Juli
27. August 2021, 20:00–22:00
28. August 2021, 20:00–22:00
7. Oktober 2021, 19:30–21:30
November
Dezember
Programm

«Songs to the Suns»
Das Cabaret Voltaire auf dem Monte Verità, Ascona
Izidora L. LETHE, Paul Maheke
Christa Baumberger, Sophie Doutreligne und Minna Salami

14.08.2021–02.10.2021
Eröffnung: 14.08.2021, 16:00–22:00

Der Monte Verità gilt – wie das Cabaret Voltaire – als einer der wichtigsten Orte der Avantgarde, sei es in Kunst, Theorie oder Lebensführung. Es erstaunt daher nicht, dass Künstler*innen um den Zürcher Dada-Kreis ihre Sommer auf dem Hügel in Ascona verbrachten. Sophie Taeuber-Arp, Emmy Hennings, Hans Arp oder Hugo Ball besuchten Rudolf von Labans Kurse, tanzten, veranstalteten Ausstellungen und Feste. Sowohl im Cabaret Voltaire als auch auf dem Monte Verità war die Befreiung von körperlichen und sprachlichen Konventionen zentral. Die Lebensreform strebte danach, die Gesellschaft durch Vegetarismus, Ausdruckstanz, Naturheilkunde, Licht- und Sonnenbäder, Freikörperkultur oder Reformkleidung aus dem steifen Korsett bürgerlicher Zwänge zu befreien. Im Fokus ihres «dritten Weges» zwischen Kapitalismus und Kommunismus stand das Individuum, der Körper und eine möglichst «naturnahe» Lebensweise. Jedoch fand ihre Kritik am Fortschritt und ihr Interesse an der mythischen Vergangenheit später auch Eingang in faschistoides Gedankengut. Zahlreiche lebensreformerische Ideen leben in heutigen Industrien um Selbstoptimierung und Gesundheit weiter. Sie treten aber auch dort auf, wo das Denken durch den Körper und seine Bewegungen gesellschaftliche Kategorien weiter herausfordern will – und sicherlich auf der Suche nach alternativen und gemeinschaftlich organisierten Lebensmodellen. Die Parameter um Bürgerlichkeit, Identität und Wissen haben sich allerdings geändert und müssen aus einer neuen Perspektive betrachtet werden. Diese Rückkehr ist kein nostalgischer Akt, sondern Ausgangslage, um Anliegen und Ausdrucksformen aus der Perspektive der Gegenwart zu begegnen. «Songs to the Suns» vereint holistische und fragmentierte Ansätze, sucht eine Mehrstimmigkeit, die binäre Denkweisen zerstört und durch die Zerlegung der Ganzheit kritische und politische Fragen stellt. Im Zentrum steht der Körper als Archiv und Ort der Emanzipation.

Mit Izidora L. LETHE und Paul Maheke lädt das Cabaret Voltaire zwei zeitgenössische Künstler*innen für die Kooperation mit dem Kulturzentrum Monte Verità ein. In den recherchebasierten Arbeiten geht Izidora L. LETHE vom Körper als Ort der Wissensproduktion und Wissensspeicherung aus. LETHE ist es ein Anliegen, entpolitisierte Vorstellungen von Landschaft, Geologie oder dem Körper in Koexistenz mit seiner menschlichen und nicht-menschlichen Umgebung zu revidieren. Für den Monte Verità treibt LETHE diese Forschung weiter, mit einem Fokus auf den «dritten Weg» des Lebens sowie das Engagement der Avantgardist*innen, normierte Vorstellungen von Bewegung und Körpern zu destabilisieren. Damit würdigt LETHE das queere, weibliche, nicht-binäre/trans* oder postmigrantische und postkoloniale verkörperte Wissen, das im Laufe der Geschichte übersehen und verdrängt wurde. In der «Casa dei Russi» zeigt LETHE Zeichnungen, die als Notationen von Körperlichkeit zu verstehen sind und zu Parameter für eine «choreografierte Intervention» werden. Eine Gruppe von klassisch ausgebildeten und nicht ausgebildeten «Tänzer*innen» führt die Intervention auf. Begleitet werden diese Arbeiten von einer Klangintervention und feinen skulpturalen Arbeiten, die sich über das gesamte Gelände erstrecken.

Paul Mahekes künstlerisches Interesse gilt dem sozialen Konstrukt der Körperlichkeit, dem Unsichtbaren und den Kräften, die unsere Körper und Identitäten beeinflussen und informieren. Wie bei den Avantgardisten funktioniert der Körper nicht mehr nur als Instrument der ästhetischen Repräsentation, sondern verwandelt sich in eine Quelle der Erfahrung und Befreiung. Kunst wird zur Katharsis an einem Ort, der für Gegennarrative und kollektive Auseinandersetzungen offen ist. Der Künstler zeigt im «Spazio Piscina» eine Installation aus mit Textfragmenten bedruckten Stoffbahnen, in deren Mitte er am Eröffnungsabend tanzt, begleitet von einem Soundtrack, den sein Bruder Simon komponiert hat und zu dem Maheke selbst ein Voice-Over spricht. Die seit dem ersten Lockdown im Jahr 2020 geschriebenen Texte handeln von Verletzlichkeit und Verkörperung. Für die Performance trägt Maheke einen Durag, ein Kopftuch afrikanischer Herkunft, das seit den 1970er Jahren Teil der afroamerikanischen Jugendkultur ist und von der weissen Mainstream-Kultur in einen rassistischen Signifikanten verwandelt wurde, der mit Gang-Kultur und Gefangenen assoziiert wird. Maheke versucht so, die in die Kleidung eingeschriebenen Zeichensysteme zu demontieren.

Die künstlerischen Beiträge werden von einem Gespräch mit Christa Baumberger, Sophie Doutreligne und Minna Salami ergänzt. Sophie Doutreligne untersucht in ihrer Dissertation weibliche Dada-Performances im Cabaret Voltaire und auf dem Monte Verità. Indem die Kunstgeschichte den Text und die Fotografie gegenüber Bewegung und Prozessen priorisiert, fielen die weiblichen Tanzkörper aus dem Blickfeld. Doch gerade durch ihre körperlichen Interventionen kritisierten Sophie Taeuber-Arp, Emmy Hennings oder Suzanne Perrottet die herrschenden Konzepte von Logik und Identität. Christa Baumberger hat zu Dada geforscht, ist Mitherausgeberin der Prosaausgabe Emmy Hennings im Wallstein Verlag und war von 2009 bis 2018 Kuratorin des Nachlasses von Emmy Hennings, Friedrich Glauser und Robert Walser am Schweizerischen Literaturarchiv Bern. Sie führt zum Thema Dada und Ascona ein. Die Gedanken der Journalistin und Autorin Minna Salami, die kürzlich ihr vielbeachtetes Buch «Sensuous Knowledge: A Black Feminist Approach for Everyone» veröffentlichte, helfen die Brücke zwischen dem historischen Erbe und den künstlerischen Interventionen von LETHE und Maheke zu schlagen. Sie analysiert unter anderem das europatriarchale Wissen als eine Weltanschauung, die Fragmentierung, Polarisierung und Spaltung im Kern sieht. Holistische Ansätze würden dieses trennende Denken zwischen Races, Geschlechtern oder der nicht-menschlichen natürlichen Welt und den Menschen stören.

Izidora L. LETHE, CHOREOGRAPH(VS), «Peristyle», 2019–2020, Contemporary Jewish Museum, San Francisco. Photo: Dallis Willard

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«Laube zur schiefen Lage»
Das Cabaret Voltaire auf dem Münsterhof, Zürich

27.08.2021–04.09.2021
Mit Benedikt Bock, Johan Ahlkvist & Hedda Bauer, Karolin Braegger, Anne Fellner, Kasia Fudakowski, Marius Goldhorn, Johanna Kotlaris, Miriam Stoney, Claudia Stöckli & Raphael Stucky

Etwas verquer auf dem Münsterhof steht die «Laube zur schiefen Lage» – ein zusammengezimmertes Kunstobjekt, das zugleich als Ausstellungsfläche und Bühne dient. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Zunfthaus zur Waag, in dessen grossem Saal am 16. Juli 1916 die erste Dada-Soirée nach der Schliessung des Cabaret Voltaire stattfand. Damals erläuterten die Dadaist*innen ihre Zeichnungen, trugen Manifeste vor oder tanzten in Masken. Über 100 Jahre später bespielt das Cabaret Voltaire das Zunfthaus aus naher Distanz mit einer eigenen Bühne. Für den Zeitraum von knapp zwei Wochen wird die «Laube zur schiefen Lage» zu einem öffentlichen Ort im Spannungsfeld von antibürgerlichen Gesten und bürgerlicher Kultur, Weltbezug und Weltflucht, Gemeinschaftlichkeit und Individualität, dem Kleinen und dem Grossen.

Das Grundgerüst der «Laube zur schiefen Lage» stammt vom Künstler Benedikt Bock, der das Projekt gemeinsam mit dem Cabaret Voltaire konzipierte. An drei Abenden (27.08., 28.08. und 04.09.) zeigen eingeladenen Künstler*innen, Autor*innen und Musiker*innen Kurzbeiträge. Es entsteht ein buntes Geflecht aus zeitgenössischen Narrativen, die direkt oder subtil, kritisch oder humorvoll das Menschsein in diesen allgemein schrägen Zeiten reflektieren. Alle Beteiligten tragen Kunstwerke oder Spuren zur Installation bei.

Programm

Freitag, 27. August 2021:
20:00 Johan Ahlkvist und Hedda Bauer/Karolin Braegger
20:30 Johanna Kotlaris
21:00 Marius Goldhorn
21:30 Raphael Stucky und Claudia Stöckli

Samstag, 28. August 2021:
20:00 Miriam Stoney
20:30 Johan Ahlkvist und Hedda Bauer/Karolin Braegger
21:00 Benedikt Bock
21:30 Anne Fellner

Samstag, 4. September 2021:
20:00 Kasia Fudakowski
21:00 Johanna Kotlaris

Die Installation «Laube zur schiefen Lage» steht vom 27. August bis zum 4. September auf dem Münsterhof. Täglich zwischen 17:00 und 22:00 sind alle Arbeiten und Spuren der Beteiligten zu sehen.

Keine Anmeldung nötig.

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Aktuell
18. Februar bis 17. Juli 2022
ektor garcia

Die kunsthandwerklichen Objektlandschaften von ektor garcia (*1985) verweigern sich festen Merkmalen oder Bedeutungen, brechen mit Hierarchien und folgen einer Do-it-yourself-Attitüde. Sie sind punk und queer. In seinem Atelier in Mexiko experimentiert garcia mit verschiedenen Materialien und löst deren Eigenschaften von den üblichen Verarbeitungstechniken und ihrer Domestizierung. Erst später im Ausstellungsraum finden die Objekte in temporären Konstellationen zusammen und verbinden sich mit ortsspezifischen Gegebenheiten. Der Künstler produziert immer wieder neue, bedeutungsoffene Beziehungen.

garcia schweisst, strickt, modelliert, näht, häkelt. Für typischerweise aus weichen Materialien hergestellte Werke wählt er sperrige oder zerbrechliche Stoffe. Unter Verwendung von textilen Handwerksprozessen schafft er skulpturale «Vorhänge» mit Kupferdraht und Leder oder in Bronze oder Kupfer gegossen. Von klingenähnlichen Objekten über vasenähnliche Behältnisse und Metallstrukturen ist das Formenvokabular des Künstlers genauso extensiv wie seine tägliche Produktion. In seiner nomadischen Praxis, die nonchalant unterschiedliche geografische, kulturelle und soziale Einflüsse verbindet, greift er teilweise ethnografische Inszenierungen auf, die er sogleich wieder bricht. Aufgrund einer jederzeit möglichen Konfiguration erreichen seine Objekte nie einen endgültigen Status und verunmöglichen statische kulturelle Zuschreibungen. Die Objekte sind in ihrer fragmentarisch hervorgerufenen Geschichte transnational, transkulturell, queer und hierarchisch horizontal.

In garcias Objektlandschaften liegen die Werke «nebeneinander». Es gibt keine hierarchische Beziehung zwischen den Objekten. Wand-, Boden- und Deckenflächen sind egalitär bespielt. Nach der US-amerikanischen Theoretikerin Eve Sedgwick ergibt sich im Nebeneinander eine breite Palette von sich begehrenden, identifizierenden, repräsentierenden, abstossenden, rivalisierenden, nachahmenden, zurückziehenden, angreifenden, verzerrenden und anderen Beziehungen. Diese Vielfalt kann in den offenen Anordnungen von garcia als eine Utopie erkannt werden, welche die Gefahr des Dystopischen nicht vernachlässigt.

Die Ausstellung von garcia im Cabaret Voltaire findet Anschluss an das Erbe des Hauses. Dadaist*innen wollten sich von vernichtenden Nationalismen und einengenden Lebensmodellen befreien und wählten dazu mitunter parallele Mehrsprachigkeit, Ambiguität und performative Praktiken, die den Prozess, das unmittelbare mit- und nebeneinander zelebrierten. Ein Nachhall dieses befreienden Erbes ist in den Werken von garcia erkennbar. Allerdings finden sich in seiner Praxis auch aufgrund seiner Biografie keine Marginalisierungen, die bei den Dadaist*innen durch ihre weisse, oft patriarchale Position und die Aneignung von nicht-westlichem Vokabular vorhanden waren.

Der Auftritt im Cabaret Voltaire ist die erste institutionelle Einzelausstellung von ektor garcia in der Schweiz, kuratiert von Fabian Flückiger und Salome Hohl in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler.


ektor garcia (*1985, Red Bluff, Kalifornien, USA, lebt und arbeitet derzeit in Mexiko) erhielt 2014 seinen BFA an der School of the Art Institute of Chicago und 2016 seinen MFA an der Columbia University, New York.
Einzelausstellungen: Prairie, Chicago, USA (2020); Empty Gallery, Hongkong (2020); Progetto, Lecce, Italien (2019); SculptureCenter, Long Island City, USA (2019); Cooper Cole, Toronto, Kanada (2019); Mary Mary, Glasgow, Schottland (2018); Museum Folkwang, Essen, Deutschland (2018); Visitors Welcome Center, Los Angeles, USA (2017); Salon ACME, Mexiko-Stadt, Mexiko (2017); kurimanzutto, Mexiko-Stadt, Mexiko (2016).
Gruppenausstellungen: Foxy Production, New York, USA (2020); Etage Projects, Kopenhagen, Dänemark (2020); Museo Tamayo, Mexiko-Stadt, Mexiko (2020); Parkview Paul Soto, Brüssel, Belgien (2020); Adams und Ollman, Portland, USA (2020); Lumber Room, Portland, USA (2020); Simon Lee, New York, USA (2019); Marianne Boesky Gallery, Aspen, Colorado (2019); Luhring Augustine, New York, USA (2019); Zhejiang Art Museum, Hangzhou, China (2019); Casa Luis Barragan, Mexiko-Stadt, Mexiko (2019); LAXART, Los Angeles, USA (2019); Liberia, Bogotá, Kolumbien (2019); Museo de Arte de Zapopan, Guadalajara, Mexiko (2018); ACCA, Melbourne, Australien (2018); Chicken Coop Contemporary, Portland, USA (2018); New Museum, New York, USA (2017); Salon 94, New York, USA (2017); Sargent's Daughters, New York, USA (2016).

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2. September bis 2. Januar 2023
Sophie Taeuber-Arp / Mai-Thu Perret

Brief von Sophie Taeuber-Arp an Hans Arp aus Arosa vom 4. Mai 1919. Bild: Zentralbibliothek Zürich, Ms. Z II 3067.37

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Aufgrund der Pandemie und der bevorstehenden Renovation des Cabaret Voltaire ab Mai 2021 bis Januar 2022 wird die Ausstellung auf 2022 verschoben.

Sophie Taeuber-Arp (1889–1943) beteiligte sich regelmässig im Cabaret Voltaire, tanzte beispielsweise im kubistischen Kostüm von Marcel Janco auf der kleinen Holzbühne. Später zeigte sie in der Galerie Dada an der Zürcher Bahnhofstrasse auch Kunstwerke. Eines ihrer abstrakten Pionierarbeiten trägt den Titel Dada Bowl (1916). Im Cabaret Voltaire werden von der Zentralbibliothek Zürich angekaufte Briefe und Ansichtskarten Taeuber-Arps veranschaulicht, die momentan in einem Editionsprojekt an der Zürcher Hochschule der Künste untersucht werden. Die Herausgeberinnen Medea Hoch, Walburga Krupp und Sigrid Schade rekonstruieren erstmals eine eigene Sicht der Künstlerin. Bisher basiert die kunsthistorische Rezeption fast ausschliesslich auf Erinnerungen ihres Partners Hans Arp. Gefragt wird nach ihren Konzepten von Künstlerschaft, ihrer Selbstverortung zwischen angewandter, freier und darstellender Kunst, nach Abstraktionsverfahren sowie nach Geschlechterzuschreibungen. Die dreibändige Ausgabe wird voraussichtlich im Frühling 2021 im Nimbus Verlag Wädenswil erscheinen. Im Rahmen der Publikation stellen die Herausgeberinnen das Editionsprojekt im Cabaret Voltaire vor.

Für die Genfer Künstlerin Mai-Thu Perret (*1976) stellt das Oeuvre Taeuber-Arps eine Inspirationsquelle dar. Beispielsweise zitierte sie 2015 die Dada-Bowl und Untitled (Pourdrier) von 1916 direkt. Aber auch weitere skulpturale Werke weisen eine Nähe zu Taeuber-Arps Werken auf. In der Ausstellung treten Werke Perrets in den Dialog mit den Briefen der Dada-Pionierin. Dabei interessiert, inwiefern die Genferin die Auseinandersetzungen, die Taeuber-Arp umtrieben, fortsetzt und aus heutiger Sicht beleuchtet.

Die Ausstellung versteht sich als Beitrag zum Auftakt der verstärkten Sichtbarkeit Sophie Taeuber-Arps in der neuen Dekade. Im Kunstmuseum Basel eröffnet im März 2021 eine Retrospektive, die danach in die Tate in London und ins Museum of Modern Art in New York reist.

2. Oktober bis 30. April 2021
Agnes Scherer, «The Teacher»

Eine didaktische Operette von Agnes Scherer
Puppenspiel: Soya Arakawa
Musik: Tobias Textor
Vokalistin: Claudia Barth

Aufführung der Operette «The Teacher» im Cabaret Voltaire. Photo: Gunnar Meier

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Ausstellung «The Teacher»

Im Werk Agnes Scherers (*1985) nehmen die Operetten, die sie seit 2015 entwickelt, eine besondere Stellung ein. Die ungewöhnlichen Performanceformate schöpfen Inspiration aus basalen Theaterformen wie Prozessionen, den mechanischen Theatern des Barocks oder auch der Power-Point-Präsentation. Dabei interessiert sich Scherer für Möglichkeiten, das Kunstwerk aus dem Status des passiven Objekts zu befreien und ihm eine gesteigerte Handlungsmacht zu verleihen. Im Zentrum von «The Teacher» steht eine Lehrerfigur, die von einem auf dem Boden liegenden Schüler – performt von Soya Arakawa – unter enormer Anstrengung mit den Füssen gesteuert wird. Der Lehrer wird so in eine didaktische Rage versetzt, eine Art hektischen Tanz, der manchmal monströs, manchmal fast verführerisch wirkt. Seine Lektionen werden von grossen Schaubildern illustriert, die nach kurzer Zeit zu Boden fallen, um immer wieder ein dahinterliegendes, neues freizugeben. Was der Lehrer vorträgt, klingt eindrucksvoll und wahr, widerspricht sich aber. Der mit Tobias Textors rasanter Perkussion eng verwobene Text besteht aus Sentenzen, die Scherer teils von Autoritäten zu hören bekam, teils selbst verfasste. Zusammen analysieren und demonstrieren sie den rhetorischen Bauplan sogenannter Weisheiten und deren manipulatives Potenzial.

Die Abschlusslektion «Das Grössere ist das Kleinere und das Kleinere ist das Grössere» scheint zu behaupten, dass in Wirklichkeit gegenteilige Verhältnisse zu den sichtbaren (Macht-)Verhältnissen vorliegen: Folgerichtig, wenn man bedenkt, dass der Lehrer ohne die stützende Funktion des Schülers handlungsunfähig wäre. Oder handelt es sich um ein heimtückisch konstruiertes Paradoxon, dessen verführerische Anti-Logik den Zögling davon überzeugen will, sich mit seiner machtlosen Lage zufriedenzugeben? Nach dieser Abschlusslektion verschwindet der Lehrer und lässt den Schüler orientierungslos zurück, die Rückkehr seines Meisters herbeisehnend. Ein kolossaler Brief öffnet sich. Heraus kommt, statt des ersehnten Machtworts aus der Ferne, ein Bild des vergeblichen Wartens – der Schüler als im Warten zu Stein gewordene Liegefigur auf einem Sarkophag. Der Briefinhalt deutet an, dass in Wahrheit nie ein Brief eingetroffen ist. Indessen ersetzt das steinerne Abbild den wartend liegenden Schüler, der durch eine seitliche Klappe im Sarkophag entwischen kann. In diesem Schlussbild eröffnet sich die Ambiguität zwischen dem Bedürfnis nach geistiger Anleitung und dem fortwährenden Wunsch, sich davon zu emanzipieren. Die Meister-Schüler-Beziehung, die in «The Teacher» von Männern verkörpert wird, rekurriert auf die Autoritätsgeschichte, die als gesellschaftliches Ordnungsprinzip und Beziehungsmuster männlich geprägt ist. Dass eine Frau den patriarchalen Sprechakt – den Logos – übermittelt, bewirkt eine Brechung, durch die eine kritische Distanz entsteht.

Die zwölf grossen Gemälde, welche die Lektionen begleiten, spielen mit dem Genre des Schaubildes. Die dargestellten Arrangements von Gegenständen und Bildpersonal scheinen Kausalitäten und Bedingungsverhältnisse zu veranschaulichen. Diesem Mitteilungscharakter, der einlädt, zu verstehen, wirkt jedoch eine kompositorische Geschlossenheit mit phantastischen Landschaften entgegen. Analog zu den Texten, mit denen sie korrespondieren, erzeugen sie ein Gefühl des Beinahe-Begreifens. Die Bildfindungen gehen aus einer langjährigen Praxis der elaborierten Bleistiftzeichnung hervor, die eine im Obergeschoss des Cabaret Voltaire ausgestellte Serie veranschaulicht. Stilistisch verbinden sowohl die Gemälde als auch die Zeichnungen u. a. Elemente des Mittelalters mit solchen des Surrealismus der 1960er- und 70er-Jahre und zeugen von dem breiten Spektrum an Bezugsquellen, mit denen die auch als Kunsthistorikerin ausgebildete Künstlerin arbeitet. Eine Referenz ist beispielsweise das psychedelische Künstlerbuch Codex Seraphinianus (1981, Luigi Serafini), das in seiner enzyklopädischen Herangehensweise die mittelalterliche Diagrammatik zum Vorbild hat.

Im Hinblick auf das historische Erbe des Cabaret Voltaire findet Scherers Werk vielschichtig Anschluss. Mit der Zusammenführung von Gemälden, Puppenspiel, Skulptur, Bühnentechnik, Musik und Text führt die Künstlerin die Tradition des Gesamtkunstwerks fort. Scherer berührt aber auch weitere Kernthemen von Dada Zürich: Sie veranschaulicht und verdreht autoritäre Beziehungen, sei es in der Sprache, den Gesten oder der visuellen Vermittlung. Die Didaktik erkennt sich irrwitzig.

Im Cabaret Voltaire wird die Installation zur Operette während der gesamten Ausstellungsdauer zu sehen sein. Zur Eröffnnung am 2. Oktober, zur Matinée am 3. Oktober sowie wenn möglich am Ende der Ausstellung belebt Agnes Scherer die Inszenierung gemeinsam mit Tobias Textor (Musiker/Berlin), Soya Arakawa (Performer/Düsseldorf) und Claudia Barth (Performerin und Aktivistin/Zürich). Ergänzend zur Ausstellung im Erdgeschoss ist zudem eine Serie grosser Bleistiftzeichnungen der Künstlerin aus den Jahren 2017–2019 im Obergeschoss zu sehen.

«The Teacher» wurde erstmals im April und Mai 2019 im Berliner Projektraum Kinderhook & Caracas, kuratiert von Sol Calero und Christopher Kline, gezeigt.


Biografien

Agnes Scherer (*1985 in Lohr am Main, Deutschland) lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Kunstgeschichte in Tübingen und Wien sowie Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf. 2019 gewann sie den Berlin Art Prize. Zuletzt war ihre Arbeit in Gruppenausstellungen zu sehen, u. a. in der Galerie ChertLüdde (Berlin, 2019) und dem Kunstverein Düsseldorf (Düsseldorf, 2019) sowie in den Einzelausstellungen «Coeurs Simples», Galerie Sans Titre (Paris, 2020); «Orlando Tussaud», Philipp Haverkampf Galerie (Berlin, 2019/20); «The Very Hungry», Horse & Pony (Berlin, Berlin Art Prize Finalist*innenausstellung 2019); «The Teacher», Kinderhook & Caracas (Berlin, 2019) und «Cupid and the Animals», Tramps (New York, 2018 und London, 2017). «The Teacher» wurde erstmals im April und Mai 2019 im Berliner Projektraum Kinderhook & Caracas, kuratiert von Sol Calero und Christopher Kline, gezeigt. www.agnesscherer.de

Die Karriere des multidisziplinären Künstlers Soya Arakawa (* 1984 in Hamamatsu, Japan) umfasst langjährige Aktivität im Bereich Performance – darunter Soloperformances in Eigenregie sowie immer wieder Kollaborationen, in denen er als Sänger, Tänzer sowie als Instrumentalist agiert. Sein Beitrag zu «The Teacher» schöpft aus tiefgreifenden Kenntnissen der Puppenspielkunst, mit denen er sich auch in seiner eigenen jüngeren Arbeit intensiv beschäftigt. Zu seinen letzten Projekten gehört die Performance Crystals in der Market Gallery, Glasgow (Februar 2020) und Passacaglia della Vita, gemeinsam mit der Gruppe SPINE (zu der auch Claudia Barth gehört), in der Simultanhalle Köln (September 2020). Soya Arakawa lebt in Krefeld, Deutschland. www.tacolv.org

Die Musik für «The Teacher» wurde von Tobias Textor (* 1986 in Siegen, Deutschland) komponiert. Der in Berlin lebende Musiker kultiviert eine experimentelle Haltung und schafft Musik als spontane Reaktion auf soziale und materielle Umwelten. Seine jüngeren Arbeiten umfassen neben «The Teacher» die Vertonung einer Malperformance von Gregor Hildebrandt, gemeinsam mit Christopher Schmidt (2018), sowie gemeinsam mit Ornella Balhi Kompositionen für die zurzeit entstehende Operette The Salty Testament. 2020 entwickelte er im Rahmen der Künstlerresidenz im Freiraum der Tanzkompanie Ben J. Riepe in Düsseldorf Musik im Zusammenhang mit Zeichnung. Für «The Teacher» hat Textor ein Perkussion-Set aus Gongs und Holzschlaginstrumenten zusammengestellt, die grösstenteils Theaterkontexten entstammen. Durch seine unkonventionelle Herangehensweise an diese Instrumente entlockt er ihnen neue und spannende Soundqualitäten. https://www.instagram.com/tobi...

Im Mittelpunkt der Arbeit Claudia Barths (* 1987 in Herrliberg, Schweiz) steht eine auf Bewegung und Sprechakte konzentrierte Performancepraxis. Aus ihrer gesellschaftlich und politisch engagierten künstlerischen Aktivität gehen ausserdem Videoarbeiten, bildhauerische Werke und grosse Scherenschnitte hervor. 2019 brachte Barth am EinTanzhaus Mannheim das Langzeitprojekt Eu-você, eine Zusammenarbeit mit ihrer Schwester Isabelle Barth und brasilianischen Künstler*innen, zum Abschluss. Teil dieses Projekts sind auch die Videoarbeiten every smell a thousand memories, die ebenfalls 2019 in der Raum*station Zürich gezeigt wurden, sowie die Performance Eu não falo português – Ich spreche kein Portugiesisch, die dieses Jahr als Abschlussarbeit an der HKB Bern online zu sehen ist. Ende Oktober 2020 wurde Claudia Barth ausserdem im Rahmen des Performancepreises Schweiz in Genf nominiert. Für «The Teacher» performt sie als Rezitatorin. www.barthclaudia.com, https://cap-common-ground.ch/a...

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Angespannte Latenz

Bis zum 30. April sind im Cabaret Voltaire drei grosse Zeichnungen zu sehen. Eine von ihnen, Gegenstände, ist Agnes Scherer zugeschrieben. Die beiden anderen stellen ihre Entstehung durch Scherers Hand – durch jegliche Hand – in Abrede: Inaktiver Zeichenarm und Inaktiver Zeichenarm mit Motiven, die ohne dessen Zutun entstanden zeigen untätige Arme neben verloren wirkender Figurationen. Zusammenhangslose Motive schwirren unerlöst in einem beschädigten Rahmenwerk aus Zaumzeug, dem es offensichtlich misslang, sich zu einem Foulard à la Hermès zu entfalten. Sechs gestrandete Robben versuchen durch Nachahmung der Silhouette des in einer Barke vorbeiziehenden Zeichenarmes zu diesem einen zumindest formalen Bezug aufzubauen. Vergleichbar dem herrenlosen Theaterstückpersonal in Pirandellos «Sechs Personen suchen einen Autor» befindet dieser Motivreigen sich in einer Art Fegefeuer der nur partiell anerkannten Existenz. Zugleich reflektieren die 2017 in schleppender Genesung nach einer Lungenentzündung entstandenen Zeichnungen merkwürdig treffend den heute durch das Pandemiegeschehen herrschenden Zustand angespannter Latenz. Die rätselhafte Bildsprache ihrer Bleistiftzeichnungen, die in Scherers Arbeit eine Kernpraxis darstellen, offenbart sich als Quelle der verwirrenden Schaubilder ihrer Operette/Ausstellung «The Teacher», die derzeit im Ausstellungsraum zu sehen ist. Vor der Kameralinse ziehen die sacht ausgeführten Papierarbeiten sich meist in einen nebulösen Schleier zurück, der die fotografische Reproduktion einer unscharfen Erinnerung angleicht. So zirkulieren sie hauptsächlich in einer Cloud der inneren Bilder, der sie entstiegen sind.



Die Aufführung zur Finissage im Mai 2021 kann aufgrund von Covid-19 nicht stattfinden.

13. März bis 22. September 2020
Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi

Ausstellungsansicht «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi», mit Werken von Emmy Hennings und Sitara Abuzar Ghaznawi. Photo: Cabaret Voltaire, Gunnar Meier

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Emmy Hennings (1885–1948) war mit Hugo Ball Mitbegründerin der Künstlerkneipe und wohl die präsenteste Figur im Cabaret Voltaire. Dass sie als Schriftstellerin und Künstlerin wenig Beachtung bekam, hat unterschiedliche Gründe. Vielleicht wegen ihrer eigenständigen Sprache, des Unbehagens im Umgang mit ihrem Katholizismus; zudem fehlt ihre Spur in der männlich geprägten Dada-Historisierung. Erst in jüngster Zeit bekommt Hennings Anerkennung, und zwar über die Rolle des Kabarett-Sterns hinaus. Wer ihre Romane, Gedichte und Artikel liest, begegnet einer Frau, für die das Schreiben Überlebensstrategie war. Scharfsinnig analysiert sie die Existenz und inszeniert sich als «Vielfaches». Die Ausstellung nimmt ihr Oeuvre ernst und zeigt, dass Kontinuitäten im Gesamtwerk zu erkennen sind. So liegen Ekstase und Glaube nahe beieinander, Gefangenschaft und Freiheit ziehen sich durch ihr Schaffen. Motive wie die Rose sind im Werk wiederkehrend. Erstmals können unter anderem die Glasmalereien aus den letzten Lebensjahren in einer Ausstellung betrachtet werden. Ihnen wurde in der bisherigen Rezeption wenig Anspruch auf Kunst zugeschrieben.

