zürich. Im Cabaret Voltaire war soeben der Dadaismus geboren worden. Der Dadaist kämpfte gegen die Agonie, gegen den Todestaumel der Zeit. Im Widerspruch behauptete sich das Leben. Jede Art von Maske war dem Dadaisten recht. Die Maske jedoch diente als notwendiger Unterschlupf, das wahre, zu tief erschütterte Gesicht zu verbergen. Beim Dadaismus war viel Verzweiflung an der Zeit mit ungebrochener, jugendlicher Kraft gepaart, die oftmals wie Übermut und Spottlust anmutete.»
Emmy Hennings, Erinnerungen an Sophie Taeuber, in: Sophie Taeuber-Arp, hg. von Georg Schmidt, Basel, Holbein-Verlag, 1948

Die Führung wird von Elena Grignoli und Salome Hohl geleitet.

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.

Anny Klawa-Morf. Photo: freiberthoud.ch

Marcel Jancos Cabaret Voltaire, Bild aus dem Katalog Dada in Zürich, Arche Verlag

Historischer Saal 2020. Photo: Gunnar Meier

Emmy Hennings, gelesen von Heidi Maria Glössner, im Dialog mit Ariane von Graffenried. Im Anschluss Diskussion mit Jael Bollag, Carla Jörg und allen Beteiligten. Eine Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Literaturarchiv.

Ausserordentlich ist nicht nur Emmy Hennings' wechselvolle Biographie, auch von ihrem künstlerischen Werk geht eine grosse Anziehungskraft aus. In Erinnerung geblieben ist sie als eine der wirkungsmächtigsten Bühnenkünstlerinnen des Dadaismus. Nach wie vor frisch wirken auch ihre Gedichte, und als Performance-Künstlerin und Avantgarde-Autorin war sie ihrer Zeit voraus und beeinflusst Schreibende bis heute.

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung. Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse. Die Ausstellung «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi» ist vor der Soiree bis 20:00 geöffnet.

Photo Emmy Hennings: Nachlass Hennings, SLA Bern; Photo Ariane von Graffenried: Alexander Jaquemet; Collage: Gerhard Blättler

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Lara Dâmaso, Photo: Flavio Karrer

Eine Performance von Lara Dâmaso, anschliessend DJ-Set von Asian Eyez

Der tanzende Körper und der singende Körper sind ein und derselbe. Die gleiche Art der Kommunikation: Vibration. Der tanzende Körper und der singende Körper sprechen zueinander, müssen aber nicht antworten. Das ist kein «Call and Response», es ist schneller als das. Ein Sprung vorwärts. Sofortige Präsenz. Der tanzende und singende Körper ist ein offener Kanal – keine leere Kammer. Da er ein Kanal und keine Kammer ist, kann er mit dem harmonisieren, was durch ihn hindurchgeht. Das wiederum zeigt, was er trägt und wie er aufgebaut ist. Es ist kein Echo, es ist melodischer als das. Der tanzende und singende Körper ist eine reflektierende Oberfläche. Er zeigt akribisch Zeit und Raum, Form und Bewegung, die ihn umgeben. Er wird durch diese Agenten impliziert und impliziert sie gleichzeitig. Aber das ist keine Repräsentation, es ist noch viel mehr als das. Und es braucht nicht mehr als das, was schon da ist. (Text: Lara Dâmaso/Matthew Hanson)

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.
Eintritt regulär: 10 CHF; Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

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Unter info@cabaretvoltaire.ch können bis zum 01.07.20 Kurzbeiträge (5-10 Minuten) eingereicht werden (ca. 2000 Zeichen). Maximal 15 Teilnehmer*innen werden ausgewählt.

Hier ist die Hörversion des «Salon der Republik» vom 7. Juli 2020 als Podcast zum Nachhören. Der nächste «Salon der Republik» findet am 15. September statt.


Der «Salon der Republik» ist ein Forum für Literatur und Debatte. Es diskutieren über aktuelle Bücher und relevante Themen: das Feuilleton-Team des Online-Magazins Republik, ausgewählte Gäste – und Sie, falls Sie mögen. Denn auch Zuhören ist erlaubt.

Weltweit entlädt sich auf den Strassen die Wut über Rassismus und Polizeigewalt. Zum ersten literarischen «Salon» besprechen wir drei Neuerscheinungen, die damit umso dringlicher sind. Gast ist die Spoken-Word-Poetin Fatima Moumouni. Die ausgewählten Werke: Der Wassertänzer von Ta-Nehisi Coates, 1000 Serpentinen Angst von Olivia Wenzel und der Gedichtband Nachthimmel mit Austrittswunden von Ocean Vuong.

Alle drei Bücher handeln vom Fortbestehen rassistischer Gewalt. Alle drei beschreiben sie auf je eigene Weise Ausgrenzung und Menschen­feindlichkeit. Und sie thematisieren die jahrhunderte­alte Ideologie der «white supremacy», diesseits und jenseits des Atlantiks, deren Konsequenzen nicht erst deutlich sind, seit George Floyd durch brutale Polizei­gewalt getötet wurde.

Mit Fatima Moumouni debattieren Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger und Daniel Graf. Und Sie, falls Sie möchten. Bitte beachten: die Veranstaltung findet unter Einhaltung der Corona-Sicherheits­bestimmungen statt. Wir werden genügend Abstand zwischen den Plätzen einhalten und bitten um Anmeldung unter info@cabaretvoltaire.ch. Bitte teilen Sie uns auch mit, wenn Sie zu zweit oder mehreren kommen wollen. Der Eintritt beträgt 10 Franken regulär, 5 CHF reduziert. Republik-Verleger*innen bezahlen den ermässigten Tarif von 5 Franken.

Die Veranstaltung wird als Audio-Podcast zum Nachhören aufgezeichnet.

Mehr zu den Büchern:
Der Wassertänzer
, der erste Roman von Ta-Nehisi Coates, dessen Sachbücher zum Rassismus in den USA längst auch international Standard­werke sind; 1000 Serpentinen Angst von Olivia Wenzel, ein Roman­debüt, das vom Leben als «Person of Colour» in deutsch-deutschen Gefilden erzählt; der Gedichtband Nachthimmel mit Austrittswunden, für den Ocean Vuong international als neue literarische Sensation gefeiert wird.

Kurzbesprechungen der Bücher durch Daniel Graf finden Sie hier.

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Drängendes zu 2020 im / zum Cabaret

Screening Martine Syms und Beiträge zu Humor und Rassismus. Organisiert mit Martina Mächler und Anastasia McCammon.

Ein Interlude auf einem Tonträger wird als Zwischenkommentar oder Dialog verstanden. Eingeladene Musiker*innen treten zwischen deinem Bier und Gespräch auf. Das Cabaret Voltaire lernt an diesem Abend kurze Musikbeiträge aus der weiten Nachbarschaft kennen. Organisiert von Lorik Visoka.

Aktuelle Perspektiven auf Emmy Hennings mit Christa Baumberger, Jael Bollag und Sophie Doutreligne.

ESTAR(SER) und weitere. Organisiert mit Adam Jasper

Kasia Fudakowski, Francesca Hawker. Organisiert mit Martina Mächler und Anastasia McCammon.

Martina Buzzi, Nicolas Buzzi und Li Tavor setzen Hans Richters Auseinandersetzung mit Zeit, Wahrnehmung sowie Raum aus einer gegenwärtigen Perspektive mit auditiven Mitteln fort.

Text von Martina und Nicolas Buzzi: Richters Rhythmus 21 setzt sich nicht nur mit Rhythmus, sondern insbesondere auch mit dem Medium Film auseinander. Film war um 1921 praktisch ungesehen und nicht mit der gegenwärtigen Bedeutung des Mediums vergleichbar. Heute ist animiertes wie aufgezeichnetes Bewegtbild ein alltägliches Phänomen, weshalb Richters Auseinandersetzung von Zeit, Wahrnehmung und Raum mittels seiner Arbeit nicht ohne eine historische Verortung der im Rhythmus 21 angewandten Techniken gelesen werden kann. Film und Rhythmus sind beides zeitbasierte Medien. Einzelne Bilder eines Filmes oder Schläge in einem rhythmischen Konstrukt treten erst durch ihre Abfolge und gemeinsame Beziehung als Ganzes in Erscheinung. Diese Gemeinsamkeit sticht insbesondere bei der Arbeit mit der Stop-Motion-Technik ins Auge, während jedem einzelnen Bild in der Herstellung, im Vergleich zur Projektionsdauer, ein unverhältnismässig erscheinendes Vielfaches an Zeit gewidmet wird. Hundert Jahre nach Rhythmus 21 sind die technischen Vorgänge im Film weit bekannt und so weit entwickelt, dass keine Einzelbilder mehr wahrgenommen werden. Damit hat sich im Vergleich zu Richters Zeit die Relevanz der Auseinandersetzung mit dem Granularen des Mediums gewandelt. Eine Möglichkeit der Annäherung an die Thematik besteht heute in der sinnlichen Wahrnehmung von Raum und der Transformation dieser Empfindung durch die Nutzung akustischer Phänomene. In Oh Hans, had you known / Rhythmus 21 nehmen Martina Buzzi und Nicolas Buzzi die zeitbasierte Eigenschaft von Film und Rhythmus als Ausgangspunkt, um unter Einbezug formaler Entscheidungen und morphologischer Eigenschaften von Rhythmus 21 dessen grundsätzliche Fragestellungen in der heutigen Zeit, mit Mitteln wie Sound, Schall, Raum und Musik, zu verhandeln. Dabei wird durch die Verwendung der inhärenten Dynamik von Schwingungen – nämlich ihre fortwährende Überschreitung der Modalitäten und Grenzen, Rhythmus 21 in einen inneren und äusseren Raum mit fluiden Grenzen übersetzt.

Der «Salon der Republik» ist ein Forum für Literatur und Debatte. Es diskutieren über aktuelle Bücher und relevante Themen: das Feuilleton des Online-Magazins Republik, ausgewählte Gäste – und Sie, falls Sie mögen. Denn auch Zuhören ist erlaubt.

«Slow Reading Club» (SRC). Organisiert mit Adam Jasper und Jan Steinbach.

Shinichi Iova-Koga und Dimitri Chimonas. Organisiert mit Anastasia McCammon und Martina Mächler.

Ein Gespräch mit Tove Soiland, Stefanie Leuenberger und Gleb Albert. Moderiert mit Andreas Rizzi. Sozialistische Lieder von Niels van der Waerden

Emmy Hennings, gelesen von Heidi Maria Glössner, im Dialog mit Ariane von Graffenried. Eine Soiree in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Literaturarchiv.

Karolin Brägger (Kostüm in Kollaboration mit Janek Ackermann), Anastasia McCammon / Emmy Hennings, Dynamic Resistance von Hedda Bauer und Johan Ahlkvist mit Charlotte Gash, Charlotta Öberg, Sigrid Mau, Rogine Moradi. Organisiert mit Martina Mächler und Anastasia McCammon.

Der «Salon der Republik» ist ein Forum für Literatur und Debatte. Er diskutieren über aktuelle Bücher und relevante Themen: das Feuilleton des Online-Magazins Republik, ausgewählte Gäste – und Sie, falls Sie mögen. Denn auch Zuhören ist erlaubt. Beim Auftakt der Reihe am 24. März, 20 Uhr, geht es um das Thema «Identitäten» und um neue Bücher von Olivia Wenzel, Ta-Nehisi Coates und Ocean Vuong. Zu Gast ist Fatima Moumouni. Sie liest und debattiert zusammen mit Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger und Daniel Graf.

Die Veranstaltung wird wegen des Coronavirus abgesagt.

In der Reihe «Wissen inGesellschaft» des «Zentrums Geschichte des Wissens» (ETH & Uni Zürich) spricht Prof. Dr. Adrian Daub (Stanford) zum Silicon Valley und nimmt dessen selbstgeschaffenen Mythos der Innovation kritisch unter die Lupe.

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit der Professur für Wissenschaftsforschung der ETH Zürich statt.

Wissen in Gesellschaft

Dada-Vitrine mit Exponaten aus der Sammlung des Kunsthaus Zürich im Gewölbekeller

Im Gewölbekeller befindet sich neu eine klimasichere Vitrine, in der jeweils für zwei bis drei Monate ausgewählte Originaldokumente aus der Dada-Sammlung des Kunsthaus Zürich ausgestellt sind. Gemeinsam mit dem Kunsthaus Zürich werden die Exponate ausgewählt. Dass nur wenige Dokumente gezeigt werden, ermöglicht einerseits eine konzentrierte inhaltliche Auseinandersetzung mit den Objekten. Andererseits können durch die Isolierung präzise Fragen zur Rezeptions- und Sammlungsgeschichte von Dada gestellt werden. Des Weiteren treten die Exponate so in einen Dialog mit den Ausstellungen im Gewölbekeller. Historische Dokumente und dadaistische Strategien treffen auf zeitgenössische Themen und Fragestellungen.

Exponate Slot 1 (20.05.2022–18.07.2022)

–Das Neue Leben. Erste Ausstellung, Kunsthaus Zürich, 1919, Zürich Ausstellungsheft, 16 Seiten, Kunsthaus Zürich, Bibliothek (seit 1919)
–Hans Richter, Portrait Heinrich Coray (Han Corray), 1917, Grafitstift auf kariertem Papier, Kunsthaus Zürich, Grafische Sammlung (seit 1980)
–Tristan Tzara, Vortrag, Januar 1917, Galerie Corray, Zürich, Kunsthaus Zürich, Bibliothek, (seit 1980)

Exponate Slot 2 (19.07.2022–25.09.2022)

Fotografie Han Corray, um 1928, Kunsthaus Zürich, Bibliothek, Geschenk Hans Bollinger
Katalog Eröffnungsausstellung Galerie Corray, Basel, Zürich, 1916/1917, 1916, Kunsthaus Zürich, Bibliothek
Der Ararat. Glossen, Skizzen und Notizen zur Neuen Kunst, 1921, Ausgabe 7, Kunsthaus Zürich, Bibliothek, (seit 2018)
Der Ararat. Glossen, Skizzen und Notizen zur Neuen Kunst, 1921, Ausgabe 1, Kunsthaus Zürich, Bibliothek, (seit 2018)

Dada-Vitrine im Gewölbekeller, Slot 1, Bild: Cedric Mussano

Dada-Vitrine im Gewölbekeller, Slot 1, Bild: Cedric Mussano

«Songs to the Suns»
Das Cabaret Voltaire auf dem Monte Verità, Ascona

Ausstellung Izidora L. LETHE und Installation Paul Maheke:
14.08.2021–02.10.2021

Das Booklet mit Informationen zum Projekt, den Arbeiten von LETHE und Maheke sowie zum Dialog zwischen dem Cabaret Voltaire und dem Monte Verità finden Sie hier.

Das Audio-File zur Installation von Paul Maheke können Sie hier anhören.
Izidora L. LETHES inszenierte Video-Dokumentation der Performance finden Sie hier oder unten als eingebettetes Video.





Programm Eröffnung mit Performances und Gespräch, 14.08.2021:
16:00 Eröffnung Ausstellung Izidora L. LETHE, Paul Maheke
17:00 Gespräch mit Christa Baumberger, Sophie Doutreligne, Minna Salami
18:00 Apero
18:45 Performance Paul Maheke
19:45 Choreographie / Intervention Izidora L. LETHE, aufgeführt von Val Minnig, Stéph, Nina Emge, Jovin Joëlle Barrer, Hermes Schneider, Donya Speaks, Claudia Barth
20:30 DJ-Set Yantan Ministry
21:30 Late Dinner, bitte reservieren unter info@cabaretvoltaire.ch

Öffnungszeiten Ausstellung Izidora L. LETHE, Casa dei Russi
15.08.2021–02.10.2021
Sa: 14:00–18:00
So: 10:00–13:00/14:00–18:00
oder auf Anfrage

Öffnungszeiten Installation Paul Maheke, Spazio Piscina
15.08.2021–02.10.2021
täglich, 24 Stunden


Der Monte Verità gilt – wie das Cabaret Voltaire – als einer der wichtigsten Orte der Avantgarde, sei es in Kunst, Theorie oder Lebensführung. Es erstaunt daher nicht, dass Künstler*innen um den Zürcher Dada-Kreis ihre Sommer auf dem Hügel in Ascona verbrachten, der als Zentrum der Lebensreform-Bewegung galt. Sophie Taeuber-Arp, Emmy Hennings, Hans Arp oder Hugo Ball besuchten Rudolf von Labans Kurse, tanzten, veranstalteten Ausstellungen und Feste. Sowohl im Cabaret Voltaire als auch auf dem Monte Verità war die Befreiung von körperlichen und sprachlichen Konventionen zentral. Die Lebensreform strebte danach, die Gesellschaft durch Vegetarismus, Ausdruckstanz, Naturheilkunde, Licht- und Luftbäder, Freikörperkultur und Reformkleidung aus dem steifen Korsett bürgerlicher Zwänge zu befreien. Im Fokus ihres «dritten Weges» zwischen Kapitalismus und Kommunismus stand das Individuum, der Körper und eine möglichst «naturnahe» Lebensweise. Die Kritik der Lebensreform am Fortschritt und ihr Interesse an der mythischen Vergangenheit fanden später auch Eingang in faschistoides Gedankengut. Zahlreiche lebensreformerische Ideen leben in heutigen Industrien um Selbstoptimierung und Gesundheit weiter. Sie treten aber auch dort auf, wo das Denken durch den Körper und seine Bewegungen gesellschaftliche Kategorien weiter herausfordern will – und sicherlich auf der Suche nach alternativen und gemeinschaftlich organisierten Lebensmodellen. Die Parameter um Bürgerlichkeit, Identität und Wissen haben sich allerdings geändert und müssen aus einer neuen Perspektive betrachtet werden. Diese Rückkehr ist kein nostalgischer Akt, sondern Ausgangslage, um Anliegen und Ausdrucksformen aus der Perspektive der Gegenwart zu begegnen. «Songs to the Suns» vereint holistische und fragmentierte Ansätze, sucht eine Mehrstimmigkeit, die binäre Denkweisen im Hinblick auf Natur und Kultur, Geschlecht und Herkunft beanstandet. Im Zentrum steht der Körper als Archiv und Ort der Emanzipation.

Mit Izidora L. LETHE und Paul Maheke lädt das Cabaret Voltaire zwei zeitgenössische Künstler*innen für die Kooperation mit dem Kulturzentrum Monte Verità ein. Am Eröffnungswochenende wirken als Performer*innen Val Minnig, Stéph, Nina Emge, Jovin Joëlle Barrer, Hermes Schneider, Donya Speaks und Claudia Barth. Yantan Ministry trägt einen Audio-Teil bei. Am Gespräch beteiligt sind Christa Baumberger, Sophie Doutreligne und Minna Salami.

Izidora L. LETHE, Choreographie/Intervention, 14.08.2021, WE ( , Cabaret Voltaire, Monte Verità, Photo: Diana Pfammatter

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Paul Maheke, Taboo Durag, 14.08.2021, Cabaret Voltaire, Monte Verità, Photo: Diana Pfammatter

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Gespräch zwischen Christa Baumberger, Sophie Doutreligne, Salome Hohl und Minna Salami (von links nach rechts) auf dem Monte Verità, 14.08.2021, Photo: Diana Pfammatter

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Ausstellungsansicht, Izidora L. LETHE, WE ( , Cabaret Voltaire, Monte Verità, Photo: Diana Pfammatter

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Ausstellungsansicht, Paul Maheke, «As Saturn and Jupiter Conjunct», 2021 - andauernde Reihe, Cabaret Voltaire, Monte Verità, Photo: Diana Pfammatter

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«Laube zur schiefen Lage»
Das Cabaret Voltaire auf dem Münsterhof, Zürich
27.08.2021–04.09.2021

Eine Zusammenarbeit zwischen dem Cabaret Voltaire und Benedikt Bock. Eingeladene Künstler*innen und Autor*innen: Johan Ahlkvist & Hedda Bauer, Karolin Braegger, Anne Fellner, Kasia Fudakowski, Marius Goldhorn, Johanna Kotlaris, Miriam Stoney, Claudia Stöckli & Raphael Stucky

Programm

Freitag, 27. August 2021:
20:00 Johan Ahlkvist & Hedda Bauer/Karolin Braegger
20:30 Johanna Kotlaris
21:00 Marius Goldhorn
21:30 Raphael Stucky & Claudia Stöckli

Samstag, 28. August 2021:
20:00 Miriam Stoney
20:30 Johan Ahlkvist & Hedda Bauer/Karolin Braegger
21:00 Benedikt Bock
21:30 Anne Fellner

Samstag, 4. September 2021 (Lange Nacht der Zürcher Museen):
20:00 Kasia Fudakowski
20:30 Benedikt Bock
21:00 Johanna Kotlaris
21:30 Claudia Stöckli & Raphael Stucky

Die Installation «Laube zur schiefen Lage» steht vom 27. August bis zum 4. September auf dem Münsterhof. Täglich zwischen 17:00 und 22:00 sind alle Arbeiten und Spuren der Beteiligten zu sehen.

