Zentrum «Geschichte des Wissens» (ZGW)

«Welche Geschichte braucht die Nation? Zur Schweiz im 20. Jahrhundert», mit Prof. Jakob Tanner, 20.04.2016
Über das Zentrum «Geschichte des Wissens» (ZGW)

Das Zentrum «Geschichte des Wissens» (ZGW) ist eine gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung der Universität Zürich (Kompetenzzentrum) und der ETH Zürich (Zentrum am D-GESS). Es hat sich der Förderung und Koordination kulturwissenschaftlicher, historischer und philosophischer Forschung und Lehre über moderne Wissenssysteme und Wissensgesellschaften verpflichtet.

Das ZGW versteht sich als wissenschaftlicher Forschungs- und Lehrverbund und bietet eine Plattform für ein öffentliches Nachdenken über die Funktion von Wissen in modernen Gesellschaften.

«Wissen in Gesellschaft»

Neues Wissen entsteht nicht nur innerhalb von Universitäten, Laboratorien und akademischen Instituten, sondern auch im gesellschaftlichen Austausch mit nicht-wissenschaftlichen Praxisfeldern und Akteuren. Mit dem Veranstaltungsgefäss Wissen in Gesellschaft möchten wir diesen wissensbezogenen Austausch zu Themen öffentlichen Interesses fördern. Die Mehrdeutigkeit des Titels der Reihe verweist darauf, dass neues Wissen letztlich ein gesellschaftliches Gemeingut ist, das kollektiv, also in Gesellschaft entsteht und sich immer in Gesellschaft anderer Wissensformen behauptet.

IST EIN GRÜNER KAPITALISMUS MÖGLICH?

 

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HINTERGRUND

Die Klimakrise ist heute in aller Munde. Nicht zuletzt durch den Protest junger AktivistInnen ist der menschengemachte Klimawandel heute ein zentrales Thema. Tatsächlich sind umweltpolitische Fragen bereits seit den 1970er Jahren durch den Druck sozialer Bewegungen, neuer politischer Parteien, internationaler Organisationen und NGOs zunehmend ins Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit gerufen worden: Standen zunächst Fragen wie Waldsterben, Atomenergie, industrielle Wasser- und Luftverschmutzung, Ozonloch, Ausbreitung von Wüsten sowie der Umgang mit Abfall und natürlichen Ressourcen im Fokus, so geht es heute um die Lebensbedingungen der Menschheit als Ganzes. In den letzten Jahrzehnten wurden zahlreiche politische Massnahmen ergriffen, mit denen die »externen Kosten« von industrieller Produktion, Massenkonsum und wachsender Mobilität aufgefangen werden sollten: durch internationale Abkommen, neue Umweltschutzgesetze und Umweltsteuern, Handel mit Emissionsrechten, Förderung grüner Technologien sowie wirtschaftliche Anreize für Industrie und Konsumenten. Doch diese Lösungsansätze scheinen nicht weitreichend genug, um den beschleunigenden Klimawandel aufzuhalten. Vor diesem Hintergrund wollen wir der Frage nachgehen, ob ein »grüner Kapitalismus« überhaupt möglich ist, und wie sich Ökologie und Ökonomie in anderer Weise zusammendenken lassen.

 

TEILNEHMER/-INNEN

Simone M. Müller ist Historikerin und Leiterin der DFG Emmy Noether Forschergruppe Hazardous Travels. Ghost Acres and the Global Waste Economy am Rachel Carson Center für Umwelt und Gesellschaft der LMU München. Aus global-, umwelt- und wirtschaftshistorischer Perspektive forscht sie zum internationalen Handel mit giftigen Abfallstoffen und Toxic Commons. 2017 wurde sie von der DFG und der Robert Bosch Stiftung als eine der führenden Wissenschaftlerinnen Europas ausgezeichnet.


Thomas Kuczynski ist Ökonom und Wirtschaftshistoriker. Er war der letzte Direktor des Instituts für Wirtschaftsgeschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR. Seit 1992 ist er freischaffend tätig in Forschung und Publizistik. Zu den ihm wichtigen Arbeiten gehören sein Gutachten von 1999 über Entschädigungsansprüche für Zwangsarbeit im Nationalsozialismus und die leserfreundliche Neuherausgabe von Karl Marx‘ Kapital Bd. 1 (2017). Er arbeitet aktuell zum Verhältnis von Ökologie und Ökonomie aus arbeitswertheoretischer Sicht.

Jakob Tanner ist emeritierter Professor für Allgemeine und Schweizer Geschichte der neueren und der neuesten Zeit an der UZH. Er ist Gründungsmitglied des ZGW und und publiziert demnächst einen Aufsatz im Sammelband »What‘s left of Marxism«

 

Neues Wissen entsteht nicht nur innerhalb von Universitäten, Laboratorien und akademischen Instituten, sondern auch im gesellschaftlichen Austausch mit nicht-wissenschaftlichen Praxisfeldern und Akteuren. Mit dem Veranstaltungsgefäss Wissen in Gesellschaft möchten wir diesen wissensbezogenen Austausch zu Themen öffentlichen Interesses fördern. Die Mehrdeutigkeit des Titels der Reihe verweist darauf, dass neues Wissen letztlich ein gesellschaftliches Gemeingut ist, das kollektiv, also in Gesellschaft entsteht und sich immer in Gesellschaft anderer Wissensformen behauptet.

 

Eine Veranstaltung des Zentrum «Geschichte des Wissens»

www.zgw.ethz.ch

www.zgw.uzh.ch