Hennings' Schriften und Malereien treten im Cabaret Voltaire in einen assoziativen Dialog mit den Arbeiten von Sitara Abuzar Ghaznawi (*1995). Die junge Künstlerin inszeniert die literarischen und künstlerischen Werke Hennings in Vitrinen, die zugleich als Skulpturen zu verstehen sind. Das Ausstellungsdisplay als Ort der Begegnung und als Brennpunkt normierter Vorstellungen ist Teil ihrer künstlerischen Fragestellungen. Ghaznawi legt ihr Augenmerk auf Machstrukturen, Möglichkeiten der Teilhabe, Formen von Ästhetik, Handwerk und Wissen. Sie befragt ihre Umwelt aus einer Position zwischen Autonomie und Abhängigkeit, Privatsphäre und Öffentlichkeit, Kollektivität und Individualität. Charakteristisch an ihrer formalen Sprache ist das Selbstgemachte und die Verwendung alltäglicher, oft als wertlos taxierter Materialien. Die Werke wirken fragil und poetisch zugleich. Auch die Wiederholung teilt Ghaznawi mit Hennings; so kehren bestimmte Sujets wie Blumen, Materialien und Muster wieder. Sie resultieren aus ihrer Auseinandersetzung mit sozialisiertem Geschmack und zirkulierenden Motiven.

Die Ausstellung partizipiert am aufflackernden Interesse an Emmy Hennings' Schaffen. Am 7. Februar 2020 eröffnete eine Ausstellung in Pirmasens. Des Weiteren läuft unter anderem an der Universität Basel das Forschungsprojekt Aura und Effizienz in Emmy Hennings Werk.

Emmy Hennings, 1885 in Flensburg/D geboren, 1948 in Soregno bei Lugano gestorben, war Schriftstellerin, Schauspielerin, Kabarettistin und Mitgründerin des Cabaret Voltaire sowie der Galerie Dada. Zu Lebzeiten wurden u.a. folgende Schriften publiziert: Die letzte Freude (1913), Gefängnis (1919), Das Brandmal. Ein Tagebuch, (1920), Helle Nacht (1922), Die Geburt Jesu (1932), Der Kranz (1939). Sie schrieb aber auch für Magazine sowie Zeitungen (u.a. Revoluzzer) und malte.

Sitara Abuzar Ghaznawi, 1995 in Ghazni/ Afghanistan geboren, lebt und arbeitet in Obwalden und Zürich. Sie erlangte 2019 ihren Bachelor an der Zürcher Hochschule der Künste und stellte unter anderem in folgenden Gruppenausstellungen aus: Galerie Maria Bernheim (Zürich, 2019), Fri Art (Fribourg, 2019), Museum im Bellpark (Kriens, 2019), Édouard Montassut (Paris, 2019), Material Art Fair (New Mexico City, 2019). Einzelausstellung: Luma Westbau|schwarzescafé (Zürich, 2019).


Courtesy Werke Sitara Abuzar Ghaznawi: Die Künstlerin
Courtesy Objekte Emmy Hennings: Schweizerisches Literaturarchiv, Universitätsbibliothek Basel, Schweizerisches Bundesarchiv und Zentralbibliothek Zürich

Wir danken dem Schweizerischen Landesmuseum für das Materialsponsoring.

Aktuell
28. September 2021, 20:00
Salon der Republik

Das Cabaret Voltaire wird renoviert und ist im September zu Gast im Literaturhaus mit dem «Salon» des Online-Magazins Republik. Das Forum für Literatur und Debatte rund um neue Bücher stellt dieses Mal die Frage: Wie patriarchalisch ist der Literaturbetrieb? Im Zentrum steht das Buch «Frauen Literatur: Abgewertet, vergessen, wiederentdeckt» (KiWi 2021) von Nicole Seifert. Die Autorin diskutiert mit dem Salon-Team (Daniel Binswanger, Daniel Graf, Barbara Villiger Heilig) und der Autorin und Dramaturgin Ivna Žic.

Anmeldung unter info@cabaretvoltaire.ch

4. Mai 2021, 20:00
Salon der Republik

Hier können Sie den «Salon der Republik» nachhören.


Wir laden zum Salon mit Patti Basler

Neue deutschsprachige Dichtung ist das Thema des Literatur-Salons am 4. Mai. Dabei sein kann jeder – von überall her.

Dass Patti Basler zu den erfolgreichsten Comedians der Schweiz gehört, wissen hierzulande alle. Dass sie ihre Pointen am liebsten aus Wortwitz und Sprachspiel baut, ebenso. Was deutlich weniger Menschen auf dem Schirm haben: dass Patti Basler auch Lyrikerin ist. Und in ihren Gedichten schon mal «Klause» auf «Meno-Pause» reimt (oder «leiser» auf «Trip-Advisor»).

Es passt also wie die dargebotene Faust aufs Auge, dass sie beim nächsten «Salon der Republik» am Dienstag, 4. Mai ab 20 Uhr zu Gast ist und mit dem Stammtrio aus Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger und Daniel Graf über neue Verse spricht.

Genauer gesagt:
– über die lieder an das große nichts, den Debütband von Juliane Liebert, die sich auch als Kultur-Journalistin und Spezialistin für Pop einen Namen gemacht hat.
– sowie über Gestohlene Luft von Yevgeniy Breyger, einen Gedichtband, den man getrost zu den gewichtigsten der letzten Jahre rechnen darf.

Und vielleicht ja auch über Gedichte von Patti Basler?

Sie können die Salon-Runde jedenfalls bequem vom Sofa aus besuchen – und mitdiskutieren, sofern Sie mögen. Denn trotz der beschlossenen Öffnungen führen wir die Veranstaltung nicht im Cabaret Voltaire durch, sondern digital im Videochat. Sie können also von jedem beliebigen Ort aus zuschauen. Es reichen dafür eine Internetverbindung und ein Klick abends am 4. Mai auf dem obigen Link.

Sollten Sie technische Fragen haben, melden Sie sich einfach im Vorfeld unter info@cabaretvoltaire.ch. Der Eintritt in den digitalen Salon ist frei. Falls Sie uns anderweitig unterstützen wollen, freut es uns, wenn Sie (weiterhin) die Republik lesen. Oder das aktuelle Programm des Cabaret Voltaire verfolgen.

Wie immer zeichnen wir die Veranstaltung auf und veröffentlichen sie hinterher als Audio-Podcast in der Republik. Wer möchte, kann schon vorab seine Leseeindrücke schildern oder Fragen aufwerfen, die das Podium diskutieren sollte. Nutzen Sie dafür einfach die Kommentarfunktion.

20. April bis 30. April 2021
Cracking Up and Staging Down: current parroting, Didi da da da und «ein weiblicher Humorist genannt Kobold»

Der dritte Akt der Ausstellungsreihe «Cracking Up and Staging Down» ist von 20.04–30.04.2021 zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag, 14:00–21:00 (Eröffnung); Mittwoch–Samstag: 14:00–18:00; Sonntag und Montag: auf Anfrage.

Die ursprünglich als Soireen geplante Ausstellungsreihe «Cracking Up and Staging Down» versteht sich als Möglichkeit, Funktionsweisen von Humor und seiner Inszenierungen zu erarbeiten. Während vier Wochen wird im Cabaret Voltaire untersucht, inwiefern das grenzüberschreitende, soziale und kritische Potential des Lachens und der Comedys (noch) funktioniert. Jeden Dienstag für eine Woche bespielen Akteur*innen aus unterschiedlichen Künsten den historischen Saal mit Requisiten, Spuren, Werken, ihren Erkenntnissen und Dokumentationen.

Hosts und Mimen, Trickster und Geister wurden eingeladen und sollten zwischen kollektiven und individuellen Körpern wandern. «Initiiert war eine schöne Performance in einem physischen Raum mit Kleidung, die von Körpern bewohnt wurde, offensichtlich. Leider sollte sie nicht stattfinden, vielleicht». Stattdessen beharren Hüllen auf Potenzialität. Auch die dritte Soiree von «Cracking Up and Staging Down» ist eine Ausstellung geworden, mit «Didi da da da», «current parroting» und «ein weiblicher Humorist namens Kobold». Karolin Braegger, Johan Ahlkvist, Hedda Bauer und Anastasia McCammon nutzen das Nachplappern und Imitieren als Alltagskomik, um sich den Menschen zu nähern und körperbestimmende Mechanismen offenzulegen. Wiederholung und Aneignung schaffen immer eine Distanz zum ursprünglichen Gebrauch und verschieben die Bedeutung.
Johan Ahlkvist und Hedda Bauer zeigen Kostüme, die das Grundlegendste des Cabaret Voltaire darstellen, oft als zufällig oder gegeben wahrgenommen, manchmal übersehen, und die im Juni von Körpern als queeres Powerplay Dynamic Resistance aktiviert werden. Karolin Braegger denkt vom Begriff der Aneignung, übergehend in das Werden. «Ah, sie müssen hierher kommen», sagt sie als Gastgeberin und Teilnehmerin, lädt Bauer und Ahlkvist ein und zeigt «Didi da da da», eine Serie neuer Arbeiten, alle aus Toile, einem Stoff, der meist zur Anprobe (Kleidung) oder als möglicher Hintergrund (Malerei) verwendet wird und auf etwas hinweist, das noch werden wird. Anastasia McCammon muss sich die Person, die sie anspricht, erst vorstellen. Die Künstlerin zeigt Spuren und Briefe aus ihrer Kommunikation mit Emmy Hennings, Mitbegründerin des Cabaret Voltaire, die einst als «weiblicher Humorist namens Kobold» angestellt war.

Die Reihe «Cracking Up and Staging Down» wird mit Martina Mächler und Anastasia McCammon organisiert.



Johan Ahlkvist, Hedda Bauer und Karolin Braegger
The complete poem, manifested, 2021


The complete poem, manifested:

Current parroting is an exhibition darling. Live, a little.

The tricksters were supposed to be here, dealing with the neverending rearrangements of __serious__ non-performed initiations.

Where are they darling?

puh..

Left a mark and boarded flights.

Birds in the back.

(Birds in the back.)

Over-rehearsing until the nasty habit of repetition becomes an exhibition.

re-re

aww

In the midst of the __elitist intimacy__, this actually totally made sense.

What are you talk talking about?

___________

or maybe at least or at least maybe, for them -

but we can't entirely figure

mrr

brrr

Initiated was a nice performance in a physical space with clothes inhabited by bodies obviously. Unfortunately, it was not supposed to happen maybe.

The extended version made it almost accessible possible

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Ausstellungsansicht «current parroting, Didi da da da und 'ein weiblicher Humorist genannt Kobold'», Karolin Braegger, Didi da da da, Werkreihe aus Toile (drei Zigarettenschachteln), 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

13. April bis 17. April 2021
Cracking Up and Staging Down: Slapstick and Laughters

Der zweite Akt ist vom 13.04.–17.04.2021 zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag, 14:00–21:00 (Eröffnung); Mittwoch–Samstag: 14:00–18:00; Sonntag und Montag: auf Anfrage.

Die ursprünglich als Soireen geplante Ausstellungsreihe «Cracking Up and Staging Down» versteht sich als Möglichkeit, Funktionsweisen von Humor und seiner Inszenierungen zu erarbeiten. Während vier Wochen wird im Cabaret Voltaire untersucht, inwiefern das grenzüberschreitende, soziale und kritische Potential des Lachens und der Comedys (noch) funktioniert. Jeden Dienstag für eine Woche bespielen Akteur*innen aus unterschiedlichen Künsten den historischen Saal mit Requisiten, Spuren, Werken, ihren Erkenntnissen und Dokumentationen.

In zweiten Akt «Slapstick and Laughters» der Reihe «Cracking Up and Staging Down» widmen sich Dimitris Chimonas und Shinichi Iova-Koga Kippformen und Displays menschlicher Emotionen jenseits des Verbalen. «Slapstick» verweist auch auf seine filmischen Ursprünge im Stummfilm und den Humor als Mittel zur Darstellung von Schmerz und Verletzlichkeit.

Der Tänzer Shinichi Iova-Koga erforscht im Cabaret Voltaire unter dem Titel Collapsible Voltaire den Slapstick-Humor, die körperbasierte, meist wortlose und in Iova-Kogas Fall taktile Form der Komödie. Er interagiert mit dem Raum, den Oberflächen und dem Mobiliar, um – teilweise schnell, manchmal in Zeitlupe – einen Körper darzustellen, der versucht, Stabilität in einer zusammenbrechenden Struktur zu finden.
Dimitris Chimonas' zwei Filme handeln von der Lächerlichkeit der menschlichen Performativität von Emotionen. In den Nuancen aktueller Situationen geht das Weinen oft in ein Lachen über. Im Film Globus Sensation beschäftigt sich der Künstler mit der Funktion des Klosses im Hals; eine Empfindung, die wir spüren, wenn wir weinen müssen, die wir aber nicht vortäuschen können. Ausgangspunkt für seinen zweiten Film ist die Aussage «Alles ist eine Lüge». Chimonas entlarvt diesen Satz paradoxerweise als Lüge, in einer Zeremonie, in der Taschentücher feiern, lachen und weinen über ihre Fähigkeit, auseinandergerissen zu werden und durch Zaubertricks wieder als Ganzes zu erscheinen.

Die Dokumentation zu Iova-Kogas Intervention im historischen Saal heisst Collapsible Voltaire und ist neben Dimitris Chimonas Filmen Globus Sensation und Everything Is a Lie, Is a Lie! bis Samstag, 17.04.2021, im Cabaret Voltaire zu sehen.

Die Reihe «Cracking Up and Staging Down» wird mit Martina Mächler und Anastasia McCammon organisiert.

Ausstellungsansicht, Dimitris Chimonas, Everything Is a Lie, Is a Lie!, 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

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6. April bis 10. April 2021
Cracking Up and Staging Down: Tickle and Tackle Stand Up

Der erste Akt ist eine Woche zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag, 14:00–21:00 (Eröffnung); Mittwoch–Samstag, 14:00–18:00; Sonntag / Montag, auf Anfrage.

Die ursprünglich als Soireen geplante Ausstellungsreihe «Cracking Up and Staging Down» versteht sich als Möglichkeit, Funktionsweisen von Humor und seiner Inszenierungen zu erarbeiten. Während vier Wochen wird im Cabaret Voltaire untersucht, inwiefern das grenzüberschreitende, soziale und kritische Potential des Lachens und der Comedys (noch) funktioniert. Jeden Dienstag für eine Woche bespielen Akteur*innen aus unterschiedlichen Künsten den historischen Saal mit Requisiten, Spuren, Werken, ihren Erkenntnissen und Dokumentationen.

Im ersten Akt Tickle and Tackle Stand Up blicken Kasia Fudakowski und Francesca Hawker hinter die Bühne und exponieren Rituale und Regeln. Fudakowski fokussiert den «Joke Gap» anhand des Lebens und der Rollen der Komikerin und Schauspielerin Elisabeth Wellano alias Liesl Karlstadt (1892–1960). «Ein Witz kann als entbehrliches soziales Kapital gesehen werden. Historisch gesehen musste sich eine Frau erst als seriös etablieren, bevor sie in einen Witz investieren konnte.» Im Cabaret Voltaire zeigt Fudakowski Recherchematerial und Requisiten, die im Juni als Performance aktiviert werden.
Francesca Hawkers Wunsch, «das ungeliebte Gesicht zu erfreuen» (Anne Boyer), wird durch die leere Bar, die sie erwartet, konterkariert. Ihre Aufmerksamkeit richtet sie deshalb auf das Herstellen und Zerbrechen von alternativen Genussmitteln. Hawker zeigt ihren Spaghetti Film, Bar-Skulpturen im Raum und ein Gedichte-Menü, das sie am Dienstag zwischen 14:00 und 21:00 vor Ort aktiviert.

Die Reihe «Cracking Up and Staging Down» wird mit Martina Mächler und Anastasia McCammon organisiert.

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30. März 2021, 20:00
Salon der Republik

Hier können Sie den «Salon der Republik» nachhören.

Am 30. März diskutiert der «Salon der Republik» live im Videochat mit der Autorin Annette Hug über neue Bücher von Christian Kracht und Claudia Durastanti – live im Videochat. Das Motto diesmal: Familie und andere Abgründe.

Noch ist der Kultur-Lockdown nicht vorüber. Und während über weitere Öffnungen und ein mögliches Ende des Veranstaltungsverbots gestritten wird, hat der Bücherfrühling längst begonnen.

Mit Eurotrash, dem neuen Werk von Christian Kracht, ist soeben ein Roman in die Läden gekommen, bei dem sich schon jetzt sagen lässt, dass er zu den meistdiskutierten des Jahres gehören wird. Ein im doppelten Wortsinn leiseres, literarisch umso faszinierenderes Buch über das Aufwachsen bei gehörlosen Eltern hat Claudia Durastanti mit ihrem Erstling Die Fremde vorgelegt. So unterschiedlich die zwei Bücher auf den ersten Blick sind: Autobiografisch inspirierte Familien­romane sind sie beide. Werke, in denen es um das Erinnern, um Realität und Erfindung, um Geschichte und Geschichten geht – nicht zuletzt also um das Erzählen selbst.

Über beide Bücher sprechen am 30. März ab 20:00 Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger und Daniel Graf mit der Autorin, Übersetzerin und Kolumnistin Annette Hug. Und natürlich mit Ihnen, wenn Sie mögen! Dafür müssen Sie nicht einmal das Haus verlassen. Denn wegen der Corona-Lage findet dieser Salon nicht wie sonst im Cabaret Voltaire in Zürich statt, sondern digital im Videochat.

Der Eintritt in den digitalen Salon ist kostenlos. Wenn Sie uns anderweitig unterstützen wollen, indem Sie im Cabaret Voltaire vorbeischauen oder (weiterhin) die Republik lesen, freut uns das. Wie immer wird die Veranstaltung aufgezeichnet und hinterher als Audio-Podcast veröffentlicht.

Mehr zu den Büchern können Sie auf der Webseite der Republik lesen.

24. März 2021, 18:00–22:00
Armen Avanessian: Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn (Teil 2)

Teil 1 findet am 23.03.2021 von 18:00–22:00 statt. Teil 2 findet am 24.03.2021 von 18:00–22:00 statt.

Armen Avanessian liest an zwei Abenden sein jüngstes Buch Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn. Geschrieben im ersten Lebensjahr seines Sohnes, wird das Buch vielleicht 2035 erscheinen.

Der Philosoph schildert darin ihren gemeinsamen Alltag, ihre geteilte Gegenwart und adressiert dabei einen Leser in der Zukunft, der einmal zwanzig, einmal vierzig, und am Ende des Jahrhunderts achtzig Jahre alt sein wird. Aus stets konkreten Erfahrungen und Alltagsbeschreibungen entwickeln sich Überlegungen zu allgemeinen ethischen, sozialen und philosophischen Fragen.

Was ist ein Anfang, Geburt und Beginnen, und warum konnte die männlich dominierte Philosophie diese nur unzureichend fassen? Was sind die Verengungen der klassischen Liebeskonzeptionen, und inwiefern weist Intimität uns einen anderen Weg? Was bedeutet es heute Vater zu sein, eine Familie zu haben und ein Erbe weiterzugeben oder anzutreten (oder umgekehrt auszuschlagen, zurückzuschlagen und mit seiner Familie abzurechnen)? Und inwiefern müssen wir nicht zuletzt auch Tod-und-Sterben-lernen – als vielleicht die klassischen Topoi philosophischer Selbstreflexion – nicht nur mit Blick auf nachfolgende Generationen, sondern aus deren zukünftiger Bedrohung der gesamten Gattung neu denken? Schon heute ist Geteilte Zeit eine Flaschenpost aus einer bereits vergangenen Gegenwart.

«Was ich dir schreibe, das von mir Geschriebene, will dich umarmen, will deine Zeit und meine Zeit zusammen fassen. Denn das Schreiben kommt immer zu spät, hinkt hinterher, aber dann, zugleich, schreibe ich das alles für dich, meinen zukünftigen Leser, viel zu früh. Deshalb habe ich versucht, dir entgegenzukommen.
Ich habe dir geschrieben, um mich an die Zukunft zu erinnern.
Ich habe dir geschrieben, um dich auf die Vergangenheit vorzubereiten.
Ich habe dir geschrieben, weil du sie schon für mich verändert hast.
Ich habe dir geschrieben, damit du das noch einmal lesen kannst.
Ich habe dir geschrieben, weil ich gar nicht anders konnte.
Aus unserer geteilten Zeit habe ich dir geschrieben.
Und wer hätte gedacht, dass es Wünsche und Träume gibt, die in Erfüllung gehen.»


Spazieren Sie zwischen 18:00 und 22:00 am Cabaret Voltaire vorbei. Die Lesung wird auf die Spiegelgasse und Münstergasse übertragen. Zudem erhalten sie eine Seite eines Buches, das vielleicht in der fernen Zukunft erscheinen wird – so aber verteilt in Zürich existiert.

Keine Anmeldung erforderlich.

Armen Avanessian liest sein Buch Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn, 23. März 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

Armen Avanessian liest sein Buch Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn, 23. März 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

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23. März 2021, 18:00–22:00
Armen Avanessian: Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn (Teil 1)

Teil 1 findet am 23.03.2021, um 18:00–22:00 statt. Teil 2 findet am 24.03.2021, um 18:00–22:00 statt.

Armen Avanessian liest an zwei Abenden sein jüngstes Buch Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn. Geschrieben im ersten Lebensjahr seines Sohnes, wird das Buch vielleicht 2035 erscheinen.

Der Philosoph schildert darin ihren gemeinsamen Alltag, ihre geteilte Gegenwart und adressiert dabei einen Leser in der Zukunft, der einmal zwanzig, einmal vierzig, und am Ende des Jahrhunderts achtzig Jahre alt sein wird. Aus stets konkreten Erfahrungen und Alltagsbeschreibungen entwickeln sich Überlegungen zu allgemeinen ethischen, sozialen und philosophischen Fragen.

Was ist ein Anfang, Geburt und Beginnen, und warum konnte die männlich dominierte Philosophie diese nur unzureichend fassen? Was sind die Verengungen der klassischen Liebeskonzeptionen, und inwiefern weist Intimität uns einen anderen Weg? Was bedeutet es heute Vater zu sein, eine Familie zu haben und ein Erbe weiterzugeben oder anzutreten (oder umgekehrt auszuschlagen, zurückzuschlagen und mit seiner Familie abzurechnen)? Und inwiefern müssen wir nicht zuletzt auch Tod-und-Sterben-lernen – als vielleicht die klassischen Topoi philosophischer Selbstreflexion – nicht nur mit Blick auf nachfolgende Generationen, sondern aus deren zukünftiger Bedrohung der gesamten Gattung neu denken? Schon heute ist Geteilte Zeit eine Flaschenpost aus einer bereits vergangenen Gegenwart.

«Was ich dir schreibe, das von mir Geschriebene, will dich umarmen, will deine Zeit und meine Zeit zusammen fassen. Denn das Schreiben kommt immer zu spät, hinkt hinterher, aber dann, zugleich, schreibe ich das alles für dich, meinen zukünftigen Leser, viel zu früh. Deshalb habe ich versucht, dir entgegenzukommen.
Ich habe dir geschrieben, um mich an die Zukunft zu erinnern.
Ich habe dir geschrieben, um dich auf die Vergangenheit vorzubereiten.
Ich habe dir geschrieben, weil du sie schon für mich verändert hast.
Ich habe dir geschrieben, damit du das noch einmal lesen kannst.
Ich habe dir geschrieben, weil ich gar nicht anders konnte.
Aus unserer geteilten Zeit habe ich dir geschrieben.
Und wer hätte gedacht, dass es Wünsche und Träume gibt, die in Erfüllung gehen.»


Spazieren Sie zwischen 18:00 und 22:00 am Cabaret Voltaire vorbei. Die Lesung wird auf die Spiegelgasse und Münstergasse übertragen. Zudem erhalten sie eine Seite eines Buches, das vielleicht in der fernen Zukunft erscheinen wird – so aber verteilt in Zürich existiert.

Keine Anmeldung erforderlich.

Armen Avanessian liest sein Buch Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn, 23. März 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

Armen Avanessian liest sein Buch Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn, 23. März 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

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9. März 2021, 20:00
Soirée 2 (After)

Samuel Haitz mit Milena Langer, Stella, Ian Wooldridge und Moritz Müller (DJ-Set)
Soirée 2 (After) fand am 09.03.2021 statt, Soirée 1 (Before) fand am 02.03.2021 statt. Beide Soireen können Sie hier nachhören (via radio-bollwerk.ch). Die parallellaufende Ausstellung «Memorabilia» läuft vom 02.03.2021 bis zum 27.03.2021.


«When I look back on my life it’s not that I don’t want to see things exactly as they happened, it’s just that I prefer to remember them in an artistic way. And truthfully the lie of it all is much more honest because I invented it. Clinical psychology tells us arguably that trauma is the ultimate killer. Memories are not recycled like atoms and particles in quantum physics. They can be lost forever. It’s sort of like my past is an unfinished painting and as the artist of that painting I must fill in all the ugly holes, and make it beautiful again. It’s not that I have been dishonest; it’s just that I loathe reality.»

– Lady Gaga, The Prelude Pathétique – Erster Teil, Marry the Night

Samuel Haitz (*1997) lädt zu zwei aufeinanderfolgenden Soireen und zur parallellaufenden Ausstellung «Memorabilia» ins Cabaret Voltaire ein. Haitz zog erst kürzlich von Zürich nach Berlin. Ein Anlass, gelagerte Andenken in die Hand zu nehmen, Erinnerungen zu ordnen, zu bewahren und zu verklären. Im Cabaret Voltaire versammelt er eigene Arbeiten, Werke von Freund*innen und Idolen sowie weitere Objekte, die Codes des Begehrens und der Zugehörigkeit widerspiegeln. Für die Soireen lädt er seine künstlerischen Weggefährt*innen Milena Langer, Stella und Ian Wooldridge zum gemeinschaftlichen Lesen von Texten ein. Zum Abschluss interpretiert der befreundete DJ Moritz Müller die Veranstaltungen musikalisch. Soirée 1 (Before) widmet sich der Hoffnung und der romantischen Utopie; Soirée 2 (After) fokussiert die nostalgische Reflexion von Vergangenem. Die Veranstaltungen werden in Zusammenarbeit mit dem Berner Radio Bollwerk online übertragen. In dieser stillstehenden, kontaktarmen Zeit entsteht so ein Raum, um darüber nachzudenken, welche persönliche und gemeinsame Gedächtniskultur den Werdegang prägen soll.

Von links nach rechts im Cabaret Voltaire: Samuel Haitz, Milena Langer, Stella, Moritz Müller und Ian Wooldridge. Photo: Philipp Hänger

2. März 2021, 20:00
Soirée 1 (Before)

Samuel Haitz mit Milena Langer, Stella, Ian Wooldridge und Moritz Müller (DJ-Set)
Soirée 1 (Before) fand am 02.03.2021 statt, Soirée 2 (After) fand am 09.03.2021 statt. Beide Soireen können Sie hier nachhören (via radio-bollwerk.ch). Die parallellaufende Ausstellung «Memorabilia» läuft vom 02.03.2021 bis zum 27.03.2021.


«When I look back on my life it’s not that I don’t want to see things exactly as they happened, it’s just that I prefer to remember them in an artistic way. And truthfully the lie of it all is much more honest because I invented it. Clinical psychology tells us arguably that trauma is the ultimate killer. Memories are not recycled like atoms and particles in quantum physics. They can be lost forever. It’s sort of like my past is an unfinished painting and as the artist of that painting I must fill in all the ugly holes, and make it beautiful again. It’s not that I have been dishonest; it’s just that I loathe reality.»

– Lady Gaga, The Prelude Pathétique – Erster Teil, Marry the Night

Samuel Haitz (*1997) lädt zu zwei aufeinanderfolgenden Soireen und zur parallellaufenden Ausstellung «Memorabilia» ins Cabaret Voltaire ein. Haitz zog erst kürzlich von Zürich nach Berlin. Ein Anlass, gelagerte Andenken in die Hand zu nehmen, Erinnerungen zu ordnen, zu bewahren und zu verklären. Im Cabaret Voltaire versammelt er eigene Arbeiten, Werke von Freund*innen und Idolen sowie weitere Objekte, die Codes des Begehrens und der Zugehörigkeit widerspiegeln. Für die Soireen lädt er seine künstlerischen Weggefährt*innen Milena Langer, Stella und Ian Wooldridge zum gemeinschaftlichen Lesen von Texten ein. Zum Abschluss interpretiert der befreundete DJ Moritz Müller die Veranstaltungen musikalisch. Soirée 1 (Before) widmet sich der Hoffnung und der romantischen Utopie; Soirée 2 (After) fokussiert die nostalgische Reflexion von Vergangenem. Die Veranstaltungen werden in Zusammenarbeit mit dem Berner Radio Bollwerk online übertragen. In dieser stillstehenden, kontaktarmen Zeit entsteht so ein Raum, um darüber nachzudenken, welche persönliche und gemeinsame Gedächtniskultur den Werdegang prägen soll.

Von links nach rechts im Cabaret Voltaire: Samuel Haitz, Milena Langer, Stella, Moritz Müller und Ian Wooldridge, Photo: Philipp Hänger

12. Januar 2021, 19:00
Verschoben: Agnes Scherer, «The Teacher»

Update: Es werden neue Termine für die Aufführungen der Operette gesucht.

Eine didaktische Operette von Agnes Scherer, Musik von Tobias Textor, Performances von Soya Arakawa und Claudia Barth. Die Installation zur Operette ist während der gesamten Ausstellungsdauer vom 2. Oktober bis zum 16. Januar zu sehen.

Die Operette wird um 19:00 und um 20:00 aufgeführt.

Mehr Informationen zum Projekt «The Teacher» finden Sie hier.

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

12. Januar 2021, 20:00
Verschoben: Agnes Scherer, «The Teacher»

Update: Es werden neue Termine für die Aufführungen der Operette gesucht.

Eine didaktische Operette von Agnes Scherer, Musik von Tobias Textor, Performances von Soya Arakawa und Claudia Barth. Die Installation zur Operette ist während der gesamten Ausstellungsdauer vom 2. Oktober bis zum 16. Januar zu sehen.

Die Operette wird an diesem Tag um 19:00 und um 20:00 aufgeführt. Die letzte Aufführung findet zusätzlich am Donnerstag, 14. Januar, um 20:00 statt.

Mehr Informationen zum Projekt «The Teacher» finden Sie hier.

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

22. Dezember 2020, 20:00
Verschoben: Konga Bar

Wieso spielt die Katze Keyboard? Constant confusion, organisiert von Ronny Hunger und Roman Blumenthal.