Keine Anmeldung nötig.


Etwas verquer auf dem Münsterhof steht die «Laube zur schiefen Lage» – ein zusammengezimmertes Kunstobjekt, das zugleich als Ausstellungsfläche und Bühne dient. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Zunfthaus zur Waag, in dessen grossem Saal am 16. Juli 1916 die erste Dada-Soirée nach der Schliessung des Cabaret Voltaire stattfand. Damals erläuterten die Dadaist*innen ihre Zeichnungen, trugen Manifeste vor oder tanzten in Masken. Über 100 Jahre später bespielt das Cabaret Voltaire das Zunfthaus aus naher Distanz mit einer eigenen Bühne. Für den Zeitraum von knapp zwei Wochen wird die «Laube zur schiefen Lage» zu einem öffentlichen Ort im Spannungsfeld von antibürgerlichen Gesten und bürgerlicher Kultur, Weltbezug und Weltflucht, Gemeinschaftlichkeit und Individualität, dem Kleinen und dem Grossen.

Das Grundgerüst der «Laube zur schiefen Lage» stammt vom Künstler Benedikt Bock, der das Projekt gemeinsam mit dem Cabaret Voltaire konzipierte. An drei Abenden (27.08., 28.08. und 04.09.) zeigen eingeladene Künstler*innen, Autor*innen und Musiker*innen Kurzbeiträge. Es entsteht ein buntes Geflecht aus zeitgenössischen Narrativen, die direkt oder subtil, kritisch oder humorvoll das Menschsein in diesen allgemein schrägen Zeiten reflektieren. Im Fokus steht aber auch die Reflexion über das «Contemporary» als enge, normative ästhetische Praxis in der zeitgenössischen Kunst. Die «Laube zur schiefen Lage» spielt dabei besonders mit dem Genre der «Kleinkunst», worauf schon die Dadaist*innen mit dem «Cabaret» Bezug nahmen: Das Cabaret als ein gesellschaftskritischer (linker) Ort, der über die Unterhaltung hinaus- geht, und dabei die Grenzen der Hochkunst mitbefragt. Ausserhalb des White Cube zeigen sich gewisse Auseinandersetzung in einem anderen Licht und treffen auf ein breiteres Publikum. Die «Laube zur schiefen Lage» artikuliert sich in dieser Verschiebung und ermöglicht Raum für Zweifel. Kunstschaffen ist stets eng verbunden mit Verletzlichkeit und der Frage, was mitgeteilt wird oder verborgen bleibt.


Zu den Beiträgen und Spuren vom Freitag, 27. August:

Karolin Braegger fragt inmitten der Zunfthäuser und der effizienten Geschäftigkeit, was es heisst, zu «performen». Sie denkt in ihrer künstlerischen Praxis vom Begriff der Aneignung aus darüber nach, was es (noch) zu sagen gibt: sei es als Gastgeberin oder mit Malereien und Stoffobjekten, beispielweise der Arbeit Soso (2021) aus Toile, einem Textil, das meist zur Anprobe (Kleidung) oder als möglicher Hintergrund (Malerei) verwendet wird und sich während den Öffnungszeiten in der Laube entäussert. Als Host lädt Braegger Positionen ein, die ihre Interessen repräsentieren und ihre Arbeiten oder erweitern, wie das queere Powerplay Dynamic Resistance von Hedda Bauer und Johan Ahlkvist. In der Arbeit untersuchen die Künstler*innen mithilfe der Performer*innen Hilma Bäckström, Charlotta Öberg, Luca Büchler, Jessica Comis und Alexandra Paya Themen wie Unsichtbarkeit, inklusive Unterhaltung und exklusive Teilhabe. Die Kostüme, wovon eines in der Laube hängt, sind so gestaltet, dass sie den Raum widerspiegeln, zu dem sie Bezug nehmen – in diesem Fall das Cabaret Voltaire und den Münsterhof.

Die Zürcher Künstlerin Johanna Kotlaris zeigt Aware-Wolf, eine Weiterführung ihrer Performance-Serie The Fool: the Original Form of Things. In der Performance untersucht sie als tragisch komische Närrin, wie wir uns in der Begegnung mit der Welt, mit uns selbst und anderen definieren. Dabei teilt sie – durch Bewegung, Sprache und begleitet von Stefan Kägi am Piano – grosse Fragen: Inwiefern spiegelt sich das Selbst in unserer Begegnung mit dem Gegenüber? Welche Rolle spielen Scham und Schuld in der Definition des Ichs? Während der Öffnungszeiten hängen an der Hinterseite der Laube schwarzweisse Kleidungsstücke, die auf Fragen der Identität verweisen.

Marius Goldhorn, Autor des vielbesprochenen Romans Park, schrieb für die Laube den Vortrag Über den Aussterbenstrieb (August 2021). Themen des Textes sind das Aussterben, der Aussterbenstrieb und der Aussterbesinn. Er hinterlässt eine Keramik-Leber als Spur. Claudia Stöckli und Raphael Stucky ziehen in ihrem «Totentanz» die Auseinandersetzung mit Auflösung und Neuanfang weiter. Die Künstler*innen beginnen mit einem Knochenorakel, das eine Situation schafft, um über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu reflektieren. Dabei geht es auch um eine spielerische Bildfindung als Ausgangslage für klangliche Interpretationen: Die Künstler*innen schaffen einen fein gewobenen Soundteppich, teilweise verdichtet, dann wieder lose, Samples und Drones, mit kurz aufflammenden sphärischen MIDI-Keyboard–Klängen, Synthesizer-Rhythmen, Schritten im Kies, einem Krähendialog und E-Bass-Sound gestrichen mit einem Bogen. Das Orakel, das Stirnband-Klangspiel von Stöckli und die collagierten Lichtobjekte von Stucky bleiben für die Ausstellung zurück.

Organisiert mit Martina Mächler und Anastasia McCammon wurden Karolin Braegger, Hedda Bauer, Johan Ahlkvist und Kasia Fudakowski bereits im Rahmen von «Cracking Up and Staging Down» im April 2021 ins Cabaret Voltaire eingeladen. Aufgrund der Pandemie konnten die Performances damals nicht stattfinden.


Zu den Beitragen und Spuren vom Samstag, 28. August:

Miriam Stoney untersucht in ihrer Lesung verschiedene Ebenen des Spracherwerbs und geht der damit verbundenen Frage nach, inwiefern eine Sprache das Selbst aktiv prägt. «Deutschlernen ist anscheinend kein neutrales Unternehmen. So oft wurde ich in Deutschland darüber ausgefragt, warum ich diese historisch so problematische Sprache überhaupt sprechen wollte, dass ich irgendwann eine eigene politische Absicht für meine Bemühungen konstruieren musste». Das Plakat an der rechten Aussenseite der «Laube zur schiefen Lage» zeugt von ihrem Lernprozess.

Karolin Braegger, Johan Ahlkvist und Hedda Bauer setzen die Auseinandersetzung um Aneignung, Teilhabe und Exklusion fort (siehe Text vom Freitag, 27. August). So auch der Künstler Benedikt Bock, der gerade sein zweites Buch Vögel/ Birds bei Texte zum Nachdenken veröffentlicht hat. Der Text Sabine zeichnet die Geschichte um den fiktiven Zürcher Zeitungsverkäufer Urban Lenti, der von seiner Familie als Spezialfall bezeichnet wird, weil er für alles zu langsam ist. Lenti entwickelt sich zu einer Figur am Rand der Gesellschaft, die tagein tagaus das abstrakte Treiben an der Bahnhofstrasse beobachtet und zum Ende durch den Sturm «Sabine» mit einem antikapitalistischen Schauspiel belohnt wird.

Während den Lesungen und Performances hängt Anne Fellners Malerei im Hintergrund. Zwei Detektiv*innen sind schematisch abgebildet und verschmelzen mit den expressiven Spuren der Künstlerin. Das Gemälde korrespondiert mit der präsentierten nullten Episode TBH – a mysterious hypnotist on the loose aus der Ausstellungs- und Hörstückreihe The Bellermann Hypnotist, die im Projektraum Sangt Hipolyt in Berlin stattfindet. Die Protagonistin des Stückes ist eine nicht näher benannte Ermittlerin oder Detektivin; die Perspektive ist dem literarischen Subgenre des hard-boiled feminism sowie dem gothic thriller nachempfunden. Das fragmentarische Hörstück setzt sich aus verschiedenen literarischen Zitaten (u.a. von Charlotte Perkins Gilman oder Vladimir Nabokov) und Aussagen von Künstler*innen, Autor*innen und Psycholog*innen zusammen, die als Versatzstücke einer kriminologisch-künstlerischen Erzählung dienen.


Zu den Beiträgen und Spuren vom Samstag, 4. September:

Kasia Fudakowski fokussiert in ihrer Performance den «Joke Gap» anhand des Lebens und der Rollen der Komikerin und Schauspielerin Elisabeth Wellano alias Liesl Karlstadt (1892–1960). «Ein Witz kann als entbehrliches soziales Kapital gesehen werden. Historisch gesehen musste sich eine Frau erst als seriös etablieren, bevor sie in einen Witz investieren konnte». Der «Joke Gap» kann auch im weiteren Sinne verstanden werden: Das, was als lustig wahrgenommen wird, verändert sich je nach historischem Kontext, Lebensalter oder Kulturkreis. Fudakowskis Performance changiert zwischen Leichtigkeit und schmerzhaften Momenten, unterstützt von gemalten Kostümen, welche Liesl Karlstadt und Karl Valentin zum Leben erwecken.

Im Anschluss folgen Benedikt Bock (siehe Text zum 28. August), Johanna Kotlaris (siehe Text vom 27. August) sowie Claudia Stöckli und Raphael Stucky (siehe Text zum 27. August). Der «Totentanz» von Stöckli und Stucky spielt auch mit der Information, dass der Münsterhof im Hochmittelalter als Friedhof genutzt wurde.

«Laube zur schiefen Lage», 27.08.2021, Cabaret Voltaire, Münsterhof, Photo: IIDA

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Aktuell

Ausgehend von Erde und Steinen begannen Sarah Burger und Felipe Ribeiro ihren künstlerischen Austausch. In ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung im Cabaret Voltaire kreisen die versammelten Werke um Betrachtungen und Beobachtungen zur Sichtbarkeit bzw. Unsichtbarkeit von Sprache und Körpern sowie deren Erscheinen und Verschwinden. An der LANGEN NACHT (der Zürcher Museen) präsentieren die Künstler*innen zudem «Murmur»: Eine körperlose Klanginstallation, die sich unter die Besucher*innen mischt und eine andauernde Konversation zwischen Menschen herstellt, die vielleicht noch nie ein Wort miteinander gewechselt haben.

Neben der LANGEN NACHT (der Zürcher Museen) finden sowohl am 6. und am 13. September Soireen mit Sarah Burger und Felipe Ribeiro statt.

Sarah Burger, All the landscapes I’ve ever seen, 2022, Video-Gedicht HD, 2:43 min im Loop

Felipe Ribeiro DEMATERIALIZE, 2022, Video-Still, Photo: Renato Mangolin 371

Am Freitag spielen endobliss, buffer, 400jasa, tsjmar, diejayvarni und avia ihre Sets für Radio Bollwerk im Cabaret Voltaire. Sie können kommen, wann immer Sie wollen. Die Bar ist offen.

Live-Stream unter www.radio-bollwerk.ch

Flyer von avia und diejayvarni.

«Embracing Necessity 1916 2002 2022» – 20 Jahre seit der Besetzung des Cabaret Voltaire, 24.06.–25.06.2022

Vor 20 Jahren besetzten am 2. Februar 2002 Künstler*innen und Aktivist*innen die Spiegelgasse 1 – den Ursprungsort von Dada. Die Besetzung endete am 2. April 2002 mit einer (je nach Erzählung) Räumung, welcher eine Vereinbarung zwischen der Stadt und den Besetzer*innen vorausging. Erst seit dieser Aktion wurde der Ort wieder als Kulturhaus wahrgenommen. Etwas mehr als 20 Jahres später feiern und reflektieren wir diese wichtige Initiative und haben via Rundschreiben damaligen Akteur*innen eingeladen, das Cabaret Voltaire am 24. und 25. Juni 2022 zu besuchen oder einen Beitrag zu zeigen. Im Zentrum stehen die Fragen «Wie wird Raum geschaffen und was bedeutet es, Raum zu schaffen?». Sowohl 1916, 2002 als auch 2022 galt und gilt es diese Fragen zu stellen, wenn es darum geht, herauszufinden, inwiefern Kulturschaffen ermöglicht wird und welche Voraussetzungen, Erzählweisen und Nachwirkungen mit dem künstlerischen Tun einhergehen. Wir freuen uns über das folgende Rahmenprogramm, das vielleicht durch spontane Ergänzungen erweitert wird.

Freitag, 24.06.2022

–ab 18 Uhr: Vernissage: «ten pet bottles hanging on the wall» von Mark Divo und Pavel Emelianov. Präsentation ausgewählter Fotografien von damals
–20 Uhr: Podcast «Dada2025»: Letzte Folge live im Cabaret Voltaire
Seit dem 2. Februar 2022 läuft zum Jubiläum eine Podcast-Reihe des «Maison du Futur». Die letzte Folge wird im Cabaret Voltaire ausgestrahlt. Anschliessender Talk mit Jean-Pierre Hoby, Mark Divo, Anja Nora Schulthess und Salome Hohl. Der Podcast heisst absichtlich «Dada2025», weil dieser Podcast sich ein langfristiges Ziel gesetzt hat – nämlich die Geschichtsschreibung des Cabaret Voltaire.
–im Anschluss: DJ Chiri Moya
Hinter Chiri Moya steckt die Künstlerin Maja Hürst, auch bekannt als Tika.

Samstag, 25.06.2022

–20 Uhr: Lenin Dada und Hausbesetzer*innen (Sprach/Musik/Performance mit Knarf Rellöm und Tillamanda)
22 Uhr: An der «Chaostage» von Ajana Dracula & friends sind alle dazu eingeladen, auf der offenen Bühne aufzutreten. Für die Performances stehen Bühne, Mikrofone, ein Klavier, Verstärker, Beamer sowie je max. 10 Minuten zur Verfügung. Begrüssung und Anmeldung ab 21 Uhr vor Ort oder unter ajanadracula239@gmail.com.

Open Call «Chaostage» – mach mit!
Am Samstag, 25. Juni, findet im Cabaret Voltaire die «Chaostage» von Ajana Dracula & friends statt. Wir laden dazu ein, auf der offenen Bühne aufzutreten: Reden halten, Lieder singen, Instrumente spielen, Tänze vorführen, Performances machen, rappen, Gedichte rezitieren, einen Film zeigen – alle Beiträge sind willkommen.
Für die Performances stehen Bühne, Mikrofone, ein Klavier, Verstärker, ein Computer, Beamer sowie je max.10 Minuten zur Verfügung.
In allen Sprachen. Verkleidung erwünscht!
Türöffnung: 21:00
Freier Eintritt.
Anmeldung an ajanadracula239@gmail.com
Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen und Mitmachen!

Hinweis:
Vom 5. Juli bis 16. Juli finden die 10. Dadafestwochen in der Roten Fabrik statt.

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Das Cabaret Voltaire lädt herzlich zum Filmabend mit Arbeiten von Howardena Pindell, Black Audio Film Collective, Aykan Safoğlu und Ivy Monteiro ein.

CARAH (Collective for Anti-Racist Art History) ist eine Initiative von Kunsthistoriker*innen der Universität Zürich mit der Zielsetzung, die sich in der Kunstgeschichte abzeichnenden und teilweise tief verwurzelten rassistischen Ideologien kritisch zu hinterfragen und aufzubrechen. Das Kollektiv stellt sich die Aufgabe, rassistisch begründete Ein- und Ausschlüsse sowie damit zusammenhängende blinde Flecken in der Methodentradition des Faches aufzuzeigen und diesen entgegenzuwirken, um zur Rekonstruktion und Überwindung von Rassismus beizutragen.

Während des Zurich Art Weekend hat das Cabaret Voltaire Sonderöffnungszeiten. Die Ausstellungen sind Freitag bis Sonntag jeweils ab 10 Uhr geöffnet.

––––––––––––– Freitag, 10.06.2022

––21:00, «Theodora or The Progress», Performance von Alpina Huus
mit Alizee Lenox, Florence Peake, Eve Stainton.
Kostüme von Hugo Canoilas, Elise Lammer, Julie Monot, Mia Sanchez.
Szenografie und Dramaturgie: Cee Füllemann, Elise Lammer.
Musik: Alizee Lenox

Anlässlich des Zurich Art Weekend und ergänzend zur Zürcher Filmpremiere vom 31. Mai, performen Alpina Huus um 21 Uhr.

Inmitten von Generations-, Klima- und Wirtschaftskrisen hinterfragt der Film «Theodora or The Progress» des Kollektivs Alpina Huus die Sicht auf die Realität und die Legitimität des Sprechens. «Theodora or The Progress» ist ein kollektives künstlerisches Projekt, das eine Installation, Musikstücke und Performances von einer Gruppe internationaler Künstler*innen wie Hugo Canoilas, Cee Füllemann, Tarren Johnson, Elise Lammer, Alizee Lennox, Sarah Margnetti, Julie Monot, Lucien Monot, Florence Peake, Jessy Razafimandimby, Mia Sanchez, Eve Stainton und Niels Trannois umfasst.

Die Performance thematisiert den Begriff der Ermächtigung und erforscht das Potenzial des Unterbewussten. Aus den Werken von Virginia Woolf, Adrian Piper, Lisa Simpson, Deleuze, Guattari, Snoop Dogg und Franz Kafka schöpfend, durchleuchtet der Film die Fähigkeit der nonverbalen Kommunikation als Mittel gegen verschiedene Arten von Diskriminierung. In Anlehnung an den Namen der möglicherweise ersten feministischen Figur, der Kaiserin Theodora (500 n. Chr.), inszeniert «Theodora or The Progress» eine kollektive Übernahme, die von Liebe, Verwandlung und Transzendenz spricht.

––23:55, Midnight Speech mit Ilaria Vinci
Passend zu Vincis' Ausstellung «Phoenix Philosophy Café» wird der Smoked Bubble Cocktail «Smoky Tear» serviert.
Freier Eintritt

––––––––––––– Samstag, 11.06.2022

––12:00, «Theodora or The Progress», Performance von Alpina Huus
mit Alizee Lenox, Florence Peake, Eve Stainton.
Kostüme von Hugo Canoilas, Elise Lammer, Julie Monot, Mia Sanchez.
Szenografie und Dramaturgie: Cee Füllemann, Elise Lammer.
Music: Alizee Lenox

––––––––––––– Sonntag, 12.06.2022

––15:00, Book Launch «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi»
Das Cabaret Voltaire, das Schweizerische Institut und Lenz freuen sich, das Künstlerbuch Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi vorzustellen.

Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi bringt die ersten Übersetzungen von Gedichten und Texten von Emmy Hennings (geb. 1885, gest. 1948) ins Englische mit dem Werk der in Zürich lebenden Künstlerin Sitara Abuzar Ghaznawi (geb. 1995) zusammen. Hennings, Mitbegründerin des Cabaret Voltaire in Zürich (zusammen mit Hugo Ball), war eine Performerin, Künstlerin und Schriftstellerin, deren Werk bis vor kurzem kaum wahrgenommen wurde. Ghaznawi schuf einen Rahmen und Begegnungen für Hennings' Schreiben durch Collagen, Skulpturen und neue Texte von Mitgliedern ihrer künstlerischen Gemeinschaft. Bei dieser Nachmittagsveranstaltung werden Screenings einiger Mitwirkenden des Buches gezeigt und Auszüge von Hennings' Texten gelesen.

Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi
eds. Simon Castets, Salome Hohl, Eva Kenny, Laura McLean-Ferris
Publiziert vom Schweizerischen Institut und dem Cabaret Voltaire, in Zusammenarbeit mit Lenz.

Mit Texten und Beiträgen von: Sitara Abuzar Ghaznawi, Timur Akhmetov, Simon Castets, Olamiju Fajemisin, Emmy Hennings, Salome Hohl, Shamiran Istifan, Semuel Lala, Nils Amadeus Lange, Laura McLean-Ferris, Furqat Palvan-Zade, Sophia Rohwetter, Ser Serpas, Ian Wooldridge, Michael Zimmermann.
Grafik: Dan Solbach

128 pages
48 images (b/w)

ISBN 979-12-80579-36-2
20 EUR / CHF

Das Cabaret Voltaire, das Schweizerische Institut und Lenz freuen sich, das Künstlerbuch Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi vorzustellen.

Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi bringt die ersten ins Englische übersetzte Gedichte und Texte von Emmy Hennings (geb. 1885, gest. 1948) mit dem Werk der in Zürich lebenden Künstlerin Sitara Abuzar Ghaznawi (geb. 1995) zusammen. Hennings, Mitbegründerin des Cabaret Voltaire in Zürich (zusammen mit Hugo Ball), war Performerin, Künstlerin und Schriftstellerin, deren Werk bis vor Kurzem kaum wahrgenommen wurde. Ghaznawi schuf einen Rahmen und Begegnungen für Hennings' Schreiben durch Collagen, Skulpturen und neue Texte von Mitgliedern ihrer künstlerischen Gemeinschaft. Bei dieser Nachmittagsveranstaltung werden Screenings einiger Mitwirkenden des Buches gezeigt und Auszüge von Hennings' Texten gelesen.

Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi
eds. Simon Castets, Salome Hohl, Eva Kenny, Laura McLean-Ferris
Publiziert vom Schweizerischen Institut und dem Cabaret Voltaire, in Zusammenarbeit mit Lenz.

Mit Texten und Beiträgen von: Sitara Abuzar Ghaznawi, Timur Akhmetov, Simon Castets, Olamiju Fajemisin, Emmy Hennings, Salome Hohl, Shamiran Istifan, Semuel Lala, Nils Amadeus Lange, Laura McLean-Ferris, Furqat Palvan-Zade, Sophia Rohwetter, Ser Serpas, Ian Wooldridge, Michael Zimmermann.
Grafik: Dan Solbach

128 pages
48 images (b/w)

ISBN 979-12-80579-36-2
20 EUR / CHF

mit Alizee Lenox, Florence Peake, Eve Stainton.
Kostüme von Hugo Canoilas, Elise Lammer, Julie Monot, Mia Sanchez.
Szenografie und Dramaturgie: Cee Füllemann, Elise Lammer.
Music: Alizee Lenox

Anlässlich des Zurich Art Weekend und ergänzend zur Zürcher Filmpremiere vom 31. Mai, performen Alpina Huus um 21:00.

Inmitten von Generations-, Klima- und Wirtschaftskrisen hinterfragt der Film «Theodora or The Progress» des Kollektivs Alpina Huus die Sicht auf die Realität und die Legitimität des Sprechens. «Theodora or The Progress» ist ein kollektives künstlerisches Projekt, das eine Installation, Musikstücke und Performances von einer Gruppe internationaler Künstler*innen wie Hugo Canoilas, Cee Füllemann, Tarren Johnson, Elise Lammer, Alizee Lennox, Sarah Margnetti, Julie Monot, Lucien Monot, Florence Peake, Jessy Razafimandimby, Mia Sanchez, Eve Stainton und Niels Trannois umfasst.

Die Performance thematisiert den Begriff der Ermächtigung und erforscht das Potenzial des Unterbewussten. Aus dem Werk von Virginia Woolf, Adrian Piper und Lisa Simpson, Deleuze und Guattari, aber auch Snoop Dogg und Franz Kafka schöpfend, betont der Film die die Fähigkeit der nonverbalen Kommunikation als Mittel, Strategien gegen verschiedene Arten von Diskriminierung. In Anlehnung an den Namen der möglicherweise ersten feministischen Figur, der Kaiserin Theodora (500 n. Chr.), schildert «Theodora or The Progress» die Verwandlung der erzählenden Person und einiger seiner Kompliz*innen in ein Rudel von Hunden. «Theodora or The Progress» inszeniert eine kollektive Übernahme, die von Liebe, Verwandlung und Transzendenz spricht.

** Für Cabaret-Voltaire-Mitglieder, Zurich-Weekend-VIPs und Alpina-Huus-Freunde. Bitte hier anmelden.

mit Alizee Lenox, Florence Peake, Eve Stainton.
Kostüme von Hugo Canoilas, Elise Lammer, Julie Monot, Mia Sanchez.
Szenografie und Dramaturgie: Cee Füllemann, Elise Lammer.
Musik: Alizee Lenox

Anlässlich des Zurich Art Weekend und ergänzend zur Zürcher Filmpremiere vom 31. Mai, performen Alpina Huus um 21:00.

Inmitten von Generations-, Klima- und Wirtschaftskrisen hinterfragt die Performance «Theodora or The Progress» des Kollektivs Alpina Huus die Sicht auf die Realität und die Legitimität des Sprechens. «Theodora or The Progress» ist ein kollektives künstlerisches Projekt, das eine Installation, Musikstücke und Performances von einer Gruppe internationaler Künstler*innen wie Hugo Canoilas, Cee Füllemann, Tarren Johnson, Elise Lammer, Alizee Lennox, Sarah Margnetti, Julie Monot, Lucien Monot, Florence Peake, Jessy Razafimandimby, Mia Sanchez, Eve Stainton und Niels Trannois umfasst.

Die Performance thematisiert den Begriff der Ermächtigung und erforscht das Potenzial des Unterbewussten. Aus dem Werk von Virginia Woolf, Adrian Piper und Lisa Simpson, Deleuze und Guattari, aber auch Snoop Dogg und Franz Kafka schöpfend, betont der Film die die Fähigkeit der nonverbalen Kommunikation als Mittel, Strategien gegen verschiedene Arten von Diskriminierung. In Anlehnung an den Namen der möglicherweise ersten feministischen Figur, der Kaiserin Theodora (500 n. Chr.), schildert «Theodora or The Progress» die Verwandlung der erzählenden Person und einiger seiner Kompliz*innen in ein Rudel von Hunden. «Theodora or The Progress» inszeniert eine kollektive Übernahme, die von Liebe, Verwandlung und Transzendenz spricht.

Passend zu Vincis' Ausstellung «Phoenix Philosophy Café» wird der Smoked Bubble Cocktail «Smoky Tear» serviert.
Freier Eintritt

Am 28. Mai 2022 findet im Cabaret Voltaire, die multimediale Kunst-Versteigerung KUNSTLICHT GALA zugunsten geflüchteter Menschen statt. Die Veranstaltung richtet sich klar gegen die gewaltvolle, abschottende Grenzpolitik und steht für eine breite Solidaritätsbewegung für alle Menschen auf der Flucht.

Der Gesamterlös der Versteigerung wird den Hilfsorganisationen Sans-Papiers Anlaufstelle Zürich, Brava - gemeinsam gegen Gewalt an Frauen, Sea-Watch – zivile Seenotrettung von Flüchtenden und Médecins Sans Frontières gespendet.

Die Spendengala umfasst die Versteigerung von über 25 künstlerischen Beiträgen verschiedener Zürcher und interna- tionaler Kunstschaffender – unter anderen MANON, Walter Pfeiffer, Mickry3 sowie vielen weiteren Künstler*innen – alle vereint in einer besonderen Verbindung zum Cabaret Voltaire und zur F+F Schule für Kunst und Design.

Die bedeutsame und gleichzeitig unterhaltende Veranstaltung richtet sich an ein breites Publikum möglicher Spender*innen. Umrahmt wird die Spendenaktion von vielseitigen künstlerischen Performances und Live-DJ-Musik.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr vorbeikommt und diese Aktion unterstützt!

F+F und Verein Kunstlicht: Kerstin, Karoline, Chiara, Noah, Christoph, Gökçe

Fragen zur Veranstaltung per E-Mail an Kerstin Wittenberg. Kunstlicht ist ein Verein, gegründet von Studierenden der F+F Schule für Kunst und Design.

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Die Vernissage der Ausstellung «nudos de tiempo» von ektor garcia markiert die zweite Eröffnungsphase. Es wird die erste institutionelle Ausstellung des in Mexiko lebenden Künstlers in der Schweiz, kuratiert von Fabian Flückiger und Salome Hohl in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler. Die kunsthandwerklichen Objektlandschaften von ektor garcia (*1985) brechen mit Erzählformen, die bestimmte Bedeutungen suchen, ohne geschichtsvergessen zu sein. Sie sind punk und queer. Durch veränderte Konstellationenproduziert garcia immer wieder neue, bedeutungsoffene Beziehungen, welche sich dem Drang, Kategorien und Hierarchien herzustellen, widersetzen. Dennoch beruhigen die Arbeiten durch ihre Sinnlichkeit, das feinfühlige Arrangement der Objekte und die vielen inhaltlichen Fährten, die aufgenommen werden können.

Ebenfalls eingeweiht wird in dieser Etappe die Dada-Vitrine im Gewölbekeller mit Original-Dokumenten aus der Dada-Sammlung des Kunsthaus Zürich.

ektor garcia, Teaser zur Ausstellung «nudos de tiempo», Cabaret Voltaire, 2022

Mit der Vernissage der Ausstellung von Ilaria Vinci in der neuen Künstler*innenkneipe und der Einweihung der Dada-Bibliothek mit Werken von Stefan Burger beginnen die Eröffnungswochen nach der Instandsetzung.

Abendprogramm 30.04.2022:

––Ab 18:00: Eröffnung der Ausstellung «Phoenix Philosophy Café» von Ilaria Vinci und Einweihung der Dada-Bibliothek mit den Werken «Narcissus, zentrales Höhlengrau, Erbse, Flamingo» (I&II) von Stefan Burger

––20:00: Begrüssung durch Sandro Zanetti (Präsident des Vereins Cabaret Voltaire) und Salome Hohl (Direktorin Cabaret Voltaire)

––20:15: Performance «When Darkness» von Ilaria Vinci mit einem Live-Musikstück von Rafal Skoczek und Jamira Estrada, das als Soundtrack zur Ausstellung «Phoenix Philosophy Café» von Ilaria Vinci erhalten bleibt, und einer Tanzperformance der Gruppe Stay Kids mit Kostümen von Ronja Varonier

––22:00–03:00: Belia Winnewisser (DJ-Set), Lateena Plummer (Performance und DJ-Set) und TVBXS (DJ-Set)

Im Eingangsbereich befindet sich neu eine Bar, die jeweils für ein Jahr von einer künstlerischen Position mit einer Ausstellung bespielt wird. Die Künstlerin Ilaria Vinci startet mit der Schau «Phoenix Philosophy Café». Mehr zur Ausstellung

Die Dada-Bibliothek ist neu im ersten Stock zu finden. Im Raum befinden sind ausserdem Arbeiten des Künstlers Stefan Burger. Mehr zur Bibliothek und Stefan Burgers Werken»

Die Performance «When Darkness», die als Teil von Ilaria Vincis Ausstellung zu verstehen ist, besteht aus einem Live-Musikstück von Rafal Skoczek und Jamira Estrada, das als Soundtrack zur Ausstellung «Phoenix Philosophy Café» von Ilaria Vinci bestehen bleibt, und einer Tanzperformance der Gruppe Stay Kids (mit Ave, Sunny, Tiny, Mary, Anaïs, Arun und Milo) sowie Kostümen von Ronja Varonier.

Im Anschluss freuen wir uns auf Belia Winnewisser (DJ-Set, 22:00–23:30), Lateena Plummer (Performance und DJ-Set, 24:00–01:00) und TVBXS (DJ-Set, 01:00–02:30). Sie bespielen sowohl den Gewölbekeller als auch den Historischen Saal.

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Dada-Rundgang im Zürcher Kreis 1

Zwischen 1916 und 1919 wurden in Zürich durch die Dadaist*innen Impulse gesetzt, welche die Künste weltweit nachhaltig prägen sollten. In Zürich steht mit dem Cabaret Voltaire nicht nur der Ursprungsort von Dada, im Kunsthaus Zürich befindet sich auch eine der wichtigsten Dada-Sammlungen.

Diese Führung mit der Cabaret Voltaire-Leiterin Salome Hohl und der Kunsthaus-Kuratorin Cathérine Hug verbindet die beiden Häuser und führt Sie zu weiteren Dada-Spielstätten, die das Milieu und die Orte zeigen, in denen Dada enstand und wirkte. Besammlung ist vor dem Cabaret Voltaire. Die Führung endet im Kunsthaus Zürich: im Dada-Kabinett und schliesslich beim Max Ernst-Bild in der Kunsthaus-Bar. Im Preis inbegriffen sind die kommentierte Tour und der Dada Pocket Guide.

  • Treffpunkt: 18:00 vor dem Cabaret Voltaire
  • Kosten: CHF 30.– / 25.– (Studierende) / 20.– (Mitglieder), inkl. Dada Pocket Guide
  • Teilnehmerzahl beschränkt. Anmeldung erforderlich.

Tickets können via Ticket-Shop des Kunsthaus bezogen werden.

Der Rundgang findet auf Deutsch statt.

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Cover des Pocket Guide Dada Stadt Zürich, Design: Vela Arbutina und Samuel Bànziger

Brücke: Zürich–Tbilissi, Vortrag, Talk & Filmscreening, mit den Kunsthistorikerinnen Prof. Dr. Nino Tchogoshvili und Irine Jorjadze. Eine Zusammenarbeit zwischen dem Cabaret Voltaire, der Kunsthalle Zürich und des Vereins Georgische Kulturplattform

Im Rahmen der georgischen Kulturfestivals «Brücke: Zürich–Tbilissi» laden das Cabaret Voltaire und die Kunsthalle Zürich ins Löwenbräu-Areal ein. Die Kunsthistorikerinnen Nino Tchogoshvili und Irine Jorjadze erläutern Entwicklung und Bedeutung von Modernismus, Futurismus und Dada in der georgischen Kunstszene. Anschliessend an die Vorträge und den Talk wird der Filmklassiker «Chemi bebia» (1929) gezeigt, eine Satire auf die sowjetische Bürokratie.

–Prof. Dr. Nino Tchogoshvili: Der georgische Modernismus (Vortrag)
–Irine Jorjadze: Futurismus und Dada in Georgien (Vortrag) und Vorstellung des Buches «H2SO4. Futurismus und Dada in Tiflis»
–Anschliessend Gespräch mit den beiden Vortragenden und Filmvorführung «Meine Grossmutter» (Chemi bebia, 1929) des Regisseurs Kote Mikaberidze.

Mehr zum georgischen Kulturfestival:
Das interdisziplinäre georgische Kulturfestival «Brücke: Zürich–Tbilissi» hat zum Ziel, die aktuelle Kunst- und Kulturszene von Georgien zu präsentieren, den kulturellen Dialog zwischen beiden Ländern zu vertiefen und ein Netzwerk der Zusammenarbeit zu schaffen. Gründerin und Leiterin des Festivals ist die Vereinspräsidentin Elene Chechelashvili, die das Programm in Zusammenarbeit mit den Zürcher Kulturinstitutionen Filmpodium, Literaturhaus Zürich, Cabaret Voltaire, ZAZ Zentrum Architektur Zürich und Kunstraum Walcheturm für Herbst 2021 plant. Die Partnerorganisationen der georgischen Seite sind das Nationale Filmzentrum, das Schriftstellerhaus von Georgien und die georgische Botschaft in Bern.

Künftig soll ein spiegelverkehrtes Programm «Brücke: Tbilissi–Zürich» organisiert und die schweizerische Kunst- und Kulturszene nach Georgien gebracht werden.

Anmeldung (nicht notwendig) unter info@cabaretvoltaire.ch.
Ort: Ebene A, Löwenbräukunst, Zugang Limmatstrasse 270 (per Aufzug) & 268 (per Treppe)
Eintritt: kostenfrei

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Den Link zum einmaligen Streaming finden Sie am 12. April, verfügbar von 19:00 bis 22:00, hier.

Am 23.03.2021 und 24.03.2021 fand die persönliche und berührende Lesung Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn von Armen Avanessian statt. Die Aufnahme aus dem Cabaret Voltaire wird in Zusammenarbeit mit der Volksbühne Berlin am 12.04.21 (Teil 1) sowie am 15.04.21 (Teil 2) jeweils ab 19:00 gestreamt.


Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn wurde im ersten Lebensjahr seines Sohnes geschrieben und wird als Buch vielleicht 2035 erscheinen.

Der Philosoph schildert darin ihren gemeinsamen Alltag, ihre geteilte Gegenwart und adressiert dabei einen Leser in der Zukunft, der einmal zwanzig, einmal vierzig, und am Ende des Jahrhunderts achtzig Jahre alt sein wird. Aus stets konkreten Erfahrungen und Alltagsbeschreibungen entwickeln sich Überlegungen zu allgemeinen ethischen, sozialen und philosophischen Fragen.

Was ist ein Anfang, Geburt und Beginnen, und warum konnte die männlich dominierte Philosophie diese nur unzureichend fassen? Was sind die Verengungen der klassischen Liebeskonzeptionen, und inwiefern weist Intimität uns einen anderen Weg? Was bedeutet es heute Vater zu sein, eine Familie zu haben und ein Erbe weiterzugeben oder anzutreten (oder umgekehrt auszuschlagen, zurückzuschlagen und mit seiner Familie abzurechnen)? Und inwiefern müssen wir nicht zuletzt auch Tod-und-Sterben-lernen – als vielleicht die klassischen Topoi philosophischer Selbstreflexion – nicht nur mit Blick auf nachfolgende Generationen, sondern aus deren zukünftiger Bedrohung der gesamten Gattung neu denken? Schon heute ist Geteilte Zeit eine Flaschenpost aus einer bereits vergangenen Gegenwart.

«Was ich dir schreibe, das von mir Geschriebene, will dich umarmen, will deine Zeit und meine Zeit zusammen fassen. Denn das Schreiben kommt immer zu spät, hinkt hinterher, aber dann, zugleich, schreibe ich das alles für dich, meinen zukünftigen Leser, viel zu früh. Deshalb habe ich versucht, dir entgegenzukommen.
Ich habe dir geschrieben, um mich an die Zukunft zu erinnern.
Ich habe dir geschrieben, um dich auf die Vergangenheit vorzubereiten.
Ich habe dir geschrieben, weil du sie schon für mich verändert hast.
Ich habe dir geschrieben, damit du das noch einmal lesen kannst.
Ich habe dir geschrieben, weil ich gar nicht anders konnte.
Aus unserer geteilten Zeit habe ich dir geschrieben.
Und wer hätte gedacht, dass es Wünsche und Träume gibt, die in Erfüllung gehen.»

Armen Avanessian liest sein Buch Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn, 23. März 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

Den Link zum heutigen einmaligen Streaming finden Sie am 12. April, 19:00, hier.

Am 23.03.2021 und 24.03.2021 fand die persönliche und berührende Lesung Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn von Armen Avanessian statt. Die Aufnahme aus dem Cabaret Voltaire wird in Zusammenarbeit mit der Volksbühne Berlin am 12.04.21 (Teil 1) sowie am 15.04.21 (Teil 2) jeweils ab 19:00 einmal gestreamt.


Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn wurde im ersten Lebensjahr seines Sohnes geschrieben und wird als Buch vielleicht 2035 erscheinen.

Der Philosoph schildert darin ihren gemeinsamen Alltag, ihre geteilte Gegenwart und adressiert dabei einen Leser in der Zukunft, der einmal zwanzig, einmal vierzig, und am Ende des Jahrhunderts achtzig Jahre alt sein wird. Aus stets konkreten Erfahrungen und Alltagsbeschreibungen entwickeln sich Überlegungen zu allgemeinen ethischen, sozialen und philosophischen Fragen.

Was ist ein Anfang, Geburt und Beginnen, und warum konnte die männlich dominierte Philosophie diese nur unzureichend fassen? Was sind die Verengungen der klassischen Liebeskonzeptionen, und inwiefern weist Intimität uns einen anderen Weg? Was bedeutet es heute Vater zu sein, eine Familie zu haben und ein Erbe weiterzugeben oder anzutreten (oder umgekehrt auszuschlagen, zurückzuschlagen und mit seiner Familie abzurechnen)? Und inwiefern müssen wir nicht zuletzt auch Tod-und-Sterben-lernen – als vielleicht die klassischen Topoi philosophischer Selbstreflexion – nicht nur mit Blick auf nachfolgende Generationen, sondern aus deren zukünftiger Bedrohung der gesamten Gattung neu denken? Schon heute ist Geteilte Zeit eine Flaschenpost aus einer bereits vergangenen Gegenwart.

«Was ich dir schreibe, das von mir Geschriebene, will dich umarmen, will deine Zeit und meine Zeit zusammen fassen. Denn das Schreiben kommt immer zu spät, hinkt hinterher, aber dann, zugleich, schreibe ich das alles für dich, meinen zukünftigen Leser, viel zu früh. Deshalb habe ich versucht, dir entgegenzukommen.
Ich habe dir geschrieben, um mich an die Zukunft zu erinnern.
Ich habe dir geschrieben, um dich auf die Vergangenheit vorzubereiten.
Ich habe dir geschrieben, weil du sie schon für mich verändert hast.
Ich habe dir geschrieben, damit du das noch einmal lesen kannst.
Ich habe dir geschrieben, weil ich gar nicht anders konnte.
Aus unserer geteilten Zeit habe ich dir geschrieben.
Und wer hätte gedacht, dass es Wünsche und Träume gibt, die in Erfüllung gehen.»

Armen Avanessian liest sein Buch Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn, 23. März 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

«When I look back on my life it’s not that I don’t want to see things exactly as they happened, it’s just that I prefer to remember them in an artistic way. And truthfully the lie of it all is much more honest because I invented it. Clinical psychology tells us arguably that trauma is the ultimate killer. Memories are not recycled like atoms and particles in quantum physics. They can be lost forever. It’s sort of like my past is an unfinished painting and as the artist of that painting I must fill in all the ugly holes, and make it beautiful again. It’s not that I have been dishonest; it’s just that I loathe reality.»