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

15. Dezember 2020, 20:00
Verschoben: Oh Hans, had you known / Rhythmus 21. Changes in rhythm may alter textures of spaces

Martina Buzzi und Nicolas Buzzi setzen Hans Richters Auseinandersetzung mit Zeit, Wahrnehmung sowie Raum aus einer gegenwärtigen Perspektive mit auditiven Mitteln fort. Performance mit Li Tavor

Richters Rhythmus 21 setzt sich nicht nur mit Rhythmus, sondern insbesondere auch mit dem Medium Film auseinander. Film war um 1921 praktisch ungesehen und nicht mit der gegenwärtigen Bedeutung des Mediums vergleichbar. Heute ist animiertes wie aufgezeichnetes Bewegtbild ein alltägliches Phänomen, weshalb Richters Auseinandersetzung von Zeit, Wahrnehmung und Raum mittels seiner Arbeit nicht ohne eine historische Verortung der im Rhythmus 21 angewandten Techniken gelesen werden kann. Film und Rhythmus sind beides zeitbasierte Medien. Einzelne Bilder eines Filmes oder Schläge in einem rhythmischen Konstrukt treten erst durch ihre Abfolge und gemeinsame Beziehung als Ganzes in Erscheinung. Diese Gemeinsamkeit sticht insbesondere bei der Arbeit mit der Stop-Motion-Technik ins Auge, während jedem einzelnen Bild in der Herstellung, im Vergleich zur Projektionsdauer, ein unverhältnismässig erscheinendes Vielfaches an Zeit gewidmet wird. Hundert Jahre nach Rhythmus 21 sind die technischen Vorgänge im Film weit bekannt und so weit entwickelt, dass keine Einzelbilder mehr wahrgenommen werden. Damit hat sich im Vergleich zu Richters Zeit die Relevanz der Auseinandersetzung mit dem Granularen des Mediums gewandelt. Eine Möglichkeit der Annäherung an die Thematik besteht heute in der sinnlichen Wahrnehmung von Raum und der Transformation dieser Empfindung durch die Nutzung akustischer Phänomene. In Oh Hans, had you known / Rhythmus 21 nehmen Martina Buzzi und Nicolas Buzzi die zeitbasierte Eigenschaft von Film und Rhythmus als Ausgangspunkt, um unter Einbezug formaler Entscheidungen und morphologischer Eigenschaften von Rhythmus 21 dessen grundsätzliche Fragestellungen in der heutigen Zeit, mit Mitteln wie Sound, Schall, Raum und Musik, zu verhandeln. Dabei wird durch die Verwendung der inhärenten Dynamik von Schwingungen - nämlich ihre fortwährende Überschreitung der Modalitäten und Grenzen, Rhythmus 21 in einen inneren und äusseren Raum mit fluiden Grenzen übersetzt (Text Martina Buzzi und Nicolas Buzzi).

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

8. Dezember 2020, 20:00
Verschoben: Agnes Scherer, «The Teacher»

Diese Soiree wurde auf den 12. Januar verschoben.

Eine didaktische Operette von Agnes Scherer, Musik von Tobias Textor, Performances von Soya Arakawa und Claudia Barth. Die Installation zur Operette ist während der gesamten Ausstellungsdauer vom 2. Oktober bis zum 16. Januar zu sehen.

Mehr Informationen zum Projekt «The Teacher» finden Sie hier.

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

1. Dezember 2020, 20:00
Verschoben: New Facts

Der «Slow Reading Club» (SRC) ist eine halbfiktionale Lesegruppe, die Ende 2016 von Bryana Fritz und Henry Andersen ins Leben gerufen wurde. Die Gruppe beschäftigt sich mit konstruierten Situationen für kollektives Lesen. Der SRC betrachtet, erforscht und unterbricht die «Leserschaft» als eine Möglichkeit, die Kontaktzonen zwischen Leser*in und Text, Text und Text, Leser*in und Leser*in zu stimulieren. Organisiert mit Adam Jasper und Jan Steinbach.

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Slow Reading Club am Bâtard Festival 2017, Credit: Cillian O’Neill

Slow Reading Club im Louise Dany, 2019, Credit: Ignas Krunglevičius

24. November 2020, 20:00
Salon der Republik (ausgebucht)

Hier können Sie den «Salon der Republik» vom 24. November nachhören.


Noble Preise

Beim nächsten «Salon der Republik» am 24. November im Cabaret Voltaire geht es um die Gedichte von Nobelpreisträgerin Louise Glück. Und um den Gewinnertext des Schweizer Buchpreises.

Als am 8. Oktober die Entscheidung zum Literaturnobelpreis 2020 verkündet wurde und die Wahl auf Louise Glück fiel, war die Verwunderung im Literaturbetrieb und in den Feuilletonredaktionen hierzulande riesig. Bei all den Spekulationen im Vorfeld hatte der Name Louise Glück keine Rolle gespielt, ja, den Allerwenigsten war ihr Name zu diesem Zeitpunkt überhaupt bekannt. Das sagt allerdings wenig über Louise Glück aus und viel über hiesige Rezeptionslücken. In den USA hat Louise Glück in den letzten Jahrzehnten so ziemlich alles an Ehrungen und Preisen gewonnen, was man als Autorin gewinnen kann, vom Pulitzerpreis bis zum National Book Award. Auf Deutsch sind von ihren insgesamt zwölf Gedicht­bänden zwar immerhin zwei ihrer meist­gelobten erschienen: Averno (2007) und Wilde Iris (2008), jeweils übersetzt von Ulrike Draesner. Beide Bücher waren allerdings seit längerem vergriffen – und sollen ab Mitte November wieder lieferbar sein.

Zu Gast ist an diesem Abend die Autorin und Kolumnistin Nina Kunz. Sie diskutiert mit Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger und Daniel Graf über die Lyrik von Louise Glück – und über den Siegertext des Schweizer Buchpreises 2020.

Verliehen wurde der Schweizer Buchpreis am 8. November. Er ging an Anna Stern für den Roman das alles hier, jetzt (Elster & Salis). Die weiteren Nominierten waren:
Dorothee Elmiger für Aus der Zuckerfabrik (Hanser), Tom Kummer für Von schlechten Eltern (Klett-Cotta), Charles Lewinsky für Der Halbbart (Diogenes) und Karl Rühmann für Der Held (Rüffer & Rub).

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse. Es besteht Maskenpflicht.

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17. November 2020, 20:00
Verschoben: Cracking Up and Staging Down: Stereotypes and Comedy

Wegen Quarantäneregelung verschoben auf 2021

Screening Martine Syms und Beiträge zu Humor und Rassismus. Organisiert mit Martina Mächler und Anastasia McCammon.

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.
Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

17. November 2020, 20:00
Verschoben: Cabaret Avanessian #2 Updating Contagion

Contagion (Steven Soderbergh, 2011) gilt vielen als prophetischer Film für die Ereignisse rund um Corona in diesem Jahr. Spätestens mit der zweiten Welle der Pandemie sehen wir aber auch, was sich in der Dekade seit Entstehen des Films verändert und verschoben hat, in unserem biologischen und virologischen Wissen, auf (sozial)medialer Ebene, und vor allem in den geopolitischen Verhältnissen. Vor weniger als einer Dekade entstanden, zeigt der Film noch eine intakte Globalisierung, inklusive unangefochtener internationaler Organisationen.Gezeigt werden Ausschnitte aus dem Film, und nach einem kurzen Impuls diskutiert Armen Avanessian mit Elisabeth Bronfen. Im September 2020 erschien ihre Publikation Angesteckt. Zeitgemässes über Pandemie und Kultur im Echtzeit-Verlag. Die Kultur- und Literaturwissenschaftlerin ist Professorin für Anglistik an der Universität Zürich und Global Distinguished Professor an der New York University.

«Cabaret Avanessian» ist eine Reihe mit dem Philosophen und Kulturtheoretiker Armen Avanessian im Cabaret Voltaire. Derzeit bekleidet er unter anderem eine Gastprofessur für Philosophie an der HFBK Hamburg.

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Filmstill, Steven Soderbergh, Contagion, 2011

10. November 2020, 20:00
Verschoben: Cracking Up and Staging Down: Tickle and Tackle Stand Up

Wegen Quarantäneregelung verschoben auf 2021

Kasia Fudakowski und Francesca Hawker. Organisiert mit Martina Mächler und Anastasia McCammon

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.
Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

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3. November 2020, 20:00
Verschoben: Endlich einmal Lenins Text besprechen, den er zur Zeit des historischen Cabaret Voltaire in derselben Strasse in Zürich schrieb

Update: Aufgrund der aktuellen Situation muss die Soiree leider verschoben werden.

20:00–21:30:
Ein Gespräch mit Tove Soiland und Stefanie Leuenberger über Lenins Der Imperialismus als höchste Stufe des Kapitalismus, den er 1916 an der Zürcher Spiegelgasse schrieb und 1917 veröffentlichte. Wir diskutieren damalige und heutige kapitalistische Verhältnisse und vergleichen Lenins Ansatz mit der dadaistischen Kritik am «Wirtschaftsfatalismus» (Hugo Ball) und der avantgardistischen Lebensweise. Der Abend wird von Andreas Rizzi und Salome Hohl moderiert.

Niels van der Waerden spielt und singt zum Einstieg und Abschluss klassische und kabarettistische Arbeiter*innenlieder.

Ca. 22:00–23:00:
Streaming der Berichterstattung im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

27. Oktober 2020, 20:00
Verschoben: Cabaret Avanessian

Achtung: Die Soiree wird auf den 17. November 2020 verschoben.

17.11.20, 20:00
«Cabaret Avanessian #2 Updating Contagion»
Contagion
(Steven Soderberghs, 2011) gilt vielen als prophetischer Film für die Ereignisse rund um Corona in diesem Jahr. Spätestens mit der zweiten Welle der Pandemie sehen wir aber auch, was sich in der Dekade seit Entstehen des Films verändert und verschoben hat, in unserem biologischen und virologischen Wissen, auf (sozial)medialer Ebene, und vor allem in den geopolitischen Verhältnissen. Vor weniger als einer Dekade entstanden, zeigt der Film noch eine intakte Globalisierung, inklusive unangefochtener internationaler Organisationen.Gezeigt werden Ausschnitte aus dem Film, und nach einem kurzen Impuls diskutiert Armen Avanessian mit Elisabeth Bronfen. Im September 2020 erschien ihre Publikation Angesteckt. Zeitgemässes über Pandemie und Kultur im Echtzeit-Verlag. Die Kultur- und Literaturwissenschaftlerin ist Professorin für Anglistik an der Universität Zürich und Global Distinguished Professor an der New York University.

«Cabaret Avanessian» ist eine Reihe mit dem Philosophen und Kulturtheoretiker Armen Avanessian im Cabaret Voltaire. Derzeit bekleidet er unter anderem eine Gastprofessur für Philosophie an der HFBK Hamburg.

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung. Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Filmstill, Steven Soderberg, Contagion, 2011

20. Oktober 2020, 20:00
Diaries, Notes and other Recordings. Low-Tech films about the Everyday

Tagebuchähnliche Kurzfilme und eine Einführung zum Thema «Imperfect Cinema» als egalitäres und poetisches Tool, organisiert von Jiajia Zhang.
Filme:
– George Kuchar, Weather Diary Nr. 3, 1988, 25 Minuten
– YouTube-Kanal Melanie-Jane, 2020, 5 Minuten
– Tiffany Sia, Never Rest/Unrest, 2020, 29 Minuten

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.
Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

13. Oktober 2020, 20:00
Verschoben: Cracking Up and Staging Down: Slapstick and Laughters

Wegen Quarantäneregelung verschoben auf 2021

Shinichi Iova-Koga und Dimitris Chimonas. Organisiert mit Anastasia McCammon und Martina Mächler

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.
Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Photo: Sheila Bosco/inkBoat

Photo: Dimitris Chimonas

6. Oktober 2020, 20:00
Verschoben: Cracking Up and Staging Down: Current Parroting und «ein weiblicher Humorist genannt Kobold»

Wegen Quarantäneregelung verschoben auf 2021.

Karolin Brägger (Kostüm in Kollaboration mit Janek Ackermann), Anastasia McCammon / Emmy Hennings, Dynamic Resistance von Hedda Bauer und Johan Ahlkvist mit Charlotte Gash, Charlotta Öberg, Sigrid Mau, Rogine Moradi. Organisiert mit Martina Mächler und Anastasia McCammon.

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.
Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

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29. September 2020, 20:00
Cabaret Avanessian. Avanessian vs. delirium – Update N°12

delirium ist eine Zürcher Literaturplattform. Anfang 2020 sind die ersten Texte für Magazin N°12 eingetroffen. Inzwischen sind Corona, eine Wirtschaftskrise und ein weiterer Rekordhitzesommer über die Welt hereingebrochen. Müssen wir angesichts dessen nicht die Welt und die Literatur neu denken? Für den Release N°12 bittet der Philosoph und Kulturtheoretiker Armen Avanessian die Autor*innen des Hefts um ein zeitgemässes Update.

Teilnehmer*innen:
Armen Avanessian
Patrizia Huber
Fabian Schwitter
Gerhild Perl
Samuel Prenner
Rahel Hochstrasser
Samuel Eberenz
Niki Grieser
Kim de l'Horizon
Salomé Meier

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.
Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Bild: Sätze aus der neuen delirium-Ausgabe N°12

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22. September 2020, 20:00
Software Garden

Rory Pilgrim zeigt im Rahmen des Festivals Fleshy Interface Elemente des multidisziplinären Projekts Software Garden.

In Zeiten zunehmenden Nationalismus und Isolationismus sucht der Künstler Räume, in denen das Menschliche, Ökologische und Technologische auf Einfühlungsvermögen, Fürsorge und Freundlichkeit treffen. Zu diesem Zweck kombiniert Rory Pilgrim Körper und Stimmen innerhalb und ausserhalb des Bildschirms durch Live-Performances, Musikvideos, Gedichte und interaktive Workshops. Die Veranstaltung wird am 22. September mit einem Künstlergespräch mit Pilgrim im Cabaret Voltaire eröffnet, begleitet von einer Auswahl an Liedern aus dem Backkatalog mit der Sängerin Robyn Haddon und Gedichten der Poetin und Behindertenrechtlerin Carol R. Kallend, die über Skype teilnimmt. In den folgenden Tagen werden Rory Pilgrim und die Choreografin und Künstlerin Cassie-Augusta Jørgensen einen dreitätigen Workshop veranstalten, bei dem Interessierte Teil der Performance Software Garden werden können, die dann mit den Teilnehmer*innen am Samstag, 26. September im Neumarkt aufgeführt wird.

Das institutionsübergreifende Festival Fleshy Interface verbindet Performances und Workshops und hat die Wiederentdeckung der Körperlichkeit als zentrales Thema. Der Körper als Medium und als Instrument in den darstellenden Künsten, der digitale Körper, Körperlosigkeit und die Sehnsucht nach Berühren und Berührtwerden beschäftigen uns in dieser besonderen Zeit der physischen Distanzierung. Initiert vom Neumarkt, in Zusammenarbeit mit Cabaret Voltaire, Schauspielhaus Zürich, Literaturhaus, Tanzhaus, Fabriktheater, Winkelwiese, Shedhalle, ZHdK und Helferei. Rory Pilgrim partizipiert auf Einladung des Cabaret Voltaire, in enger Zusammenarbeit mit dem Neumarkt. Das gesamte Programm des Festivals inklusive E-Booklet ist hier zu finden.

Anmeldung Soiree am Dienstag:
Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb für die Soiree am Dienstag um Anmeldung. Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

Anmeldung Workshop/Showing:
Workshop: 23.09.–25.09.20, 14:00–17:00, Anmeldung unter fleshyinterface@theaterneumarkt.ch. Showing des Workshops (Performance Software Garden): Samstag, 26.09.20, 16:00 im Neumarkt. Mehr Informationen finden Sie hier.

Rory Pilgrim (*1988 in Bristol, Grossbritannien) lebt und arbeitet in Rotterdam und auf der Isle of Portland. Seine Ausstellungen umfassen: Stedelijk Museum Amsterdam (Amsterdam, 2019), Between Bridges (Berlin, 2019), South London Gallery (London, 2018); andriesse eyck galerie (Amsterdam, 2018); Rowing Gallery (London, 2017), Plymouth Art Centre (Plymouth, 2017), Flat Time House (London, 2016), Site Gallery (Sheffield, 2016), sic! Raum für Kunst (Luzern, 2014), Rongwrong (Amsterdam, 2014), Kunsthuis SYB (Beetsterzwaag, 2011). Im Jahr 2019 wurde Pilgrim mit dem Prix de Rome ausgezeichnet.

«Software Garden» Live Concert, Transmediale 2019, Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 2019. Photo: Laura Fiorio

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15. September 2020, 20:00
Salon der Republik

Hier können Sie den «Salon der Republik» vom 15. September nachhören. Der nächste Salon findet am 24. November statt.

Der «Salon der Republik» ist ein Forum für Literatur und Debatte. Es diskutieren über aktuelle Bücher und relevante Themen: das Feuilleton des Online-Magazins Republik, ausgewählte Gäste – und Sie, falls Sie mögen. Am 15. September heisst das Stichwort «Machtfragen, Genderfragen». Im Zentrum stehen die aktuellen Romane Milchmann von Anna Burns und Brüste und Eier von Mieko Kawakami, vorgestellt werden auch Die Neuerscheinungen Der Defekt von Leona Stahlmann und Hexen von Mona Chollet. Zu Gast ist Franziska Schutzbach. Sie diskutiert mit Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger und Daniel Graf.

Bitte Masken anziehen! Teilnehmerzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.
Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

«Salon der Republik», 15. September 2020. Zu Gast war Franziska Schutzbach. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

«Salon der Republik», 15. September 2020, mit Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger, Franziska Schutzbach und Daniel Graf. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

8. September 2020, 20:00
Dada Zürich 1916/2020

Eine Führung durch das Cabaret Voltaire und die internationalistische Nachbarschaft

Treffpunkt: Cabaret Voltaire, Historischer Saal, 20:00

Das Cabaret Voltaire eröffnete am 5. Februar 1916 unter Mitwirkung einer Gruppe aus Deserteur*innen, Student*innen und Intellektuellen und bildete fortan den Rahmen für Dissens und künstlerische Experimente. Neben einer allgemeinen Einführung zu Dada und seinen Protagonist*innen möchten wir in dieser Führung einige Aspekte des historischen Kontexts um 1916 erkunden. Wir starten im Cabaret Voltaire und gehen danach weiter die Spiegelgasse hinauf, wo Lenin mit seiner Frau Nadeschda Krupskaja wohnte, zum internationalen Gewerkschaftsheim Eintracht, zum Schwänlianer-Treff und der Wohnung von Ball und Hennings am Predigerplatz, über das Cabaret Hirschen am Hirschenplatz bis zum Stüssihof, wo sich der «Kegelklub» zur wöchentlichen Debatte traf. «Verzweiflung an der Zeit gepaart mit ungebrochener, jugendlicher Kraft» fanden sich sowohl in den künstlerischen Aktivitäten im Cabaret Voltaire als auch in den Debatten der internationalistischen Sozialist*innen und Exilant*innen in den Lokalen der Nachbarschaft. Dabei waren die Ziele im Grunde die gleichen: Friede, Freiheit und eine neue Weltordnung. Dies und mithin Themen wie Sozialismus, Pazifismus, Revolution und die Rolle von Gewerkschaften bieten auch im heutigen Kontext anregende Diskussionsgrundlagen.

Die Ausstellung «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi» kann vor oder nach der Führung angeschaut werden. Hennings Erinnerungen sind auch für die Führung von Interesse:

«Viele Schweizer Familien hatten Ferienkinder aus den Kriegsländern eingeladen. Die kleinen Gäste kamen an, schmal, bleich, hohläugig, um hier aufzublühen wie junge Rosen. Wie viele, die inzwischen herangewachsen sind, werden sich dankbar zurückerinnern! 'Wer ein Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf.' Ferner war eine unzählige Anzahl Fremder freiwillig gekommen, für die Zürich die hohe Warte war, von der aus man das Weltgeschehen ruhig oder entsetzt beurteilen konnte. Die Stadt war damals das Internationalste, das man sich denken kann. Am Quai hörte man in allen Zungen sprechen.»
– Emmy Hennings, in: Neue Zürcher Zeitung, Erste Sonntagsausgabe vom 27.05.1934

«Es war im Kriegsjahr 1917 in Zürich. Im Cabaret Voltaire war soeben der Dadaismus geboren worden. Der Dadaist kämpfte gegen die Agonie, gegen den Todestaumel der Zeit. Im Widerspruch behauptete sich das Leben. Jede Art von Maske war dem Dadaisten recht. Die Maske jedoch diente als notwendiger Unterschlupf, das wahre, zu tief erschütterte Gesicht zu verbergen. Beim Dadaismus war viel Verzweiflung an der Zeit mit ungebrochener, jugendlicher Kraft gepaart, die oftmals wie Übermut und Spottlust anmutete.»
Emmy Hennings, Erinnerungen an Sophie Taeuber, in: Sophie Taeuber-Arp, hg. von Georg Schmidt, Basel, Holbein-Verlag, 1948

Die Führung wird von Elena Grignoli und Salome Hohl geleitet.

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.

Anny Klawa-Morf. Photo: freiberthoud.ch

Marcel Jancos Cabaret Voltaire, Bild aus dem Katalog Dada in Zürich, Arche Verlag

Historischer Saal 2020. Photo: Gunnar Meier

1. September 2020, 20:00
Lieb mich von allen Sünden rein

Emmy Hennings, gelesen von Heidi Maria Glössner, im Dialog mit Ariane von Graffenried. Im Anschluss Diskussion mit Jael Bollag, Carla Jörg und allen Beteiligten. Eine Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Literaturarchiv.

Ausserordentlich ist nicht nur Emmy Hennings' wechselvolle Biographie, auch von ihrem künstlerischen Werk geht eine grosse Anziehungskraft aus. In Erinnerung geblieben ist sie als eine der wirkungsmächtigsten Bühnenkünstlerinnen des Dadaismus. Nach wie vor frisch wirken auch ihre Gedichte, und als Performance-Künstlerin und Avantgarde-Autorin war sie ihrer Zeit voraus und beeinflusst Schreibende bis heute.

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung. Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse. Die Ausstellung «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi» ist vor der Soiree bis 20:00 geöffnet.

Photo Emmy Hennings: Nachlass Hennings, SLA Bern; Photo Ariane von Graffenried: Alexander Jaquemet; Collage: Gerhard Blättler

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25. August 2020, 20:00
Repetitions and Fadings

Lara Dâmaso, Photo: Flavio Karrer

Eine Performance von Lara Dâmaso, anschliessend DJ-Set von Asian Eyez

Der tanzende Körper und der singende Körper sind ein und derselbe. Die gleiche Art der Kommunikation: Vibration. Der tanzende Körper und der singende Körper sprechen zueinander, müssen aber nicht antworten. Das ist kein «Call and Response», es ist schneller als das. Ein Sprung vorwärts. Sofortige Präsenz. Der tanzende und singende Körper ist ein offener Kanal – keine leere Kammer. Da er ein Kanal und keine Kammer ist, kann er mit dem harmonisieren, was durch ihn hindurchgeht. Das wiederum zeigt, was er trägt und wie er aufgebaut ist. Es ist kein Echo, es ist melodischer als das. Der tanzende und singende Körper ist eine reflektierende Oberfläche. Er zeigt akribisch Zeit und Raum, Form und Bewegung, die ihn umgeben. Er wird durch diese Agenten impliziert und impliziert sie gleichzeitig. Aber das ist keine Repräsentation, es ist noch viel mehr als das. Und es braucht nicht mehr als das, was schon da ist. (Text: Lara Dâmaso/Matthew Hanson)

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.
Eintritt regulär: 10 CHF; Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

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14. Juli 2020, 20:00
Verschoben: Offene Bühne

Unter info@cabaretvoltaire.ch können bis zum 01.07.20 Kurzbeiträge (5-10 Minuten) eingereicht werden (ca. 2000 Zeichen). Maximal 15 Teilnehmer*innen werden ausgewählt.

7. Juli 2020, 20:00
Salon der Republik

Hier ist die Hörversion des «Salon der Republik» vom 7. Juli 2020 als Podcast zum Nachhören. Der nächste «Salon der Republik» findet am 15. September statt.


Der «Salon der Republik» ist ein Forum für Literatur und Debatte. Es diskutieren über aktuelle Bücher und relevante Themen: das Feuilleton-Team des Online-Magazins Republik, ausgewählte Gäste – und Sie, falls Sie mögen. Denn auch Zuhören ist erlaubt.

Weltweit entlädt sich auf den Strassen die Wut über Rassismus und Polizeigewalt. Zum ersten literarischen «Salon» besprechen wir drei Neuerscheinungen, die damit umso dringlicher sind. Gast ist die Spoken-Word-Poetin Fatima Moumouni. Die ausgewählten Werke: Der Wassertänzer von Ta-Nehisi Coates, 1000 Serpentinen Angst von Olivia Wenzel und der Gedichtband Nachthimmel mit Austrittswunden von Ocean Vuong.

Alle drei Bücher handeln vom Fortbestehen rassistischer Gewalt. Alle drei beschreiben sie auf je eigene Weise Ausgrenzung und Menschen­feindlichkeit. Und sie thematisieren die jahrhunderte­alte Ideologie der «white supremacy», diesseits und jenseits des Atlantiks, deren Konsequenzen nicht erst deutlich sind, seit George Floyd durch brutale Polizei­gewalt getötet wurde.

Mit Fatima Moumouni debattieren Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger und Daniel Graf. Und Sie, falls Sie möchten. Bitte beachten: die Veranstaltung findet unter Einhaltung der Corona-Sicherheits­bestimmungen statt. Wir werden genügend Abstand zwischen den Plätzen einhalten und bitten um Anmeldung unter info@cabaretvoltaire.ch. Bitte teilen Sie uns auch mit, wenn Sie zu zweit oder mehreren kommen wollen. Der Eintritt beträgt 10 Franken regulär, 5 CHF reduziert. Republik-Verleger*innen bezahlen den ermässigten Tarif von 5 Franken.

Die Veranstaltung wird als Audio-Podcast zum Nachhören aufgezeichnet.

Mehr zu den Büchern:
Der Wassertänzer
, der erste Roman von Ta-Nehisi Coates, dessen Sachbücher zum Rassismus in den USA längst auch international Standard­werke sind; 1000 Serpentinen Angst von Olivia Wenzel, ein Roman­debüt, das vom Leben als «Person of Colour» in deutsch-deutschen Gefilden erzählt; der Gedichtband Nachthimmel mit Austrittswunden, für den Ocean Vuong international als neue literarische Sensation gefeiert wird.

Kurzbesprechungen der Bücher durch Daniel Graf finden Sie hier.

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30. Juni 2020, 20:00
Verschoben: Meta-Programm

Drängendes zu 2020 im / zum Cabaret

23. Juni 2020, 20:00
Verschoben: Cracking Up and Staging Down: Stereotypes and Comedy

Screening Martine Syms und Beiträge zu Humor und Rassismus. Organisiert mit Martina Mächler und Anastasia McCammon.

16. Juni 2020, 20:00
Verschoben: Erste Konzerte

Ein Interlude auf einem Tonträger wird als Zwischenkommentar oder Dialog verstanden. Eingeladene Musiker*innen treten zwischen deinem Bier und Gespräch auf. Das Cabaret Voltaire lernt an diesem Abend kurze Musikbeiträge aus der weiten Nachbarschaft kennen. Organisiert von Lorik Visoka.

9. Juni 2020, 20:00
Verschoben: Ich bin so vielfach

Aktuelle Perspektiven auf Emmy Hennings mit Christa Baumberger, Jael Bollag und Sophie Doutreligne.

2. Juni 2020, 20:00
Verschoben: Friends

ESTAR(SER) und weitere. Organisiert mit Adam Jasper

26. Mai 2020, 20:00
Verschoben: Cracking Up and Staging Down: Tickle and Tackle Stand Up

Kasia Fudakowski, Francesca Hawker. Organisiert mit Martina Mächler und Anastasia McCammon.

19. Mai 2020, 20:00
Verschoben: Oh Hans, had you known / Rhythmus 21. Changes in rhythm may alter textures of spaces

Martina Buzzi, Nicolas Buzzi und Li Tavor setzen Hans Richters Auseinandersetzung mit Zeit, Wahrnehmung sowie Raum aus einer gegenwärtigen Perspektive mit auditiven Mitteln fort.

Text von Martina und Nicolas Buzzi: Richters Rhythmus 21 setzt sich nicht nur mit Rhythmus, sondern insbesondere auch mit dem Medium Film auseinander. Film war um 1921 praktisch ungesehen und nicht mit der gegenwärtigen Bedeutung des Mediums vergleichbar. Heute ist animiertes wie aufgezeichnetes Bewegtbild ein alltägliches Phänomen, weshalb Richters Auseinandersetzung von Zeit, Wahrnehmung und Raum mittels seiner Arbeit nicht ohne eine historische Verortung der im Rhythmus 21 angewandten Techniken gelesen werden kann. Film und Rhythmus sind beides zeitbasierte Medien. Einzelne Bilder eines Filmes oder Schläge in einem rhythmischen Konstrukt treten erst durch ihre Abfolge und gemeinsame Beziehung als Ganzes in Erscheinung. Diese Gemeinsamkeit sticht insbesondere bei der Arbeit mit der Stop-Motion-Technik ins Auge, während jedem einzelnen Bild in der Herstellung, im Vergleich zur Projektionsdauer, ein unverhältnismässig erscheinendes Vielfaches an Zeit gewidmet wird. Hundert Jahre nach Rhythmus 21 sind die technischen Vorgänge im Film weit bekannt und so weit entwickelt, dass keine Einzelbilder mehr wahrgenommen werden. Damit hat sich im Vergleich zu Richters Zeit die Relevanz der Auseinandersetzung mit dem Granularen des Mediums gewandelt. Eine Möglichkeit der Annäherung an die Thematik besteht heute in der sinnlichen Wahrnehmung von Raum und der Transformation dieser Empfindung durch die Nutzung akustischer Phänomene. In Oh Hans, had you known / Rhythmus 21 nehmen Martina Buzzi und Nicolas Buzzi die zeitbasierte Eigenschaft von Film und Rhythmus als Ausgangspunkt, um unter Einbezug formaler Entscheidungen und morphologischer Eigenschaften von Rhythmus 21 dessen grundsätzliche Fragestellungen in der heutigen Zeit, mit Mitteln wie Sound, Schall, Raum und Musik, zu verhandeln. Dabei wird durch die Verwendung der inhärenten Dynamik von Schwingungen – nämlich ihre fortwährende Überschreitung der Modalitäten und Grenzen, Rhythmus 21 in einen inneren und äusseren Raum mit fluiden Grenzen übersetzt.

12. Mai 2020, 20:00
Verschoben: Salon der Republik

Der «Salon der Republik» ist ein Forum für Literatur und Debatte. Es diskutieren über aktuelle Bücher und relevante Themen: das Feuilleton des Online-Magazins Republik, ausgewählte Gäste – und Sie, falls Sie mögen. Denn auch Zuhören ist erlaubt.

5. Mai 2020, 20:00
Verschoben: New Facts

«Slow Reading Club» (SRC). Organisiert mit Adam Jasper und Jan Steinbach.

28. April 2020, 20:00
Verschoben: Cracking Up and Staging Down: Slapstick and Laughters

Shinichi Iova-Koga und Dimitri Chimonas. Organisiert mit Anastasia McCammon und Martina Mächler.

21. April 2020, 20:00
Verschoben: Endlich einmal Lenins Text besprechen, den er zur Zeit des historischen Cabaret Voltaire in derselben Strasse in Zürich schrieb

Ein Gespräch mit Tove Soiland, Stefanie Leuenberger und Gleb Albert. Moderiert mit Andreas Rizzi. Sozialistische Lieder von Niels van der Waerden

14. April 2020, 20:00
Verschoben: Lieb mich von allen Sünden rein

Emmy Hennings, gelesen von Heidi Maria Glössner, im Dialog mit Ariane von Graffenried. Eine Soiree in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Literaturarchiv.

31. März 2020, 20:00
Verschoben: Cracking Up and Staging Down: Current Parroting und «ein weiblicher Humorist genannt Kobold»

Karolin Brägger (Kostüm in Kollaboration mit Janek Ackermann), Anastasia McCammon / Emmy Hennings, Dynamic Resistance von Hedda Bauer und Johan Ahlkvist mit Charlotte Gash, Charlotta Öberg, Sigrid Mau, Rogine Moradi. Organisiert mit Martina Mächler und Anastasia McCammon.

24. März 2020, 20:00
Verschoben: Salon der Republik

Der «Salon der Republik» ist ein Forum für Literatur und Debatte. Er diskutieren über aktuelle Bücher und relevante Themen: das Feuilleton des Online-Magazins Republik, ausgewählte Gäste – und Sie, falls Sie mögen. Denn auch Zuhören ist erlaubt. Beim Auftakt der Reihe am 24. März, 20 Uhr, geht es um das Thema «Identitäten» und um neue Bücher von Olivia Wenzel, Ta-Nehisi Coates und Ocean Vuong. Zu Gast ist Fatima Moumouni. Sie liest und debattiert zusammen mit Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger und Daniel Graf.

17. März 2020, 20:00
Abgesagt: Zentrum Geschichte des Wissens

Die Veranstaltung wird wegen des Coronavirus abgesagt.

In der Reihe «Wissen inGesellschaft» des «Zentrums Geschichte des Wissens» (ETH & Uni Zürich) spricht Prof. Dr. Adrian Daub (Stanford) zum Silicon Valley und nimmt dessen selbstgeschaffenen Mythos der Innovation kritisch unter die Lupe.

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit der Professur für Wissenschaftsforschung der ETH Zürich statt.

Wissen in Gesellschaft
Aktuell
7. Oktober 2021, 19:30–21:30
Georgischer Modernismus und Dada

«Brücke: Zürich–Tbilissi» – Georgischer Modernismus und Dada

07.10.2021, 19:30–21:30
Cabaret Voltaire x Kunsthalle Zürich

Im Rahmen der georgischen Kulturfestivals «Brücke: Zürich–Tbilissi» laden das Cabaret Voltaire und die Kunsthalle Zürich ins Löwenbräu-Areal ein. Die Kunsthistorikerinnen Nino Chogoshvili und Irine Jorjadze erläutern Entwicklung und Bedeutung von Modernismus, Futurismus und Dada in der georgischen Kunstszene. Anschliessend an die Vorträge und den Talk wird der Filmklassiker «Chemi bebia» (1929) gezeigt, eine Satire auf die sowjetische Bürokratie.

–Prof. Dr. Nino Chogoshvili: Der georgische Modernismus (Vortrag)
–Irine Jorjadze: Futurismus und Dada in Georgien (Vortrag) und Vorstellung des Buches «H2SO4. Futurismus und Dada in Tiflis»
–Anschliessend Talk mit den beiden Vortragenden und Filmvorführung «MeineGrossmutter» (Chemi bebia, 1929) des Regisseurs Kote Mikaberidze.

Anmeldung unter info@cabaretvoltaire.ch oder info@kunsthallezurich.ch

Mehr zum georgischen Kulturfestival:
Das interdisziplinäre georgische Kulturfestival «Brücke: Zürich–Tbilissi» hat zum Ziel, die aktuelle Kunst- und Kulturszene von Georgien zu präsentieren, den kulturellen Dialog zwischen beiden Ländern zu vertiefen und ein Netzwerk der Zusammenarbeit zu schaffen. Gründerin und Leiterin des Festivals ist die Vereinspräsidentin Elene Chechelashvili, die das Programm in Zusammenarbeit mit den Zürcher Kulturinstitutionen Filmpodium, Literaturhaus Zürich, Cabaret Voltaire, ZAZ Zentrum Architektur Zürich und Kunstraum Walcheturm für Herbst 2021 plant. Die Partnerorganisationen der georgischen Seite sind das Nationale Filmzentrum, das Schriftstellerhaus von Georgien und die georgische Botschaft in Bern.

Künftig soll ein spiegelverkehrtes Programm «Brücke: Tbilissi–Zürich» organisiert und die schweizerische Kunst- und Kulturszene nach Georgien gebracht werden.

15. April 2021, 19:00
Streaming: Armen Avanessian, Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn (Teil 2)

Den Link zum einmaligen Streaming finden Sie am 12. April, verfügbar von 19:00 bis 22:00, hier.

Am 23.03.2021 und 24.03.2021 fand die persönliche und berührende Lesung Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn von Armen Avanessian statt. Die Aufnahme aus dem Cabaret Voltaire wird in Zusammenarbeit mit der Volksbühne Berlin am 12.04.21 (Teil 1) sowie am 15.04.21 (Teil 2) jeweils ab 19:00 gestreamt.


Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn wurde im ersten Lebensjahr seines Sohnes geschrieben und wird als Buch vielleicht 2035 erscheinen.

Der Philosoph schildert darin ihren gemeinsamen Alltag, ihre geteilte Gegenwart und adressiert dabei einen Leser in der Zukunft, der einmal zwanzig, einmal vierzig, und am Ende des Jahrhunderts achtzig Jahre alt sein wird. Aus stets konkreten Erfahrungen und Alltagsbeschreibungen entwickeln sich Überlegungen zu allgemeinen ethischen, sozialen und philosophischen Fragen.

Was ist ein Anfang, Geburt und Beginnen, und warum konnte die männlich dominierte Philosophie diese nur unzureichend fassen? Was sind die Verengungen der klassischen Liebeskonzeptionen, und inwiefern weist Intimität uns einen anderen Weg? Was bedeutet es heute Vater zu sein, eine Familie zu haben und ein Erbe weiterzugeben oder anzutreten (oder umgekehrt auszuschlagen, zurückzuschlagen und mit seiner Familie abzurechnen)? Und inwiefern müssen wir nicht zuletzt auch Tod-und-Sterben-lernen – als vielleicht die klassischen Topoi philosophischer Selbstreflexion – nicht nur mit Blick auf nachfolgende Generationen, sondern aus deren zukünftiger Bedrohung der gesamten Gattung neu denken? Schon heute ist Geteilte Zeit eine Flaschenpost aus einer bereits vergangenen Gegenwart.

«Was ich dir schreibe, das von mir Geschriebene, will dich umarmen, will deine Zeit und meine Zeit zusammen fassen. Denn das Schreiben kommt immer zu spät, hinkt hinterher, aber dann, zugleich, schreibe ich das alles für dich, meinen zukünftigen Leser, viel zu früh. Deshalb habe ich versucht, dir entgegenzukommen.
Ich habe dir geschrieben, um mich an die Zukunft zu erinnern.
Ich habe dir geschrieben, um dich auf die Vergangenheit vorzubereiten.
Ich habe dir geschrieben, weil du sie schon für mich verändert hast.
Ich habe dir geschrieben, damit du das noch einmal lesen kannst.
Ich habe dir geschrieben, weil ich gar nicht anders konnte.
Aus unserer geteilten Zeit habe ich dir geschrieben.
Und wer hätte gedacht, dass es Wünsche und Träume gibt, die in Erfüllung gehen.»

Armen Avanessian liest sein Buch Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn, 23. März 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

12. April 2021, 19:00
Streaming: Armen Avanessian, Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn (Teil 1)

Den Link zum heutigen einmaligen Streaming finden Sie am 12. April, 19:00, hier.

Am 23.03.2021 und 24.03.2021 fand die persönliche und berührende Lesung Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn von Armen Avanessian statt. Die Aufnahme aus dem Cabaret Voltaire wird in Zusammenarbeit mit der Volksbühne Berlin am 12.04.21 (Teil 1) sowie am 15.04.21 (Teil 2) jeweils ab 19:00 einmal gestreamt.


Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn wurde im ersten Lebensjahr seines Sohnes geschrieben und wird als Buch vielleicht 2035 erscheinen.

Der Philosoph schildert darin ihren gemeinsamen Alltag, ihre geteilte Gegenwart und adressiert dabei einen Leser in der Zukunft, der einmal zwanzig, einmal vierzig, und am Ende des Jahrhunderts achtzig Jahre alt sein wird. Aus stets konkreten Erfahrungen und Alltagsbeschreibungen entwickeln sich Überlegungen zu allgemeinen ethischen, sozialen und philosophischen Fragen.

Was ist ein Anfang, Geburt und Beginnen, und warum konnte die männlich dominierte Philosophie diese nur unzureichend fassen? Was sind die Verengungen der klassischen Liebeskonzeptionen, und inwiefern weist Intimität uns einen anderen Weg? Was bedeutet es heute Vater zu sein, eine Familie zu haben und ein Erbe weiterzugeben oder anzutreten (oder umgekehrt auszuschlagen, zurückzuschlagen und mit seiner Familie abzurechnen)? Und inwiefern müssen wir nicht zuletzt auch Tod-und-Sterben-lernen – als vielleicht die klassischen Topoi philosophischer Selbstreflexion – nicht nur mit Blick auf nachfolgende Generationen, sondern aus deren zukünftiger Bedrohung der gesamten Gattung neu denken? Schon heute ist Geteilte Zeit eine Flaschenpost aus einer bereits vergangenen Gegenwart.

«Was ich dir schreibe, das von mir Geschriebene, will dich umarmen, will deine Zeit und meine Zeit zusammen fassen. Denn das Schreiben kommt immer zu spät, hinkt hinterher, aber dann, zugleich, schreibe ich das alles für dich, meinen zukünftigen Leser, viel zu früh. Deshalb habe ich versucht, dir entgegenzukommen.
Ich habe dir geschrieben, um mich an die Zukunft zu erinnern.
Ich habe dir geschrieben, um dich auf die Vergangenheit vorzubereiten.
Ich habe dir geschrieben, weil du sie schon für mich verändert hast.
Ich habe dir geschrieben, damit du das noch einmal lesen kannst.
Ich habe dir geschrieben, weil ich gar nicht anders konnte.
Aus unserer geteilten Zeit habe ich dir geschrieben.
Und wer hätte gedacht, dass es Wünsche und Träume gibt, die in Erfüllung gehen.»

Armen Avanessian liest sein Buch Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn, 23. März 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

2. März bis 27. März 2021
Ausstellung Samuel Haitz, «Memorabilia»

«When I look back on my life it’s not that I don’t want to see things exactly as they happened, it’s just that I prefer to remember them in an artistic way. And truthfully the lie of it all is much more honest because I invented it. Clinical psychology tells us arguably that trauma is the ultimate killer. Memories are not recycled like atoms and particles in quantum physics. They can be lost forever. It’s sort of like my past is an unfinished painting and as the artist of that painting I must fill in all the ugly holes, and make it beautiful again. It’s not that I have been dishonest; it’s just that I loathe reality.»

– Lady Gaga, The Prelude Pathétique – Erster Teil, Marry the Night

Samuel Haitz (*1997) lädt zu zwei aufeinanderfolgenden Soireen und zur parallellaufenden Ausstellung «Memorabilia» ins Cabaret Voltaire ein. Haitz zog erst kürzlich von Zürich nach Berlin. Ein Anlass, gelagerte Andenken in die Hand zu nehmen, Erinnerungen zu ordnen, zu bewahren und zu verklären. Im Cabaret Voltaire versammelt er eigene Arbeiten, Werke von Freund*innen und Idolen sowie weitere Objekte, die Codes des Begehrens und der Zugehörigkeit widerspiegeln. Für die Soireen lädt er seine künstlerischen Weggefährt*innen Milena Langer, Stella und Ian Wooldridge zum gemeinschaftlichen Lesen von Texten ein. Zum Abschluss interpretiert der befreundete DJ Moritz Müller die Veranstaltungen musikalisch. Soirée 1 (Before) widmet sich der Hoffnung und der romantischen Utopie; Soirée 2 (After) fokussiert die nostalgische Reflexion von Vergangenem. Die Veranstaltungen werden in Zusammenarbeit mit dem Berner Radio Bollwerk online übertragen. In dieser stillstehenden, kontaktarmen Zeit entsteht so ein Raum, um darüber nachzudenken, welche persönliche und gemeinsame Gedächtniskultur den Werdegang prägen soll.

Soirée 1 (Before) fand am 02.03.2021 statt und Soirée 2 (After) fand am 09.03.2021 statt. Beide Soireen können Sie hier nachhören. Mit Samuel Haitz, Milena Langer, Stella, Ian Wooldridge und Moritz Müller (DJ-Set) via radio-bollwerk.ch.

Ausstellungsansicht, Samuel Haitz, Sale (After Lutz Bacher), «Memorabilia», 2021. Photo: Cabaret Voltaire, Philipp Hänger

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4. März bis 25. März 2021
Future Perfect Continuous Tense

Kollektives Online-Lesen mit dem «Slow Reading Club»

Sie können Sich für die folgenden Daten und Zeiten hier anmelden. Preis: Pay what you want.

04. März: 19:00, 20:00, 21:30
11. März: 19:00, 20:00, 21:30
18. März: 19:00, 20:00, 21:30
25. März: 19:00, 20:00, 21:30

Nach der Anmeldung erhalten Sie einen Zoom-Link per Mail. Anzahl Teilnehmer*innen: 8 Tickets pro Session. 6 Tickets am 25. März um 21.30 Uhr.

Der «Slow Reading Club» (SRC) ist eine semi-fiktionale Lesegruppe, die 2016 von Bryana Fritz und Henry Andersen initiiert wurde. Sie beschäftigen sich mit konstruierten Situationen für kollektives Lesen.SRC versucht, den Raum der Übertragung zwischen Text und Lesenden, Lesenden und Lesenden, Text und Text zu besetzen und zu erotisieren; er tut dies, um im instabilen Raum des Lesens selbst zu verweilen, um das zu intensivieren, was Spivak «die mögliche Bedrohung eines Raums außerhalb der Sprache» nennt, der sich beim Lesen und in der Liebe eröffnet.
In Future Perfect Continuous Tense werden Strategien aus ihrer Praxis in den digitalen Raum übersetzt und Zoom als Raum für das gemeinsame Lesen und intime Zusammenkommen genutzt. Jeder Abend wird als Probe oder Experiment zum digitalen, kollektiven Lesens inszeniert. Dabei werden Texte verwendet, die die Zeitform aufbrechen, um Körper, Geräte und Räume, die das Lesen umkreisen, neu zu gestalten.
Jede Sitzung ist unabhängig von den anderen. Die Teilnehmer*innen können an einer oder mehreren teilnehmen. Diejenigen Teilnehmenden, die sich am Sonntag vor jeder Sitzung anmelden, erhalten per Post ein Geschenk, das die Lesung begleitet.

Eine Kooperation zwischen dem Cabaret Voltaire (Salome Hohl und Adam Jasper) und dem Theater Neumarkt

Bild: Slow Reading Club (Henry Andersen und Bryana Fritz)

25. Februar 2021, 20:00–20:15
Teaser-Event: Future Perfect Continuous Tense

Kollektives Online-Lesen mit dem «Slow Reading Club»

Dieser Event am 25. Februar ist eine kostenlose Kennenlernsession und dauert ca. 15 Minuten.
Hier finden Sie den Zoom-Link.

Der «Slow Reading Club» (SRC) ist eine semi-fiktionale Lesegruppe, die 2016 von Bryana Fritz und Henry Andersen initiiert wurde. Sie beschäftigen sich mit konstruierten Situationen für kollektives Lesen. SRC versucht, den Raum der Übertragung zwischen Text und Lesenden, Lesenden und Lesenden, Text und Text zu besetzen und zu erotisieren; er tut dies, um im instabilen Raum des Lesens selbst zu verweilen, um das zu intensivieren, was Spivak «die mögliche Bedrohung eines Raums außerhalb der Sprache» nennt, der sich beim Lesen und in der Liebe eröffnet.
In Future Perfect Continuous Tense werden Strategien aus ihrer Praxis in den digitalen Raum übersetzt und Zoom als Raum für das gemeinsame Lesen und intime Zusammenkommen genutzt. Jeder Abend wird als Probe oder Experiment zum digitalen, kollektiven Lesens inszeniert. Dabei werden Texte verwendet, die die Zeitform aufbrechen, um Körper, Geräte und Räume, die das Lesen umkreisen, neu zu gestalten.
Jede Sitzung ist unabhängig von den anderen. Die Teilnehmer*innen können an einer oder mehreren teilnehmen. Diejenigen Teilnehmenden, die sich am Sonntag vor jeder Sitzung anmelden, erhalten per Post ein Geschenk, das die Lesung begleitet.

Eine Kooperation zwischen dem Cabaret Voltaire (Salome Hohl und Adam Jasper) und dem Theater Neumarkt

14. Januar 2021, 20:00
Verschoben: Agnes Scherer, «The Teacher»

Update: Es werden neue Termine für die Aufführungen der Operette gesucht.

Letzte Aufführung

Eine didaktische Operette von Agnes Scherer
Puppenspiel: Soya Arakawa
Musik: Tobias Textor
Vokalistin: Claudia Barth

Die Ausstellung ist vom 2. Oktober bis zum 16. Januar zu sehen. Mehr Informationen zu «The Teacher» finden Sie hier.

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

10. Dezember 2020, 20:00
Verschoben: Agnes Scherer, «The Teacher»

Diese Aufführung wurde auf den 14. Januar verschoben.

Eine didaktische Operette von Agnes Scherer
Puppenspiel: Soya Arakawa
Musik: Tobias Textor
Vokalistin: Claudia Barth

Die Ausstellung ist vom 2. Oktober bis zum 16. Januar zu sehen. Mehr Informationen zu «The Teacher» finden Sie hier.

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

Eintritt regulär: 10 CHF, Eintritt reduziert: 5 CHF. Bezahlen können Sie an der Abendkasse.

2. Oktober 2020, 18:00
Ausstellungseröffnung Agnes Scherer «The Teacher»

Agnes Scherer, «The Teacher»
Puppenspiel: Soya Arakawa
Musik: Tobias Textor
Vokalistin: Claudia Barth

Die didaktische Operette wird zur Eröffnung am 2. Oktober um 19:00 und 20:00 aufgeführt. Die Bar ist von 18:00 bis 02:00 geöffnet.
Die Aufführungen der Operette sind bereits ausgebucht. Wir bieten deshalb am 03.10.20, 12:00 eine Matinee-Vorstellung an.
Bitte anmelden unter info@cabaretvoltaire.ch

Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

26. September 2020, 16:00
Showing Software Garden

Teilnehmer*innen des Workshops von Rory Pilgrim und Cassie-Augusta Jørgensen zeigen mit Pilgrim, Jørgensen und der Sängerin Robyn Haddon die Performance Software Garden im Neumarkt. Das Showing endet mit einer Suppe im Neumarkt um 17 Uhr.

Mit dem multidisziplinären Projekt Software Garden sucht der Künstler in Zeiten zunehmenden Nationalismus und Isolationismus Räume, in denen das Menschliche, Ökologische und Technologische den Grundprinzipien von Einfühlungsvermögen, Fürsorge und Freundlichkeit entspricht. Zu diesem Zweck kombiniert Rory Körper und Stimmen innerhalb und ausserhalb des Bildschirms durch Live-Performances, Musikvideos, Gedichte und interaktive Workshops.

Der Workshop ist Teil des institutionsübergreifenden Festivals Fleshy Interface. Fleshy Interface verbindet Performances und Workshops und hat die Wiederentdeckung der Körperlichkeit als zentrales Thema. Der Körper als Medium und als Instrument in den darstellenden Künsten, der digitale Körper, Körperlosigkeit und die Sehnsucht nach Berühren und Berührtwerden beschäftigen uns in dieser besonderen Zeit der physischen Distanzierung. Initiert vom Neumarkt, in Zusammenarbeit mit Cabaret Voltaire, Schauspielhaus Zürich, Literaturhaus, Tanzhaus, Fabriktheater, Winkelwiese, Shedhalle, ZHdK und Helferei. Rory Pilgrim partizipiert auf Einladung des Cabaret Voltaire, in enger Zusammenarbeit mit dem Neumarkt. Das gesamte Programm des Festivals inklusive E-Booklet ist hier zu finden.

Wir danken dem Harfen-Service Daniel Zurlinden für die Unterstützung.

«Software Garden» Live Concert, Stedelijk Museum, Amsterdam, 2019. Photo: Maarten Nauw

23. September 2020, 14:00–17:00
Workshop Software Garden

Mit diesem Workshop im Rahmen des Festivals Fleshy Interface können Sie Teil von Rory Pilgrims multidisziplinären Projekts Software Garden werden.

Der Künstler Rory Pilgrim sucht in Zusammenarbeit mit dem Cabaret Voltaire und dem Neumarkt im Rahmen des Festivals Fleshy Interface acht Teilnehmer*innen für eine Live-Performance von Software Garden. Software Garden, das 2018 veröffentlicht wurde, ist Rory Pilgrims erstes Musikvideoalbum, das die Frage stellt, inwiefern wir Systeme schaffen können, die das Menschliche, Ökologische und Technologische mit den Grundprinzipien von Einfühlungsvermögen, Fürsorge und Freundlichkeit vereinen. Software Garden arbeitet mit verschiedenen Generationen und Hintergründen und fragt insbesondere, wie wir hinter unseren Bildschirmen zusammenkommen.

Während des dreitägigen Workshops arbeiten Sie mit Rory Pilgrim und der Choreografin und Künstlerin Cassie Augusta Jørgensen zusammen, um Fragen der Berührung, Verbindung und Unterstützung zu untersuchen. Die Workshops, die sowohl digital als auch im 'meet space' stattfinden, werden sich insbesondere mit den Auswirkungen der globalen Pandemie befassen und Wege finden, wie wir uns physisch verbinden und eine Unterstützung innerhalb der erforderlichen Sicherheitseinschränkungen finden können.

Alle Zeiten des Workshops:
Mittwoch, 23.09.20, 14:00–17:00
Donnerstag, 24.09.20, 14:00–17:00
Freitag, 25.09.20, 14:00–17:00

Showing des Workshops (Performance «Software Garden»): Samstag, 26.09.20, 16:00 im Neumarkt. Das Showing endet mit einer Suppe im Neumarkt um 17:00.

Um am Workshop teilzunehmen, senden Sie bitte eine E-Mail an fleshyinterface@theaterneumarkt.ch

Der Workshop kostet:
CHF 30.-/60.-/90.- (3 Tage)
CHF 20.-/40.-/80.- (2 Tage)
Die Teilnehmer*innen entscheiden, welchen Preis Sie zahlen können.

Das institutionsübergreifende Festival Fleshy Interface verbindet Performances und Workshops und hat die Wiederentdeckung der Körperlichkeit als zentrales Thema. Der Körper als Medium und als Instrument in den darstellenden Künsten, der digitale Körper, Körperlosigkeit und die Sehnsucht nach Berühren und Berührtwerden beschäftigen uns in dieser besonderen Zeit der physischen Distanzierung. Initiert vom Neumarkt, in Zusammenarbeit mit Cabaret Voltaire, Schauspielhaus Zürich, Literaturhaus, Tanzhaus, Fabriktheater, Winkelwiese, Shedhalle, ZHdK und Helferei. Rory Pilgrim partizipiert auf Einladung des Cabaret Voltaire, in enger Zusammenarbeit mit dem Neumarkt. Das gesamte Programm des Festivals inklusive E-Booklet ist hier zu finden.

«Software Garden» Live Concert, Stedelijk Museum, Amsterdam, 2019. Photo: Maarten Nauw

13. September 2020, 14:00–15:30
Neue Körperempfindungen

Sexualität im Rausch von Bewegung und Musik

Im Rahmen des Zurich Art Weekend: Dialogische Führung mit Cabaret Voltaire-Leiterin Salome Hohl und Kunsthaus-Kuratorin Cathérine Hug. Kunstperformance Thirsty von Ivy Monteiro, Talaya Schmid und Angie Walti.

In die 1920er-Jahre fällt auch die erste sexuelle Revolution. Personen wie Josephine Baker, Coco Chanel, Magnus Hirschfeld, Alexandra Kollontai und Victor Margueritte haben wesentlich dazu beigetragen, dass offener über Sexualität gesprochen und dieser Befreiungsschlag auch in der Kultur gelebt wird. Dies war nur der Anfang eines langen Prozesses, der heute noch nicht abgeschlossen ist, sondern stets vor neuen Herausforderungen steht. Diese Veranstaltung in drei Teilen ist ein Streifzug durch die Erzählungen des Körpers, bei welcher die Performance von Ivy Monteiro, Talaya Schmid und Angie Walti uns mitten in die aktuellste Diskussion katapultiert, wo Fetisch, fluide Identitäten, Queerness und Herkunft Gegenstand intensiver Debatten sind.

- Treffpunkt «Führungen» im Kunsthaus Zürich.
- 14:00–14:45 in der Ausstellung «Schall und Rauch», 15:00–15:30 Rundgang zum Cabaret Voltaire. Ende der Performance und der Führung im Cabaret Voltaire.
- Teilnehmerzahl beschränkt. Anmeldung erforderlich.
- Kosten: Ausstellungsticket oder 10 CHF.

Tickets bekommen Sie hier. Die Covid-19-Schutzmassnahmen werden hier rechtzeitig kommuniziert.

Photo: Ivy Monteiro

11. September 2020, 18:00–20:30
Führungen

Anlässlich des Zurich Art Weekend finden zwei Kurzführungen durch das Haus und die Ausstellung statt. Die erste Führung ist um 18 Uhr, die zweite um 20 Uhr.

Bitte Masken anziehen! Teilnehmer*innenzahl beschränkt. Wir bitten deshalb um Anmeldung.

13. Juni 2020
Verschoben: Neue Körperempfindungen: Sexualität im Rausch von Bewegung und Musik

14:00–14:45 Uhr in der Ausstellung im Kunsthaus Zürich. Von 15:00–15:30 performativer Rundgang zum Cabaret Voltaire.


Neue Körperempfindungen: Sexualität im Rausch von Bewegung und Musik

Im Rahmen des Zurich Art Weekend: Dialogische Führung mit Cabaret-Voltaire-Leiterin Salome Hohl und Kunsthaus-Kuratorin Cathérine Hug. Kunst-performance von Talaya Schmid und Angie Walti.

8. Juni 2020, 19:00–23:00
Nach dem langen Sonntag

Am 8. Juni starten die drei Zürcher Kulturinstitutionen Theater Neumarkt, Literaturhaus Zürich und Cabaret Voltaire gemeinsam in die Zeit nach dem Shutdown. Unter dem Motto «Nach dem langen Sonntag» wird den Häusern und dem Niederdorf wieder kulturelles Leben eingehaucht.

Detailliertes Programm Cabaret Voltaire:

Montag, 8. Juni 2020

19:00 bis 23:00:
Wiedereröffnung und Verlängerung der Ausstellung «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi» , 8. Juni bis 22. September 2020.

19:00 bis 23:00:
Laufende Performance der Tänzerin Anastasia McCammon zu Emmy Hennings. Dabei wird auch Cognac, Hennings' Lieblingsschnaps, serviert. McCammon ist der Teil der mit Martina Mächler konzipierten Serie Cracking Up and Staging Down, die im Herbst im Rahmen der Soireen am Dienstag im Cabaret Voltaire zu sehen sein wird.

19:30, 20:30, 21:30:
Die Autorin Simone Lappert tritt in einen lyrischen Dialog mit Emmy Hennings. Reservationen für die drei Lesungen nehmen wir via info@cabaretvoltaire.ch entgegen. Nur die Hälfte der Plätze kann für Reservationen freigegeben werden.


Programmübersicht Cabaret Voltaire, Theater Neumarkt und Literaturhaus:

Zwischen 19:00 und 23:00 gibt es Theater, Musik, Performances, Literatur, Kunst und Cognac. Im Neumarkt wird der zehntägige 7/11 Performance Supermarket eingeweiht, der mit Peepshow-Ästhetik, Voyeurismus und der Sehnsucht nach Nähe spielt. Etwas weiter die Spiegelgasse hoch eröffnet im Cabaret Voltaire die Ausstellung «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi» wieder, die Autorin Simone Lappert exerziert das Menschsein durch eigene und Hennings' lyrische Texte, während die Tänzerin Anastasia McCammon den Ausschank von Hennings’ Lieblingsschnaps performativ inszeniert. Und das Literaturhaus eröffnet seine dreiwöchige Literatur-Apotheke mit dem Kollektiv «Literatur für das was passiert», das Texte auf Auftrag bzw. auf Rezept schreibt. Die Besucherinnen sind eingeladen, von Haus zu Haus frei zu spazieren und sich überraschen zu lassen.

«Wir haben uns in den letzten Wochen immer wieder ausgetauscht, es ging dabei um die grossen Fragen: Was wird aus der Kultur zu Zeiten von Social Distancing? Wie lässt sich Kultur und Kunst in der neuen Normalität weiterhin erfahrbar machen? Uns war es wichtig, Nähe und Distanz inhaltlich aufzunehmen, aber auch ein Zeichen zu setzen. Wir spannen zusammen, da wir vor ähnliche Probleme gestellt werden und sie lieber gemeinsam lösen.» Salome Hohl (Cabaret Voltaire), Tine Milz (Theater Neumarkt) und Gesa Schneider (Literaturhaus Zürich).

Die Zwei-Meter-Regel wird eingehalten, Formulare für das ContactTracing stehen bereit, ebenso Desinfektionsmittel. Wir folgen dem «Pay what you want»-Prinzip. Nehmen Sie ihr liegengebliebenes Münz mit. Wir freuen uns!

Ausstellungsansicht «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi», mit Werken von Emmy Hennings und Sitara Abuzar Ghaznawi. Photo: Cabaret Voltaire, Gunnar Meier

Ausstellungsansicht «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi», mit Werken von Emmy Hennings und Sitara Abuzar Ghaznawi. Photo: Cabaret Voltaire, Gunnar Meier

19. April 2020, 19:00
P-a-i-n.org

Pain – Martina Buzzi, Nicolas Buzzi und Li Tavor
Dritter Live-Broadcast

https://p-a-i-n.org/Agenda

Das Kammerensemble für improvisierte elektronische Musik geht in der aktuellen Pandemie dem Potential von Musik in Zeiten von Social Distancing nach. Martina Buzzi, Nicolas Buzzi und Li Tavor interessieren sich in ihren Performances für die räumliche und soziale Dimension von Klängen und Vibrationen. Die Materialität von Klang und die unmittelbaren Interaktionen unter den Musiker*innen sowie mit dem Publikum steht weiterhin im Zentrum ihres Schaffens. Dies erfordert die Übertragung der Musik in Echtzeit und eine hohe Wiedergabequalität. Mit Pain gründeten sie einen virtuellen Konzertort, welcher auf die globale Situation der sozialen Isolation eingeht. Die Musiker*innen sind im Programm des Cabaret Voltaire.

Das Cabaret Voltaire stellt der unabhängigen Initiative den Historischen Saal zur Verfügung. Er bietet genügend Platz für das Social Distancing der drei Mitglieder.

14. April 2020, 10:00
P-a-i-n.org

Pain – Martina Buzzi, Nicolas Buzzi und Li Tavor
Zweiter Live-Broadcast

https://p-a-i-n.org/Agenda

Das Kammerensemble für improvisierte elektronische Musik geht in der aktuellen Pandemie dem Potential von Musik in Zeiten von Social Distancing nach. Martina Buzzi, Nicolas Buzzi und Li Tavor interessieren sich in ihren Performances für die räumliche und soziale Dimension von Klängen und Vibrationen. Die Materialität von Klang und die unmittelbaren Interaktionen unter den Musiker*innen sowie mit dem Publikum steht weiterhin im Zentrum ihres Schaffens. Dies erfordert die Übertragung der Musik in Echtzeit und eine hohe Wiedergabequalität. Mit Pain gründeten sie einen virtuellen Konzertort, welcher auf die globale Situation der sozialen Isolation eingeht. Die Musiker*innen sind im Programm des Cabaret Voltaire.