– Lady Gaga, The Prelude Pathétique – Erster Teil, Marry the Night

Samuel Haitz (*1997) lädt zu zwei aufeinanderfolgenden Soireen und zur parallellaufenden Ausstellung «Memorabilia» ins Cabaret Voltaire ein. Haitz zog erst kürzlich von Zürich nach Berlin. Ein Anlass, gelagerte Andenken in die Hand zu nehmen, Erinnerungen zu ordnen, zu bewahren und zu verklären. Im Cabaret Voltaire versammelt er eigene Arbeiten, Werke von Freund*innen und Idolen sowie weitere Objekte, die Codes des Begehrens und der Zugehörigkeit widerspiegeln. Für die Soireen lädt er seine künstlerischen Weggefährt*innen Milena Langer, Stella und Ian Wooldridge zum gemeinschaftlichen Lesen von Texten ein. Zum Abschluss interpretiert der befreundete DJ Moritz Müller die Veranstaltungen musikalisch. Soirée 1 (Before) widmet sich der Hoffnung und der romantischen Utopie; Soirée 2 (After) fokussiert die nostalgische Reflexion von Vergangenem. Die Veranstaltungen werden in Zusammenarbeit mit dem Berner Radio Bollwerk online übertragen. In dieser stillstehenden, kontaktarmen Zeit entsteht so ein Raum, um darüber nachzudenken, welche persönliche und gemeinsame Gedächtniskultur den Werdegang prägen soll.

Soirée 1 (Before) fand am 02.03.2021 statt und Soirée 2 (After) fand am 09.03.2021 statt. Beide Soireen können Sie hier nachhören. Mit Samuel Haitz, Milena Langer, Stella, Ian Wooldridge und Moritz Müller (DJ-Set) via radio-bollwerk.ch.

Ausstellungsansicht, Samuel Haitz, Sale (After Lutz Bacher), «Memorabilia», 2021. Photo: Cabaret Voltaire, Philipp Hänger

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Kollektives Online-Lesen mit dem «Slow Reading Club»

Sie können Sich für die folgenden Daten und Zeiten hier anmelden. Preis: Pay what you want.

04. März: 19:00, 20:00, 21:30
11. März: 19:00, 20:00, 21:30
18. März: 19:00, 20:00, 21:30
25. März: 19:00, 20:00, 21:30

Nach der Anmeldung erhalten Sie einen Zoom-Link per Mail. Anzahl Teilnehmer*innen: 8 Tickets pro Session. 6 Tickets am 25. März um 21.30 Uhr.

Der «Slow Reading Club» (SRC) ist eine semi-fiktionale Lesegruppe, die 2016 von Bryana Fritz und Henry Andersen initiiert wurde. Sie beschäftigen sich mit konstruierten Situationen für kollektives Lesen.SRC versucht, den Raum der Übertragung zwischen Text und Lesenden, Lesenden und Lesenden, Text und Text zu besetzen und zu erotisieren; er tut dies, um im instabilen Raum des Lesens selbst zu verweilen, um das zu intensivieren, was Spivak «die mögliche Bedrohung eines Raums außerhalb der Sprache» nennt, der sich beim Lesen und in der Liebe eröffnet.
In Future Perfect Continuous Tense werden Strategien aus ihrer Praxis in den digitalen Raum übersetzt und Zoom als Raum für das gemeinsame Lesen und intime Zusammenkommen genutzt. Jeder Abend wird als Probe oder Experiment zum digitalen, kollektiven Lesens inszeniert. Dabei werden Texte verwendet, die die Zeitform aufbrechen, um Körper, Geräte und Räume, die das Lesen umkreisen, neu zu gestalten.
Jede Sitzung ist unabhängig von den anderen. Die Teilnehmer*innen können an einer oder mehreren teilnehmen. Diejenigen Teilnehmenden, die sich am Sonntag vor jeder Sitzung anmelden, erhalten per Post ein Geschenk, das die Lesung begleitet.

Eine Kooperation zwischen dem Cabaret Voltaire (Salome Hohl und Adam Jasper) und dem Theater Neumarkt

Bild: Slow Reading Club (Henry Andersen und Bryana Fritz)

Kollektives Online-Lesen mit dem «Slow Reading Club»

Dieser Event am 25. Februar ist eine kostenlose Kennenlernsession und dauert ca. 15 Minuten.
Hier finden Sie den Zoom-Link.

Der «Slow Reading Club» (SRC) ist eine semi-fiktionale Lesegruppe, die 2016 von Bryana Fritz und Henry Andersen initiiert wurde. Sie beschäftigen sich mit konstruierten Situationen für kollektives Lesen. SRC versucht, den Raum der Übertragung zwischen Text und Lesenden, Lesenden und Lesenden, Text und Text zu besetzen und zu erotisieren; er tut dies, um im instabilen Raum des Lesens selbst zu verweilen, um das zu intensivieren, was Spivak «die mögliche Bedrohung eines Raums außerhalb der Sprache» nennt, der sich beim Lesen und in der Liebe eröffnet.
In Future Perfect Continuous Tense werden Strategien aus ihrer Praxis in den digitalen Raum übersetzt und Zoom als Raum für das gemeinsame Lesen und intime Zusammenkommen genutzt. Jeder Abend wird als Probe oder Experiment zum digitalen, kollektiven Lesens inszeniert. Dabei werden Texte verwendet, die die Zeitform aufbrechen, um Körper, Geräte und Räume, die das Lesen umkreisen, neu zu gestalten.
Jede Sitzung ist unabhängig von den anderen. Die Teilnehmer*innen können an einer oder mehreren teilnehmen. Diejenigen Teilnehmenden, die sich am Sonntag vor jeder Sitzung anmelden, erhalten per Post ein Geschenk, das die Lesung begleitet.

Eine Kooperation zwischen dem Cabaret Voltaire (Salome Hohl und Adam Jasper) und dem Theater Neumarkt

Update: Es werden neue Termine für die Aufführungen der Operette gesucht.

Letzte Aufführung

Eine didaktische Operette von Agnes Scherer
Puppenspiel: Soya Arakawa
Musik: Tobias Textor
Vokalistin: Claudia Barth

Die Ausstellung ist vom 2. Oktober bis zum 16. Januar zu sehen. Mehr Informationen zu «The Teacher» finden Sie hier.

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Diese Aufführung wurde auf den 14. Januar verschoben.

Eine didaktische Operette von Agnes Scherer
Puppenspiel: Soya Arakawa
Musik: Tobias Textor
Vokalistin: Claudia Barth

Die Ausstellung ist vom 2. Oktober bis zum 16. Januar zu sehen. Mehr Informationen zu «The Teacher» finden Sie hier.

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Agnes Scherer, «The Teacher»
Puppenspiel: Soya Arakawa
Musik: Tobias Textor
Vokalistin: Claudia Barth

Die didaktische Operette wird zur Eröffnung am 2. Oktober um 19:00 und 20:00 aufgeführt. Die Bar ist von 18:00 bis 02:00 geöffnet.
Die Aufführungen der Operette sind bereits ausgebucht. Wir bieten deshalb am 03.10.20, 12:00 eine Matinee-Vorstellung an.
Bitte anmelden unter info@cabaretvoltaire.ch

Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

Teilnehmer*innen des Workshops von Rory Pilgrim und Cassie-Augusta Jørgensen zeigen mit Pilgrim, Jørgensen und der Sängerin Robyn Haddon die Performance Software Garden im Neumarkt. Das Showing endet mit einer Suppe im Neumarkt um 17 Uhr.

Mit dem multidisziplinären Projekt Software Garden sucht der Künstler in Zeiten zunehmenden Nationalismus und Isolationismus Räume, in denen das Menschliche, Ökologische und Technologische den Grundprinzipien von Einfühlungsvermögen, Fürsorge und Freundlichkeit entspricht. Zu diesem Zweck kombiniert Rory Körper und Stimmen innerhalb und ausserhalb des Bildschirms durch Live-Performances, Musikvideos, Gedichte und interaktive Workshops.

Der Workshop ist Teil des institutionsübergreifenden Festivals Fleshy Interface. Fleshy Interface verbindet Performances und Workshops und hat die Wiederentdeckung der Körperlichkeit als zentrales Thema. Der Körper als Medium und als Instrument in den darstellenden Künsten, der digitale Körper, Körperlosigkeit und die Sehnsucht nach Berühren und Berührtwerden beschäftigen uns in dieser besonderen Zeit der physischen Distanzierung. Initiert vom Neumarkt, in Zusammenarbeit mit Cabaret Voltaire, Schauspielhaus Zürich, Literaturhaus, Tanzhaus, Fabriktheater, Winkelwiese, Shedhalle, ZHdK und Helferei. Rory Pilgrim partizipiert auf Einladung des Cabaret Voltaire, in enger Zusammenarbeit mit dem Neumarkt. Das gesamte Programm des Festivals inklusive E-Booklet ist hier zu finden.

Wir danken dem Harfen-Service Daniel Zurlinden für die Unterstützung.

«Software Garden» Live Concert, Stedelijk Museum, Amsterdam, 2019. Photo: Maarten Nauw

Mit diesem Workshop im Rahmen des Festivals Fleshy Interface können Sie Teil von Rory Pilgrims multidisziplinären Projekts Software Garden werden.

Der Künstler Rory Pilgrim sucht in Zusammenarbeit mit dem Cabaret Voltaire und dem Neumarkt im Rahmen des Festivals Fleshy Interface acht Teilnehmer*innen für eine Live-Performance von Software Garden. Software Garden, das 2018 veröffentlicht wurde, ist Rory Pilgrims erstes Musikvideoalbum, das die Frage stellt, inwiefern wir Systeme schaffen können, die das Menschliche, Ökologische und Technologische mit den Grundprinzipien von Einfühlungsvermögen, Fürsorge und Freundlichkeit vereinen. Software Garden arbeitet mit verschiedenen Generationen und Hintergründen und fragt insbesondere, wie wir hinter unseren Bildschirmen zusammenkommen.

Während des dreitägigen Workshops arbeiten Sie mit Rory Pilgrim und der Choreografin und Künstlerin Cassie Augusta Jørgensen zusammen, um Fragen der Berührung, Verbindung und Unterstützung zu untersuchen. Die Workshops, die sowohl digital als auch im 'meet space' stattfinden, werden sich insbesondere mit den Auswirkungen der globalen Pandemie befassen und Wege finden, wie wir uns physisch verbinden und eine Unterstützung innerhalb der erforderlichen Sicherheitseinschränkungen finden können.

Alle Zeiten des Workshops:
Mittwoch, 23.09.20, 14:00–17:00
Donnerstag, 24.09.20, 14:00–17:00
Freitag, 25.09.20, 14:00–17:00

Showing des Workshops (Performance «Software Garden»): Samstag, 26.09.20, 16:00 im Neumarkt. Das Showing endet mit einer Suppe im Neumarkt um 17:00.

Um am Workshop teilzunehmen, senden Sie bitte eine E-Mail an fleshyinterface@theaterneumarkt.ch

Der Workshop kostet:
CHF 30.-/60.-/90.- (3 Tage)
CHF 20.-/40.-/80.- (2 Tage)
Die Teilnehmer*innen entscheiden, welchen Preis Sie zahlen können.

Das institutionsübergreifende Festival Fleshy Interface verbindet Performances und Workshops und hat die Wiederentdeckung der Körperlichkeit als zentrales Thema. Der Körper als Medium und als Instrument in den darstellenden Künsten, der digitale Körper, Körperlosigkeit und die Sehnsucht nach Berühren und Berührtwerden beschäftigen uns in dieser besonderen Zeit der physischen Distanzierung. Initiert vom Neumarkt, in Zusammenarbeit mit Cabaret Voltaire, Schauspielhaus Zürich, Literaturhaus, Tanzhaus, Fabriktheater, Winkelwiese, Shedhalle, ZHdK und Helferei. Rory Pilgrim partizipiert auf Einladung des Cabaret Voltaire, in enger Zusammenarbeit mit dem Neumarkt. Das gesamte Programm des Festivals inklusive E-Booklet ist hier zu finden.

«Software Garden» Live Concert, Stedelijk Museum, Amsterdam, 2019. Photo: Maarten Nauw

Sexualität im Rausch von Bewegung und Musik

Im Rahmen des Zurich Art Weekend: Dialogische Führung mit Cabaret Voltaire-Leiterin Salome Hohl und Kunsthaus-Kuratorin Cathérine Hug. Kunstperformance Thirsty von Ivy Monteiro, Talaya Schmid und Angie Walti.

In die 1920er-Jahre fällt auch die erste sexuelle Revolution. Personen wie Josephine Baker, Coco Chanel, Magnus Hirschfeld, Alexandra Kollontai und Victor Margueritte haben wesentlich dazu beigetragen, dass offener über Sexualität gesprochen und dieser Befreiungsschlag auch in der Kultur gelebt wird. Dies war nur der Anfang eines langen Prozesses, der heute noch nicht abgeschlossen ist, sondern stets vor neuen Herausforderungen steht. Diese Veranstaltung in drei Teilen ist ein Streifzug durch die Erzählungen des Körpers, bei welcher die Performance von Ivy Monteiro, Talaya Schmid und Angie Walti uns mitten in die aktuellste Diskussion katapultiert, wo Fetisch, fluide Identitäten, Queerness und Herkunft Gegenstand intensiver Debatten sind.

- Treffpunkt «Führungen» im Kunsthaus Zürich.
- 14:00–14:45 in der Ausstellung «Schall und Rauch», 15:00–15:30 Rundgang zum Cabaret Voltaire. Ende der Performance und der Führung im Cabaret Voltaire.
- Teilnehmerzahl beschränkt. Anmeldung erforderlich.
- Kosten: Ausstellungsticket oder 10 CHF.

Tickets bekommen Sie hier. Die Covid-19-Schutzmassnahmen werden hier rechtzeitig kommuniziert.

Photo: Ivy Monteiro

Anlässlich des Zurich Art Weekend finden zwei Kurzführungen durch das Haus und die Ausstellung statt. Die erste Führung ist um 18 Uhr, die zweite um 20 Uhr.

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.

14:00–14:45 Uhr in der Ausstellung im Kunsthaus Zürich. Von 15:00–15:30 performativer Rundgang zum Cabaret Voltaire.


Neue Körperempfindungen: Sexualität im Rausch von Bewegung und Musik

Im Rahmen des Zurich Art Weekend: Dialogische Führung mit Cabaret-Voltaire-Leiterin Salome Hohl und Kunsthaus-Kuratorin Cathérine Hug. Kunst-performance von Talaya Schmid und Angie Walti.

Am 8. Juni starten die drei Zürcher Kulturinstitutionen Theater Neumarkt, Literaturhaus Zürich und Cabaret Voltaire gemeinsam in die Zeit nach dem Shutdown. Unter dem Motto «Nach dem langen Sonntag» wird den Häusern und dem Niederdorf wieder kulturelles Leben eingehaucht.

Detailliertes Programm Cabaret Voltaire:

Montag, 8. Juni 2020

19:00 bis 23:00:
Wiedereröffnung und Verlängerung der Ausstellung «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi» , 8. Juni bis 22. September 2020.

19:00 bis 23:00:
Laufende Performance der Tänzerin Anastasia McCammon zu Emmy Hennings. Dabei wird auch Cognac, Hennings' Lieblingsschnaps, serviert. McCammon ist der Teil der mit Martina Mächler konzipierten Serie Cracking Up and Staging Down, die im Herbst im Rahmen der Soireen am Dienstag im Cabaret Voltaire zu sehen sein wird.

19:30, 20:30, 21:30:
Die Autorin Simone Lappert tritt in einen lyrischen Dialog mit Emmy Hennings. Reservationen für die drei Lesungen nehmen wir via info@cabaretvoltaire.ch entgegen. Nur die Hälfte der Plätze kann für Reservationen freigegeben werden.


Programmübersicht Cabaret Voltaire, Theater Neumarkt und Literaturhaus:

Zwischen 19:00 und 23:00 gibt es Theater, Musik, Performances, Literatur, Kunst und Cognac. Im Neumarkt wird der zehntägige 7/11 Performance Supermarket eingeweiht, der mit Peepshow-Ästhetik, Voyeurismus und der Sehnsucht nach Nähe spielt. Etwas weiter die Spiegelgasse hoch eröffnet im Cabaret Voltaire die Ausstellung «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi» wieder, die Autorin Simone Lappert exerziert das Menschsein durch eigene und Hennings' lyrische Texte, während die Tänzerin Anastasia McCammon den Ausschank von Hennings’ Lieblingsschnaps performativ inszeniert. Und das Literaturhaus eröffnet seine dreiwöchige Literatur-Apotheke mit dem Kollektiv «Literatur für das was passiert», das Texte auf Auftrag bzw. auf Rezept schreibt. Die Besucherinnen sind eingeladen, von Haus zu Haus frei zu spazieren und sich überraschen zu lassen.

«Wir haben uns in den letzten Wochen immer wieder ausgetauscht, es ging dabei um die grossen Fragen: Was wird aus der Kultur zu Zeiten von Social Distancing? Wie lässt sich Kultur und Kunst in der neuen Normalität weiterhin erfahrbar machen? Uns war es wichtig, Nähe und Distanz inhaltlich aufzunehmen, aber auch ein Zeichen zu setzen. Wir spannen zusammen, da wir vor ähnliche Probleme gestellt werden und sie lieber gemeinsam lösen.» Salome Hohl (Cabaret Voltaire), Tine Milz (Theater Neumarkt) und Gesa Schneider (Literaturhaus Zürich).

Die Zwei-Meter-Regel wird eingehalten, Formulare für das ContactTracing stehen bereit, ebenso Desinfektionsmittel. Wir folgen dem «Pay what you want»-Prinzip. Nehmen Sie ihr liegengebliebenes Münz mit. Wir freuen uns!

Ausstellungsansicht «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi», mit Werken von Emmy Hennings und Sitara Abuzar Ghaznawi. Photo: Cabaret Voltaire, Gunnar Meier

Ausstellungsansicht «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi», mit Werken von Emmy Hennings und Sitara Abuzar Ghaznawi. Photo: Cabaret Voltaire, Gunnar Meier

Pain – Martina Buzzi, Nicolas Buzzi und Li Tavor
Dritter Live-Broadcast

https://p-a-i-n.org/Agenda

Das Kammerensemble für improvisierte elektronische Musik geht in der aktuellen Pandemie dem Potential von Musik in Zeiten von Social Distancing nach. Martina Buzzi, Nicolas Buzzi und Li Tavor interessieren sich in ihren Performances für die räumliche und soziale Dimension von Klängen und Vibrationen. Die Materialität von Klang und die unmittelbaren Interaktionen unter den Musiker*innen sowie mit dem Publikum steht weiterhin im Zentrum ihres Schaffens. Dies erfordert die Übertragung der Musik in Echtzeit und eine hohe Wiedergabequalität. Mit Pain gründeten sie einen virtuellen Konzertort, welcher auf die globale Situation der sozialen Isolation eingeht. Die Musiker*innen sind im Programm des Cabaret Voltaire.

Das Cabaret Voltaire stellt der unabhängigen Initiative den Historischen Saal zur Verfügung. Er bietet genügend Platz für das Social Distancing der drei Mitglieder.

Pain – Martina Buzzi, Nicolas Buzzi und Li Tavor
Zweiter Live-Broadcast

https://p-a-i-n.org/Agenda

Das Kammerensemble für improvisierte elektronische Musik geht in der aktuellen Pandemie dem Potential von Musik in Zeiten von Social Distancing nach. Martina Buzzi, Nicolas Buzzi und Li Tavor interessieren sich in ihren Performances für die räumliche und soziale Dimension von Klängen und Vibrationen. Die Materialität von Klang und die unmittelbaren Interaktionen unter den Musiker*innen sowie mit dem Publikum steht weiterhin im Zentrum ihres Schaffens. Dies erfordert die Übertragung der Musik in Echtzeit und eine hohe Wiedergabequalität. Mit Pain gründeten sie einen virtuellen Konzertort, welcher auf die globale Situation der sozialen Isolation eingeht. Die Musiker*innen sind im Programm des Cabaret Voltaire.

Das Cabaret Voltaire stellt der unabhängigen Initiative den Historischen Saal zur Verfügung. Er bietet genügend Platz für das Social Distancing der drei Mitglieder.

Pain – Martina Buzzi, Nicolas Buzzi und Li Tavor
Erster Live-Broadcast: Sonntag, 12. April, 19:00

https://p-a-i-n.org/Agenda

Das Kammerensemble für improvisierte elektronische Musik geht in der aktuellen Pandemie dem Potential von Musik in Zeiten von Social Distancing nach. Martina Buzzi, Nicolas Buzzi und Li Tavor interessieren sich in ihren Performances für die räumliche und soziale Dimension von Klängen und Vibrationen. Die Materialität von Klang und die unmittelbaren Interaktionen unter den Musiker*innen sowie mit dem Publikum steht weiterhin im Zentrum ihres Schaffens. Dies erfordert die Übertragung der Musik in Echtzeit und eine hohe Wiedergabequalität. Mit Pain gründeten sie einen virtuellen Konzertort, welcher auf die globale Situation der sozialen Isolation eingeht. Die Musiker*innen sind im Programm des Cabaret Voltaire.