Das Cabaret Voltaire stellt der unabhängigen Initiative den Historischen Saal zur Verfügung. Er bietet genügend Platz für das Social Distancing der drei Mitglieder.

12. April 2020, 19:00
P-a-i-n.org

Pain – Martina Buzzi, Nicolas Buzzi und Li Tavor
Erster Live-Broadcast: Sonntag, 12. April, 19:00

https://p-a-i-n.org/Agenda

Das Kammerensemble für improvisierte elektronische Musik geht in der aktuellen Pandemie dem Potential von Musik in Zeiten von Social Distancing nach. Martina Buzzi, Nicolas Buzzi und Li Tavor interessieren sich in ihren Performances für die räumliche und soziale Dimension von Klängen und Vibrationen. Die Materialität von Klang und die unmittelbaren Interaktionen unter den Musiker*innen sowie mit dem Publikum steht weiterhin im Zentrum ihres Schaffens. Dies erfordert die Übertragung der Musik in Echtzeit und eine hohe Wiedergabequalität. Mit Pain gründeten sie einen virtuellen Konzertort, welcher auf die globale Situation der sozialen Isolation eingeht. Die Musiker*innen sind im Programm des Cabaret Voltaire.

Ihre Performance Oh Hans, had you known / Rhythmus 21. Changes in rhythm may alter textures of spaces vom 19. Mai 2020 wird aufgrund der Corona-Krise voraussichtlich verschoben. Das Cabaret Voltaire stellt der unabhängigen Initiative den Historischen Saal zur Verfügung. Er bietet genügend Platz für das Social Distancing der drei Mitglieder.

13. März bis 15. März 2020
Eröffnungswochenende

Reduziertes Programm und Beschränkung der Gästeanzahl aufgrund der aktuellen Situation. Wir bitten Menschen mit Grippesymptomen daheim zu bleiben und die vom Bund zur Verfügung gestellten Massnahmen zu beachten. Zudem empfehlen wir allen Teilnehmenden, sich regelmässig die Hände zu waschen, Körperkontakt in Grenzen zu halten und auf herkömmliche Begrüssungsrituale zu verzichten. Das Cabaret Voltaire stellt Desinfektionsmöglichkeiten zur Verfügung und achtet auf Zirkulationsmöglichkeiten.

13.03.20–15.03.20
«Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi»

13.03.20, 18:00–04:00
– Stefan Burger, Skulptur Traverse, ab 18:00
– Begrüssung, 19:00
– Nicolas und Martina Buzzi mit Li Tavor, Franziska Koch, Monika Stalder und Miao Shuyue Zhao, Performance Suspended Gestures, 21:00
– ABGESAGT: Crystallmess, Performance Poison/Paradise, anschliessend DJ-Set, 23:15–02:00

14.03.20, 11:30–02:00
An Occasion Hosted by Isabel Lewis on the Topic of Love in the Time of Corona, ab 17:00

15.03.20, 11:30–23:00
– ABGESAGT: Soya Arakawa, Performance JIJII DOKOROKA, 17:00
– ABGESAGT: Simone Lappert, lyrischer Dialog mit Emmy Hennings, 18:00

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14. März 2020, 17:00
An Occasion on the Topic of Love in the Time of Corona
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Aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Schweiz in Bezug auf das Coronavirus möchten wir das Risiko einer Zusammenkunft anerkennen und ansprechen, während wir weiterhin Geselligkeit feiern und uns auf die Gemeinschaft konzentrieren. Die Dauer des Anlasses wurde auf mehrere Stunden ausgedehnt, damit die Besucher nach Belieben kommen und gehen können.

Die Occasions von Isabel Lewis können als ein Ritual des Zusammenkommens für das 21. Jahrhundert betrachtet werden. Sie bieten eine liberalisierte Form der Teilnahme, die es Besuchern erlaubt, stundenlang zu verweilen oder einfach nur vorbeizugehen. Die Künstlerin schuf dieses Format als eine Möglichkeit, eine Idee von Komposition anzusprechen, die ihre fehlende Autonomie, ihre Porosität und Kontingenz als Reflexion über die Natur der Realität selbst eher umarmt als verdrängt. Für das Eröffnungswochenende des Cabaret Voltaire reagiert die Künstlerin auf diesen Moment, indem sie unsere gegenwärtigen Ängste vor Nähe und Verbindung thematisiert und die Art und Weise nachzeichnet, wie diese Ängste in eine Flugbahn der Hyperindividualisierung und sozialen Atomisierung eingebaut sind, die mit dem Aufkommen der wissenschaftlichen Weltsicht, des Puritanismus und des Kapitalismus beginnt und bis heute in den sozialen und politischen Fragen des Neoliberalismus fortdauert.

Lewis entwickelt seit 2014 eine Idee, die sie als «radikale Empfänglichkeit» bezeichnet und die für sie eine Alternative zu den Formen der sozialen Interaktion bildet, statt zu Konflikten, Zwang und Konkurrenz, die im sozialen Austausch kapitalistischer Gesellschaften prominent erscheinen. Lewis legt grossen Wert auf die Rehabilitation der Sinne jenseits des Visuellen als einen Weg, sich auf unsere Umwelt einzustimmen und auf soziale und ökologische Krisen reagieren zu können. Ihr Ansatz ist realistisch – es gibt keine Verleugnung des Risikos, sich für einen anderen verwundbar zu machen, sich «gegenseitig ungeschehen zu machen». Mit den Worten von Judith Butler: «Man bleibt nicht immer intakt».

Die Ocassions (2014–heute) der international renommierten Künstlerin, Tänzerin, DJ und Theoretikerin gelten als feierliche Zusammenkünfte von Dingen, Menschen, Pflanzen, Tänzen und Düften, bei denen die Besucher*innen in die Aufmerksamkeit und die Geselligkeit eintauchen und sich aus ihr herauslösen können. Desinfektionsmittel und Erfrischungen sind Teil der Gastfreundschaft.

13. März 2020
Ausstellungseröffnung Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi
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13. März 2020, 21:00
Suspended Gestures

Suspended Gestures von Martina und Nicolas Buzzi. Performerinnen: Li Tavor, Monika Stalder, Martina Buzzi und Franziska Koch.

In der Performance Suspended Gestures interagieren die Performerinnen durch Gesten, die synthetische Klänge steuern. Ihre Körper werden durch Bewegungssensoren erweitert. Die Partitur der Bewegungen, die Choreographie, wird durch die Mittel der Klänge bestimmt, durch die die Performerinnen miteinander kommunizieren.

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Aufgrund der Corona-Krise und der Teilinstandsetzung zwischen Mai 2021 und Januar 2022 startet der transdisziplinäre «Raum für Unsicherheit» nach der Wiedereröffnung.

Um Austausch soll es dabei gehen, um Arbeiten, künstlerische und wissenschaftliche, die sich im Prozess befinden, die unfertig sind, unausgegoren, unsicher eben. Eine Unsicherheit in der jeweiligen Ausdrucksform ist auch die Eintrittskarte, eine sich im Prozess befindende Arbeit, unaufgeführt, unveröffentlicht, unausgestellt.

Die Treffen finden in kleiner Runde statt (maximal 20 Anmeldungen), an denen jeweils eine bis zwei Arbeiten vorgestellt und besprochen werden. Wenn du Lust auf diesen Austausch hast, und darauf, regelmässig an den Gesprächen teilzunehmen, also nicht nur an dem einen Abend, an dem es um deine Arbeit geht, dann bist du herzlich willkommen. Wir möchten Menschen einladen, die ihre Unsicherheiten aussprechen können und an einem ehrlichen Austausch interessiert sind.

Jede Sitzung kostet 10 CHF, dafür wird eine kalte Platte und Wein/Bier serviert. Wir diskutieren in einer ruhigen Ecke im Cabaret Voltaire – in der Dada-Bibliothek, in der Ausstellung oder hinter dem grünen Vorhang im Historischen Saal.

Der «Raum für Unsicherheit» entstand 2016 im Ausstellungsraum Klingental, gegründet von Franziska Baumgartner, Simone Lappert und Simon Wunderlich. Sie tragen die Weiterführung im Cabaret Voltaire mit.

Anmeldung unter: raumfuerunsicherheit@cabaretvoltaire.ch

Aktuell
Vorschau
11. Februar 2021, 20:00–21:30
Abgesagt: Icon Poet

Duell der Poeten

Erleben Sie, wie man trotz Herzklopfen, Knieschlottern und feuchten Händen ein hieb- und stichfestes Alibi aus dem Ärmel schüttelt – und damit in 180 Sekunden zum Icon-Poeten gekrönt wird.

Unter Aufsicht von Etrit Hasler kreuzen während 90 Minuten Dominic Deville, Peter Schneider, Andrea Fischer-Schulthess und Sven Stickling die Federkiele.

Eintritt CHF 20, Ticketverkauf an der Abendkasse

25. November 2020, 18:30
Online: «Wie denkt das Valley? – eine Ideengeschichte des Kapitalismus» – Wissen in Gesellschaft #25

18:30-20:00 Uhr. Die Veranstaltung findet online statt: Zoom-Link (Meeting-ID: 992 8558 7009 / Kenncode: 779717)

Kein Ort verkörpert den Geist des digitalen Kapitalismus mehr als das Silicon Valley: Visionär, innovativ, flexibel und vor allem disruptiv will man sein. Mit allem Alten wird gebrochen. So zumindest lautet der Mythos, der nicht zuletzt auch im Valley selbst produziert wird. Die Big Four – Apple, Google, Amazon und Facebook – stehen im Zentrum eines globalen Goldrauschs von Venture-Kapital und Daten. Sie verstehen sich neben dem digitalen Kerngeschäft aber auch als Denkfabriken, die uns mit neuem Sinn für die schöne neue Welt des Digitalen versorgen: mit Stories, Bildern und Vorstellungen einer permanenten technologischen Revolution. Unser Gast Adrian Daub forscht und lehrt an der Universität Stanford – quasi in Sichtweite zum Silicon Valley. In seinem Vortrag wird er der Frage nachgehen, wie disruptiv die (Selbst-)Erzählungen des Valley tatsächlich sind und in welcher unsichtbaren Denk-Tradition sie stehen: von New Age Bewegungen über die Philosophien Ayn Rands und Martin Heideggers, bis hin zurück zu den religiösen Erweckungsbewegungen in den USA seit dem 19. Jahrhundert.

Gäste: Prof. Dr. Adrian Daub (Literaturwissenschaft, Stanford University), Dr. Monika Wulz (Historikerin, ETH Zürich), Prof. Michael Hagner (Historiker, ETH Zürich)

11. November 2020, 18:30
Online: «Medizin nach COVID 19? – Gesundheit und Gesellschaft im Zeichen der Pandemie» – Wissen in Gesellschaft #23

Die Veranstaltung findet online statt. Hier befindet sich der Zoom-Link für die Installation. Meeting ID: 953 0711 2092 / Kenncode: 195368

Covid 19 hält die Welt in Atem. Noch ist nicht abzusehen, wie sich die Lage weiterentwickelt. Klar ist, das Virus und die weltweite Pandemie werden tiefe Spuren hinterlassen. COVID 19 spitzt bestehende gesellschaftliche Problem- und Fragestellungen zu, und eröffnet neue. Zusammen mit zwei ExpertInnen
aus der Medizinanthropologie bzw. der Medizingeschichte werden wir die Folgen der Pandemie für Gesundheitssysteme und die Medizin diskutieren: Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer im Gesundheitswesen und hat Corona wirklich etwas verändert? Was ist die gesellschaftliche Rolle und der Wert des Krankenhauses, speziell in Pandemie-Zeiten? Wir werden zudem über die Krise der therapeutischen Medizin sprechen und der Frage nachgehen, inwiefern das Heilungsversprechen der modernen Medizin noch greift, was sie therapieren kann und was auch nicht. Kurzum, welche Rolle spielt Medizin während COVID 19 in Gesellschaft und welche möglicherweise danach?

Auf zwei kurze Inputreferate folgt ein moderiertes Gespräch mit den Vortragenden, in der es neben den genannten Fragen auch um die Rolle der sozial- und kulturwissenschaftlichen Medizinforschung gehen wird.

Gäste:
Dr. Janina Kehr (Medizinanthropologin, Universität Bern)
Prof. Dr. Flurin Condrau (Medizinhistoriker, Universität Zürich)

28. Oktober 2020, 19:30
Collegium Novum Zürich: «Manche Nebelflecken löset kein Auge auf»

Gewisse Erlebnisse graben sich so tief ins Ich ein, dass man sie kaum noch erzählen kann. So ergeht es den Protagonisten in W.G. Sebalds Die Ausgewanderten: vier Menschen mit jüdischen Wurzeln, die ihre Heimat verlassen, im Exil an ihrer Untröstlichkeit zerbrechen und ihre eigene Existenz auslöschen. Im Mittelpunkt des Abends im Cabaret Voltaire steht Musik («eine Art subjektive musikalische Lektüre Sebalds») von Sarah Nemtsov. Mit von der Partie ist der Schauspieler Paul Herwig (anstelle von Jakob Diehl, der coronabedingt absagen musste). Er liest die Geschichte des Arztes Dr. Henry Selwyn, der einst als Siebenjähriger aus Litauen nach England geflüchtet ist. Aus der Zeit gefallene Dia-Bilder beglaubigen das Erzählte und zeichnen die Spuren Selwyns nach, die übrigens auch in die Schweiz führen. Alban Bergs frühe Stücke für Klarinette und Klavier eröffnen diesen musikalisch-literarischen Abend zwischen Erinnern und Zerstören, Festhalten und Zurücklassen. (Text: https://cnz.ch/)

Einführung und Beginn des Konzerts: 19:30

Berg, Op. 5 (9’)
Central Park
(7’)
Luftmacumba
(12’)
Lesung (38’)
A Long Way Away
(15’)

Collegium Novum Zürich
Johanna Malangré: Dirigentin
Paul Herwig: Schauspieler

Tickets
Bis 35 Jahre / Kulturlegi: CHF 15
Über 35 Jahre: CHF 40
AHV / IV: CHF 30

Es besteht Maskenpflicht. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

24. Oktober 2020, 16:00–17:00
Zürich liest: Nando von Arb und seine Bildwelten

In eigenwilliger Bildsprache erzählt Nando von Arb in der Graphic Novel 3 Väter (Edition Moderne 2019) von einer Kindheit mit wechselnden Bezugspersonen. Dafür wurde er dieses Jahr mit dem Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Der Zürcher Illustrator nimmt uns mit in seine Bild- und Vorstellungswelten. Drei Vaterfiguren prägen das Aufwachsen des Ich-Erzählers. Sie vermitteln ihm die Liebe zur Kunst, bieten Reibungsfläche oder schenken ihm einfach Nähe. Die Mutter, als Vogel dargestellt, opfert sich auf, um ihren drei Kindern etwas bieten zu können, und weint beim Staubsaugen, damit die Kinder es nicht hören sollen. Der junge Zürcher Illustrator Nando von Arb erzählt in seiner Graphic Novel über eine Kindheit, die fern von Idealvorstellungen ist. Radikal auf die Kindersicht fokussiert, wird daraus jedoch eine originelle Geschichte über kindliche Resilienz. Die Lust am Experiment zieht sich durch das Buchkunstwerk, das Nando von Arbs Debüt ist. Unkonventionell ist nicht nur das Familienmodell, sondern auch der Umgang mit Farbe und Raum im Buch. In skizzenhafter Leichtigkeit und einer mündlichen Sprache verhandelt 3 Väter die Episoden einer Kindheit und vermag damit Erwachsene und Jugendliche anzusprechen. Im Gespräch erzählt der Illustrator über seine Arbeit mit dem autobiographisch geprägten Stoff.
Moderation: Elisabeth Eggenberger, SIKJM


Mehr Infos über das Buchfestival: www.zuerich-liest.ch

Eintritt frei. Es besteht Maskenpflicht, ausser wenn Sie sitzen. Die Platzzahl ist beschränkt und die Anmeldung mit Name, Postleitzahl und Telefonnummer obligatorisch. Danke für die Solidarität.

8. Oktober 2020, 20:00
Unbequem werden! Ein Blind Spots Cabaret – Salon Bastarde

Nach 5 Jahren kulturpolitischer Agitation wandelt sich der «Salon Bastarde» im Cabaret Voltaire zum Blind Spots Cabaret! Aus unterschiedlichen Perspektiven werden die blinden Flecken der offiziellen Schweizer Geschichte beleuchtet. Ausgangspunkte sind nicht nur Rückblicke auf 50 Jahre Schwarzenbach-Initiative oder die Kollaboration mit dem südafrikanischen Apartheid-Regime, sondern vor allem auch die Konfrontation von selbst re-/produzierten Rassismen. Mit einer Reihe multidisziplinäre Acts wird das Blind Spots Cabaret kollektiv «unbequem», um so solidarische Praxen jenseits überkommener Kriterien zu ermöglichen.

Ablauf:
–20:00: Blind Spots – Begrüssung von «Salon Bastarde», Rohit Jain, und Cabaret Voltaire, Salome Hohl
–20:15: Pre-Book Launch – Roma Jam Session art Kollektiv
–20:45: Schwarzenbach-Komplex. Blinde Flecken in der Schweizer Demokratie – Melinda Nadj Abonji und Rohit Jain
–21:15: Transkulturelle Arbeitserfahrungen zwischen Südafrika und der Schweiz – Rückblick, Ausblick und Kritik – eine Diskussion zwischen tracy september und Tim Zulauf
–21:45: Bastard Life – Ein autobiografischer Versuch von Kijan Espahangizi
–22:00–23:00: tracy september spielt Auszüge aus ihrer Performance SEPTEMBER

Mit: Kijan Espahangizi, Rohit Jain, Melinda Nadj Abonji, Roma Jam Session art Kollektiv (RJSaK – Mo Diener und RR Marki), tracy september, Tim Zulauf

www.salon-bastarde.ch

Nach Möglichkeit bitten wir um Voranmeldung für den «Salon Bastarde». Die Platzzahl ist beschränkt, es gilt Maskenpflicht. Das Contact-Tracing findet beim Einlass statt. Bitte mindestens 15 Minuten vor dem gewünschten Programmpunkt eintreffen.

11. Juni 2020, 17:00–18:00
Abgesagt: The Sex Factor: How Women Made the West Rich

Dr. Victoria Bateman (University of Cambridge, Wirtschaftswissenschaftlerin, Feministin, Aktivistin). Organisiert von Barbara Straumann, Eva Brugger und Olivia Biber.

4. Juni 2020, 14:00–18:00
Abgesagt: Auftakt der Tagung «Celans Theorie der Dichtung heute»

Organisiert von Evelyn Dueck und Sandro Zanetti

29. Mai 2020, 20:00
Abgesagt: Don’t Forget – Where do we go?

Salon Bastarde

50 Jahre Schwarzenbach-Initiative oder die Schweizer Kollaboration mit dem Apartheid-Regime: Wie können wir uns von den Geistern der Vergangenheit befreien? In einer Reihe von Ton-, Text-, Video- und historischen Fernsehbeiträgen stellen Betroffene, Kulturschaffende und Forscher*innen ihre Blicke auf die Vergangenheit dar, um eine bessere Zukunft zu fordern. Mit Rohit Jain, Melinda Nadj Abonji, Robin Bhattacharya, Tim Zulauf und weiteren Gästen.

www.salon-bastarde.ch

13. Mai 2020, 19:00
Abgesagt: Zentrum Geschichte des Wissens

Prof. Dr. Svenja Goltermann spricht zur «Geschichte des Gewalt- und Opferdiskurses».

30. April 2020, 20:00
Verschoben: Icon Poet
25. März 2020, 16:00–18:00
Abgesagt: Artist Talk mit Uriel Orlow

Moderiert von Prof. Dr. Liliana Gómez (Universität Zürich)

Der Talk wird unterstützt vom Zentrum Künste und Kulturtheorie, dem Studienprogramm Kulturanalyse der Universität Zürich und durch den SNF.

17. März 2020, 20:00
Abgesagt: Zentrum Geschichte des Wissens

Die Veranstaltung wird wegen des Coronavirus abgesagt.

In der Reihe «Wissen in Gesellschaft» des Zentrums «Geschichte des Wissens» (ETH & Uni Zürich) spricht Prof. Adrian Daub (Stanford) zum Silicon Valley und nimmt dessen selbstgeschaffenen Mythos der Innovation kritisch unter die Lupe. Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit der Professur für Wissenschaftsforschung an der ETH Zürich statt.

22. Februar 2020, 22:00–00:00
Literaturhaus Zürich. Tage südafrikanischer Literatur

Late Night im Cabaret Voltaire: Spoken-Word-Performance mit Koleka Putuma, Musik mit DJ youngseptember.

Stefan Burger, Traverse, 2020 (Edition von fünf Absinthgarnituren, je sechsteilig)

Gastronomisch hat sich das Cabaret Voltaire unter anderem dem Absinth verschrieben. Stefan Burger entwarf eine Absinthgarnitur mit Glasarbeiten, die derzeit einen Schwerpunkt seiner Arbeit darstellen. Das Kunstwerk als Gebrauchsgegenstand kann in der Dada-Bibliothek erworben werden.

Bei Interesse bitten wir Sie, uns unter info@cabaretvoltaire.ch zu kontaktieren.

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Pro Ausstellung werden spezielle Karten produziert.
Preis: CHF 2

- Sitara Abuzar Ghaznawi (Untitled, 2020)
- Postkarten mit Emmy Hennings
- Agnes Scherer «The Teacher» (Schaubild aus der Operette)

Vermittlung

Im Eingangsbereich steht ein grosser Tisch und hängen Regale mit Publikationen zu Dada, Vermittlungsmaterial und ausgewählten Souvenirs, um das historische Dada zu vermitteln und unterschiedliche Zugänge zu ermöglichen. Der Grundstock der Bibliothek ist eine Schenkung des verstorbenen Dada-Sammlers Hans Bolliger und des Dada-Spezialisten und Kurators Guido Magnaguagno. In der Bibliothek sind viele wichtige Dada-Publikationen vorhanden. Das Cabaret Voltaire erweitert seine Bibliothek laufend.

Ebenfalls im Eingangsbereich befindet sich CV Books: Eine wechselnde Auswahl an Kunstpublikationen für das Cabaret Voltaire, kuratiert von Jan Steinbach. Erhältlich in der Dada-Bibliothek oder online via Edcat CV Books.

Aufgrund der Teilinstandsetzung von Mai 2021 bis Januar 2022 bleibt das Haus während dieser Zeit geschlossen. Falls sie unsere Bibliothek während dieser Zeit besuchen möchten, bitte kontaktieren Sie uns unter info@cabaretvoltaire.ch.

Dada-Bibliothek. Photo: Cabaret Voltaire, Gunnar Meier

Der Dadablog entstand während des pandemiebedingten Shutdowns am Anfang des Frühlings 2020. Damit startete das Cabaret Voltaire ein regelmässiges Journal, das in der Anfangsphase jeweils donnerstags erschienen ist und später einmal pro Monat. Zurzeit werden neue Posts in unregelmässigem Abstand hochgeladen. Der Blog ist nun ein fester Bestandteil der Webseite. Nebst der Vermittlung des historischen Dada, welche hier auch die Möglichkeit hat, Bezüge zur Gegenwart herzustellen, wollen wir auch eine Plattform für verschiedene Autor*innen aufbauen und damit unbekannte und etablierte Stimmen in die Befragung unseres Erbes einfliessen lassen. Die Autor*innen schreiben jeweils in ihrer Sprache. Die Beiträge können skizzenhaft, fundiert, assoziativ oder wissenschaftlich sein.

www.cabaretvoltaire.ch/blog

Dada in Zürich - Überblicksführung
Im Museum Cabaret Voltaire bieten wir Überblicksführungen an. Die Führungen dauern ein- bis eineinhalb Stunden und ermöglichen einen Einblick in die Geschichte von Dada und des Cabaret Voltaire sowie in gegenwärtige Aktivitäten. Neben dem Cabaret Voltaire stehen diverse weitere Dada-Orte in der Stadt Zürich auf dem Programm. Alle Führungen werden auch auf Englisch angeboten.

Anmeldung und Information: fuehrungen@cabaretvoltaire.ch
Treffpunkt: Cabaret Voltaire, Eingang Münstergasse
Sprachen: Deutsch/Englisch (Französisch auf Anfrage)

Preise für Gruppen von Schüler*innen und Student*innen
1 h Führungen für CHF 200.
1.5 h Führungen für CHF 250.-

Preise für private Gruppen
1 h Führungen für CHF 250.-
1.5 h Führungen für CHF 300.-

Preise für Firmengruppen
1 h Führungen für CHF 300.-
1.5 h Führungen für CHF 350.-

Themenführungen
Wir entwickeln laufend Themenführungen, die Dada im Kontext spezifischer Debatten reflektieren. Die Konditionen werden über den persönlichen Kontakt besprochen: fuehrungen@cabaretvoltaire.ch

Aufgrund der Teilinstandsetzung von Mai 2021 bis Januar 2022 bleibt das Haus während dieser Zeit geschlossen. Führungen können deshalb momentan nur im Aussenraum stattfinden.

DADAschule ist ein disziplinübergreifendes Format für Kinder zwischen 9 und 12: ein Ort für Ideen, Experimente sowie künstlerisches, literarisches und philosophisches Tüfteln. Die Eltern werden an der Türe abgegeben und können dort nach Kursende auch wieder abgeholt werden.

DADAschule wird mit Barbara Weber konzipiert und befindet sich in der Planungs- und Finanzierungsphase.

Aufgrund der Teilinstandsetzung von Mai 2021 bis Januar 2022 bleibt das Haus während dieser Zeit geschlossen. Geplanter Beginn ist nach der Wiedereröffnung.

Ab 2021 bieten wir Workshops und Führungen für Schulklassen verschiedener Altersgruppen an.

Die Unterlagen für Schüler*innen ab 16 Jahren, die 2016 in Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum erarbeitet wurden, sind weiterhin zugänglich. Anhand von vier unterschiedlichen «Dada-Ereignis-Themenpfaden» und praktischen Übungen an verschiedenen Orten in Zürich beschäftigen sich die Schüler*innen mit den Anliegen der Dadaist*innen und werden selbst zu Akteur*innen.

Themenpfad «Die dadalogischen Dimensionen» (701,5 KiB)
Themenpfad Readymade – «Ich bin Kunst» (6,7 MiB)
Themenpfad «Sprechakte!» (7,1 MiB)
Themenpfad «Provokation auf der Bühne» (7,2 MiB)
Themenpfad «Politische Propaganda» (6,8 MiB)

Aufgrund der Teilinstandsetzung von Mai 2021 bis Januar 2022 bleibt das Haus während dieser Zeit geschlossen. Führungen können deshalb momentan nur im Aussenraum stattfinden.

Gastronomie

Als die Dadaist*innen das Haus 1916 entdeckten, betrieb Jan Ephraim die Bier- und Weinschenke Holländische Meierei. Die Dadaist*innen bespielten den hinteren Saal und verpflegten sich mit dem Angebot der Meierei. Nach der Besetzung und Wiedereröffnung 2004 wurde das Sortiment mit einer grossen Auswahl an Absinth erweitert. In der Cabaret Voltaire-Bar servieren wir neben Bier, Wein und Absinth auch Schnaps, weitere alkoholische Getränke, Süssgetränke, Teesorten, Kaffee, und Snacks.

Aufgrund der Teilinstandsetzung von Mai 2021 bis Januar 2022 bleibt das Haus während dieser Zeit geschlossen.

In der oberen Etage befindet sich das ursprüngliche Cabaret Voltaire. Die Dadaist*innen mieteten das sogenannte Holländer Stübli im hinteren Bereich, um ihr eigenes Kabarett zu eröffnen. Hugo Ball beschrieb das Cabaret Voltaire in seinem Tagebuch als ihren Candide gegen die Zeit. Das Cabaret Voltaire war nur fünf Monate geöffnet. Vom 5. Februar bis zum 23. Juni 1916 fanden täglich, ausser freitags, Veranstaltungen statt. Im April 1916 einigten sich die Dadaist*innen auf den Namen Dada.

Heute ist von der Original-Bausubstanz nur noch die Säule im vorderen Teil des Saales vorhanden. Links im Raum stand – wie heute – die kleine Holzbühne, auf der experimentelle und interdisziplinäre Darbietungen gezeigt wurden. Gedichte wurden in verschiedenen Sprachen gleichzeitig aufgeführt und mit Masken, Tanz, Bühnenbildern und Musik kombiniert.

Damals hingen auch Kunstwerke an den Wänden, unter anderem auch von Picasso. Ein Höhepunkt des Cabaret Voltaire bildete der Auftritt von Hugo Ball am 23. Juni 1916, als er in einem kubistischen Kostüm als magischer Bischof seine Lautgedichte aufführte und dabei seine mystische Erleuchtung erlebte.

Aufgrund der Teilinstandsetzung von Mai 2021 bis Januar 2022 bleibt das Haus während dieser Zeit geschlossen.

Historischer Saal. Photo: Cabaret Voltaire, Gunnar Meier

Durch das Mieten des Hauses ermöglichen Sie nicht nur Ihnen einen besonderen Anlass an einem mythischen Ort der Kulturgeschichte, sondern unterstützen mit Ihrer Miete auch den Erhalt des international bedeutenden Erbes von Dada.

Veranstalten Sie darin:

  • ein rauschendes Fest
  • einen inspirierenden Workshop
  • einen innovativen Launch
  • lehrreiche Kurse oder Vorträge
  • eine bedeutende Lesung

Bitte beachten Sie, dass wir die Räume des Cabaret Voltaire nur für geschlossene Veranstaltungen vermieten können.

Aufgrund der Teilinstandsetzung von Mai 2021 bis Januar 2022 kann das Haus während dieser Zeit nicht vermietet werden.

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Art des Anlasses
 
Cabaret Voltaire

Stellungnahme der Direktorin:

Dada wird als Befragungsmodus verstanden, der nicht zielführend sein muss, sondern in unterschiedlichen Formen und Formaten fortwährend Fragen stellt: Wie reagieren wir auf die Gegenwart? Mit welchen Mitteln denken wir die Zukunft? Welcher Sprache bedienen wir uns? Wer nimmt an der Gesellschaft teil, unter welchen Bedingungen? Was bedeutet Existenz? Welche Rolle spielen die Künste? Ebenfalls im Fokus steht das Gemeinschaftliche, die gegenseitige Stärkung und Konfrontation, Verletzlichkeit und Mut. Das Cabaret Voltaire war und bleibt ein offener Ort der ehrlichen Kritik und des disziplinübergreifenden Austausches. Diese Ansprüche an eine Kulturinstitution haben heute dieselbe Dringlichkeit wie 1916. Vor der dadaistischen Folie können historische Positionen und zeitgenössische Strategien diskutiert werden, die unsere politische und ästhetische Urteilskraft schärfen. Das Cabaret Voltaire fungiert zugleich als Künstlerkneipe, Vermittlungsort für Dada sowie als Plattform für gegenwärtiges Kulturschaffen und relevante Debatten.

Stellungnahme Vorstand Cabaret Voltaire:

Das Museum Cabaret Voltaire ist der Ursprungsort der weltweit bekannten Dada-Bewegung, die 1916 in Zürich entstanden ist. Das Programm des Cabaret Voltaire lebte und lebt stark von der Besonderheit des Ortes: dem Saal für Aufführungen und Aktivitäten unterschiedlichster Art, dem Barbetrieb, den zugänglichen Räumen davor und darunter, dem Eingangsbereich, der die Tür zur Stadt und zugleich zur Welt bildete und bildet.

1916 war das Cabaret Voltaire ein Ort, an dem die damalige durch Krieg und Exil geprägte Gegenwart das Bedürfnis weckte, sich von den gegebenen Zeitumständen und ihren ideologischen Verengungen radikal (negativ) abzusetzen, um stattdessen neue Weisen der Kooperation und Kritik, experimentelle Formen der Aufführung und Inszenierung sowie neu entdeckte Medien der Reflexion und Dokumentation zu erproben. Dada war insgesamt keine Kunstrichtung, die sich in erster Linie mit der Vergangenheit sowie überhaupt mit dem bereits Bekannten befasste. Viel mehr setzte Dada in zuvor ungekannter Radikalität auf die Auseinandersetzung mit dem, was noch unbekannt war, mit dem, was gerade in der Gegenwart passierte oder noch passieren könnte, um daraus Ideen für die Zukunft zu entwickeln.

Zur «Erbschaft» von Dada gehört deshalb die Frage: Worauf wird man später einmal zurückkommen können? Antworten auf diese Frage können immer nur in der jeweiligen Gegenwart formuliert werden. Das ist das Besondere an Dada, auch jenseits von 1916: Nicht ein Stil, nicht ein bestimmtes politisches Programm und nicht ein fest stehender Inhalt war kennzeichnend für Dada, sondern die Einsicht, dass jede Gegenwart ihre eigenen Mittel und Wege finden muss, um sich möglichst frei aus sich heraus bewegen zu können: künstlerisch, gesellschaftlich, lebenspraktisch.

Das Programm des Cabaret Voltaire versucht, diese Einsichten der Dadaisten aus heutiger Sicht, für die heutige Situation zu befragen und sie erneut fruchtbar zu machen. Die Auseinandersetzung mit dem historischen Erbe enthält zwar eine Komponente der Dokumentation von Geschichte, doch sie kann sich nicht darin erschöpfen. Denn Dada war schon immer auf die Zukunft ausgerichtet und deswegen gilt es auch, die Vergangenheit von Dada nicht als statisch zu begreifen. Vielmehr soll diese Vergangenheit immer wieder neu auf ihre Aktualität für die Gegenwart und Zukunft hin befragt werden.

Die damaligen Aktivitäten der Dadaist*innen bewegten sich allesamt in Spannungsfeldern: zwischen Kunst und Nicht-Kunst, Planung und Zufall, Sinn und Unsinn, Behauptung und Realisierung, lokalen Besonderheiten und internationaler Vernetzung, intensiven Livemomenten und – was oft vergessen geht – Bestrebungen nach Anerkennung und Dauer. Diese Spannungsfelder bestehen auch heute noch. Sie sind unauflöslicher Teil der fortlaufenden Geschichte von Dada. Das Programm des Cabaret Voltaire ist sich dessen bewusst, ortet diese Spannungen in ihrer jeweils aktuellen Ausprägung und arbeitet mit ihnen. Sie unterzieht sie so einem permanenten «Gegenwarts-Check».

Für Bildanfragen, Informationen zu den Ausstellungen und Veranstaltungen sowie Interviewanfragen kontaktieren Sie bitte Salome Hohl:
salome.hohl@cabaretvoltaire.ch oder +41 43 268 08 44 (Büro)

Falls Sie regelmässig Presseinformationen zu unseren Ausstellungen und Veranstaltungen erhalten möchten, nehmen wir Sie gerne in den Presseverteiler auf. Senden Sie uns diesbezüglich eine Mail.

Das Cabaret Voltaire wird vom gleichnamigen Verein getragen, der auf die Unterstützung von Mitgliedern, öffentlicher Hand, Stiftungen und privaten Personen angewiesen ist.

Als Mitglied oder Cabaret-Voltaire-Freund*in unterstützen Sie die lebendige Bearbeitung des dadaistischen Erbes, die Ausstellungen und die disziplinübergreifenden Auseinandersetzungen während Veranstaltungen wie der Soireen am Dienstag. Durch Ihren Beitrag ermöglichen Sie das Fortbestehen dieser weltweit bekannten Kulturinstitution.

Werden Sie Mitglied (1 Jahr)
CHF 100
CHF 50 (reduziert für Student*innen und Künstler*innen)

Sie erhalten jedes Jahr einen Mitgliederausweis, der Sie zum Gratiseintritt in die Ausstellungen und alle weiteren Veranstaltungen, die vom Cabaret Voltaire organisiert werden, berechtigt.

Werden Sie Cabaret-Voltaire-Freund*in (1 Jahr)
ab CHF 500

Sie erhalten jedes Jahr einen Mitgliederausweis, der Sie zum Gratiseintritt in die Ausstellungen und alle weiteren Veranstaltungen, die vom Cabaret Voltaire organisiert werden, berechtigt. Zudem führt Sie die Direktorin auf Anfrage durch die Ausstellungen und das Haus. Sie bekommen jährlich eine Einladung zur unserer Programmpräsentation mit Aperitif für Unterstützer*innen und Mitwirkende zum Geburtstag des Cabaret Voltaire am 5. Februar.

Kontaktieren Sie uns dafür unter info@cabaretvoltaire.ch. Falls Sie die Institution längerfristig und spezifisch unterstützen möchten, wenden Sie sich an die Leitung: salome.hohl@cabaretvoltaire.ch (Direktorin), esther.widmer@cabaretvoltaire.ch (Geschäftsführerin)

Bankverbindung
Selbstverständlich können Sie Ihren Beitrag nach Wahl auch direkt auf folgendes Bankkonto überweisen:

Zürcher Kantonalbank, Postfach, 8010 Zürich
IBAN: CH32 0070 0110 0007 7322 2
BIC (SWIFT): ZKBKCHZZ80A
Inhaber: Trägerverein Cabaret Voltaire

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Statuten
180620 Verein Cabaret Voltaire Statuten 2018.pdf (2,1 MiB)

Vorstand
Patrick Hug (Präsident ad interim)
Jean-Pierre Hoby (Vize Präsident)
Barbara Basting (ex officio Stadt Zürich)
Fabienne Barras
Annatina Menn
Una Szeemann
Sandro Zanetti
Raffael Büchi

Jahresberichte
Jahresbericht Verein Cabaret Voltaire 2019.pdf (6,8 MiB)

Jahresbericht Verein Cabaret Voltaire 2018.pdf (2,5 MiB)
Jahresbericht Verein Cabaret Voltaire 2017.pdf (6,4 MiB)

Direktorin und Künstlerische Leitung

  • Salome Hohl

Geschäftsführerin

  • Esther Widmer

Mitarbeiter*innen Programm und Vermittlung

  • Elena D'Amato (Praktikantin)
  • Elena Grignoli (Mitarbeiterin Vermittlung)
  • Andrea Oertle (Mitarbeiterin Vermittlung)
  • Laura Sabel (Mitarbeiterin Vermittlung)
  • Petra Winiger Østrup (Mitarbeiterin Vermittlung)

Grafik/Informatik

  • Vela Arbutina
  • Samuel Bänziger
  • Olivier Hug

Café / Bar

  • derzeit aufgrund der Renovation geschlossen.

Wir bedanken uns herzlich für die Unterstützung!

Das Cabaret Voltaire erhält grosszügige Betriebsbeiträge von:
Stadt Zürich

Das Cabaret Voltaire erhielt 2020 und 2021 grosszügige Projektbeiträge von:
Die Mobiliar

Kanton Zürich
Ernst Göhner Stiftung
Nestlé Fondation pour l’Art
Avina Stiftung
Gottfried und Ursula Schäppi-Jecklin Stiftung
Ars Rhenia
Elisabeth Weber Stiftung

Temperatio

Frühere Betriebsbeiträge:
Bank Julius Bär (2008–2011)
Andy Rihs (2008–2011)
Swatch (2004–2008)

Frühere Projektbeiträge:
Dr. Adolf Streuli Stiftung (2013, 2017)
artEDUStiftung (2017)
Fachstelle Kultur Kanton Zürich (2017)
Avina Stiftung (2016)
Dr. Georg und Josi Guggenheim Stiftung (2014–2017)
UBS Kulturstiftung (2017)
Agape Stiftung (2015–2017)
Else v. Sick Stiftung (2016–2017)
Zürcher Kantonalbank (2013, 2016)
Ernst Göhner Stiftung (2013, 2016)
Maya Behn-Eschenburg Stiftung (2015–2016)
Pro Helvetia (2016)
Lixmar-Stiftung (2016)
Ars Rhenia Stiftung (2016)
Ernst und Olga Gubler-Hablützel Stiftung (2016)
Walter Haefner Stiftung (2016)
Cassinelli–Vogel Stiftung (2016)
Stiftung Temperatio (2016)
Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg (2008–2016)
Volkart Stiftung (2008–2014)
Swiss Re (2013)
Migros-Kulturprozent (2013)
Baugarten Stiftung (2013)
Adolf und Mary Mil-Stiftung (2013)
Parrotia-Stiftung (2013)
Georges und Jenny Bloch-Stiftung (2013)
Georg und Bertha Schwyzer-Winiker-Stiftung (2013)

Cabaret Voltaire 1916–2004
Nachdem das Cabaret Voltaire 1916 von den Dadaist*innen eröffnet und wenige Monate später geschlossen wurde, folgte eine lange Zeit diverser Nutzungen. 2002 wurde das Cabaret Voltaire von einer Gruppe aus politischer und künstlerischer Überzeugung besetzt und somit verhindert, dass aus dem Cabaret Voltaire – wie die Erzählung ist – eine Apotheke werden sollte. Durch die Besetzung gelang die Bedeutung von Dada und dem Cabaret Voltaire zurück in das Bewusstsein der Zürcher Gesellschaft. Durch die Unterstützung des “Komitee pro Dada-Haus” sowie einiger Politiker*innen wurde das Cabaret Voltaire 2004 unter dem Dach eines Trägervereins sowie unter der Direktion von Philipp Meier und mit Adrian Notz als künstlerische Assistenz “wiedereröffnet”. 2006 wurde Adrian Notz Co-Direktor und 2012 alleiniger Direktor des Cabaret Voltaire.

Archiv Cabaret Voltaire 2004–2019
Mit dem “Archiv Cabaret Voltaire 2004–2019” bieten wir Ihnen nicht nur einen Einblick in die Veränderungen und Visionen der letzten 15 Jahre, sondern auch in den Umgang mit Obsessionen sowie dem historischen Kulturerbe. Im Zeitraum von 2004–2019 sind über 64 Ausstellung und unzählige Veranstaltungen und Aktionen realisiert worden, in denen Dada in seinen unterschiedlichen Formen und Inhalten befragt und aktualisiert wurde. In den 15 Jahren musste das Cabaret Voltaire immer wieder um seine Akzeptanz sowie sein Dasein kämpfen und es wurde zum bedeutenden Ort der philosophischen und künstlerischen Auseinandersetzung mit Dada und zum Ort der Kunst!

Online – Besucher*innen haben die Möglichkeit, über “kleio - the living catalog” online einen Einblick in die Geschichte des Cabaret Voltaire zu erhalten. Wir verstehen das Archiv als ein mobiles, da es sich nicht nur ständig entwickeln und erweitern, sondern auch und insbesondere durch die Rezeption und Zugänglichkeit immer neu interpretiert und ausgelegt werden kann. Im Archiv finden Sie alle Projekte, Publikationen, Presseartikel sowie diverses Foto-, Video-, und Sound-Material. Durch die Funktionen, die uns “kleio” ermöglicht, können Sie rhizomartig durch Verlinkungen auf andere Projekte, Personen, und Institutionen gelangen.

Analog - Das Cabaret Voltaire ist Besucher*innen in seiner analogen Form im Stadtarchiv Zürich zugänglich, wo sich die Vielzahl aller Dokumente, AV-Medien, Publikationen sowie diverses, objekthaftes Ausstellungsmaterial der vergangenen 15 Jahre befindet. Wo Sie im Online-Archiv einen Überblick über die gesamten 15 Jahre gewinnen können, bietet Ihnen das analoge Archiv die Möglichkeit, sich zu vertiefen und sich mit der Geschichte und all ihren Facetten zu beschäftigen.

Der Online Archivkatalog der Stadt Zürich: https://amsquery.stadt-zuerich.ch/suchinfo.aspx

Das Online Archiv des Cabaret Voltaire auf kleio: https://cabaretvoltaire.kleio.com

Archivbestand
Cabaret Voltaire (2004–2019)
Archivbestand

Impressum 2019
Konzeption/Realisierung: Laura Sabel, Adrian Notz
Mitarbeiter*innen: Petra Winiger Østrup, Tilde von Overbeck, Marlies Jost, Sonja Jost, Jessica Palmer, Clara Atkinson, Kirsty Clark, Michelle Chin, Poppy Eastwood, Oliver Bass.

Mit grossem Dank an Anina Schenker (kleio) und Max Schultheiss (Stadtarchiv Zürich) für die grosse Unterstützung und sehr gute Zusammenarbeit.

00:00
July
August 27, 2021 20:00–22:00
August 28, 2021 20:00–22:00
October 7, 2021 19:30–21:30
November
December
Programme

«Songs to the Suns»
Cabaret Voltaire on Monte Verità
Izidora L. LETHE, Paul Maheke
Christa Baumberger, Sophie Doutreligne and Minna Salami

14.08.2021–02.10.2021
Opening: 14.08.2021, 16:00–22:00

Monte Verità – like Cabaret Voltaire – is considered one of the most important places of the avant-garde, whether in relation to art, theory or lifestyle. It is therefore not surprising that artists from the Zurich Dada circle spent their summers on the hill in Ascona. There, Sophie Taeuber-Arp, Emmy Hennings, Hans Arp or Hugo Ball attended Rudolf von Laban's courses, danced, held exhibitions and gave parties. Both at Cabaret Voltaire and on Monte Verità, liberation from both physical and linguistic conventions was central. The Lebensreform strove to free society from the stiff corset of bourgeois constraints through vegetarianism, expressive dance, naturopathy, light- and sun-bathing, free-body culture and reform clothing. The primary focuses of their «third way» between capitalism and communism were the individual, the body, and a way of life that was as «close to nature» as possible. Yet, their critique of progress and their interest in a mythical past later found its way into fascistoid thinking. Numerous life-reformist ideas live on in today’s industries based around self-optimization and health. But they also appear where thinking through the body and its movements seeks to further challenge social categories – and certainly in the search for alternative models of communally organized and shared life. However, the parameters around bourgeoisie, identity, and knowledge have changed and need to be looked at from a new perspective. This return is not a nostalgic act, but rather a starting point to examine concerns and forms of expression from the perspective of the present day. «Songs to the Suns» combines holistic and fragmented approaches, seeks a polyphony that destroys binary ways of thinking, and poses critical and political questions through the dissection of wholeness. At the center is the body as archive and site of emancipation.

With Izidora L. LETHE and Paul Maheke, Cabaret Voltaire invites two contemporary artists for a cooperation with Monte Verità Cultural Centre. In their research-based works, Izidora L. LETHE starts from the body as a place of knowledge production and knowledge storage. LETHE is concerned with revising depoliticized notions of landscape, geology, or the body in coexistence with its human and non-human environment. For Monte Verità, they take this research further, with a focus on the «third way» of life and the avant-gardists’ commitment to destabilizing normative notions of movement and bodies. In doing so, LETHE pays tribute to the queer, female, non-binary/trans* or post-migrant and post-colonial embodied knowledge, that has been overlooked and repressed throughout history. At «Casa dei Russi», LETHE shows drawings that are to be understood as notations of corporeality and become parameters for what the artist calls «choreographed intervention», performed by a group of classically trained and non-trained «dancers». These works will be accompanied by a sound intervention and fine sculptural works that extend across the entire site.

Paul Maheke’s artistic interests lie in the social construct of corporeality, the invisible, and the forces that influence and inform our bodies and identities. As in the case of the avant-gardists, the body no longer functions merely as an instrument of aesthetic representation but is transformed to a source of experience and liberation. Art becomes a catharsis in a place that is open to counter-narratives and collective confrontations. In the «spazio piscina», the artist shows an installation of fabric panels printed with text fragments, in the middle of which he dances on the opening evening, accompanied by a soundtrack composed by his brother Simon, and featuring a voiceover by Maheke himself. The text, written since the first lockdown in 2020, deals with vulnerability and embodiment. For the performance, Maheke wears a durag, a headscarf of African origin, which has been part of African-American youth culture since the 1970s, and which mainstream white culture has turned into a racial signifier associated to gang culture and prisoners. Maheke thus attempts to dismantle the sign systems inscribed in clothes.

The artistic contributions are complemented by a conversation with Christa Baumberger, Sophie Doutreligne and Minna Salami. Sophie Doutreligne is researching female Dada performances at Cabaret Voltaire and on Monte Verità. By prioritizing text and photography over movement and processes, art history has lost sight of female dance bodies. Yet it was precisely through their physical interventions that Sophie Taeuber-Arp, Emmy Hennings and Suzanne Perrottet criticized the prevailing concepts of logic and identity. Christa Baumberger has researched Dada, is co-editor of the prose edition of Emmy Hennings at Wallstein Verlag and was curator of the estate of Emmy Hennings, Friedrich Glauser and Robert Walser at the Swiss Literary Archives in Bern from 2009 to 2018. She will introduce the topic of Dada and Ascona. The thoughts of the journalist and author Minna Salami, who recently published her acclaimed book «Sensuous Knowledge: A Black Feminist Approach for Everyone», help to bridge the gap between the historical legacy and the artistic interventions of LETHE and Maheke. Among other things, she analyses europatriarchal knowledge as a worldview that sees fragmentation, polarisation and division at its core. Holistic approaches would disrupt this divisive thinking between races, genders or the non-human natural world and humans.

Paul Maheke, Sènsa (exerpts), 2019, Paul Maheke performing inside his exhibition «OOLOI» at Triangle France – Astérides, Marseille. Photo: Jean-Christophe Lett

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«Laube zur schiefen Lage»
Cabaret Voltaire on Münsterhof, Zurich

27.08.2021–04.09.2021
With Benedikt Bock, Johan Ahlkvist & Hedda Bauer, Karolin Braegger, Anne Fellner, Kasia Fudakowski, Marius Goldhorn, Johanna Kotlaris, Miriam Stoney, Claudia Stöckli & Raphael Stucky

Somewhat out of place at Münsterhof stands the «Laube zur schiefen Lage» – a cobbled-together art object that serves both as an exhibition space and a stage. It is located in the immediate vicinity of the Zunfthaus zur Waag, in whose large hall the first Dada soirée after the closure of Cabaret Voltaire took place on 16 July 1916. At that time, the Dadaists explained their drawings, recited manifestos or danced in masks. More than 100 years later, Cabaret Voltaire is engaging with the guildhall from a distance with its own stage. For a period of almost two weeks, the «Laube zur schiefen Lage» becomes a public place in the field of tension between anti-bourgeois gestures and bourgeois culture, world reference and world escapism, community and individuality, the small and the big.

The basic framework of the «Laube zur schiefen Lage» is made by the artist Benedikt Bock, who conceived the project together with Cabaret Voltaire. On three evenings (27.08., 28.08. und 04.09.), invited artists, authors and musicians will present short contributions. The result is a colourful mesh of contemporary narratives that reflect directly or subtly, critically or humorously on what it means to be human in these challenging times. All participants contribute artworks or traces to the installation.

Programme

Friday, 27 August 2021:
20:00 Johan Ahlkvist and Hedda Bauer/Karolin Braegger
20:30 Johanna Kotlaris
21:00 Marius Goldhorn
21:30 Raphael Stucky and Claudia Stöckli

Saturday, 28 August 2021:
20:00 Miriam Stoney
20:30 Johan Ahlkvist and Hedda Bauer/Karolin Braegger
21:00 Benedikt Bock
21:30 Anne Fellner

Saturday, 4 September 2021:
20:00 Kasia Fudakowski
21:00 Johanna Kotlaris

The installation «Laube zur schiefen Lage» will be on display in the Münsterhof from 27 August to 4 September. All works and traces by the participants can be seen daily between 17:00 and 22:00.

No registration necessary.

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Current
February 18 until July 17, 2022
ektor garcia

The artisanal object landscapes of ektor garcia (*1985) refuse fixed attributes or meanings, break down hierarchies, and adopt a DIY attitude. They are punk and queer. In his studio in Mexico, garcia experiments with a variety of materials, detaching their properties from the usual processing techniques and their domestication. Only later in the exhibition space do the objects come together in temporary constellations and connect with site-specific conditions. The artist continually produces new relationships that are open to interpretation.

garcia welds, knits, models, sews, and crochets. However, he chooses bulky or fragile materials for pieces that are typically made of soft materials. Utilizing textile craft processes, he creates sculptural textile «curtains» made with copper wire and leather, or cast in bronze or copper. From blade-like objects to vase-like containers and metal structures, the artist’s vocabulary of forms is as extensive as his daily production. With its nonchalant combination of disparate geographical, cultural, and social influences, garcia’s nomadic practice sometimes echoes ethnographic mises-en-scène, which the artist immediately ruptures. Due to a configuration that is possible at any time, his objects never achieve a final status and make static cultural attributions impossible. In their fragmentarily evoked history, the objects are transnational, transcultural, queer, and hierarchically horizontal.

In garcia’s object landscapes, the works lie side by side, with no hierarchical relationship between the objects. Wall, floor, and ceiling surfaces are all treated equally. According to U.S. theorist Eve Sedgwick, juxtaposition results in a wide range of desiring, identifying, representing, repelling, rivaling, imitating, withdrawing, attacking, distorting, and other types of relationships. This diversity can be recognized in garcia’s open arrangements as an utopia that does not neglect the danger of the dystopian.

garcia’s exhibition at Cabaret Voltaire finds a connection to the heritage of the house. Dadaists sought to liberate themselves from crushing nationalisms and constricting models of life, sometimes choosing parallel multilingualism, ambiguity, and performative practices that celebrated the process, the immediate «with» and «next to» each other. An echo of this liberatory legacy is evident in garcia’s work. However, due in part to his biography, in his practice there is no evidence of the marginalizations that were present in the Dadaists’ white, often patriarchal position and appropriation of non-Western vocabulary.

The show at Cabaret Voltaire is ektor garcia's first institutional solo exhibition in Switzerland. It is curated by Fabian Flückiger and Salome Hohl, in close collaboration with the artist.


ektor garcia (*1985, Red Bluff, California, USA, currently lives and works in Mexico) received his BFA from the School of the Art Institute of Chicago in 2014 and his MFA from Columbia University, New York, in 2016.
Solo exhibitions: Prairie, Chicago, USA (2020); Empty Gallery, Hong Kong (2020); Progetto, Lecce, Italy (2019); SculptureCenter, Long Island City, USA (2019); Cooper Cole, Toronto, Canada (2019); Mary Mary, Glasgow, Scotland (2018); Museum Folkwang, Essen, Germany (2018); Visitors Welcome Center, Los Angeles, USA (2017); Salon ACME, Mexico City, Mexico (2017); kurimanzutto, Mexico City, Mexico (2016).
Group exhibitions: Foxy Production, New York, USA (2020); Etage Projects, Copenhagen, Denmark (2020); Museo Tamayo, Mexico City, Mexico (2020); Parkview Paul Soto, Brussels, Belgium (2020); Adams and Ollman, Portland, USA (2020); Lumber Room, Portland, USA (2020); Simon Lee, New York, USA (2019); Marianne Boesky Gallery, Aspen, Colorado (2019); Luhring Augustine, New York, USA (2019); Zhejiang Art Museum, Hangzhou, China (2019); Casa Luis Barragan, Mexico City, Mexico (2019); LAXART, Los Angeles, USA (2019); Liberia, Bogotá, Colombia (2019); Museo de Arte de Zapopan, Guadalajara, Mexico (2018); ACCA, Melbourne, Australia (2018); Chicken Coop Contemporary, Portland, USA (2018); New Museum, New York, USA (2017); Salon 94, New York, USA (2017); Sargent’s Daughters, New York, USA (2016).

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September 2 until January 2, 2023
Sophie Taeuber-Arp / Mai-Thu Perret

Letter from Sophie Taeuber-Arp to Hans Arp from Arosa on Mai 4, 1919. Image: Zentralbibliothek Zürich, Ms. Z II 3067.37

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Due to the pandemic and the upcoming renovation of the Cabaret Voltaire from May 2021 until January 2022, the exhibition is postponed to 2022.

Sophie Taeuber-Arp (1889–1943) regularly took part in the Cabaret Voltaire, dancing, for example, in Marcel Janco's cubist costume on the small wooden stage. Later she also showed works of art at the Galerie Dada on Zurich's Bahnhofstrasse. One of her abstract pioneering works bears the title Dada Bowl (1916). In Cabaret Voltaire, Taeuber-Arp's letters and postcards purchased from the Zurich Central Library are illustrated, and these are currently being examined in an edition project at the Zurich University of the Arts. The editors Medea Hoch, Walburga Krupp, and Sigrid Schade reconstruct for the first time their own view of the artist. Until now, the art-historical reception has been based almost exclusively on the memories of her partner Hans Arp. The questions raised concern her concepts of artistry, her self-sufficiency between applied, free and performing arts, and methods of abstraction and gender attributions. The three-volume edition is expected to be published in the spring of 2021 by Nimbus Verlag Wädenswil. As part of the publication, the editors will present the edition project at Cabaret Voltaire.

For the Geneva artist Mai-Thu Perret (*1976), the oeuvre of Taeuber-Arp is a source of inspiration. For example, in 2015 she directly quoted the Dada Bowl as well as Untitled (Pourdrier) of 1916. But other of her sculptural works also show a proximity to Taeuber-Arp's works. In the exhibition, Perret's works enter into a dialogue with the letters of the Dada pioneer. It is interesting to see to what extent the Geneva-based artist continues the artistic questions Taeuber-Arp was involved in and how she sheds light on them from a contemporary perspective.

The exhibition is intended as a contribution to the beginning of Sophie Taeuber-Arp's increased visibility in the new decade. A retrospective will open at the Kunstmuseum Basel in March 2021, which will then travel to the Tate in London and afterwards to the Museum of Modern Art in New York.

October 2 until April 30, 2021
Agnes Scherer, «The Teacher»

A didactic operetta by Agnes Scherer
Puppet play: Soya Arakawa
Music: Tobias Textor
Vocalist: Claudia Barth

Performance of the operetta «The Teacher» at Cabaret Voltaire. Photo: Gunnar Meier

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Exhibition «The Teacher»

In the work of Agnes Scherer (*1985), the operettas that she has been developing since 2015, occupy a unique position. Her unusual performance formats draw inspiration from basal theatre forms such as processions, the mechanical theatres of the Baroque period, and even from the form of PowerPoint presentations. Thereby, Scherer is interested in possibilities of liberating the work of art from the status of the passive object, and giving it a heightened agency. At the center of «The Teacher» stands a teacher figure, which is controlled by a student – performed by Soya Arakawa – laying on the floor, using his feet to control the figure by employing some quite formidable effort. The teacher is thus placed in a didactic frenzy, a kind of hectic dance that sometimes seems monstrous, sometimes seductive. His lessons are illustrated by large diagrams that fall to the floor in short intervals, in order to reveal something new over and over again. What the teacher presents sounds impressive and true but in fact, contradicts itself. The text, which is closely interwoven with Tobias Textor’s rapid percussion, consists of aphorisms that Scherer was partly told by authorities and partly wrote herself. Together, the texts analyse and demonstrate the rhetorical blueprint of so-called wisdoms and their manipulative potential.

The concluding lesson, «The greater is the lesser and the lesser is the greater» seems to claim that in reality, there are opposing (power-)relations which exist a priori to those who are visible; logical if one considers that the teacher would be incapable of acting without the supporting function of the student. – Or, is it an insidiously constructed paradox, whose seductive anti-logic wants to convince the pupil to be satisfied while remaining in his powerless position? After this final lesson, the teacher disappears, leaving the pupil disoriented, longing for the return of his master. A colossal letter opens. Instead of the longed-for word of authority from afar, what emerges is a scene depicting futile waiting where the student, reclined on a sarcophagus, turns to stone while waiting. The content of the letter suggests that, in fact, no letter has ever arrived. Meanwhile, a stone replicate replaces the waiting and laying student, who can escape through a side hatch in the sarcophagus. In this final image, the artist opens up a space for in-between moments, which play out in unequal relationships. For example, the action of the student can be read as naivety that exists in order to accept power relations. At the same time, though, the scene also reflects the ambivalent longing toward wanting to be at home in a teaching, while, in equal measure, emancipating oneself from it. The master-student-relationship, which in «The Teacher» is embodied by men, refers back to the history of authority, which as a social principle of order and relationship is male. The fact that a woman transmits the patriarchal speech-act – the logos – causes a refraction through which a critical distance is created.

The twelve large paintings that accompany the lessons are playing with the genre of the diagram. The depicted arrangement of objects and pictorial figures seem to illustrate causalities and conditional relationships. However, this communicative character, which invites us to understand, is counteracted by a compositional unity containing fantastical landscapes. In analogy to the texts with which they correspond, they evoke a sentiment of near comprehension. The image-finding process emerges from a longstanding practice of elaborated pencil drawings, which is illustrated by a series exhibited on the upper floor of the Cabaret Voltaire. Stylistically, both, the paintings and the drawings combine, among other things, elements of the Middle Ages with those of Surrealism from the 1960s and 1970s and testify to the broad spectrum of references with which the artist, who is also trained as an art historian, works. References include the medieval Voynich manuscript, which illustrates botanical, anatomical, and astronomical contexts, and the psychedelic comic book Codex Seraphinianus (1981), which is based on the Voynich manuscript in its encyclopaedic approach.

With regard to the historical legacy of the Cabaret Voltaire, Scherer’s work connects in many ways to the site. By bringing together paintings, puppetry, sculpture, stagecraft, music and text, the artist continues the tradition of the Gesamtkunstwerk. Yet, Scherer also touches on other core themes of the Dada Zurich: She illustrates and distorts authoritarian relationships, whether it be through language, gestures or visual mediation. The didactic recognises itself ludicrously.

At Cabaret Voltaire, the installation accompanying the operetta will be on display for the entire duration of the exhibition. At the opening on October 2, at the matinée on October 3, and by the end of the exhibition, Agnes Scherer enlivened the production collaborating with Tobias Textor (musician/Berlin), Soya Arakawa (performer/Düsseldorf) and Claudia Barth (performer and activist/Zurich). In addition to the exhibition on the ground floor, a series of large-scale pencil drawings by the artist, spanning the years 2017-2019, is also on display on the upper floor.

«The Teacher» was shown for the first time in April/May 2019 at the Berlin project space Kinderhook & Caracas, curated by Sol Calero and Christopher Kline.