Ihre Performance Oh Hans, had you known / Rhythmus 21. Changes in rhythm may alter textures of spaces vom 19. Mai 2020 wird aufgrund der Corona-Krise voraussichtlich verschoben. Das Cabaret Voltaire stellt der unabhängigen Initiative den Historischen Saal zur Verfügung. Er bietet genügend Platz für das Social Distancing der drei Mitglieder.

Reduziertes Programm und Beschränkung der Gästeanzahl aufgrund der aktuellen Situation. Wir bitten Menschen mit Grippesymptomen daheim zu bleiben und die vom Bund zur Verfügung gestellten Massnahmen zu beachten. Zudem empfehlen wir allen Teilnehmenden, sich regelmässig die Hände zu waschen, Körperkontakt in Grenzen zu halten und auf herkömmliche Begrüssungsrituale zu verzichten. Das Cabaret Voltaire stellt Desinfektionsmöglichkeiten zur Verfügung und achtet auf Zirkulationsmöglichkeiten.

13.03.20–15.03.20
«Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi»

13.03.20, 18:00–04:00
– Stefan Burger, Skulptur Traverse, ab 18:00
– Begrüssung, 19:00
– Nicolas und Martina Buzzi mit Li Tavor, Franziska Koch, Monika Stalder und Miao Shuyue Zhao, Performance Suspended Gestures, 21:00
– ABGESAGT: Crystallmess, Performance Poison/Paradise, anschliessend DJ-Set, 23:15–02:00

14.03.20, 11:30–02:00
An Occasion Hosted by Isabel Lewis on the Topic of Love in the Time of Corona, ab 17:00

15.03.20, 11:30–23:00
– ABGESAGT: Soya Arakawa, Performance JIJII DOKOROKA, 17:00
– ABGESAGT: Simone Lappert, lyrischer Dialog mit Emmy Hennings, 18:00

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Aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Schweiz in Bezug auf das Coronavirus möchten wir das Risiko einer Zusammenkunft anerkennen und ansprechen, während wir weiterhin Geselligkeit feiern und uns auf die Gemeinschaft konzentrieren. Die Dauer des Anlasses wurde auf mehrere Stunden ausgedehnt, damit die Besucher nach Belieben kommen und gehen können.

Die Occasions von Isabel Lewis können als ein Ritual des Zusammenkommens für das 21. Jahrhundert betrachtet werden. Sie bieten eine liberalisierte Form der Teilnahme, die es Besuchern erlaubt, stundenlang zu verweilen oder einfach nur vorbeizugehen. Die Künstlerin schuf dieses Format als eine Möglichkeit, eine Idee von Komposition anzusprechen, die ihre fehlende Autonomie, ihre Porosität und Kontingenz als Reflexion über die Natur der Realität selbst eher umarmt als verdrängt. Für das Eröffnungswochenende des Cabaret Voltaire reagiert die Künstlerin auf diesen Moment, indem sie unsere gegenwärtigen Ängste vor Nähe und Verbindung thematisiert und die Art und Weise nachzeichnet, wie diese Ängste in eine Flugbahn der Hyperindividualisierung und sozialen Atomisierung eingebaut sind, die mit dem Aufkommen der wissenschaftlichen Weltsicht, des Puritanismus und des Kapitalismus beginnt und bis heute in den sozialen und politischen Fragen des Neoliberalismus fortdauert.

Lewis entwickelt seit 2014 eine Idee, die sie als «radikale Empfänglichkeit» bezeichnet und die für sie eine Alternative zu den Formen der sozialen Interaktion bildet, statt zu Konflikten, Zwang und Konkurrenz, die im sozialen Austausch kapitalistischer Gesellschaften prominent erscheinen. Lewis legt grossen Wert auf die Rehabilitation der Sinne jenseits des Visuellen als einen Weg, sich auf unsere Umwelt einzustimmen und auf soziale und ökologische Krisen reagieren zu können. Ihr Ansatz ist realistisch – es gibt keine Verleugnung des Risikos, sich für einen anderen verwundbar zu machen, sich «gegenseitig ungeschehen zu machen». Mit den Worten von Judith Butler: «Man bleibt nicht immer intakt».

Die Ocassions (2014–heute) der international renommierten Künstlerin, Tänzerin, DJ und Theoretikerin gelten als feierliche Zusammenkünfte von Dingen, Menschen, Pflanzen, Tänzen und Düften, bei denen die Besucher*innen in die Aufmerksamkeit und die Geselligkeit eintauchen und sich aus ihr herauslösen können. Desinfektionsmittel und Erfrischungen sind Teil der Gastfreundschaft.

Suspended Gestures von Martina und Nicolas Buzzi. Performerinnen: Li Tavor, Monika Stalder, Martina Buzzi und Franziska Koch.

In der Performance Suspended Gestures interagieren die Performerinnen durch Gesten, die synthetische Klänge steuern. Ihre Körper werden durch Bewegungssensoren erweitert. Die Partitur der Bewegungen, die Choreographie, wird durch die Mittel der Klänge bestimmt, durch die die Performerinnen miteinander kommunizieren.

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Aufgrund der Corona-Krise und der Teilinstandsetzung zwischen Mai 2021 und Januar 2022 startet der transdisziplinäre «Raum für Unsicherheit» nach der Wiedereröffnung.

Um Austausch soll es dabei gehen, um Arbeiten, künstlerische und wissenschaftliche, die sich im Prozess befinden, die unfertig sind, unausgegoren, unsicher eben. Eine Unsicherheit in der jeweiligen Ausdrucksform ist auch die Eintrittskarte, eine sich im Prozess befindende Arbeit, unaufgeführt, unveröffentlicht, unausgestellt.

Die Treffen finden in kleiner Runde statt (maximal 20 Anmeldungen), an denen jeweils eine bis zwei Arbeiten vorgestellt und besprochen werden. Wenn du Lust auf diesen Austausch hast, und darauf, regelmässig an den Gesprächen teilzunehmen, also nicht nur an dem einen Abend, an dem es um deine Arbeit geht, dann bist du herzlich willkommen. Wir möchten Menschen einladen, die ihre Unsicherheiten aussprechen können und an einem ehrlichen Austausch interessiert sind.

Jede Sitzung kostet 10 CHF, dafür wird eine kalte Platte und Wein/Bier serviert. Wir diskutieren in einer ruhigen Ecke im Cabaret Voltaire – in der Dada-Bibliothek, in der Ausstellung oder hinter dem grünen Vorhang im Historischen Saal.

Der «Raum für Unsicherheit» entstand 2016 im Ausstellungsraum Klingental, gegründet von Franziska Baumgartner, Simone Lappert und Simon Wunderlich. Sie tragen die Weiterführung im Cabaret Voltaire mit.

Anmeldung unter: raumfuerunsicherheit@cabaretvoltaire.ch

Aktuell
Vorschau

…endlich da: da da da!
Buchvernissage und Apéro am Sonntag, 8. Mai 2022, 15:00 Uhr
Was heisst es, auf Dada zurückzukommen? Wie lebt Dada fort? Wie kehrt Dada wieder?
Vier Bände zur Nachgeschichte und Zukunft von Dada. Soeben erschienen im Verlag Les Presse du réel:

Band 1: Dada-Filiationen
Band 2: Dada-Ausstellungen
Band 3: Dada-Spuren
Band 4: Dada-Historiografien

Die Herausgeberin Agathe Mareuge (Paris) und der Herausgeber Sandro Zanetti (Zürich) stellen das Buch vor. Sie blicken zurück auf das Forschungsprojekt und erörtern zusammen mit Salome Hohl (Zürich) und Anja Nora Schulthess (Luzern), welche Fragen und Perspektiven weiterhin offen sind: Vive Dada!

Special Guest: Peter K. Wehrli (PKW), der als Weltpremiere seine dadaïsierenden Losungen vorlesen wird!

Die vierbändige Publikation kann vor Ort erworben werden (CHF 40.-)

Eintritt frei.

Duell der Poeten

Erleben Sie, wie man trotz Herzklopfen, Knieschlottern und feuchten Händen ein hieb- und stichfestes Alibi aus dem Ärmel schüttelt – und damit in 180 Sekunden zum Icon-Poeten gekrönt wird.

Unter Aufsicht von Etrit Hasler kreuzen während 90 Minuten Dominic Deville, Peter Schneider, Andrea Fischer-Schulthess und Sven Stickling die Federkiele.

Eintritt CHF 20, Ticketverkauf an der Abendkasse

18:30-20:00 Uhr. Die Veranstaltung findet online statt: Zoom-Link (Meeting-ID: 992 8558 7009 / Kenncode: 779717)

Kein Ort verkörpert den Geist des digitalen Kapitalismus mehr als das Silicon Valley: Visionär, innovativ, flexibel und vor allem disruptiv will man sein. Mit allem Alten wird gebrochen. So zumindest lautet der Mythos, der nicht zuletzt auch im Valley selbst produziert wird. Die Big Four – Apple, Google, Amazon und Facebook – stehen im Zentrum eines globalen Goldrauschs von Venture-Kapital und Daten. Sie verstehen sich neben dem digitalen Kerngeschäft aber auch als Denkfabriken, die uns mit neuem Sinn für die schöne neue Welt des Digitalen versorgen: mit Stories, Bildern und Vorstellungen einer permanenten technologischen Revolution. Unser Gast Adrian Daub forscht und lehrt an der Universität Stanford – quasi in Sichtweite zum Silicon Valley. In seinem Vortrag wird er der Frage nachgehen, wie disruptiv die (Selbst-)Erzählungen des Valley tatsächlich sind und in welcher unsichtbaren Denk-Tradition sie stehen: von New Age Bewegungen über die Philosophien Ayn Rands und Martin Heideggers, bis hin zurück zu den religiösen Erweckungsbewegungen in den USA seit dem 19. Jahrhundert.

Gäste: Prof. Dr. Adrian Daub (Literaturwissenschaft, Stanford University), Dr. Monika Wulz (Historikerin, ETH Zürich), Prof. Michael Hagner (Historiker, ETH Zürich)

Die Veranstaltung findet online statt. Hier befindet sich der Zoom-Link für die Installation. Meeting ID: 953 0711 2092 / Kenncode: 195368

Covid 19 hält die Welt in Atem. Noch ist nicht abzusehen, wie sich die Lage weiterentwickelt. Klar ist, das Virus und die weltweite Pandemie werden tiefe Spuren hinterlassen. COVID 19 spitzt bestehende gesellschaftliche Problem- und Fragestellungen zu, und eröffnet neue. Zusammen mit zwei ExpertInnen
aus der Medizinanthropologie bzw. der Medizingeschichte werden wir die Folgen der Pandemie für Gesundheitssysteme und die Medizin diskutieren: Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer im Gesundheitswesen und hat Corona wirklich etwas verändert? Was ist die gesellschaftliche Rolle und der Wert des Krankenhauses, speziell in Pandemie-Zeiten? Wir werden zudem über die Krise der therapeutischen Medizin sprechen und der Frage nachgehen, inwiefern das Heilungsversprechen der modernen Medizin noch greift, was sie therapieren kann und was auch nicht. Kurzum, welche Rolle spielt Medizin während COVID 19 in Gesellschaft und welche möglicherweise danach?

Auf zwei kurze Inputreferate folgt ein moderiertes Gespräch mit den Vortragenden, in der es neben den genannten Fragen auch um die Rolle der sozial- und kulturwissenschaftlichen Medizinforschung gehen wird.

Gäste:
Dr. Janina Kehr (Medizinanthropologin, Universität Bern)
Prof. Dr. Flurin Condrau (Medizinhistoriker, Universität Zürich)

Gewisse Erlebnisse graben sich so tief ins Ich ein, dass man sie kaum noch erzählen kann. So ergeht es den Protagonisten in W.G. Sebalds Die Ausgewanderten: vier Menschen mit jüdischen Wurzeln, die ihre Heimat verlassen, im Exil an ihrer Untröstlichkeit zerbrechen und ihre eigene Existenz auslöschen. Im Mittelpunkt des Abends im Cabaret Voltaire steht Musik («eine Art subjektive musikalische Lektüre Sebalds») von Sarah Nemtsov. Mit von der Partie ist der Schauspieler Paul Herwig (anstelle von Jakob Diehl, der coronabedingt absagen musste). Er liest die Geschichte des Arztes Dr. Henry Selwyn, der einst als Siebenjähriger aus Litauen nach England geflüchtet ist. Aus der Zeit gefallene Dia-Bilder beglaubigen das Erzählte und zeichnen die Spuren Selwyns nach, die übrigens auch in die Schweiz führen. Alban Bergs frühe Stücke für Klarinette und Klavier eröffnen diesen musikalisch-literarischen Abend zwischen Erinnern und Zerstören, Festhalten und Zurücklassen. (Text: https://cnz.ch/)

Einführung und Beginn des Konzerts: 19:30

Berg, Op. 5 (9’)
Central Park
(7’)
Luftmacumba
(12’)
Lesung (38’)
A Long Way Away
(15’)

Collegium Novum Zürich
Johanna Malangré: Dirigentin
Paul Herwig: Schauspieler

Tickets
Bis 35 Jahre / Kulturlegi: CHF 15
Über 35 Jahre: CHF 40
AHV / IV: CHF 30

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

In eigenwilliger Bildsprache erzählt Nando von Arb in der Graphic Novel 3 Väter (Edition Moderne 2019) von einer Kindheit mit wechselnden Bezugspersonen. Dafür wurde er dieses Jahr mit dem Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Der Zürcher Illustrator nimmt uns mit in seine Bild- und Vorstellungswelten. Drei Vaterfiguren prägen das Aufwachsen des Ich-Erzählers. Sie vermitteln ihm die Liebe zur Kunst, bieten Reibungsfläche oder schenken ihm einfach Nähe. Die Mutter, als Vogel dargestellt, opfert sich auf, um ihren drei Kindern etwas bieten zu können, und weint beim Staubsaugen, damit die Kinder es nicht hören sollen. Der junge Zürcher Illustrator Nando von Arb erzählt in seiner Graphic Novel über eine Kindheit, die fern von Idealvorstellungen ist. Radikal auf die Kindersicht fokussiert, wird daraus jedoch eine originelle Geschichte über kindliche Resilienz. Die Lust am Experiment zieht sich durch das Buchkunstwerk, das Nando von Arbs Debüt ist. Unkonventionell ist nicht nur das Familienmodell, sondern auch der Umgang mit Farbe und Raum im Buch. In skizzenhafter Leichtigkeit und einer mündlichen Sprache verhandelt 3 Väter die Episoden einer Kindheit und vermag damit Erwachsene und Jugendliche anzusprechen. Im Gespräch erzählt der Illustrator über seine Arbeit mit dem autobiographisch geprägten Stoff.
Moderation: Elisabeth Eggenberger, SIKJM


Mehr Infos über das Buchfestival: www.zuerich-liest.ch

Eintritt frei. Es besteht Maskenpflicht, ausser wenn Sie sitzen. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Nach 5 Jahren kulturpolitischer Agitation wandelt sich der «Salon Bastarde» im Cabaret Voltaire zum Blind Spots Cabaret! Aus unterschiedlichen Perspektiven werden die blinden Flecken der offiziellen Schweizer Geschichte beleuchtet. Ausgangspunkte sind nicht nur Rückblicke auf 50 Jahre Schwarzenbach-Initiative oder die Kollaboration mit dem südafrikanischen Apartheid-Regime, sondern vor allem auch die Konfrontation von selbst re-/produzierten Rassismen. Mit einer Reihe multidisziplinäre Acts wird das Blind Spots Cabaret kollektiv «unbequem», um so solidarische Praxen jenseits überkommener Kriterien zu ermöglichen.

Ablauf:
–20:00: Blind Spots – Begrüssung von «Salon Bastarde», Rohit Jain, und Cabaret Voltaire, Salome Hohl
–20:15: Pre-Book Launch – Roma Jam Session art Kollektiv
–20:45: Schwarzenbach-Komplex. Blinde Flecken in der Schweizer Demokratie – Melinda Nadj Abonji und Rohit Jain
–21:15: Transkulturelle Arbeitserfahrungen zwischen Südafrika und der Schweiz – Rückblick, Ausblick und Kritik – eine Diskussion zwischen tracy september und Tim Zulauf
–21:45: Bastard Life – Ein autobiografischer Versuch von Kijan Espahangizi
–22:00–23:00: tracy september spielt Auszüge aus ihrer Performance SEPTEMBER

Mit: Kijan Espahangizi, Rohit Jain, Melinda Nadj Abonji, Roma Jam Session art Kollektiv (RJSaK – Mo Diener und RR Marki), tracy september, Tim Zulauf

www.salon-bastarde.ch

Nach Möglichkeit bitten wir um Voranmeldung für den «Salon Bastarde». Die Platzzahl ist beschränkt, es gilt Maskenpflicht. Das Contact-Tracing findet beim Einlass statt. Bitte mindestens 15 Minuten vor dem gewünschten Programmpunkt eintreffen.

Dr. Victoria Bateman (University of Cambridge, Wirtschaftswissenschaftlerin, Feministin, Aktivistin). Organisiert von Barbara Straumann, Eva Brugger und Olivia Biber.

Organisiert von Evelyn Dueck und Sandro Zanetti

Salon Bastarde

50 Jahre Schwarzenbach-Initiative oder die Schweizer Kollaboration mit dem Apartheid-Regime: Wie können wir uns von den Geistern der Vergangenheit befreien? In einer Reihe von Ton-, Text-, Video- und historischen Fernsehbeiträgen stellen Betroffene, Kulturschaffende und Forscher*innen ihre Blicke auf die Vergangenheit dar, um eine bessere Zukunft zu fordern. Mit Rohit Jain, Melinda Nadj Abonji, Robin Bhattacharya, Tim Zulauf und weiteren Gästen.

www.salon-bastarde.ch

Prof. Dr. Svenja Goltermann spricht zur «Geschichte des Gewalt- und Opferdiskurses».

Moderiert von Prof. Dr. Liliana Gómez (Universität Zürich)

Der Talk wird unterstützt vom Zentrum Künste und Kulturtheorie, dem Studienprogramm Kulturanalyse der Universität Zürich und durch den SNF.

Die Veranstaltung wird wegen des Coronavirus abgesagt.

In der Reihe «Wissen in Gesellschaft» des Zentrums «Geschichte des Wissens» (ETH & Uni Zürich) spricht Prof. Adrian Daub (Stanford) zum Silicon Valley und nimmt dessen selbstgeschaffenen Mythos der Innovation kritisch unter die Lupe. Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit der Professur für Wissenschaftsforschung an der ETH Zürich statt.

Late Night im Cabaret Voltaire: Spoken-Word-Performance mit Koleka Putuma, Musik mit DJ youngseptember.

Vermittlung

Dada-Bibliothek:

Vormals im Eingangsbereich ist die Dada-Bibliothek ab Mai 2022 im ersten Stock des Cabaret Voltaire zu finden. Der Grundstock der Bibliothek ist eine Schenkung des verstorbenen Dada-Sammlers Hans Bolliger und des Dada-Spezialisten und Kurators Guido Magnaguagno. Das Cabaret Voltaire erweitert seine Bibliothek laufend. Die Bibliothek kann tagsüber als Arbeitsplatz genutzt werden, steht für Sitzungen zur Verfügung und wird am Abend zum erweiterten Barbereich. Das neu geschaffene Recherchedisplay, eine Holzkonstruktion, in der wertvolle Bücher wie Dada-Erstausgaben oder Faksimiles von Briefen und Fotos ausgestellt werden können, ist ebenfalls Teil der Bibliothek. Zudem sind wichtige Bücher zur aktuellen Ausstellung und Vermittlungsmaterial präsentiert. Im Raum finden sich auch «Leuchtenskulpturen» von Stefan Burger (mehr dazu weiter unten).

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CV Books:

Im Eingangsbereich befindet sich CV Books: Eine wechselnde Auswahl an Kunstpublikationen für das Cabaret Voltaire, kuratiert von Jan Steinbach. Erhältlich sind die Bücher und Zines im Cabaret Voltaire oder online via Edcat CV Books.