Biographies

Agnes Scherer (*1985 in Lohr am Main, Germany) lives and works in Berlin. She studied art history in Tübingen and Vienna and fine arts at the Düsseldorf Art Academy. In 2019, she won the Berlin Art Prize. Most recently, her work has been shown in group exhibitions including in the Galerie ChertLüdde (Berlin, 2019) and the Kunstverein Düsseldorf (Düsseldorf, 2019), as well as in solo exhibitions; «Coeurs Simples», Galerie Sans Titre (Paris, 2020); «Orlando Tussaud», Philipp Haverkampf Galerie (Berlin, 2019/20); «The Very Hungry», Horse & Pony (Berlin, Berlin Art Prize finalists exhibition 2019); «The Teacher», Kinderhook & Caracas (Berlin, 2019) and «Cupid and the Animals», Tramps (New York, 2018 and London, 2017). «The Teacher» was first shown in April and May 2019 in the Berlin project space Kinderhook & Caracas, curated by Sol Calero and Christopher Kline. www.agnesscherer.de

The career of multidisciplinary artist Soya Arakawa (* 1984 in Hamamatsu, Japan) includes many years of activity in the field of performance – including solo performances as well as repeated collaborations, in which he acts as a singer, dancer and instrumentalist. His contribution to «The Teacher» draws on his profound knowledge of the art of puppetry, which he also explores in his own recent work. His most recent projects include the performance Crystals at the Market Gallery, Glasgow (February 2020) and Passacaglia della Vita, together with the group SPINE (to which Claudia Barth belongs) at the Simultanhalle Köln (September 2020). Soya Arakawa lives in Krefeld, Germany. www.tacolv.org

The music for «The Teacher» was composed by Tobias Textor (* 1986 in Siegen, Germany). The Berlin-based musician cultivates an experimental attitude and creates music as a spontaneous reaction to social and material environments. His more recent works include «The Teacher», the setting to music of a painting performance by Gregor Hildebrandt together with Christopher Schmidt (2018), as well as compositions with Ornella Balhi for the operetta The Salty Testament, which is currently being written. In 2020, he developed music in connection with drawing in the context of the artists’ residence in the Freiraum of the dance company Ben J. Riepe in Düsseldorf. For «The Teacher», Textor has put together a percussion set of gongs and wooden percussion instruments, most of which originate from theatre contexts. Through his unconventional approach to these instruments, he elicits new and exciting sound qualities from them. https://www.instagram. com/tobias_textor/

Claudia Barth’s (* 1987 in Herrliberg, Switzerland) work focuses on a performance practice that concentrates on movement and speech acts. Her socially and politically committed artistic activity has resulted in video works, sculptural works and large-scale silhouette cut-out. In 2019 Barth completed the long-term project Eu-você at the EinTanzhaus Mannheim, a collaboration with her sister Isabelle Barth and Brazilian artists. Part of this project are also the video works every smell a thousand memories, which were also shown in 2019 at the Raum*station Zürich, as well as the performance Eu não falo português – Ich spreche kein Portugiesisch, which can be seen online this year as a final work at the HKB Bern. At the end of October 2020, Claudia Barth was nominated for the Performance Prize Switzerland in Geneva. For «The Teacher», she performs as a reciter. https://cap-common-ground.ch/a..., www.barthclaudia.com

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Angespannte Latenz [Tense Latency]

Three large drawings are on display at Cabaret Voltaire until April 30. One of them, Gegenstände [Objects], is attributed to Agnes Scherer. The other two deny their creation by Scherer's hand – by any hand: Inaktiver Zeichenarm [Inactive Drawing Arm] and Inaktiver Zeichenarm mit Motiven, die ohne dessen Zutun entstanden [Inactive Drawing Arm with Motifs Created Without its Involvement] show idle arms next to seemingly lost figurations. Incoherent motifs buzz unrelieved in a damaged framework of bridle that obviously failed to unfold into a foulard à la Hermès. Six stranded seals attempt to establish at least a formal relationship to the drawing arm passing by in a barge by imitating its silhouette. Comparable to the ownerless play personnel in Pirandello's «Sechs Personen suchen einen Autor» [Six Persons Seeking an Author], this assembly of motif finds itself in a kind of purgatory of only partially recognized existence. At the same time, the drawings, created in 2017 during a slow convalescence after pneumonia, reflect strangely aptly the state of tense latency prevailing today due to the pandemic. The enigmatic imagery of her pencil drawings, a core practice in Scherer's work, reveals itself as the source of the disorienting schematics of her operetta/exhibition «The Teacher», currently on view in the exhibition space. In front of the camera lens, the gingerly executed works on paper usually retreat into a nebulous haze that approximates photographic reproduction to a blurred memory. Thus, they circulate mainly in a cloud of inner images from which they have emerged.




Due to Covid-19 the performance to the finissage cannot take place in May 2021.

March 13 until September 22, 2020
Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi

Sitara Abuzar Ghaznawi, Sculpture 1, 2020, Photo: Cabaret Voltaire, Gunnar Meier

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Emmy Hennings (1885–1948) was co-founder of the artists’ bar with Hugo Ball, and probably the most present figure at Cabaret Voltaire. The fact that she received little attention as a writer and artist may be due to various reasons. Perhaps it was the distinct language, or the general uneasiness at dealing with her Catholicism; whatever it was, her trace is missing in the male-dominated Dada historicisation. Only recently has Hennings received recognition, and indeed beyond the role of cabaret star. Whoever reads her novels, poems, and reviews will encounter a woman for whom writing was a survival strategy. She astutely analyses her existence and stages herself as a multiple. The aim of this exhibition is to examine her oeuvre seriously and to promote the opinion that there is continuity within it. For example, ecstasy and faith lie close together, and the themes of captivity and freedom run throughout her work. Motifs like the rose are recurring. For the first time, stained glass from the last years of her life can be viewed in an exhibition. In the past, little claim to art was attributed to them.

At Cabaret Voltaire, Hennings’ writings and paintings enter into an associative dialogue with the works of Sitara Abuzar Ghaznawi (*1995). The young artist stages Hennings’ literary and artistic works in showcases that can also be understood as sculptures. The exhibition display as a place of encounter and a focal point of standardised ideas is part of her artistic questioning. Ghaznawi focuses her attention on power structures, possibilities of participation, forms of aesthetics, craft and knowledge. She questions her environment from a position between autonomy and dependence, the private and public spheres, collectivity and individuality. Characteristic of her formal language is the self-made and the use of everyday, often worthless, materials. The works appear fragile and poetic, a characteristic she shares, amongst other things, with Hennings. Thus, repetitive subjects such as specific flowers, materials and patterns are also present in her work. They result from her engagement with socialized taste and circulating motifs.

Emmy Hennings, who was born 1885 in Flensburg/D and died 1948 in Soregno near Lugano, was a writer, actress, cabaret artist and co-founder of the Cabaret Voltaire and the Dada Gallery. During her lifetime, the following writings were published among others: Die letzte Freude (1913), Gefängnis (1919), Das Brandmal. Ein Tagebuch, (1920), Helle Nacht (1922), Die Geburt Jesu (1932), Der Kranz (1939). But she also wrote for magazines and newspapers (including Revoluzzer) and painted.

Sitara Abuzar Ghaznawi, born 1995 in Ghazni/Afghanistan, lives and works in Obwalden and Zurich. In 2019 she received her Bachelor at the Zurich University of Applied Sciences of Arts and presented, among others, in the following group exhibitions: Gallery Maria Bernheim (Zurich, 2019), Fri Art (Fribourg, 2019), Museum in Bellpark (Kriens, 2019), Édouard Montassut (Paris, 2019), Material Art Fair (New Mexico City, 2019). Solo exhibition: Luma Westbau|schwarzescafé (Zurich, 2019).


Courtesy works Sitara Abuzar Ghaznawi: The artist
Courtesy exhibits Emmy Hennings: Swiss National Library, University Library Basel, Swiss Federal Archive and Zurich Central Library

We thank the Swiss National Museum for sponsoring the material.

Current
September 28, 2021, 20:00
Salon der Republik

Cabaret Voltaire is being renovated and will be a guest at Literaturhaus Zürich in September with the «Salon» of the online magazine Republik. This time, the forum for literature and debate around new books asks the question: How patriarchal is the literature business? The focus is on the book «Women's Literature: Devalued, Forgotten, Rediscovered» (KiWi 2021) by Nicole Seifert. The author will discuss with the Salon team (Daniel Binswanger, Daniel Graf, Barbara Villiger Heilig) and the author and dramaturge Ivna Žic.

Registration at info@cabaretvoltaire.ch

May 4, 2021, 20:00
Salon der Republik

Relisten to the «Salon der Republik» here.


We invite you to the Salon with Patti Basler

New German-language poetry is the subject of the «Salon der Republik» on 4 May. Anyone can attend – from anywhere.

Everyone in Switzerland knows that Patti Basler is one of Switzerland's most successful comedians. And everyone knows as well, that she prefers to build her punchlines out of wordplay and language games. But far fewer people are aware that Patti Basler is also a poet. And that in her poems she sometimes rhymes «Klause» with «Meno-Pause» (or «leiser» with «Trip-Advisor»).

So it fits perfectly that she is our guest at the next «Salon der Republik» on Tuesday, May 4, starting at 20:00, and will be joined by the regular trio from Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger and Daniel Graf to talk about new verses.

More precisely:
– about the lieder an das große nichts [songs to the great nothing], the debut of Juliane Liebert, who has also made a name for herself as a cultural journalist and pop specialist.
– and about Gestohlene Luft [stolen air] by Yevgeniy Breyger, a volume of poetry that is considered one of the most important of recent years.

And perhaps also about poems by Patti Basler?

In any case, you can attend the salon round from the comfort of your sofa – and join in the discussion, if you like. Despite the decision to open the doors, we will not be holding the event at Cabaret Voltaire, but digitally via videochat. So you can watch from any location. All you need is an Internet connection and click the link above at 20:00, on Tuesday, 4 May.

If you have any technical questions, simply contact us in advance at info@cabaretvoltaire.ch. Admission to the digital salon is free. If you want to support us in any other way, we would be happy if you (continue to) read the Republik. Or follow the current program of the Cabaret Voltaire.

As always, we will record the event and publish it afterwards as an audio podcast in the Republik. Anyone who wants to can share their reading impressions in advance or raise questions that the panel should discuss. Simply use the comment function for this.

April 20 until April 30, 2021
Cracking Up and Staging Down: current parroting, Didi da da da and «ein weiblicher Humorist genannt Kobold»

The third act is on display from 20.04–30.04.2021. Opening hours: Tuesday, 14:00–21:00 (opening); Wednesday–Saturday: 14:00–18:00; Sunday and Monday: on request.

Originally planned as soirées, the exhibition series «Cracking Up and Staging Down» sees itself as a possibility to work out functionings of humor and its sceneries. During four weeks, the extent to which the cross-border, social and critical potential of laughter and comedies (still) work will be examined at Cabaret Voltaire. Every Tuesday for one week, participants from different arts will contribute props, traces, works, their insights and documentations to the historic hall.

Hosts and mimes, tricksters and ghosts were invited and supposed to travel amongst collective and individual bodies. «Initiated was a nice performance in a physical space with clothes inhabited by bodies, obviously. Unfortunately, it was not supposed to happen, maybe». Instead, shells are insisting on potentiality. The third soirée of «Cracking Up and Staging Down» has also become an exhibition, with «Didi da da da», «current parroting» and «ein weiblicher Humorist genannt Kobold» [female humorist called goblin]. Karolin Braegger, Johan Ahlkvist, Hedda Bauer and Anastasia McCammon use parroting and imitation as everyday comedy to get closer to people and disclose mechanisms determining the body. Repetition and appropriation always create a distance from the original use and shift the meaning.
Johan Ahlkvist and Hedda Bauer show costumes that depict the most basic of Cabaret Voltaire, often perceived as random or given, maybe overseen, which will be activated by bodies performing a queer powerplay in June as Dynamic Resistance. Karolin Braegger thinks from the concept of appropriation, going over to becoming. «Ah, they have to come here», she says as host and participant, inviting Bauer and Ahlkvist as well as showing «Didi da da da», a series of new works, all made from toile, a fabric most often used in try outs (clothing) or as a possible background (painting) and hinting onto something yet to become. Anastasia McCammon must first imagine the person she addresses. The artist displays traces and letters from her communications with Emmy Hennings, co-founder of Cabaret Voltaire, who was employed as a «weiblicher Humorist genannt Kobold».

The series «Cracking Up and Staging Down» is organized with Martina Mächler and Anastasia McCammon.



Johan Ahlkvist, Hedda Bauer and Karolin Braegger
The complete poem, manifested, 2021


The complete poem, manifested:

Current parroting is an exhibition darling. Live, a little.

The tricksters were supposed to be here, dealing with the neverending rearrangements of __serious__ non-performed initiations.

Where are they darling?

puh..

Left a mark and boarded flights.

Birds in the back.

(Birds in the back.)

Over-rehearsing until the nasty habit of repetition becomes an exhibition.

re-re

aww

In the midst of the __elitist intimacy__, this actually totally made sense.

What are you talk talking about?

___________

or maybe at least or at least maybe, for them -

but we can't entirely figure

mrr

brrr

Initiated was a nice performance in a physical space with clothes inhabited by bodies obviously. Unfortunately, it was not supposed to happen maybe.

The extended version made it almost accessible possible

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Exhibition view «current parroting, Didi da da da and 'ein weiblicher Humorist genannt Kobold'», Johan Ahlkvist and Hedda Bauer, costumes for the performance Dynamic Resistance for Cabaret Voltaire (bells, various cloths, PVC, gloves, tassels, old clothes), 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

April 13 until April 17, 2021
Cracking Up and Staging Down: Slapstick and Laughters

The second act is on show from 13.04.–17.04.2021. Opening hours: Tuesday, 14:00–21:00 (opening); Wednesday–Saturday: 14:00–18:00; Sunday and Monday: on request.

Originally planned as soirées, the exhibition series «Cracking Up and Staging Down» sees itself as a possibility to work out functionings of humor and its sceneries. During four weeks, the extent to which the cross-border, social and critical potential of laughter and comedies (still) work will be examined at Cabaret Voltaire. Every Tuesday for one week, participants from different arts will contribute props, traces, works, their insights and documentations to the historic hall.

In the second act, «Slapstick and Laughters», of the series «Cracking Up and Staging Down», Dimitris Chimonas and Shinichi Iova-Koga address tipping forms and displays of human emotion beyond the verbal. «Slapstick» also references its cinematic origins in silent film and humor as a tool to depict pain and vulnerability.

The dancer Shinichi Iova-Koga explores slapstick humor, the body-based, mostly wordless and, in Iova-Koga's case, tactile form of comedy. Entitled Collapsible Voltaire, the piece interacts with space, surfaces and furnishings to perform – sometimes quickly, sometimes in slow motion – a body attempting to find stability with a collapsing structure.
Dimitris Chimonas' two films deal with the ridiculousness of the human performativity of emotions. In the nuances of current situations crying often crosses into the thresholds of laughter. In Globus Sensation, the artist elaborates on the function of the lump in the throat; a sensation we feel when we have to cry, but which we cannot fake. As a stepping stone for the second film Chimonas shows at Cabaret Voltaire, the testimony «everything is a lie» is paradoxically revealed as a lie, in a ceremony where tissues celebrate, laugh and cry over their ability to be teared apart and re-appear as whole through magic tricks.

The documentation of Iova-Koga's intervention in the historical hall is called Collapsible Voltaire and can be seen alongside Dimitris Chimonas' films Globus Sensation and Everything Is a Lie, Is a Lie! at Cabaret Voltaire until Saturday, 17.04.2021.

The series «Cracking Up and Staging Down» is organized with Martina Mächler and Anastasia McCammon.

Exhibition view, Dimitris Chimonas, Everything Is a Lie, Is a Lie!, 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

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April 6 until April 10, 2021
Cracking Up and Staging Down: Tickle and Tackle Stand Up

The first act is on display for one week.Opening hours: Tuesday, 14:00–21:00 (opening);Wednesday–Saturday, 14:00–18:00; Sunday / Monday, on request.

Originally planned as soirées, the exhibition series «Cracking Up and Staging Down» sees itself as a possibility to work out functionings of humor and its sceneries. During four weeks, the extent to which the cross-border, social and critical potential of laughter and comedies (still) work will be examined at Cabaret Voltaire. Every Tuesday for one week, participants from different arts will contribute props, traces, works, their insights and documentations to the historic hall.

In the first act, Tickle and Tackle Stand Up, Kasia Fudakowski and Francesca Hawker gaze backstage and expose rituals and rules. Fudakowski focuses on the «Joke Gap» through the life and roles of comedian and actress Elisabeth Wellano, aka Liesl Karlstadt (1892–1960). «A joke can be seen as expendable social capital. Historically, a woman had to establish herself as respectable before she could invest in a joke.» At Cabaret Voltaire, Fudakowski will display research materials and props that will be activated as a performance in June. Francesca Hawker’s desire to «delight the undelighted face» (Anne Boyer) is thwarted by the empty bar that awaits her. She will therefore turn her attention to the making and breaking of alternative vessels of enjoyment. Hawker shows her Spaghetti Film, bar sculptures in the space, and a poetry menu that she activates on site on Tuesday between 14:00 and 21:00.

The series «Cracking Up and Staging Down» is organized with Martina Mächler and Anastasia McCammon.

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March 30, 2021, 20:00
Salon der Republik

Relisten to the «Salon der Republik» here.

the On March 30, the «Salon der Republik» will discuss new books by Christian Kracht and Claudia Durastanti live via video chat with author Annette Hug – live via video chat. The motto this time: family and other abysses.

The culture-lockdown is not over yet. And while further openings and a possible end to the event ban are being debated, book-spring has long since begun.

With Eurotrash, the new work by Christian Kracht, a novel has hit the stores that can already be said to be one of the most discussed of the year. With her first novel Die Fremde, Claudia Durastanti has presented a book about growing up with deaf parents that is quieter in both senses and all the more fascinating from a literary point of view. As different as the two books are at first glance: They are both autobiographically inspired family novels. Works that are about remembering, about reality and invention, about history and stories – not least about storytelling itself.

Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger and Daniel Graf will talk about both books with the author, translator and columnist Annette Hug on March 30, starting at 20:00. And with you, of course, if you like! You don't even have to leave the house to do so. Because of the current situation concerning Coronavirus, this salon will not take place at the Cabaret Voltaire in Zurich as usual, but digitally via video chat.

Admission to the digital salon is free. If you'd like to support us in other ways by stopping by Cabaret Voltaire or (continuing to) read the Republik, we'd love to hear from you. As always, the event will be recorded and released as an audio podcast afterwards.

You can read more about the specific books on the website of the Republik.

March 24, 2021 18:00–22:00
Armen Avanessian: Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn (Part 2)

Part 1 takes place on 23.03.2021, 18:00–22:00. Part 2 takes place on 24.03.2021, 18:00–22:00.

Armen Avanessian will read his latest book, Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn [Divided Time – Letters to My Son], on two evenings. Written in the first year of his son's life, the book may be published in 2035.

In it, the philosopher describes their everyday life together, their shared present, and addresses a reader in the future who will be once twenty, once forty, and at the end of the century eighty years old. From concrete experiences and descriptions of everyday life, reflections on general ethical, social and philosophical questions develop.

What is a start, birth, beginning, and why has male-dominated philosophy been able to grasp these only inadequately? What are the constrictions of classical conceptions of love, and to what extent does intimacy point us in a different direction? What does it mean today to be a father, to have a family, and to pass on or take on an inheritance (or, conversely, to renounce, strike back, and settle accounts with one's family)? And to what extent, if nothing else, do we need to rethink death and learning to die – as perhaps the classic topoi of philosophical self-reflection – not only with an eye to future generations, but from their future threat to the entire species? Even today, Divided Time is a message in a bottle from a present that has already passed.

«What I write to you, what I have written, wants to embrace you, wants to sum up your time and my time. For writing always comes too late, lags behind, but then, at the same time, I write it all for you, my future reader, far too soon. That's why I tried to write towards you.
I wrote to you to remind me of the future.
I wrote to you to prepare you for the past.
I wrote to you because you have already changed it for me.
I wrote to you so you could read all this again.
I wrote to you because I couldn't help it.
From our shared time I wrote to you.
And who would have thought that there are wishes and dreams that come true.»


Walk past Cabaret Voltaire between 18:00 and 22:00. The reading will be broadcast on Spiegelgasse and Münstergasse. In addition, you will receive a page of a book that may be published in the distant future – but like this exists distributed across Zurich.

No registration required.

Armen Avanessian reads his book Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn, March 23, 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

Armen Avanessian reads his book Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn, March 23, 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

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March 23, 2021 18:00–22:00
Armen Avanessian: Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn (Part 1)

Part 1 takes place on 23.03.2021, 18:00–22:00. Part 2 takes place on 24.03.2021, 18:00–22:00.

Armen Avanessian will read his latest book, Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn [Divided Time – Letters to My Son], on two evenings. Written in the first year of his son's life, the book may be published in 2035.

In it, the philosopher describes their everyday life together, their shared present, and addresses a reader in the future who will be once twenty, once forty, and at the end of the century eighty years old. From concrete experiences and descriptions of everyday life, reflections on general ethical, social and philosophical questions develop.

What is a start, birth, beginning, and why has male-dominated philosophy been able to grasp these only inadequately? What are the constrictions of classical conceptions of love, and to what extent does intimacy point us in a different direction? What does it mean today to be a father, to have a family, and to pass on or take on an inheritance (or, conversely, to renounce, strike back, and settle accounts with one's family)? And to what extent, if nothing else, do we need to rethink death and learning to die – as perhaps the classic topoi of philosophical self-reflection – not only with an eye to future generations, but from their future threat to the entire species? Even today, Divided Time is a message in a bottle from a present that has already passed.

«What I write to you, what I have written, wants to embrace you, wants to sum up your time and my time. For writing always comes too late, lags behind, but then, at the same time, I write it all for you, my future reader, far too soon. That's why I tried to write towards you.
I wrote to you to remind me of the future.
I wrote to you to prepare you for the past.
I wrote to you because you have already changed it for me.
I wrote to you so you could read all this again.
I wrote to you because I couldn't help it.
From our shared time I wrote to you.
And who would have thought that there are wishes and dreams that come true.»


Walk past Cabaret Voltaire between 18:00 and 22:00. The reading will be broadcast on Spiegelgasse and Münstergasse. In addition, you will receive a page of a book that may be published in the distant future – but like this exists distributed across Zurich.

No registration required.

Armen Avanessian reads his book Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn, March 23, 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

Armen Avanessian reads his book Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn, March 23, 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

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March 9, 2021, 20:00
Soirée 2 (After)

Samuel Haitz with Milena Langer, Stella, Ian Wooldridge and Moritz Müller (DJ-Set)
Soirée 2 (After) took place on the 09.03.2021, Soirée 1 (Before) took place on the 02.03.2021. You can re-listen to both soirées here (via radio-bollwerk.ch). The simultaneously running exhibition «Memorabilia» takes place from 02.03.2021 until 27.03.2021.


«When I look back on my life it’s not that I don’t want to see things exactly as they happened, it’s just that I prefer to remember them in an artistic way. And truthfully the lie of it all is much more honest because I invented it. Clinical psychology tells us arguably that trauma is the ultimate killer. Memories are not recycled like atoms and particles in quantum physics. They can be lost forever. It’s sort of like my past is an unfinished painting and as the artist of that painting I must fill in all the ugly holes, and make it beautiful again. It’s not that I have been dishonest; it’s just that I loathe reality.»

– Lady Gaga, The Prelude Pathétique – First Part, Marry the Night

Samuel Haitz (*1997) invites to two consecutive soirées and the simultaneously running exhibition «Memorabilia» at Cabaret Voltaire. Haitz recently moved from Zurich to Berlin. An occasion to take stored souvenirs in hand, to arrange, preserve and transfigure memories. At Cabaret Voltaire, he brings together his own works, works by friends and idols, and other objects that reflect codes of desire and belonging. For the soirées, he invites his artistic companions Milena Langer, Stella and Ian Wooldridge to read texts together. To round off, DJ Moritz Müller, a friend, interprets the events musically. Soirée 1 (Before) is dedicated to hope and romantic utopia; Soirée 2 (After) focuses on nostalgic reflection of the past. The events will be broadcast online in collaboration with the Bernese Radio Bollwerk. In this stagnant time of social distance and absence, a space is thus created to reflect on which personal and collective culture of memory should shape one's future.

From left to right at Cabaret Voltaire: Samuel Haitz, Milena Langer, Stella, Moritz Müller and Ian Wooldridge. Photo: Philipp Hänger

March 2, 2021, 20:00
Soirée 1 (Before)

Samuel Haitz with Milena Langer, Stella, Ian Wooldridge and Moritz Müller (DJ-Set)
Soirée 1 (Before) took place on the 02.03.2021, Soirée 2 (After) took place on the 09.03.2021. You can re-listen to both soirées here (via radio-bollwerk.ch). The simultaneously running exhibition «Memorabilia» takes place from 02.03.2021 until 27.03.2021.


«When I look back on my life it’s not that I don’t want to see things exactly as they happened, it’s just that I prefer to remember them in an artistic way. And truthfully the lie of it all is much more honest because I invented it. Clinical psychology tells us arguably that trauma is the ultimate killer. Memories are not recycled like atoms and particles in quantum physics. They can be lost forever. It’s sort of like my past is an unfinished painting and as the artist of that painting I must fill in all the ugly holes, and make it beautiful again. It’s not that I have been dishonest; it’s just that I loathe reality.»

– Lady Gaga, The Prelude Pathétique – First Part, Marry the Night

Samuel Haitz (*1997) invites to two consecutive soirées and the simultaneously running exhibition «Memorabilia» at Cabaret Voltaire. Haitz recently moved from Zurich to Berlin. An occasion to take stored souvenirs in hand, to arrange, preserve and transfigure memories. At Cabaret Voltaire, he brings together his own works, works by friends and idols, and other objects that reflect codes of desire and belonging. For the soirées, he invites his artistic companions Milena Langer, Stella and Ian Wooldridge to read texts together. To round off, DJ Moritz Müller, a friend, interprets the events musically. Soirée 1 (Before) is dedicated to hope and romantic utopia; Soirée 2 (After) focuses on nostalgic reflection of the past. The events will be broadcast online in collaboration with the Bernese Radio Bollwerk. In this stagnant time of social distance and absence, a space is thus created to reflect on which personal and collective culture of memory should shape one's future.

From left to right at Cabaret Voltaire: Samuel Haitz, Milena Langer, Stella, Moritz Müller and Ian Wooldridge, Photo: Philipp Hänger

January 12, 2021, 19:00
Postponed: Agnes Scherer, «The Teacher»

Update: New dates are being sought for performances of the operetta.

A didactic operetta by Agnes Scherer, music by Tobias Textor, performances by Soya Arakawa and Claudia Barth. The installation on the operetta can be seen throughout the exhibition from October 2 to January 16.

The operetta will be staged at 19:00 and 20:00.

More information about the project «The Teacher» can be found here.

Masks are mandatory. The number of seats is limited and registration with name, postal code and telephone number is obligatory. Thanks for your solidarity.

Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office.

January 12, 2021, 20:00
Postponed: Agnes Scherer, «The Teacher»

Update: New dates are being sought for performances of the operetta.

A didactic operetta by Agnes Scherer, music by Tobias Textor, performances by Soya Arakawa and Claudia Barth. The installation on the operetta can be seen throughout the exhibition from October 2 to January 16.

The operetta will be staged on this day at 19:00 and 20:00. The last performance will also take place on Thursday, 14 January at 20:00.

More information about the project «The Teacher» can be found here.

Masks are mandatory. The number of seats is limited and registration with name, postal code and telephone number is obligatory. Thanks for your solidarity.

Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office.

December 22, 2020, 20:00
Postponed: Konga Bar

Why does the cat play keyboard? Ständige Verwirrung, organised by Ronny Hunger and Roman Blumenthal.

Masks are mandatory. The number of seats is limited and registration with name, postal code and telephone number is obligatory. Thanks for your solidarity.

Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office.

December 15, 2020, 20:00
Postponed: Oh Hans, had you known / Rhythmus 21. Changes in rhythm may alter textures of spaces

Martina Buzzi and Nicolas Buzzi approach the filmic examination of time, perception and space by Hans Richter from a contemporary perspective using auditory means. Performance with Li Tavor

Richter's Rhythmus 21 does not only deal with rhythm, but especially with the medium of film. Around 1921, film was practically unseen and not comparable with the current significance of the medium. Today, animated and recorded moving images are an everyday phenomenon, which is why Richter's analysis of time, perception and space in his work cannot be read without a historical location of the techniques used in Rhythmus 21. Film and rhythm are both time-based media. Individual images of a film or beats in a rhythmic construct only appear as a whole through their sequence and common relationship. This commonality is particularly striking when working with the stop-motion technique, while a seemingly disproportionate amount of time is devoted to each individual image during production in comparison to the projection time. One hundred years after Rhythmus 21, the technical processes in film are widely known and developed to such an extent that no single frame is perceived. Thus, in comparison to Richter's time, the relevance of the interaction with the granularity of the medium has changed. One possibility of approaching the subject matter today is the sensual perception of space and the transformation of this perception through the use of acoustic phenomena. In Oh Hans, had you known / Rhythmus 21, Martina Buzzi and Nicolas Buzzi take the time-based property of film and rhythm as a starting point to negotiate the fundamental questions of Rhythmus 21 in the present day, using means such as sound, space and music, while taking into account formal decisions and the morphological characteristics of Rhythmus 21. By using the inherent dynamics of oscillations – namely, their continuous transgression of modalities and boundaries – Rhythmus 21 is translated into an inner and outer space with fluid boundaries (text by Martina Buzzi and Nicolas Buzzi).

Masks are mandatory. The number of seats is limited and registration with name, postal code and telephone number is obligatory. Thanks for your solidarity.

Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office.

December 8, 2020, 20:00
Postponed: Agnes Scherer, «The Teacher»

This soirée has been postponed to January 12.

A didactic operetta by Agnes Scherer, music by Tobias Textor, performances by Soya Arakawa and Claudia Barth. The installation on the operetta can be seen throughout the exhibition from October 2 to January 16.

More information about the project «The Teacher» can be found here.

Masks are mandatory. The number of seats is limited and registration with name, postal code and telephone number is obligatory. Thanks for your solidarity.

Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office.

December 1, 2020, 20:00
Postponed: New Facts

The «Slow Reading Club» (SRC) is a semi-fictional reading group that was founded by Bryana Fritz and Henry Andersen in late 2016. The group deals with constructed situations for collective reading. The SRC regards, explores and interrupts the «readership» as a way to stimulate the contact zones between reader and text, text and text, reader and reader. Organised with Adam Jasper and Jan Steinbach.

Masks are mandatory. The number of seats is limited and registration with name, postal code and telephone number is obligatory. Thanks for your solidarity.

Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office.

Slow Reading Club at Louise Dany, 2019, Credit: Ignas Krunglevičius

Slow Reading Club at Bâtard Festival 2017, Credit: Cillian O’Neill

November 24, 2020, 20:00
Salon der Republik (fully booked)

Here you can listen to the «Salon der Republik» of November 24.


Noble prizes

The next «Salon der Republik» on November 24 at Cabaret Voltaire will be about the poems of Nobel Prize winner Louise Glück. And the winning text of the Swiss Book Prize.

When the decision on the Nobel Prize for Literature 2020 was announced on October 8 and Louise Glück was chosen, the astonishment in the literary world and in the feature pages in this country was enormous. Despite all the speculation in the run-up to the award, the name Louise Glück had not played a role; indeed, very few people knew her name at that time.
But that says little about Louise Glück and much about the gaps in reception here. In the USA, Louise Glück has won just about everything in terms of honours and prizes in recent decades that an author can win, from the Pulitzer Prize to the National Book Award. Of her twelve poetry collections, two of her most acclaimed poems have been published in German: Averno (2007) and Wilde Iris (2008), both translated by Ulrike Draesner. However, both books have been out of print for a long time – and will be available again from mid November.

The author and columnist Nina Kunz will our guest on this evening. She will discuss the poetry of Louise Glück with Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger and Daniel Graf – and the winning text of the Swiss Book Prize 2020.

The Swiss Book Prize was awarded on November 8. It went to Anna Stern for the novel das alles hier, jetzt (Elster & Salis). Other nominees were Dorothee Elmiger, Aus der Zuckerfabrik (Hanser); Tom Kummer, Von schlechten Eltern (Klett-Cotta); Charles Lewinsky, Der Halbbart (Diogenes); Karl Rühmann, Der Held (Rüffer & Rub).

Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office. Masks are mandatory.

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November 17, 2020, 20:00
Postponed: Cracking Up and Staging Down: Stereotypes and Comedy

Postponed to 2021 due to quarantine regulations

Screening Martine Syms and inputs about humour and racism. Organised in collaboration with Martina Mächler und Anastasia McCammon.

Please put on masks! Number of participants limited. We therefore ask for registration.
Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office.

November 17, 2020, 20:00
Postponed: Cabaret Avanessian #2 Updating Contagion

Contagion (Steven Soderbergh, 2011) is seen by many as a prophetic film for the events surrounding Corona this year. But with the second wave of the pandemic at the latest, we are also seeing what has changed and shifted in the decade since the film was made, in our biological and virological knowledge, on the (social)media level, and above all in the geopolitical conditions. Made less than a decade ago, the film still shows an intact globalisation, including undisputed international organisations. Excerpts from the film are shown, and after a short impulse Armen Avanessian discusses with Elisabeth Bronfen. In September 2020 her publication Angesteckt. Zeitgemässes über Pandemie und Kultur was published by Echtzeit-Verlag. The cultural and literary scholar is Professor of English Studies at the University of Zurich and Global Distinguished Professor at New York University.

«Cabaret Avanessian» is a series with the philosopher and cultural theorist Armen Avanessian at Cabaret Voltaire. He currently holds a guest professorship for philosophy at the HFBK Hamburg.

Masks are mandatory. The number of seats is limited and registration with name, postal code and telephone number is obligatory. Thanks for your solidarity.

Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office.

Filmstill, Steven Soderbergh, Contagion, 2011

November 10, 2020, 20:00
Postponed: Cracking Up and Staging Down: Tickle and Tackle Stand Up

Postponed to 2021 due to quarantine regulations

Kasia Fudakowski and Francesca Hawker. Organised with Martina Mächler und Anastasia McCammon

Please put on masks! Number of participants limited. We therefore ask for registration.
Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office.

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November 3, 2020, 20:00
Postponed: Endlich einmal Lenins Text besprechen, den er zur Zeit des historischen Cabaret Voltaire in derselben Strasse in Zürich schrieb

Update: Due to the current situation the soiree unfortunately has to be postponed.

20:00–21:30:
A conversation with Tove Soiland and Stefanie Leuenberger about Lenin's Imperialism, the Highest Stage of Capitalism, which he wrote in 1916 in Zurich's Spiegelgasse and published in 1917. We discuss capitalist conditions of that period and today and compare Lenin's approach with the Dadaist criticism of «Wirtschaftsfatalismus» [economic fatalism] (Hugo Ball) and the avant-garde way of life. The evening will be moderated by Andreas Rizzi and Salome Hohl.

Niels van der Waerden will play and sing classical and cabaret workers' songs to start and finish the evening.

Around 22:00-23:00:
Streaming of the coverage in the run-up to the US presidential elections

Masks are mandatory. The number of seats is limited and registration with name, postal code and telephone number is obligatory. Thanks for your solidarity.

Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office.

October 27, 2020, 20:00
Postponed: Cabaret Avanessian

Attention: The soirée is postponed to 17 November 2020.

17.11.20, 20:00
«Cabaret Avanessian #2 Updating Contagion»
Contagion
(Steven Soderberghs, 2011) is seen by many as a prophetic film for the events surrounding Corona this year. But with the second wave of the pandemic at the latest, we are also seeing what has changed and shifted in the decade since the film was made, in our biological and virological knowledge, on the (social)media level, and above all in the geopolitical conditions. Made less than a decade ago, the film still shows an intact globalisation, including undisputed international organisations. Excerpts from the film are shown, and after a short impulse Armen Avanessian discusses with Elisabeth Bronfen. In September 2020 her publication Angesteckt. Zeitgemässes über Pandemie und Kultur was published by Echtzeit-Verlag. The cultural and literary scholar is Professor of English Studies at the University of Zurich and Global Distinguished Professor at New York University.

«Cabaret Avanessian» is a series with the philosopher and cultural theorist Armen Avanessian at Cabaret Voltaire. He currently holds a guest professorship for philosophy at the HFBK Hamburg.

Please put on masks! Number of participants limited. We therefore ask for registration. Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office.

Film still, Steven Soderberg, Contagion, 2011

October 20, 2020, 20:00
Diaries, Notes and other Recordings. Low-Tech films about the Everyday

Diary-like short films and an introduction to «Imperfect Cinema» as an egalitarian and poetic tool, organised by Jiajia Zhang.
Films:
– George Kuchar, Weather Diary Nr. 3, 1988, 25 minutes
– YouTube-Channel Melanie-Jane, 2020, 5 minutes
– Tiffany Sia, Never Rest/Unrest, 2020, 29 minutes

Please put on masks! Number of participants limited. We therefore ask for registration.
Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office.

October 13, 2020, 20:00
Postponed: Cracking Up and Staging Down: Slapstick and Laughters

Postponed to 2021 due to quarantine regulations

Shinichi Iova-Koga and Dimitris Chimonas. Organised with Anastasia McCammon and Martina Mächler

Please put on masks! Number of participants limited. We therefore ask for registration.
Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office.

Photo: Sheila Bosco/inkBoat

Photo: Dimitris Chimonas

October 6, 2020, 20:00
Postponed: Cracking Up and Staging Down: Current Parroting and «ein weiblicher Humorist genannt Kobold»

Postponed to 2021 due to quarantine regulations.

Karolin Brägger (costume in collaboration with Janek Ackermann), Anastasia McCammon / Emmy Hennings, Dynamic Resistance by Hedda Bauer and Johan Ahlkvist with Charlotte Gash, Charlotta Öberg, Sigrid Mau, Rogine Moradi. Organised with Martina Mächler and Anastasia McCammon.

Please put on masks! Number of participants limited. We therefore ask for registration.
Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office.

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September 29, 2020, 20:00
Cabaret Avanessian. Avanessian vs. delirium – Update N°12

delirium is a Zürich literature platform. The first texts for magazine N°12 arrived in early 2020. Meanwhile, corona, an economic crisis and another record-breaking heatwave have fallen on the world. Shouldn't we be rethinking the world and literature given this situation? For the release of N°12, the philosopher and cultural theorist Armen Avanessian asks the authors of the magazine for an adequate update.

Participants:
Armen Avanessian
Patrizia Huber
Fabian Schwitter
Gerhild Perl
Samuel Prenner
Rahel Hochstrasser
Samuel Eberenz
Niki Grieser
Kim de l'Horizon
Salomé Meier

Please put on masks! Number of participants limited. We therefore ask for registration.
Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office.

Image: Passage from the new delirium edition N°12

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September 22, 2020, 20:00
Software Garden

Rory Pilgrim shows elements of the multidisciplinary project Software Garden as part of the Fleshy Interface festival.

In times of increasing nationalism and isolationism, the artist seeks spaces where the human, ecological and technological meet the basic principles of empathy, care and kindness. For this purpose, Rory Pilgrim combines bodies and voices inside and outside the screen through live performances, music videos, poems and interactive workshops. The event will open on September 22 with an artist talk at Cabaret Voltaire with Pilgrim, accompanied by a selection of songs from the back catalogue with singer Robyn Haddon and poems by the poet and disability rights activist Carol R. Kallend joining via Skype. In the following days Rory Pilgrim and choreographer and artist Cassie-Augusta Jørgensen will host a workshop where interested people can become part of the performance Software Garden, which will then be performed with the participants at Neumarkt on Saturday, September 26.

The cross-institutional festival Fleshy Interface combines performances and workshops and has the rediscovery of physicality as its central theme. The body as a medium and as an instrument in the performing arts, the digital body, immateriality and the longing for touching and being touched occupy us in this special time of physical distance. Initiated by Neumarkt, in collaboration with Cabaret Voltaire, Schauspielhaus Zürich, Literaturhaus, Tanzhaus, Fabriktheater, Winkelwiese, Shedhalle, ZHdK and Helferei. Rory Pilgrim participates at the invitation of Cabaret Voltaire, in close collaboration with Neumarkt. The complete programme of the festival including e-booklet can be found here.

Registration Tuesday Soirée:
Please put on masks! Number of participants limited. We therefore ask for registration. Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office.

Registration Workshop/Showing:
Workshop: 23.09.–25.09.20, 14:00–17:00, registration via fleshyinterface@theaterneumarkt.ch. Showing of the workshop (Performance Software Garden): Saturday, 26.09.20, 16:00 at Neumarkt. You can find more information here.

Rory Pilgrim (*1988 in Bristol, UK) lives and works in Rotterdam and Isle of Portland. The exhibitions include: Stedelijk Museum Amsterdam (Amsterdam, 2019), Between Bridges (Berlin, 2019), South London Gallery (London, 2018); andriesse eyck galerie (Amsterdam, 2018); Rowing Gallery (London, 2017), Plymouth Art Centre (Plymouth, 2017), Flat Time House (London, 2016), Site Gallery (Sheffield, 2016), sic! Raum für Kunst (Lucerne, 2014), Rongwrong (Amsterdam, 2014), Kunsthuis SYB (Beetsterzwaag, 2011). In 2019 Pilgrim was awarded the Prix de Rome.

«Software Garden» Live Concert, Transmediale 2019, Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 2019. Photo: Laura Fiorio

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September 15, 2020, 20:00
Salon der Republik

Here you can listen to the «Salon der Republik» of September 15. The next Salon will take place on November 24.

The «Salon der Republik» is a forum for literature and debate. Discussions take place about current books and relevant topics: the culture section of the online magazine Republik, selected guests – and you, if you like. On September 15 the keyword will be «power issues» and «gender issues». The focus will be on the novels Breasts and Eggs by Mieko Kawakami and Milkman by Anna Burns; the new publications Der Defekt [the defect] by Leona Stahlmann and Hexen [witches] by Mona Chollet will also be presented. Franziska Schutzbach will be our guest. She will discuss with Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger and Daniel Graf.

Please put on masks! Number of participants limited. We therefore ask for registration.
Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office.

«Salon der Republik», September 15 2020. Guest was Franziska Schutzbach. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

«Salon der Republik», September 15 2020, with Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger, Franziska Schutzbach and Daniel Graf. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

September 8, 2020, 20:00
Dada Zürich 1916/2020

A guided tour of Cabaret Voltaire and the internationalist neighbourhood

Meeting point: Cabaret Voltaire, Historical Hall, 20:00

Cabaret Voltaire opened on February 5, 1916, with the participation of a group of deserters, students, and intellectuals, and from then on provided a framework for dissent and artistic experiments. In addition to a general introduction to Dada and its protagonists, this tour will explore some aspects of the historical context around 1916. We will start at Cabaret Voltaire and then continue up to Spiegelgasse, where Lenin lived with his wife Nadezhda Krupskaya, to the international labor union hostel Eintracht, the Schwänlianer-Treff and the apartment of Ball and Hennings on Predigerplatz, via Cabaret Hirschen on Hirschenplatz to Stüssihof, where the «Kegelklub» met for its weekly debate. «Despair regarding the time paired with unbroken, youthful strength» was found both in the artistic activities at Cabaret Voltaire and in the debates of the internationalist socialists and exiles in the neighbourhood restaurants. The goals were basically the same: Peace, freedom and a new world order. This, and consequently topics such as socialism, pacifism, revolution and the role of labor unions, offer a stimulating basis for discussion even in today's context.

The exhibition «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi» can be viewed before or after the tour. Henning's memories are also of interest for the tour:

«Viele Schweizer Familien hatten Ferienkinder aus den Kriegsländern eingeladen. Die kleinen Gäste kamen an, schmal, bleich, hohläugig, um hier aufzublühen wie junge Rosen. Wie viele, die inzwischen herangewachsen sind, werden sich dankbar zurückerinnern! 'Wer ein Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf.' Ferner war eine unzählige Anzahl Fremder freiwillig gekommen, für die Zürich die hohe Warte war, von der aus man das Weltgeschehen ruhig oder entsetzt beurteilen konnte. Die Stadt war damals das Internationalste, das man sich denken kann. Am Quai hörte man in allen Zungen sprechen.»
– Emmy Hennings, in: Neue Zürcher Zeitung, Erste Sonntagsausgabe, 27.05.1934

«Es war im Kriegsjahr 1917 in Zürich. Im Cabaret Voltaire war soeben der Dadaismus geboren worden. Der Dadaist kämpfte gegen die Agonie, gegen den Todestaumel der Zeit. Im Widerspruch behauptete sich das Leben. Jede Art von Maske war dem Dadaisten recht. Die Maske jedoch diente als notwendiger Unterschlupf, das wahre, zu tief erschütterte Gesicht zu verbergen. Beim Dadaismus war viel Verzweiflung an der Zeit mit ungebrochener, jugendlicher Kraft gepaart, die oftmals wie Übermut und Spottlust anmutete.»
Emmy Hennings, Erinnerungen an Sophie Taeuber, in: Sophie Taeuber-Arp, hg. von Georg Schmidt, Basel, Holbein-Verlag, 1948

The tour is led by Elena Grignoli and Salome Hohl.

Please put on masks! Number of participants limited. We therefore ask for registration.

Anny Klawa-Morf. Photo: freiberthoud.ch

Marcel Janco's Cabaret Voltaire, picture from the catalogue Dada in Zurich, Arche Verlag

Historical Hall 2020. Photo: Gunnar Meier

September 1, 2020, 20:00
Lieb mich von allen Sünden rein

Emmy Hennings, read by Heidi Maria Glössner, in dialogue with Ariane von Graffenried. Followed by a discussion with Jael Bollag, Carla Jörg and all participants. A collaboration with the Swiss Literary Archives.

Not only is Emmy Hennings' eventful biography extraordinary, her artistic work also exerts a great attraction. She is remembered as one of the most powerful stage artists of Dadaism. Her poems still have a fresh effect, and as a performance artist and avant-garde author she was ahead of her time and continues to influence writers today.

Please put on masks! Number of participants limited. We therefore ask for registration. Regular admission: 10 CHF, reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office. The exhibition «Emmy Hennings / Sitara Abuzar Ghaznawi» is open before the soiree until 20:00.

Photo Emmy Hennings: Estate of Hennings, SLA Bern; Photo Ariane von Graffenried: Alexander Jaquemet; Collage: Gerhard Blättler

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August 25, 2020, 20:00
Repetitions and Fadings

Lara Dâmaso, Photo: Flavio Karrer

A performance by Lara Dâmaso, afterwards DJ set by Asian Eyez

The dancing body and the singing body are one and the same. The same mode of communication: vibration. The dancing body and the singing body speak to, but needn’t answer each other. This isn’t call-and-response, it’s faster than that. A skip ahead. Immediate presence. The dancing-singing body is an open channel – not an empty chamber. Because it is a conduit, and not a chamber, it can harmonise with what passes through it. This in turn reveals what it carries and how it’s constructed. It isn’t an echo, it’s more melodic than that. The dancing-singing body is a reflective surface. It details acutely the time and space, form and movement that surround it. It is implicated by these agents and simultaneously implicates them. But this isn’t representation, it’s more immersive than that. And it doesn’t need more than what’s already here. (Text: Lara Dâmaso/Matthew Hanson)

Please put on masks! Number of participants limited. We therefore ask for registration.
Regular admission: 10 CHF; reduced admission: 5 CHF. You can pay at the box office.

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July 14, 2020, 20:00
Postponed: Open Stage

At info@cabaretvoltaire.ch short contributions (5-10 minutes) can be submitted until 01.07.20 (circa 2000 characters). A maximum of 15 participants* will be selected.

July 7, 2020, 20:00
Salon der Republik

Here is the audio version of the first «Salon der Republik» as podcast for listening. The next «Salon der Republik» will take place on September 15th.

The «Salon der Republik» is a forum for literature and debate. The feuilleton team selected guests – and you, if you like, as listening is also allowed – discuss current books and relevant topics at Cabaret Voltaire.

All over the world, anger about racism and police violence is being unleashed on the streets. For the first literary «Salon der Republik» we will discuss three new publications, which are all the more urgent. Our guest is the spoken word poet Fatima Moumouni. The selected works: The Water Dancer by Ta-Nehisi Coates, 1000 Serpentine Fear by Olivia Wenzel and the volume of poetry Night Sky with Exit Wounds by Ocean Vuong.

All three books deal with the persistence of racist violence. All three describe exclusion and misanthropy in their own way. And they deal with the centuries-old ideology of white supremacy, on both sides of the Atlantic, the consequences of which have not only been clear since George Floyd was killed by brutal police violence.

With Fatima Moumouni, Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger and Daniel Graf from the online magazine Republik debate. And you, if you like. Please note: the event will be held in accordance with Corona security regulations. We will keep sufficient distance between the seats and ask for registration at info@cabaretvoltaire.ch. Please also let us know if you want to come in pairs or more. The entrance fee is 10 CHF regular, 5 CHF reduced. Republik publishers pay the reduced rate.

The event will be recorded as an audio podcast to relisten.

More about the books:
Der Wassertänzer
(The Water Dancer), the first novel by Ta-Nehisi Coates, whose non-fiction books on racism in the USA have long been standard international works; 1000 Serpentinen Angst [1000 Coils of Fear] by Olivia Wenzel, a debut novel that tells of life as a Person of Colour in German-Germany;
the book of poetry Nachthimmel mit Austrittswunden [Night Sky with Exit Wounds], for which Ocean Vuong is internationally celebrated as a new literary sensation.

Here you can find short reviews of the books by Daniel Graf.

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June 30, 2020, 20:00
Postponed: Meta programme

Urgent to 2020 in / to cabaret

June 23, 2020, 20:00
Postponed: Cracking Up and Staging Down: Stereotypes and Comedy

Screening Martine Syms and inputs about humour and racism. Organised in collaboration with Martina Mächler und Anastasia McCammon.

June 16, 2020, 20:00
Postponed: Erste Konzerte

An interlude on a sound carrier is understood as an intermediate commentary or dialogue. Invited musicians perform between your beer and conversation. On this evening, Cabaret Voltaire will get to know short musical contributions from the wider neighbourhood. Organized by Lorik Visoka.

June 9, 2020, 20:00
Postponed: Ich bin so vielfach

Current perspectives on Emmy Hennings with Christa Baumberger, Jael Bollag and Sophie Doutreligne.

June 2, 2020, 20:00
Postponed: Friends

ESTAR(SER) and others. Organised in collaboration with Adam Jasper

May 26, 2020, 20:00
Postponed: Cracking Up and Staging Down: Tickle and Tackle Stand Up

Kasia Fudakowski, Francesca Hawker. Organised with Martina Mächler und Anastasia McCammon.

May 19, 2020, 20:00
Postponed: Oh Hans, had you known / Rhythmus 21. Changes in rhythm may alter textures of spaces

Martina Buzzi, Nicolas Buzzi and Li Tavor approach the filmic examination of time, perception and space by Hans Richter from a contemporary perspective using auditory means.

Text by Martina and Nicolas Buzzi: Richter's Rhythmus 21 does not only deal with rhythm, but especially with the medium of film. Around 1921, film was practically unseen and not comparable with the current significance of the medium. Today, animated and recorded moving images are an everyday phenomenon, which is why Richter's analysis of time, perception and space in his work cannot be read without a historical location of the techniques used in Rhythmus 21. Film and rhythm are both time-based media. Individual images of a film or beats in a rhythmic construct only appear as a whole through their sequence and common relationship. This commonality is particularly striking when working with the stop-motion technique, while a seemingly disproportionate amount of time is devoted to each individual image during production in comparison to the projection time. One hundred years after Rhythmus 21, the technical processes in film are widely known and developed to such an extent that no single frame is perceived. Thus, in comparison to Richter's time, the relevance of the interaction with the granularity of the medium has changed. One possibility of approaching the subject matter today is the sensual perception of space and the transformation of this perception through the use of acoustic phenomena. In Oh Hans, had you known / Rhythmus 21, Martina Buzzi and Nicolas Buzzi take the time-based property of film and rhythm as a starting point to negotiate the fundamental questions of Rhythmus 21 in the present day, using means such as sound, space and music, while taking into account formal decisions and the morphological characteristics of Rhythmus 21. By using the inherent dynamics of oscillations – namely, their continuous transgression of modalities and boundaries – Rhythmus 21 is translated into an inner and outer space with fluid boundaries.

May 12, 2020, 20:00
Postponed: Salon der Republik

The «Salon der Republik» is a forum for literature and debate. The feuilleton of the online magazine Republik, selected guests – and you, if you like, as listening is also allowed – discuss current books and relevant topics.

May 5, 2020, 20:00
Postponed: New Facts

«Slow Reading Club» (SRC). Organised in collaboration with Adam Jasper and Jan Steinbach.

April 28, 2020, 20:00
Postponed: Cracking Up and Staging Down: Slapstick and Laughters

Shinichi Iova-Koga, Dimitris Chimonas. Organised with Anastasia McCammon and Martina Mächler.

April 21, 2020, 20:00
Postponed: Endlich einmal Lenins Text besprechen, den er zur Zeit des historischen Cabaret Voltaire in derselben Strasse in Zürich schrieb

A conversation with Tove Soiland, Stefanie Leuenberger and Gleb Albert. Moderated by Andreas Rizzi. Socialist songs by Niels van der Waerden

April 14, 2020, 20:00
Postponed: Lieb mich von allen Sünden rein

Emmy Hennings read by Heidi Maria Glössner, in dialogue with Ariane von Graffenried. A soirée in collaboration with the Swiss Literary Archives.

March 31, 2020, 20:00
Postponed: Cracking Up and Staging Down: Current Parroting and «ein weiblicher Humorist genannt Kobold»

Karolin Brägger (costume in collaboration with Janek Ackermann), Anastasia McCammon / Emmy Hennings, Dynamic Resistance by Hedda Bauer and Johan Ahlkvist with Charlotte Gash, Charlotta Öberg, Sigrid Mau, Rogine Moradi. Organised with Martina Mächler and Anastasia McCammon.

March 24, 2020, 20:00
Postponed: Salon der Republik

The «Salon der Republik» is a forum for literature and debate. The feuilleton of the online magazine Republik, selected guests – and you, if you like, as listening is also allowed – discuss current books and relevant topics. The series kicks off at 20:00 on 24 March and focuses on the topic of «identities» and on new books by Olivia Wenzel, Ta-Nehisi Coates and Ocean Vuong. The guest is Fatima Moumouni. She will read and debate together with Barbara Villiger Heilig, Daniel Binswanger and Daniel Graf.

March 17, 2020, 20:00
Cancelled: Zentrum Geschichte des Wissens

The event is cancelled due to the coronavirus.

In the series «Wissen in Gesellschaft» of the Center «Geschichte des Wissens» (ETH & University of Zurich) Prof. Adrian Daub (Stanford) speaks on Silicon Valley and takes a critical look at its self-created myth of innovation.

This event takes place in cooperation with the Chair of Science Studies at ETH Zurich.

Wissen in Gesellschaft
Current
October 7, 2021 19:30–21:30
Georgian Modernism and Dada

«Brücke: Zürich–Tbilissi» – Georgian Modernism and Dada

07.10.2021, 19:30–21:30
Cabaret Voltaire x Kunsthalle Zürich

As part of the Georgian cultural festival «Brücke: Zurich-Tbilisi», Cabaret Voltaire and Kunsthalle Zürich invite you to the Löwenbräu-Areal. Art historians Nino Chogoshvili and Irine Jorjadze will explain the development and significance of Modernism, Futurism and Dada in the Georgian art scene. Following the lectures and the talk, the classic film «Chemi bebia» (1929), a satire on the Soviet bureaucracy, will be shown.

–Prof. Dr. Nino Chogoshvili: Georgian Modernism (lecture)
–Irine Jorjadze: Futurism and Dada in Georgia (lecture) and presentation of the book «H2SO4. Futurism and Dada in Tbilisi».
–Followed by a talk with the two speakers and a film screening of «MyGrandmother» (Chemi bebia, 1929) by director Kote Mikaberidze.

Registration at info@cabaretvoltaire.ch or info@kunsthallezurich.ch

More on the Georgian cultural festival:
The interdisciplinary Georgian cultural festival «Brücke: Zurich-Tbilisi» aims to present the current art and cultural scene of Georgia, to deepen the cultural dialogue between the two countries and to create a network of cooperation. The founder and director of the festival is the association's president Elene Chechelashvili, who is planning the programme for autumn 2021 in cooperation with the Zurich cultural institutions Filmpodium, Literaturhaus Zürich, Cabaret Voltaire, ZAZ Zentrum Architektur Zürich and Kunstraum Walcheturm. The partner organisations on the Georgian side are the National Film Centre, the Writers' House of Georgia and the Georgian Embassy in Bern.

In the future, a mirrored programme «Bridge: Tbilisi-Zurich» will be organised and the Swiss art and culture scene will be brought to Georgia.

April 15, 2021, 19:00
Streaming: Armen Avanessian, Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn (Part 2)

You can find the link for the one-time streaming here on April 15, available from 19:00 to 22:00.

On 23.03.2021 and 24.03.2021 the personal and touching reading Geteilte Zeit - Briefe an meinen Sohn [Divided Time – Letters to My Son] by Armen Avanessian took place. The recording from the Cabaret Voltaire will be streamed in cooperation with the Volksbühne Berlin on 12.04.21 (part 1) as well as on 15.04.21 (part 2), both from 19:00. You can find the link to the video from April 15 here.


Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn was written during the first year of his son's life and may be published as a book in 2035.

In it, the philosopher describes their everyday life together, their shared present, and addresses a reader in the future who will be once twenty, once forty, and at the end of the century eighty years old. From concrete experiences and descriptions of everyday life, reflections on general ethical, social and philosophical questions develop.

What is a start, birth, beginning, and why has male-dominated philosophy been able to grasp these only inadequately? What are the constrictions of classical conceptions of love, and to what extent does intimacy point us in a different direction? What does it mean today to be a father, to have a family, and to pass on or take on an inheritance (or, conversely, to renounce, strike back, and settle accounts with one's family)? And to what extent, if nothing else, do we need to rethink death and learning to die – as perhaps the classic topoi of philosophical self-reflection – not only with an eye to future generations, but from their future threat to the entire species? Even today, Divided Time is a message in a bottle from a present that has already passed.

«What I write to you, what I have written, wants to embrace you, wants to sum up your time and my time. For writing always comes too late, lags behind, but then, at the same time, I write it all for you, my future reader, far too soon. That's why I tried to write towards you.
I wrote to you to remind me of the future.
I wrote to you to prepare you for the past.
I wrote to you because you have already changed it for me.
I wrote to you so you could read all this again.
I wrote to you because I couldn't help it.
From our shared time I wrote to you.
And who would have thought that there are wishes and dreams that come true.»

Armen Avanessian reads his book Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn, March 23, 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

April 12, 2021, 19:00
Streaming: Armen Avanessian, Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn (Part 1)

You can find the link for today's one-time streaming here on April 12, 19:00.

On 23.03.2021 and 24.03.2021 the personal and touching reading Geteilte Zeit - Briefe an meinen Sohn [Divided Time – Letters to My Son] by Armen Avanessian took place. The recordings from the Cabaret Voltaire will be streamed in cooperation with the Volksbühne Berlin on 12.04.21 (part 1) as well as on 15.04.21 (part 2), both from 19:00 and only once.


Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn was written during the first year of his son's life and may be published as a book in 2035.

In it, the philosopher describes their everyday life together, their shared present, and addresses a reader in the future who will be once twenty, once forty, and at the end of the century eighty years old. From concrete experiences and descriptions of everyday life, reflections on general ethical, social and philosophical questions develop.

What is a start, birth, beginning, and why has male-dominated philosophy been able to grasp these only inadequately? What are the constrictions of classical conceptions of love, and to what extent does intimacy point us in a different direction? What does it mean today to be a father, to have a family, and to pass on or take on an inheritance (or, conversely, to renounce, strike back, and settle accounts with one's family)? And to what extent, if nothing else, do we need to rethink death and learning to die – as perhaps the classic topoi of philosophical self-reflection – not only with an eye to future generations, but from their future threat to the entire species? Even today, Divided Time is a message in a bottle from a present that has already passed.

«What I write to you, what I have written, wants to embrace you, wants to sum up your time and my time. For writing always comes too late, lags behind, but then, at the same time, I write it all for you, my future reader, far too soon. That's why I tried to write towards you.
I wrote to you to remind me of the future.
I wrote to you to prepare you for the past.
I wrote to you because you have already changed it for me.
I wrote to you so you could read all this again.
I wrote to you because I couldn't help it.
From our shared time I wrote to you.
And who would have thought that there are wishes and dreams that come true.»

Armen Avanessian reads his book Geteilte Zeit – Briefe an meinen Sohn, March 23, 2021. Photo: Cabaret Voltaire, IIDA

March 2 until March 27, 2021
Exhibition Samuel Haitz, «Memorabilia»

«When I look back on my life it’s not that I don’t want to see things exactly as they happened, it’s just that I prefer to remember them in an artistic way. And truthfully the lie of it all is much more honest because I invented it. Clinical psychology tells us arguably that trauma is the ultimate killer. Memories are not recycled like atoms and particles in quantum physics. They can be lost forever. It’s sort of like my past is an unfinished painting and as the artist of that painting I must fill in all the ugly holes, and make it beautiful again. It’s not that I have been dishonest; it’s just that I loathe reality.»

– Lady Gaga, The Prelude Pathétique – First Part, Marry the Night

Samuel Haitz (*1997) invites to two consecutive soirées and the simultaneously running exhibition «Memorabilia» at Cabaret Voltaire. Haitz recently moved from Zurich to Berlin. An occasion to take stored souvenirs in hand, to arrange, preserve and transfigure memories. At Cabaret Voltaire, he brings together his own works, works by friends and idols, and other objects that reflect codes of desire and belonging. For the soirées, he invites his artistic companions Milena Langer, Stella and Ian Wooldridge to read texts together. To round off, his friend DJ Moritz Müller interprets the events musically. Soirée 1 (Before) is dedicated to hope and romantic utopia; Soirée 2 (After) focuses on nostalgic reflection of the past. The events will be broadcast online in collaboration with the Bernese Radio Bollwerk. In this stagnant time of social distance and absence, a space is thus created to reflect on which personal and collective culture of memory should shape one's future.

Soirée 1 (Before) took place on the 02.03.2021 and Soirée 2 (After) took place on the 09.03.2021. You can re-listen to both soirées here. With Samuel Haitz, Milena Langer, Stella, Ian Wooldridge and Moritz Müller (DJ-Set) via radio-bollwerk.ch.

Exhibition view, Samuel Haitz, Archive Table, «Memorabilia», 2021. Photo: Cabaret Voltaire, Philipp Hänger

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March 4 until March 25, 2021
Future Perfect Continuous Tense

Online Collective Reading by «Slow Reading Club»

You can register for the following dates and times here. Price: Pay what you want.

04 March: 19:00, 20:00, 21:30
11 March: 19:00, 20:00, 21:30
18 March: 19:00, 20:00, 21:30
25 March: 19:00, 20:00, 21:30

After registration you will receive a Zoom link via email. Number of participants: 8 tickets per session. 6 tickets on 25 March at 21:30.

The «Slow Reading Club» (SRC) is a semi-fictional reading group initiated in 2016 by Bryana Fritz and Henry Andersen. They engage with constructed situations for collective reading. SRC seeks to occupy and eroticise the space of transmission between text and reader, reader and reader, text and text; it does so to dwell in the unstable space of reading itself, to intensify what Spivak calls "the possible threat of a space outside language" that opens up in reading and in love.
In Future Perfect Continuous Tense, strategies from their practice are translated into the digital space and Zoom is used as a space for collective reading and intimate gathering. Each evening is staged as a rehearsal or experiment in digital, collective reading. Texts are used that break up the tenses to reimagine bodies, devices and spaces that surround reading.
Each session is independent of the others. Participants may attend one or several sessions. Participants who register on the Sunday before each session will receive a gift in the post to accompany the reading.

A cooperation between Cabaret Voltaire (Salome Hohl and Adam Jasper) and Theater Neumarkt

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