Eingangsbereich mit CV-Books-Display, Photo: Philipp Hänger

Stefan Burger, «Narcissus, zentrales Höhlengrau, Erbse, Flamingo» (I&II):

Die Dada-Bibliothek zeigt ausserdem eine Arbeit des Künstlers Stefan Burger (*1977). Burger präsentiert zwei den Raum und bestenfalls die Gemüter erhellende Leuchtenobjekte. Die Skulpturen aus gegossenem Glas und Aluminium setzen Burgers 2020 im Cabaret Voltaire begonnene Auseinandersetzung mit Kunst als Gebrauchsgegenstand fort. Die Begrifflichkeiten, mit welchen sich die Skulpturen attributieren lassen, schwanken munter zwischen hübsch und hässlich, pedantisch und rotzig, dekorativ und nützlich, ekelhaft und erotisch. Es sind hybride Anlagen oder Kippfiguren, die je nach Betrachtung zu einer unterschiedlichen Qualität oder Deutung neigen und mit Zierrat und Funktion umgehen. Einige Formreferenzen ergeben sich aus dem Arbeitsvorgang: Wenn flüssiges Glas miteinander verbunden wird, hängt es stets zu Boden. Brezel und Böppel (ganz in der Tradition von Bollen und Bölleli) dienen als ornamentale Wiederholungen, entspannt bedeutungsarm und dennoch entfernt mit eklektischen Zierstrategien wie der barocken Rocaille verwandt. Die Trägerstruktur der Leuchte wiederum, eine ehemalige Leiter, entstammt dem Zürcher Kanalisationssystem und wurde ursprünglich gewaltsam aus einem dort hinunterführenden Schacht entrissen. Eigentlich als Ein- und Ausstiegshilfe angelegt, erfreut sich der Schachttritt nun neuen Aufgaben als Leselampe und Ambiente prägendes Objekt. Die Arbeit mit flüssigem Glas involviert Farben von intensiver Leuchtkraft, welche dank ihrer keramischen Natur unverwüstlich heiter weiter leuchten. Auch die Namen der benutzten Farbpalette «Narcissus, zentrales Höhlengrau, Erbse, Flamingo» (I&II) denkt der Künstler als Fröhlichkeitsverstärker: eine Einladung also zum guten Mute.

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Zwischen 1916 und 1919 wurden in Zürich Impulse gesetzt, welche die Künste weltweit nachhaltig prägen sollten. Dada war die Avantgarde-Bewegung, die dazu aufrief, Phänomene und Ereignisse ihrer Gegenwart zu befragen. Mit Dada New York, Berlin, Paris oder Chile werden Namen wie Marcel Duchamp, Hannah Höch, André Breton und Vincente Huidobro verbunden. Auch Punk, die heutige Performance-Kunst oder Techniken wie Collagen, Hacking und Ready-Mades lassen sich im Anschluss an Dada besprechen. Und alles begann an der Spiegelgasse 1 im Zürcher Niederdorf. In der Bier- und Weinschenke Meierei gründeten Emmy Hennings, Hugo Ball, Hans Arp, Sophie Taeuber, Marcel Janco und Tristan Tzara am 5. Februar 1916 das Cabaret Voltaire. Es waren vor allem junge Emigrant*innen, für die das Cabaret Voltaire inmitten des Ersten Weltkriegs Zuflucht bot. Sie setzten dem Wahnsinn der Zeit neue Sprach- und Ausdrucksformen entgegen, experimentierten im Nebeneinander von Literatur, Kunst, Theorie, Tanz und Architektur.

In Zürich steht mit dem Cabaret Voltaire nicht nur der Ursprungsort von Dada, im Kunsthaus Zürich befindet sich auch eine der wichtigsten Dada-Sammlungen. Dieser Pocket Guide verbindet die beiden Häuser und führt Sie zu weiteren Dada-Spielstätten, die das Milieu und die Orte zeigen, in denen Dada entstand und wirkte. Sie erfahren, in welchen Lokalitäten sich die Dadaist*innen zu ihren Soireen trafen, wo Lenin debattierte und C. G. Jung das Unbewusste beschrieb, wo die wildesten Tanzabende stattfanden und woher das Wort «Dada» eigentlich kommt. Dabei überblenden sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie erfahren, was war, sehen, was ist, und überlegen, was sein könnte. In diesem Sinne wird Dada auch als aktuelle Praxis verstanden. Dada stellt fortwährend Fragen an die Gegenwart und entwickelt Ideen für die Zukunft.


Der Pocket Guide kann für 7 CHF in Deutsch oder Englisch im Shop des Kunsthaus Zürich oder online in unserem «CV Books» bezogen werden. Hier finden Sie den Link zu unserem Online-Shop «CV Books» auf Edcat: https://edcat.net/item/pocket-...

Herausgeberschaft: Salome Hohl, Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, 8001 Zürich und Cathérine Hug, Kunsthaus Zürich, Heimplatz, 8001 Zürich
Produktion: Salome Hohl, Cabaret Voltaire
Texte: Salome Hohl, Cathérine Hug. Einige Texte wurden übernommen von der Karte Dada Stadt Zürich, 2016, hrsg. von Adrian Notz, Cabaret Voltaire. Texte 2016 von: Nicola Behrens, Adrian Notz, Barbara Ruf, Werner Sieg, Raimund Meyer
Produktion 2016: Nora Hauswirth
Mitarbeit Pocket Guide 2021: Elena D’Amato, Franziska Lentzsch. Herzlichen Dank auch an Raimund Meyer, Elena Grignoli und Petra Winiger Østrup
Gestaltung: Vela Arbutina, Samuel Bänziger
Lektorat: Andreas Rizzi
Druck: J.E. Wolfensberger

(c) 2021 Cabaret Voltaire und Zürcher Kunstgesellschaft / Kunsthaus Zürich
ISBN 978-3-906269-31-3

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Die Publikation «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi» bringt die ersten ins Englische übersetzte Gedichte und Texte von Emmy Hennings (geb. 1885, gest. 1948) mit dem Werk der in Zürich lebenden Künstlerin Sitara Abuzar Ghaznawi (geb. 1995) zusammen. Hennings, Mitbegründerin des Cabaret Voltaire in Zürich, war Performerin, Künstlerin und Schriftstellerin, deren Werk lange kaum wahrgenommen wurde. Ghaznawi schuf einen Rahmen und Begegnungen für Hennings' Schreiben durch Collagen, Skulpturen und neue Texte von Mitgliedern ihrer künstlerischen Gemeinschaft. Ausgangspunkt der Publikation ist die Ausstellung «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi», die 2020 im Cabaret Voltaire und später in abgewandelter Form im Swiss Institute in New York gezeigt wurde.

«Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi»
eds. Simon Castets, Salome Hohl, Eva Kenny, Laura McLean-Ferris
Publiziert vom Cabaret Voltaire (Zürich) und dem Swiss Institute (New York), in Zusammenarbeit mit Lenz.

Mit Texten und Beiträgen von: Sitara Abuzar Ghaznawi, Timur Akhmetov, Simon Castets, Olamiju Fajemisin, Emmy Hennings, Salome Hohl, Shamiran Istifan, Semuel Lala, Nils Amadeus Lange, Laura McLean-Ferris, Furqat Palvan-Zade, Sophia Rohwetter, Ser Serpas, Ian Wooldridge, Michael Zimmermann.
Grafik: Dan Solbach

128 pages
48 images (b/w)

ISBN 979-12-80579-36-2
20 EUR / CHF

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Der Dadablog entstand während des pandemiebedingten Shutdowns am Anfang des Frühlings 2020. Damit startete das Cabaret Voltaire ein regelmässiges Journal, das in der Anfangsphase jeweils donnerstags erschienen ist und später einmal pro Monat. Zurzeit werden neue Posts in unregelmässigem Abstand hochgeladen. Der Blog ist nun ein fester Bestandteil der Webseite. Nebst der Vermittlung des historischen Dada, welche hier auch die Möglichkeit hat, Bezüge zur Gegenwart herzustellen, wollen wir auch eine Plattform für verschiedene Autor*innen aufbauen und damit unbekannte und etablierte Stimmen in die Befragung unseres Erbes einfliessen lassen. Die Autor*innen schreiben jeweils in ihrer Sprache. Die Beiträge können skizzenhaft, fundiert, assoziativ oder wissenschaftlich sein.

www.cabaretvoltaire.ch/blog

Dada-Rundgang – in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Zürich
Zwischen 1916 und 1919 wurden in Zürich durch die Dadaist*innen Impulse gesetzt, welche die Künste weltweit nachhaltig prägen sollten. In Zürich steht mit dem Cabaret Voltaire nicht nur der Ursprungsort von Dada, im Kunsthaus Zürich befindet sich aucheine der wichtigsten Dada-Sammlungen. Diese Führung mit der Cabaret Voltaire-Leiterin Salome Hohl und der Kunsthaus-Kuratorin Cathérine Hug verbindet die beiden Häuser und führt Sie zu weiteren Dada-Spielstätten, die das Milieu und die Orte zeigen, in denen Dada enstand und wirkte. Besammlung ist vor dem Cabaret Voltaire. Die Führung endet im Kunsthaus Zürich: im Dada-Kabinett und vor dem Max Ernst-Bild in der Kunsthaus-Bar. Im Preis inbegriffen ist die Führung und der Pocket Guide Dada Stadt Zürich, den wir gemeinsam mit dem Kunsthaus herausgeben.
Die Führung findet am Mittwoch, 29. Dezember 2021, 18:00. Die Tickets für 30 CHF können Anfang Dezember via Kunsthaus bezogen werden. Sie können sich unter info@cabaretvoltaire.ch schon voranmelden.

Dada in Zürich – Überblicksführung
Im Museum Cabaret Voltaire bieten wir Überblicksführungen an. Die Führungen dauern ein- bis eineinhalb Stunden und ermöglichen einen Einblick in die Geschichte von Dada und des Cabaret Voltaire sowie in gegenwärtige Aktivitäten. Neben dem Cabaret Voltaire stehen diverse weitere Dada-Orte in der Stadt Zürich auf dem Programm. Alle Führungen werden auch auf Englisch angeboten.

Anmeldung und Information: fuehrungen@cabaretvoltaire.ch
Treffpunkt: Cabaret Voltaire, Eingang Münstergasse
Sprachen: Deutsch/Englisch (Französisch auf Anfrage)

Preise für Gruppen von Schüler*innen und Student*innen
1 h Führungen für CHF 200.
1.5 h Führungen für CHF 250.-

Preise für private Gruppen
1 h Führungen für CHF 250.-
1.5 h Führungen für CHF 300.-

Preise für Firmengruppen
1 h Führungen für CHF 300.-
1.5 h Führungen für CHF 350.-

Themenführungen
Wir entwickeln laufend Themenführungen, die Dada im Kontext spezifischer Debatten reflektieren. Die Konditionen werden über den persönlichen Kontakt besprochen: fuehrungen@cabaretvoltaire.ch

Aufgrund der Teilinstandsetzung von Mai 2021 bis Ende April 2022 bleibt das Haus während dieser Zeit geschlossen. Führungen können deshalb momentan nur im Aussenraum stattfinden.

Ab Mai 2022 bieten wir Workshops für Schulklassen verschiedener Altersgruppen an:

Lautgedichte performen – auf der echten Dadabühne!
Mit Klängen und Bewegung die Gegenwart befragen

Das Cabaret Voltaire ist ein ausserschulischer Lernort von grosser Bedeutung für die Kunstgeschichte und das aktuelle Kulturschaffen. 1916 schufen die Dadaist*innen im Herzen des Niederdorfs mit dem Lautgedicht eine Kunstform, welche sich keiner bekannten Sprache bediente. Dada gilt aber auch als Geburtsstunde der Performance-Kunst. Im Workshop widmen sich die Schüler*innen sowohl der Ästhetik als auch dem Zusammenhang zwischen Form und Inhalt von Sprache. Je nach Stufe und Klasse wird der Fokus auf Assoziationen und die Ähnlichkeit zwischen Lauten und Wörtern oder auf die historische und politische Bedeutung der Sprache gelegt. Auf das Heute bezogen, kreiren wir im Workshop Lautgedichte und performen diese, je nach Wunsch, entweder auf der Dadabühne mit Kostümen, entwerfen eine visuelle Umsetzung im Stil der konkreten Poesie oder kreieren lautmalerische Video-Performances.

Dossiers zum Workshop «Lautgedichte auf der echten Dadabühne performen»:
Dossier 1: Unterstufe bis Mittelstufe
Dossier 2: Oberstufe, Mittel- und Berufsschulen

Weitere Workshops zu den Themen Collage und Manifeste werden unter den gleichen Bedingungen angeboten.



Einführende und weiterführende Unterlagen:

Die Unterlagen für Schüler*innen ab 16 Jahren, die 2016 in Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum erarbeitet wurden, sind weiterhin zugänglich. Anhand von vier unterschiedlichen «Dada-Ereignis-Themenpfaden» und praktischen Übungen an verschiedenen Orten in Zürich beschäftigen sich die Schüler*innen mit den Anliegen der Dadaist*innen und werden selbst zu Akteur*innen.

Themenpfad «Die dadalogischen Dimensionen» (701,5 KiB)
Themenpfad Readymade – «Ich bin Kunst» (6,7 MiB)
Themenpfad «Sprechakte!» (7,1 MiB)
Themenpfad «Provokation auf der Bühne» (7,2 MiB)
Themenpfad «Politische Propaganda» (6,8 MiB)

Aufgrund der Teilinstandsetzung von Mai 2021 bis Ende April 2022 bleibt das Haus während dieser Zeit geschlossen. Führungen können deshalb momentan nur im Aussenraum stattfinden.

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Gastronomie

Als die Dadaist*innen das Haus 1916 entdeckten, betrieb Jan Ephraim die Bier- und Weinschenke Holländische Meierei. Die Dadaist*innen bespielten den hinteren Saal und verpflegten sich mit dem Angebot der Meierei. Seit der Sanierung 2022 verfügt das Cabaret Voltaire sowohl über eine Bar im Eingangsbereich – die sogenannte Künstler*innenkneipe – als auch über eine Bar im Historischen Saal. Wir empfehlen den «Smoky Tear» zur Ausstellung von Ilaria Vinci sowie unsere weiteren Signature-Drinks «Dada Sour», Haus Negroni» und den «French 1916».

Hier finden Sie die Karte.

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Bar im Historischen Saal, Photo: Romain Mader

Künstler*innenkneipe, Photo: Romain Mader

In der oberen Etage befindet sich das ursprüngliche Cabaret Voltaire. Die Dadaist*innen mieteten das sogenannte Holländer Stübli im hinteren Bereich, um ihr eigenes Kabarett zu eröffnen. Hugo Ball beschrieb das Cabaret Voltaire in seinem Tagebuch als ihren Candide gegen die Zeit. Das Cabaret Voltaire war nur fünf Monate geöffnet. Vom 5. Februar bis zum 23. Juni 1916 fanden täglich, ausser freitags, Veranstaltungen statt. Im April 1916 einigten sich die Dadaist*innen auf den Namen Dada.

Heute ist von der Original-Bausubstanz nur noch die Säule im vorderen Teil des Saales vorhanden. Links im Raum stand – wie heute – die kleine Holzbühne, auf der experimentelle und interdisziplinäre Darbietungen gezeigt wurden. Gedichte wurden in verschiedenen Sprachen gleichzeitig aufgeführt und mit Masken, Tanz, Bühnenbildern und Musik kombiniert.

Damals hingen auch Kunstwerke an den Wänden, unter anderem auch von Picasso. Ein Höhepunkt des Cabaret Voltaire bildete der Auftritt von Hugo Ball am 23. Juni 1916, als er in einem kubistischen Kostüm als magischer Bischof seine Lautgedichte aufführte und dabei seine mystische Erleuchtung erlebte.

Historischer Saal. Photo: Cabaret Voltaire, Gunnar Meier

Durch das Mieten des Hauses ermöglichen Sie nicht nur Ihnen einen besonderen Anlass an einem mythischen Ort der Kulturgeschichte, sondern unterstützen mit Ihrer Miete auch den Erhalt des international bedeutenden Erbes von Dada.

Veranstalten Sie darin:

  • ein rauschendes Fest
  • einen inspirierenden Workshop
  • einen innovativen Launch
  • lehrreiche Kurse oder Vorträge
  • eine bedeutende Lesung

Bitte beachten Sie, dass wir die Räume des Cabaret Voltaire nur für geschlossene Veranstaltungen vermieten können.

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Art des Anlasses
 
Cabaret Voltaire

Stellungnahme der Direktorin:

Dada wird als Befragungsmodus verstanden, der nicht zielführend sein muss, sondern in unterschiedlichen Formen und Formaten fortwährend Fragen stellt: Wie reagieren wir auf die Gegenwart? Mit welchen Mitteln denken wir die Zukunft? Welcher Sprache bedienen wir uns? Wer nimmt an der Gesellschaft teil, unter welchen Bedingungen? Was bedeutet Existenz? Welche Rolle spielen die Künste? Ebenfalls im Fokus steht das Gemeinschaftliche, die gegenseitige Stärkung und Konfrontation, Verletzlichkeit und Mut. Das Cabaret Voltaire war und bleibt ein offener Ort der ehrlichen Kritik und des disziplinübergreifenden Austausches. Diese Ansprüche an eine Kulturinstitution haben heute dieselbe Dringlichkeit wie 1916. Vor der dadaistischen Folie können historische Positionen und zeitgenössische Strategien diskutiert werden, die unsere politische und ästhetische Urteilskraft schärfen. Das Cabaret Voltaire fungiert zugleich als Künstlerkneipe, Vermittlungsort für Dada sowie als Plattform für gegenwärtiges Kulturschaffen und relevante Debatten.

Stellungnahme Vorstand Cabaret Voltaire:

Das Museum Cabaret Voltaire ist der Ursprungsort der weltweit bekannten Dada-Bewegung, die 1916 in Zürich entstanden ist. Das Programm des Cabaret Voltaire lebte und lebt stark von der Besonderheit des Ortes: dem Saal für Aufführungen und Aktivitäten unterschiedlichster Art, dem Barbetrieb, den zugänglichen Räumen davor und darunter, dem Eingangsbereich, der die Tür zur Stadt und zugleich zur Welt bildete und bildet.

1916 war das Cabaret Voltaire ein Ort, an dem die damalige durch Krieg und Exil geprägte Gegenwart das Bedürfnis weckte, sich von den gegebenen Zeitumständen und ihren ideologischen Verengungen radikal (negativ) abzusetzen, um stattdessen neue Weisen der Kooperation und Kritik, experimentelle Formen der Aufführung und Inszenierung sowie neu entdeckte Medien der Reflexion und Dokumentation zu erproben. Dada war insgesamt keine Kunstrichtung, die sich in erster Linie mit der Vergangenheit sowie überhaupt mit dem bereits Bekannten befasste. Viel mehr setzte Dada in zuvor ungekannter Radikalität auf die Auseinandersetzung mit dem, was noch unbekannt war, mit dem, was gerade in der Gegenwart passierte oder noch passieren könnte, um daraus Ideen für die Zukunft zu entwickeln.

Zur «Erbschaft» von Dada gehört deshalb die Frage: Worauf wird man später einmal zurückkommen können? Antworten auf diese Frage können immer nur in der jeweiligen Gegenwart formuliert werden. Das ist das Besondere an Dada, auch jenseits von 1916: Nicht ein Stil, nicht ein bestimmtes politisches Programm und nicht ein fest stehender Inhalt war kennzeichnend für Dada, sondern die Einsicht, dass jede Gegenwart ihre eigenen Mittel und Wege finden muss, um sich möglichst frei aus sich heraus bewegen zu können: künstlerisch, gesellschaftlich, lebenspraktisch.

Das Programm des Cabaret Voltaire versucht, diese Einsichten der Dadaisten aus heutiger Sicht, für die heutige Situation zu befragen und sie erneut fruchtbar zu machen. Die Auseinandersetzung mit dem historischen Erbe enthält zwar eine Komponente der Dokumentation von Geschichte, doch sie kann sich nicht darin erschöpfen. Denn Dada war schon immer auf die Zukunft ausgerichtet und deswegen gilt es auch, die Vergangenheit von Dada nicht als statisch zu begreifen. Vielmehr soll diese Vergangenheit immer wieder neu auf ihre Aktualität für die Gegenwart und Zukunft hin befragt werden.

Die damaligen Aktivitäten der Dadaist*innen bewegten sich allesamt in Spannungsfeldern: zwischen Kunst und Nicht-Kunst, Planung und Zufall, Sinn und Unsinn, Behauptung und Realisierung, lokalen Besonderheiten und internationaler Vernetzung, intensiven Livemomenten und – was oft vergessen geht – Bestrebungen nach Anerkennung und Dauer. Diese Spannungsfelder bestehen auch heute noch. Sie sind unauflöslicher Teil der fortlaufenden Geschichte von Dada. Das Programm des Cabaret Voltaire ist sich dessen bewusst, ortet diese Spannungen in ihrer jeweils aktuellen Ausprägung und arbeitet mit ihnen. Sie unterzieht sie so einem permanenten «Gegenwarts-Check».

Für Bildanfragen, Informationen zu den Ausstellungen und Veranstaltungen sowie Interviewanfragen kontaktieren Sie bitte Salome Hohl:
salome.hohl@cabaretvoltaire.ch oder +41 43 268 08 44 (Büro)

Falls Sie regelmässig Presseinformationen zu unseren Ausstellungen und Veranstaltungen erhalten möchten, nehmen wir Sie gerne in den Presseverteiler auf. Senden Sie uns diesbezüglich eine Mail.

Das Cabaret Voltaire wird vom gleichnamigen Verein getragen, der auf die Unterstützung von Mitgliedern, öffentlicher Hand, Stiftungen und privaten Personen angewiesen ist.

Als Mitglied oder Cabaret-Voltaire-Freund*in unterstützen Sie die lebendige Bearbeitung des dadaistischen Erbes, die Ausstellungen und die disziplinübergreifenden Auseinandersetzungen während Veranstaltungen wie der Soireen am Dienstag. Durch Ihren Beitrag ermöglichen Sie das Fortbestehen dieser weltweit bekannten Kulturinstitution.

Werden Sie Mitglied (1 Jahr)
CHF 100
CHF 50 (reduziert für Student*innen und Künstler*innen)

Sie erhalten jedes Jahr einen Mitgliederausweis, der Sie zum Gratiseintritt in die Ausstellungen und alle weiteren Veranstaltungen, die vom Cabaret Voltaire organisiert werden, berechtigt. Zudem gewähren wir Ihnen 10% auf Getränke und Publikationen.

Werden Sie Cabaret-Voltaire-Freund*in (1 Jahr)
ab CHF 500

Sie erhalten jedes Jahr einen Mitgliederausweis, der Sie zum Gratiseintritt in die Ausstellungen und alle weiteren Veranstaltungen, die vom Cabaret Voltaire organisiert werden, berechtigt. Zudem gewähren wir Ihnen 10% auf Getränke und Publikationen. Überdies führt Sie die Direktorin auf Anfrage durch die Ausstellungen und das Haus. Sie bekommen jährlich eine Einladung zur unserer Programmpräsentation mit Aperitif für Unterstützer*innen und Mitwirkende zum Geburtstag des Cabaret Voltaire am 5. Februar.

Kontaktieren Sie uns dafür unter info@cabaretvoltaire.ch. Falls Sie die Institution längerfristig und spezifisch unterstützen möchten, wenden Sie sich an die Leitung: salome.hohl@cabaretvoltaire.ch (Direktorin), esther.widmer@cabaretvoltaire.ch (Geschäftsführerin)

Bankverbindung
Selbstverständlich können Sie Ihren Beitrag nach Wahl auch direkt auf folgendes Bankkonto überweisen:

Zürcher Kantonalbank, Postfach, 8010 Zürich
IBAN: CH32 0070 0110 0007 7322 2
BIC (SWIFT): ZKBKCHZZ80A
Inhaber: Trägerverein Cabaret Voltaire

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Statuten
180620 Verein Cabaret Voltaire Statuten 2018.pdf (2,1 MiB)

Vorstand
Sandro Zanetti (Präsident)
Jean-Pierre Hoby (Vize-Präsident)
Barbara Basting (ex officio Stadt Zürich)
Patrick Hug
Fabienne Barras
Annatina Menn
Una Szeemann
Raffael Büchi

Jahresberichte
Jahresbericht Verein Cabaret Voltaire 2020.pdf (4,9 MiB)

Jahresbericht Verein Cabaret Voltaire 2019.pdf (6,8 MiB)

Jahresbericht Verein Cabaret Voltaire 2018.pdf (2,5 MiB)
Jahresbericht Verein Cabaret Voltaire 2017.pdf (6,4 MiB)

Leitung

  • Salome Hohl (Direktorin und künstlerische Leitung)
  • Esther Widmer (Geschäftsführerin)

Mitarbeiter*innen Programm und Vermittlung

  • Naïma Trabelsi (Assistenzkuratorin)
  • Martina Felber (Kommunikation)
  • Monica Unser (Projekte)
  • Elena Grignoli (Workshops für Schulklassen und Führungen)
  • Andrea Oertle (Workshops für Schulklassen)
  • Laura Sabel (Audio Guide und Führungen)
  • Petra Winiger Østrup (Führungen)

Mitarbeiter*innen Bar, Café/Bar und Vermittlung, Technik

  • Roberto Grassi (Leitung Bar)
  • Roberto von Escher (Bar)
  • Aytac Pekdemir (Bar)
  • Giorgina Hämmerli (Bar)
  • Magali Berberat (Bar)
  • Elvira Bättig (Café/Bar und Vermittlung)
  • Joëlle Bischof (Café/Bar und Vermittlung)
  • Seraphin Reich (Café/Bar und Vermittlung)
  • Val Minnig (Café/Bar und Vermittlung)
  • Flavia Senn (Café/Bar und Vermittlung)
  • Lorik Visoka (Technik)

Grafik / Informatik

  • Vela Arbutina (Studio Vela Arbutina, Grafik)
  • Samuel Bänziger (Bänziger Hug, Grafik)
  • Olivier Hug (Bänziger Hug, Informatik Website)

Wir bedanken uns herzlich für die Unterstützung!

Das Cabaret Voltaire erhält grosszügige Betriebsbeiträge von:
Stadt Zürich

Das Cabaret Voltaire erhielt 2020 und 2021 grosszügige Projektbeiträge von:
Die Mobiliar

Kanton Zürich
Ernst Göhner Stiftung
Nestlé Fondation pour l’Art
Avina Stiftung
Gottfried und Ursula Schäppi-Jecklin Stiftung
Ars Rhenia
Elisabeth Weber Stiftung

Temperatio

Frühere Betriebsbeiträge:
Bank Julius Bär (2008–2011)
Andy Rihs (2008–2011)
Swatch (2004–2008)

Frühere Projektbeiträge:
Dr. Adolf Streuli Stiftung (2013, 2017)
artEDUStiftung (2017)
Fachstelle Kultur Kanton Zürich (2017)
Avina Stiftung (2016)
Dr. Georg und Josi Guggenheim Stiftung (2014–2017)
UBS Kulturstiftung (2017)
Agape Stiftung (2015–2017)
Else v. Sick Stiftung (2016–2017)
Zürcher Kantonalbank (2013, 2016)
Ernst Göhner Stiftung (2013, 2016)
Maya Behn-Eschenburg Stiftung (2015–2016)
Pro Helvetia (2016)
Lixmar-Stiftung (2016)
Ars Rhenia Stiftung (2016)
Ernst und Olga Gubler-Hablützel Stiftung (2016)
Walter Haefner Stiftung (2016)
Cassinelli–Vogel Stiftung (2016)
Stiftung Temperatio (2016)
Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg (2008–2016)
Volkart Stiftung (2008–2014)
Swiss Re (2013)
Migros-Kulturprozent (2013)
Baugarten Stiftung (2013)
Adolf und Mary Mil-Stiftung (2013)
Parrotia-Stiftung (2013)
Georges und Jenny Bloch-Stiftung (2013)
Georg und Bertha Schwyzer-Winiker-Stiftung (2013)

Cabaret Voltaire 1916–2004
Nachdem das Cabaret Voltaire 1916 von den Dadaist*innen eröffnet und wenige Monate später geschlossen wurde, folgte eine lange Zeit diverser Nutzungen. 2002 wurde das Cabaret Voltaire von einer Gruppe aus politischer und künstlerischer Überzeugung besetzt und somit verhindert, dass aus dem Cabaret Voltaire – wie die Erzählung ist – eine Apotheke werden sollte. Durch die Besetzung gelang die Bedeutung von Dada und dem Cabaret Voltaire zurück in das Bewusstsein der Zürcher Gesellschaft. Durch die Unterstützung des “Komitee pro Dada-Haus” sowie einiger Politiker*innen wurde das Cabaret Voltaire 2004 unter dem Dach eines Trägervereins sowie unter der Direktion von Philipp Meier und mit Adrian Notz als künstlerische Assistenz “wiedereröffnet”. 2006 wurde Adrian Notz Co-Direktor und 2012 alleiniger Direktor des Cabaret Voltaire.

Archiv Cabaret Voltaire 2004–2019
Mit dem “Archiv Cabaret Voltaire 2004–2019” bieten wir Ihnen nicht nur einen Einblick in die Veränderungen und Visionen der letzten 15 Jahre, sondern auch in den Umgang mit Obsessionen sowie dem historischen Kulturerbe. Im Zeitraum von 2004–2019 sind über 64 Ausstellung und unzählige Veranstaltungen und Aktionen realisiert worden, in denen Dada in seinen unterschiedlichen Formen und Inhalten befragt und aktualisiert wurde. In den 15 Jahren musste das Cabaret Voltaire immer wieder um seine Akzeptanz sowie sein Dasein kämpfen und es wurde zum bedeutenden Ort der philosophischen und künstlerischen Auseinandersetzung mit Dada und zum Ort der Kunst!

Online – Besucher*innen haben die Möglichkeit, über “kleio - the living catalog” online einen Einblick in die Geschichte des Cabaret Voltaire zu erhalten. Wir verstehen das Archiv als ein mobiles, da es sich nicht nur ständig entwickeln und erweitern, sondern auch und insbesondere durch die Rezeption und Zugänglichkeit immer neu interpretiert und ausgelegt werden kann. Im Archiv finden Sie alle Projekte, Publikationen, Presseartikel sowie diverses Foto-, Video-, und Sound-Material. Durch die Funktionen, die uns “kleio” ermöglicht, können Sie rhizomartig durch Verlinkungen auf andere Projekte, Personen, und Institutionen gelangen.

Analog - Das Cabaret Voltaire ist Besucher*innen in seiner analogen Form im Stadtarchiv Zürich zugänglich, wo sich die Vielzahl aller Dokumente, AV-Medien, Publikationen sowie diverses, objekthaftes Ausstellungsmaterial der vergangenen 15 Jahre befindet. Wo Sie im Online-Archiv einen Überblick über die gesamten 15 Jahre gewinnen können, bietet Ihnen das analoge Archiv die Möglichkeit, sich zu vertiefen und sich mit der Geschichte und all ihren Facetten zu beschäftigen.

Der Online Archivkatalog der Stadt Zürich: https://amsquery.stadt-zuerich.ch/suchinfo.aspx

Das Online Archiv des Cabaret Voltaire auf kleio: https://cabaretvoltaire.kleio.com

Archivbestand
Cabaret Voltaire (2004–2019)
Archivbestand

Impressum 2019
Konzeption/Realisierung: Laura Sabel, Adrian Notz
Mitarbeiter*innen: Petra Winiger Østrup, Tilde von Overbeck, Marlies Jost, Sonja Jost, Jessica Palmer, Clara Atkinson, Kirsty Clark, Michelle Chin, Poppy Eastwood, Oliver Bass.

Mit grossem Dank an Anina Schenker (kleio) und Max Schultheiss (Stadtarchiv Zürich) für die grosse Unterstützung und sehr gute Zusammenarbeit.

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Stefan Burger, Traverse, 2020 (Edition von fünf Absinthgarnituren, je sechsteilig)

Gastronomisch hat sich das Cabaret Voltaire unter anderem dem Absinth verschrieben. Stefan Burger entwarf eine Absinthgarnitur mit Glasarbeiten, die derzeit einen Schwerpunkt seiner Arbeit darstellen. Das Kunstwerk als Gebrauchsgegenstand kann in der Dada-Bibliothek erworben werden.

Bei Interesse bitten wir Sie, uns unter info@cabaretvoltaire.ch zu kontaktieren.

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Pro Ausstellung werden spezielle Karten produziert.
Preis: CHF 2

- Sitara Abuzar Ghaznawi (Untitled, 2020)
- Postkarten mit Emmy Hennings
- Agnes Scherer «The Teacher» (Schaubild aus der Operette)

August
September
October
November
December
Programme

Opening: 20 May 2022, 18:00

The artisanal object landscapes by ektor garcia (*1985) are frozen moments within an ongoing process. Using a variety of materials and techniques, the artist creates temporary structures that can be reworked at any time. Set in juxtaposition, the crocheted textiles, copper wire connections, ceramic forms, and metal castings function like free-form poems that constantly generate fresh resonances. For each exhibition, garcia produces new constellations that resist the urge to establish categories and hierarchies. They are punk and queer. The sensual installations break with narrative forms that are intended to convey a certain story without obliviousness to history. Through the materials and symbols, multi-layered content traces can be picked up on without imposing themselves.

The artist’s work involves intense physical labor. Countless loops, knots, and fingerprints are evidence of his daily work, in which chaos and logic, connection and detachment exist in parallel. garcia strives for the imperfect, the beauty of the handmade, unique with its flaws. Fragments of the installation in the vaulted cellar were produced partly in Mexico City, the artist’s current place of residence, as well as in Zurich, Berlin, Paris, and Venice. In these places, for the past few weeks, garcia has knotted, knitted, modeled, and crocheted daily to produce work for the exhibition nudos de tiempo. Because of his nomadic practice, his art is invariably exposed to new influences. These do not, however, become fixed. Contributing to this openness is the fact that the objects are detached from craft traditions due to the sometimes unusual combinations of materials and techniques. For example, garcia crochets with copper wire, forms resistant objects such as chains from fragile terracotta, or transfers soft materials into bronze using the lost wax process. During the casting process, the original is dipped in wax melts. In order to extract the work fragment, the plaster mold must be destroyed, meaning that the casting can be carried out only once; the result is a unique piece with uncontrollable, surprising formations.

Some of the crochet works on display are reminiscent of the US fiber art movement of the 1960s, which addressed the division of the sexes by means of female-dominated domestic labor. garcia uses the emancipatory power of crochet but expands the feminist material vocabulary through disconcerting connections between material and technique. In the context of feminist movements, the butterfly can be read as a symbol of transformation and freedom. In the Cabaret Voltaire, butterflies made of cut leather, crocheted copper, yarn, or ceramics can be seen. garcia also associates the butterfly with other experiences. He made several visits to the Mariposa Monarca biosphere reserve near Mexico City, which serves as the winter quarters for the monarch butterfly. Countless butterflies fly up to 4,000 kilometers from Canada to Mexico in winter, and make the return journey in spring. These butterflies cross borders in a way that is not possible for many people wanting to enter the US from Mexico. On the other hand, the Spanish word for butterfly, this symbol of transnational freedom, is mariposa a derogatory term used in Mexico for homosexual men. Here, garcia reclaims the word. His small black leather butterfly displayed on the floor recalls, in its abstracted form, the armor of the Toltec warriors of Tula, who wear the butterfly emblazoned across their chests as a protective shield.

These historical intersections of nature, cultural production, and society are reflected in garcia’s use of materials. Ceramic and textile crafts are among the oldest and most important of cultural techniques. Textile products, for example, were used as communication systems by advanced civilizations. The Quipu, a knot script from the Inca Empire, served as a sophisticated counting system and as a simple form of correspondence from the 7th century onwards. Textiles have also been an important medium of communication in more recent history: for example, the Arpilleras, which gave expression to the oppression suffered during the Pinochet dictatorship in Chile, or the AIDS Memorial Quilt in the US, which commemorates the frequently socially ostracized victims. There are no obvious analogies to this in garcia’s work. It remains unclear whether the patterns and shapes follow a specific tradition, spring from the artist’s imagination, or come as arbitrary pattern templates sourced from the internet. However, knots, patchwork, material collages, and banners recall the coexistence of indigenous history, folk art, protest movements, and pop cultures.

All of garcia’s objects are produced with naturally sourced fabrics and natural dyes. The brownish yarn’s color comes from walnut shells. The crimson-red work on the floor comes from Central and South American cochineal insects, whose dyes were supplied to both European royalty and the Vatican to intensify the colors of precious textiles. garcia uses cactus fibers and the tips of water-chestnut seeds to attach barbs to a chain. This makes some objects reminiscent of tools for agriculture or hunting, and also bridles. These interpretations are supported by the lighting, which for brief moments is reminiscent of ethnographic displays but which in the end remains too scattered for that.

garcia always writes his name in lower case. In this way, he recalls US author bell hooks, and the idea that the content of a work should take precedence over its authorship. This negotiation of subject-object relationships and the breaking of hierarchies runs through his entire body of work. His exhibitions occupy floors, walls, ceilings, and intermediate spaces in equal measure. In their fragmentarily evoked history, the objects are transnational, trans- cultural, and hierarchically vertical. In the tradition of US theorist Eve Sedgwick, a wide range of desiring, identifying, representing, repelling, rivaling, imitating, withdrawing, attacking, distorting, and other relationships emerge in the juxtaposition.

In garcia’s work, a literary quality emerges in the production process as well as in each presentation. Like passages of poetry, the stitches of the crochet works and the individual fragments of an entire landscape of objects are strung together. Repetition, rhythm, and superimposition give rise to new meanings that can become knotted and unravel again at any time, as the exhibition title nudos de tiempo (knots of time) implies. Here, ektor garcia may be following the sculptor Barbara Chase-Riboud, who states in her book Everytime a Knot Is Undone, a God Is Released that each unraveling of a knot creates a new meaning.

It is precisely in this play with norms, and the simultaneity of openness and the search for meaning, that garcia’s practice finds a connection with the Dada legacy. The Dadaists moved between art and non-art, planning and chance, sense and nonsense, chaos and order, process and manifestation in their desire to overcome conventions and find new forms of expression. To this end, they made use of materials that had not previously been assigned to art, and committed themselves to process, to coexistence, and to drawing on cultural products of non-European cultures. Despite their progressive stance at the time, there were blind spots in their actions. They appropriated “the Other” for their own purposes, and ignored the fact that their reference objects became available to them through colonization.

The show at Cabaret Voltaire is ektor garcia’s first institutional solo exhibition in Switzerland. It is curated by Fabian Flückiger and Salome Hohl in close collaboration with the artist.

ektor garcia earned a BFA at the Art Institute of Chicago and an MFA at Columbia University. He has had solo exhibitions at the Henry Art Gallery (Seattle), Empty Gallery (Hong Kong), Progetto (Lecce), the Sculpture Center (New York), and the Museum Folkwang (Essen). His work has been included in numerous group exhibitions, including the Hangzhou Triennial of Fiber Art (China), the New Museum (New York), El Museo del Barrio (New York), and Prospect New Orleans.


Exhibition view ektor garcia «nudos de tiempo», Cabaret Voltaire 2022

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Letter from Sophie Taeuber-Arp to Hans Arp from Arosa on Mai 4, 1919. Image: Zentralbibliothek Zürich, Ms. Z II 3067.37

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Due to the pandemic and the renovation of Cabaret Voltaire, the exhibition had to be postponed from October 2020 to October 2022.

Sophie Taeuber-Arp (1889-1943) regularly participated in the Cabaret Voltaire and the Dada Galerie, dancing in Marcel Janco's Cubist costume, for example. One of her pioneering abstract works is entitled Dada Bowl (1916). Cabaret Voltaire shows Taeuber-Arp's letters and postcards purchased by the Zurich Central Library, which were studied in an edition project at the Zurich University of the Arts. The editors Medea Hoch, Walburga Krupp and Sigrid Schade reconstructed the artist's own view for the first time. Until now, art-historical reception has been based almost exclusively on memoirs by her partner Hans Arp. Questions are asked about her concepts of artisthood, her self-positioning between applied, free and performing art, about abstraction processes as well as gender attributions. The three-volume edition was published in October 2021 by Nimbus Verlag Wädenswil.

For the Geneva artist Mai-Thu Perret (*1976), the oeuvre of Taeuber-Arp is a source of inspiration. For example, in 2015 she directly quoted the Dada Bowl as well as Untitled (Pourdrier) of 1916. But other of her works also show a proximity to Taeuber-Arp's works. In the exhibition, Perret's works enter into a dialogue with the letters of the Dada pioneer and some original works by Taeuber-Arp and her students. It is interesting to see to what extent the Geneva-based artist continues the artistic questions Taeuber-Arp was involved in and how she sheds light on them from a contemporary perspective.

The exhibition is intended as a contribution to the beginning of Sophie Taeuber-Arp's increased visibility in the new decade. A retrospective opened at the Kunstmuseum Basel in March 2021, which then traveled to the Tate in London and afterwards to the Museum of Modern Art in New York.

A didactic operetta by Agnes Scherer
Puppet play: Soya Arakawa
Music: Tobias Textor
Vocalist: Claudia Barth

Performance of the operetta «The Teacher» at Cabaret Voltaire. Photo: Gunnar Meier

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Exhibition «The Teacher»

In the work of Agnes Scherer (*1985), the operettas that she has been developing since 2015, occupy a unique position. Her unusual performance formats draw inspiration from basal theatre forms such as processions, the mechanical theatres of the Baroque period, and even from the form of PowerPoint presentations. Thereby, Scherer is interested in possibilities of liberating the work of art from the status of the passive object, and giving it a heightened agency. At the center of «The Teacher» stands a teacher figure, which is controlled by a student – performed by Soya Arakawa – laying on the floor, using his feet to control the figure by employing some quite formidable effort. The teacher is thus placed in a didactic frenzy, a kind of hectic dance that sometimes seems monstrous, sometimes seductive. His lessons are illustrated by large diagrams that fall to the floor in short intervals, in order to reveal something new over and over again. What the teacher presents sounds impressive and true but in fact, contradicts itself. The text, which is closely interwoven with Tobias Textor’s rapid percussion, consists of aphorisms that Scherer was partly told by authorities and partly wrote herself. Together, the texts analyse and demonstrate the rhetorical blueprint of so-called wisdoms and their manipulative potential.

The concluding lesson, «The greater is the lesser and the lesser is the greater» seems to claim that in reality, there are opposing (power-)relations which exist a priori to those who are visible; logical if one considers that the teacher would be incapable of acting without the supporting function of the student. – Or, is it an insidiously constructed paradox, whose seductive anti-logic wants to convince the pupil to be satisfied while remaining in his powerless position? After this final lesson, the teacher disappears, leaving the pupil disoriented, longing for the return of his master. A colossal letter opens. Instead of the longed-for word of authority from afar, what emerges is a scene depicting futile waiting where the student, reclined on a sarcophagus, turns to stone while waiting. The content of the letter suggests that, in fact, no letter has ever arrived. Meanwhile, a stone replicate replaces the waiting and laying student, who can escape through a side hatch in the sarcophagus. In this final image, the artist opens up a space for in-between moments, which play out in unequal relationships. For example, the action of the student can be read as naivety that exists in order to accept power relations. At the same time, though, the scene also reflects the ambivalent longing toward wanting to be at home in a teaching, while, in equal measure, emancipating oneself from it. The master-student-relationship, which in «The Teacher» is embodied by men, refers back to the history of authority, which as a social principle of order and relationship is male. The fact that a woman transmits the patriarchal speech-act – the logos – causes a refraction through which a critical distance is created.

The twelve large paintings that accompany the lessons are playing with the genre of the diagram. The depicted arrangement of objects and pictorial figures seem to illustrate causalities and conditional relationships. However, this communicative character, which invites us to understand, is counteracted by a compositional unity containing fantastical landscapes. In analogy to the texts with which they correspond, they evoke a sentiment of near comprehension. The image-finding process emerges from a longstanding practice of elaborated pencil drawings, which is illustrated by a series exhibited on the upper floor of the Cabaret Voltaire. Stylistically, both, the paintings and the drawings combine, among other things, elements of the Middle Ages with those of Surrealism from the 1960s and 1970s and testify to the broad spectrum of references with which the artist, who is also trained as an art historian, works. References include the medieval Voynich manuscript, which illustrates botanical, anatomical, and astronomical contexts, and the psychedelic comic book Codex Seraphinianus (1981), which is based on the Voynich manuscript in its encyclopaedic approach.

With regard to the historical legacy of the Cabaret Voltaire, Scherer’s work connects in many ways to the site. By bringing together paintings, puppetry, sculpture, stagecraft, music and text, the artist continues the tradition of the Gesamtkunstwerk. Yet, Scherer also touches on other core themes of the Dada Zurich: She illustrates and distorts authoritarian relationships, whether it be through language, gestures or visual mediation. The didactic recognises itself ludicrously.

At Cabaret Voltaire, the installation accompanying the operetta will be on display for the entire duration of the exhibition. At the opening on October 2, at the matinée on October 3, and by the end of the exhibition, Agnes Scherer enlivened the production collaborating with Tobias Textor (musician/Berlin), Soya Arakawa (performer/Düsseldorf) and Claudia Barth (performer and activist/Zurich). In addition to the exhibition on the ground floor, a series of large-scale pencil drawings by the artist, spanning the years 2017-2019, is also on display on the upper floor.

«The Teacher» was shown for the first time in April/May 2019 at the Berlin project space Kinderhook & Caracas, curated by Sol Calero and Christopher Kline.


Biographies

Agnes Scherer (*1985 in Lohr am Main, Germany) lives and works in Berlin. She studied art history in Tübingen and Vienna and fine arts at the Düsseldorf Art Academy. In 2019, she won the Berlin Art Prize. Most recently, her work has been shown in group exhibitions including in the Galerie ChertLüdde (Berlin, 2019) and the Kunstverein Düsseldorf (Düsseldorf, 2019), as well as in solo exhibitions; «Coeurs Simples», Galerie Sans Titre (Paris, 2020); «Orlando Tussaud», Philipp Haverkampf Galerie (Berlin, 2019/20); «The Very Hungry», Horse & Pony (Berlin, Berlin Art Prize finalists exhibition 2019); «The Teacher», Kinderhook & Caracas (Berlin, 2019) and «Cupid and the Animals», Tramps (New York, 2018 and London, 2017). «The Teacher» was first shown in April and May 2019 in the Berlin project space Kinderhook & Caracas, curated by Sol Calero and Christopher Kline. www.agnesscherer.de

The career of multidisciplinary artist Soya Arakawa (* 1984 in Hamamatsu, Japan) includes many years of activity in the field of performance – including solo performances as well as repeated collaborations, in which he acts as a singer, dancer and instrumentalist. His contribution to «The Teacher» draws on his profound knowledge of the art of puppetry, which he also explores in his own recent work. His most recent projects include the performance Crystals at the Market Gallery, Glasgow (February 2020) and Passacaglia della Vita, together with the group SPINE (to which Claudia Barth belongs) at the Simultanhalle Köln (September 2020). Soya Arakawa lives in Krefeld, Germany. www.tacolv.org

The music for «The Teacher» was composed by Tobias Textor (* 1986 in Siegen, Germany). The Berlin-based musician cultivates an experimental attitude and creates music as a spontaneous reaction to social and material environments. His more recent works include «The Teacher», the setting to music of a painting performance by Gregor Hildebrandt together with Christopher Schmidt (2018), as well as compositions with Ornella Balhi for the operetta The Salty Testament, which is currently being written. In 2020, he developed music in connection with drawing in the context of the artists’ residence in the Freiraum of the dance company Ben J. Riepe in Düsseldorf. For «The Teacher», Textor has put together a percussion set of gongs and wooden percussion instruments, most of which originate from theatre contexts. Through his unconventional approach to these instruments, he elicits new and exciting sound qualities from them. https://www.instagram. com/tobias_textor/

Claudia Barth’s (* 1987 in Herrliberg, Switzerland) work focuses on a performance practice that concentrates on movement and speech acts. Her socially and politically committed artistic activity has resulted in video works, sculptural works and large-scale silhouette cut-out. In 2019 Barth completed the long-term project Eu-você at the EinTanzhaus Mannheim, a collaboration with her sister Isabelle Barth and Brazilian artists. Part of this project are also the video works every smell a thousand memories, which were also shown in 2019 at the Raum*station Zürich, as well as the performance Eu não falo português – Ich spreche kein Portugiesisch, which can be seen online this year as a final work at the HKB Bern. At the end of October 2020, Claudia Barth was nominated for the Performance Prize Switzerland in Geneva. For «The Teacher», she performs as a reciter. https://cap-common-ground.ch/a..., www.barthclaudia.com

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Angespannte Latenz [Tense Latency]

Three large drawings are on display at Cabaret Voltaire until April 30. One of them, Gegenstände [Objects], is attributed to Agnes Scherer. The other two deny their creation by Scherer's hand – by any hand: Inaktiver Zeichenarm [Inactive Drawing Arm] and Inaktiver Zeichenarm mit Motiven, die ohne dessen Zutun entstanden [Inactive Drawing Arm with Motifs Created Without its Involvement] show idle arms next to seemingly lost figurations. Incoherent motifs buzz unrelieved in a damaged framework of bridle that obviously failed to unfold into a foulard à la Hermès. Six stranded seals attempt to establish at least a formal relationship to the drawing arm passing by in a barge by imitating its silhouette. Comparable to the ownerless play personnel in Pirandello's «Sechs Personen suchen einen Autor» [Six Persons Seeking an Author], this assembly of motif finds itself in a kind of purgatory of only partially recognized existence. At the same time, the drawings, created in 2017 during a slow convalescence after pneumonia, reflect strangely aptly the state of tense latency prevailing today due to the pandemic. The enigmatic imagery of her pencil drawings, a core practice in Scherer's work, reveals itself as the source of the disorienting schematics of her operetta/exhibition «The Teacher», currently on view in the exhibition space. In front of the camera lens, the gingerly executed works on paper usually retreat into a nebulous haze that approximates photographic reproduction to a blurred memory. Thus, they circulate mainly in a cloud of inner images from which they have emerged.




Due to Covid-19 the performance to the finissage cannot take place in May 2021.

Sitara Abuzar Ghaznawi, Sculpture 1, 2020, Photo: Cabaret Voltaire, Gunnar Meier

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Emmy Hennings (1885–1948) was co-founder of the artists’ bar with Hugo Ball, and probably the most present figure at Cabaret Voltaire. The fact that she received little attention as a writer and artist may be due to various reasons. Perhaps it was the distinct language, or the general uneasiness at dealing with her Catholicism; whatever it was, her trace is missing in the male-dominated Dada historicisation. Only recently has Hennings received recognition, and indeed beyond the role of cabaret star. Whoever reads her novels, poems, and reviews will encounter a woman for whom writing was a survival strategy. She astutely analyses her existence and stages herself as a multiple. The aim of this exhibition is to examine her oeuvre seriously and to promote the opinion that there is continuity within it. For example, ecstasy and faith lie close together, and the themes of captivity and freedom run throughout her work. Motifs like the rose are recurring. For the first time, stained glass from the last years of her life can be viewed in an exhibition. In the past, little claim to art was attributed to them.

At Cabaret Voltaire, Hennings’ writings and paintings enter into an associative dialogue with the works of Sitara Abuzar Ghaznawi (*1995). The young artist stages Hennings’ literary and artistic works in showcases that can also be understood as sculptures. The exhibition display as a place of encounter and a focal point of standardised ideas is part of her artistic questioning. Ghaznawi focuses her attention on power structures, possibilities of participation, forms of aesthetics, craft and knowledge. She questions her environment from a position between autonomy and dependence, the private and public spheres, collectivity and individuality. Characteristic of her formal language is the self-made and the use of everyday, often worthless, materials. The works appear fragile and poetic, a characteristic she shares, amongst other things, with Hennings. Thus, repetitive subjects such as specific flowers, materials and patterns are also present in her work. They result from her engagement with socialized taste and circulating motifs.

Emmy Hennings, who was born 1885 in Flensburg/D and died 1948 in Soregno near Lugano, was a writer, actress, cabaret artist and co-founder of the Cabaret Voltaire and the Dada Gallery. During her lifetime, the following writings were published among others: Die letzte Freude (1913), Gefängnis (1919), Das Brandmal. Ein Tagebuch, (1920), Helle Nacht (1922), Die Geburt Jesu (1932), Der Kranz (1939). But she also wrote for magazines and newspapers (including Revoluzzer) and painted.

Sitara Abuzar Ghaznawi, born 1995 in Ghazni/Afghanistan, lives and works in Obwalden and Zurich. In 2019 she received her Bachelor at the Zurich University of Applied Sciences of Arts and presented, among others, in the following group exhibitions: Gallery Maria Bernheim (Zurich, 2019), Fri Art (Fribourg, 2019), Museum in Bellpark (Kriens, 2019), Édouard Montassut (Paris, 2019), Material Art Fair (New Mexico City, 2019). Solo exhibition: Luma Westbau|schwarzescafé (Zurich, 2019).


Courtesy works Sitara Abuzar Ghaznawi: The artist
Courtesy exhibits Emmy Hennings: Swiss National Library, University Library Basel, Swiss Federal Archive and Zurich Central Library

We thank the Swiss National Museum for sponsoring the material.

Opening: 30. April 2022, 18:00–03:00
Exhibition: 30.04.2022–09.07.2023

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In the entrance area there is now a bar, which is occupied by an artistic position for one year at a time and opens the house towards Münstergasse. In its designation as «Künstler*innenkneipe» (Artists’ Bar), the bar refers to the original name of the Cabaret Voltaire: the Dadaists originally opened their art space in 1916 as the «Künstlerkneipe Voltaire». With the gender star, the setting is updated, but the intertwining of art and gastronomy is carried forward. The Cabaret Voltaire invites people to meet without museum barriers in the midst of art.

Ilaria Vinci (*1991) kicks things off with her exhibition «Phoenix Philosophy Café». In her practice, Vinci explores what she calls the «Zone of Fantasy»: the area in the human psyche where self-perception and world-perception meet and blur. The artist explores what constitutes reality and how people communicate and imagine. To this end, she creates installations, props and writings that make use of visual and linguistic vocabulary, start with the everyday, but always tip over into the fantastic.

For «Phoenix Philosophy Café» Ilaria Vinci took as her starting point a particular type of fireplace that has its origin in the south of Italy in the beginning of 1900: A kind of living alcove where people gather, share stories, debate, eat, drink, or play together. The partially burnt furniture, which the artist created through skillful paint effects, underline the reference to the fireplace. Kept in shades of gray, the tables and chairs however seem slightly removed, as if from an old black-and-white film. In complete contrast, the colorful flickering flames in the background are reminiscent of Tiffany lamps, a special technique of glass processing in the Art Nouveau style. The fireplace aesthetic – which includes brick pillows designed by Vinci with a digital aesthetic – in connection with the lamps turns into an avant-garde grand café atmosphere. Both the fireplace and the café are places of encounter and exchange, with fire having a special aesthetic and social power.

Individual faces and thoughts appear particularly nuanced around the fireplace, then disappear in a collective play of shadows. Flames captivate; they have a calming and stirring effect. In the blazing fire, gazes meet and lose each other again. The fireplace (and also the café) seems to be a place where existentialist questions are particularly revealed. This refers to the examination of lived experiences and the view of an individual as something that is not predetermined in its essence, but only becomes what it is by creating itself – depending on the situations into which they have been thrown. The large gestural acrylic painting, partly in airbrush technique, in the alcove on the back wall hints at such musings.

On the lower left half of the picture are three burning candles, which can be read sometimes more clearly, sometimes more abstractly as «I» (German «Ich»). At the latest, this association is triggered when the eye wanders to the many letters «I», reminiscent of a concrete or Dadaist poem. The repetitions of «I» as «I» trigger different chains of thought. For example, on the interdependence of the many individual «I»s, raising the question of where the collective «we» should stand.

As a German speaker, the pronunciation of the English «I» absurdly leads to the German word «Ei» (English: «egg»), which is the focal point of the painting. In the juxtaposition of the burning egg and the candles, it is suggested that it is not so much transience as the examination of cycles of life and thought that underlie the painting. Vinci creates an image situation that changes every moment, a transformation process in which it is not clear whether something new will soon hatch from the egg or burnt-out shells will remain.

The burning egg on the nest is a reference to the mythological figure of Phoenix, which can be seen throughout the exhibition, for example on both the flanking columns of the fireplace console. Phoenix is the story of a fabulous bird, allegedly as large as an eagle, with scarlet and gold plumage, which communicated with melodious cries. When Phoenix‘s life approached its end, the bird built a nest for itself in Heliopolis, the city of sun, out of fragrant twigs and spices, set the nest on fire, and burned in the flames. A young Phoenix emerged from the pyre, which is why the story became a metaphor for rebirth and resilience. However, the phrase «like Phoenix from the ashes» also stands for the collapse of an old system and the emergence of old values in a new guise – a remarkable reference regarding the Dada house and the contexts of then and now.

Another reference is the legend of Prometheus, one of the most famous literary figures. In this story, too, fire plays an important role when it comes to man‘s power to act. Prometheus is considered the bringer of fire and culture, the founder of human civilization. Depending on the interpretation, he is seen as a courageous rebel against oppressive narratives or as a progressive exaggeration of man.

Vinci‘s exhibition is not only a place of traditional contemplation of art works – that is, a concentrated viewing of works of art according to certain ideas – but also a sitting area where people with different stories come together and interact with each other; discovering themselves and others. It is about the process of thought formation and the form of communication, as well as (thinking existentially) about moments of decision-making. Perhaps the art space, too, may be understood as such an incubator: In the engagement with big, existential, and time-transcending questions, impulses for change mature.

In addition to the fact that the exhibition is also a bar, Vinci‘s interventions extend into other areas of the operation: the exhibition includes, for example, the cocktail «Smoky Tear», a smoky drink with smoke bubbles, and soirees and various activations are to take place again and again: Readings, a joint chess game or a movie night are planned for the coming months. In «Phoenix Philosophy Café», art experience and gastronomy, exhibitions and events blur.

For the opening on April 30, 2022, the first fringe event will take place, which will also occupy the Vaulted Cellar and the Historic Hall, while still allowing a view of the new architectural interventions. Phoenix moves from room to room, kindling fires that go out again and ignite in another place. Continuing thinking about the eternal cycle, the contributions are dedicated to sampling and repetition with difference as an artistic practice, among other things. In line with the unifying and dispersing idea of fire – and following the Dadaist legacy – different sounds and movements gather in the house. The performance «When Darkness», to be understood as part of the exhibition, consists of a live sound piece by Rafal Skoczek and Jamira Estrada, which will remain the soundtrack to the exhibition «Phoenix Philosophy Café» by Ilaria Vinci, and a dance performance by the group Stay Kids (with Ave, Sunny, Tiny, Mary, Anaïs, Arun and Milo) with costumes by Ronja Varonier.

We thank Serena Scozzafava for her assistance in the production of the textiles used as pillowcases.

Ilaria Vinci, Miss Phoenix, 2022

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Cabaret Voltaire hosts the Zurich premiere of «Theodora or The Progress». The screening at 20:00 will be followed by a discussion with Elise Lammer, Izidora L. LETHE and Salome Hohl. Already on view are elements of the scenic landscape by Cee Füllemann, which will be also part of the performance by the collective Alpina Huus at Cabaret Voltaire during the Zurich Art Weekend on Friday 10 June, 21:00 and Saturday 11 June, 12:00.

In the midst of generational, climate and economic crises, the film «Theodora or The Progress» by the collective Alpina Huus questions the view of reality and the legitimacy of speech. «Theodora or The Progress» is a collective artistic project that includes an installation, music pieces and performances by a group of international artists such as Hugo Canoilas, Cee Füllemann, Tarren Johnson, Elise Lammer, Alizee Lennox, Sarah Margnetti, Julie Monot, Lucien Monot, Florence Peake, Jessy Razafimandimby, Mia Sanchez, Eve Stainton and Niels Trannois.

The film addresses the notion of empowerment and explores the potential of the subconscious. Drawing on a body of work by Virginia Woolf, Adrian Piper and Lisa Simpson, Deleuze and Guattari, as well as Snoop Dogg and Franz Kafka, the film emphasises the capacity of non-verbal communication as a means of employing strategies against different kinds of discrimination. Based on the name of possibly the first feminist figure, the empress Theodora (500 AD), «Theodora or The Progress» depicts the transformation of the narrator and some of his accomplices into a pack of dogs. «Theodora or The Progress» stages a collective takeover that speaks of love, transformation and transcendence.

Alpina Huus, «Theodora or The Progress», 2021, filmstill.

In an informal atmosphere with bar service, a workshop with ektor garcia will take place. While we talk about his work and the exhibition «nudos de tiempo» at the Cabaret Voltaire, we create masks with the artist: on the one hand with regard to the Dada tradition in this matter, on the other hand with reference to garcia's early work. He crocheted masks in a queer punk environment in San Francisco.

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We look back on «Songs to the Suns» – our guest performance on Monte Verità and are happy to talk with Izidora L. LETHE on October 26 about the work WE ( and to show the staged video documentation of the choreography / intervention in the Löwenbräu-Areal.

Some of the performers and contributors of the choreography / intervention will also be present.
Performers: Val Minnig, Stéph, Nina Emge, Jovin Joëlle Barrer, Hermes Schneider, Donya Speaks, Claudia Barth
Sound: Yantan Ministry
Camera: Diana Pfammatter, Antoine Felix Bürcher
Editing: Izidora L. LETHE

More about the «Songs to the Suns» and Izidora L. LETHE's work you can find here.

Cabaret Voltaire is currently being renovated. That's why we are guests at the Löwenbräu-Areal:
Level A, access Limmatstrasse 270 (by lift) & 268 (by stairs)
Admission: free of charge, registration not required

Izidora L. LETHE, WE ( , 2021, photo: Diana Pfammatter

«Salon der Republik» – Wie viel Patriarchat steckt in der Literatur?

The authors Nicole Seifert and Ivna Zic will be guests at the next – and for the time being last – Literature Salon on 28 September in Zurich.

Nicole Seifert had enough at some point. Because the literary world is still decidedly male-dominated, she decided a good three years ago to read only books by female authors for the time being. On her blog and in German-language media, she wrote about her readings and about misogyny in the literary scene – and has now bundled all the debates on the topic into a nonfiction book that has just been published:

Nicole Seifert: Frauen Literatur: Abgewertet, vergessen, wiederentdeckt. Kiepenheuer & Witsch, Cologne 2021. 224 pages, approx. 26 francs.

At the upcoming «Salon der Republik» this book will be discussed – together with the author as well as with the writer and director Ivna Žic, who was nominated for both the Swiss and the Austrian Book Prize in 2019 with her debut novel Die Nachkommende. Both guests will discuss Nicole Seifert's book with the salon team (Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger, Daniel Graf) and also take a look at the literary sociological study Schreiben by Basel scholar Carolin Amlinger.

Please note: Because the Cabaret Voltaire is being renovated, Cabaret Voltaire will be guesting the «Salon der Republik» at the Zurich Literaturhaus, on Tuesday, 28 September, at 19:30.

The ticket price is 14 CHF, for Republic subscribers and members of Cabaret Voltaire 8 CHF. Tickets can be purchased directly from the Literaturhaus website.

Please note the current safety concept of the Literaturhaus Zürich.

Important: This time, the event will not be available as a podcast, as in the past. In general, there will be some changes at the «Salon der Republik». The event in September will be the last in this form, after which we will take a break – and conceptualize a new approach.

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