Wissen in Gesellschaft #17

GEGENWISSEN — VON DER WISSENSCHAFTSKRITIK ZU «ALTERNATIVEN FAKTEN»?

Einführung von: Max Stadler, Wissenschaftshistoriker, Collegium Helveticum & ZGW

Gespräch mit: Cornelia Hesse-Honegger, Wissenskünstlerin und Anti-AKW-Aktivistin; Reinhard Keil, Professor für Informatik & Mitbegründer des Wissenschaftsladen Berlin & Roland Stulz, Architekt und Mitbegründer der 2000-Watt-Gesellschaft

Moderiert von: Niki Rhyner und Fabian Grütter

VJ: Nils Güttler (alle Wissenschaftsforschung, ETH Zürich & ZGW)

Die Wissenschaften scheinen von allen Seiten bedroht, allen voran durch „alternative Fakten“ und populistische Attacken. Im Feuilleton werden momentan abwechselnd der Neoliberalismus und die Postmoderne als Schuldige für unsere „postfaktische Gegenwart“ ausgemacht. Diese Erklärungsversuche übersehen, dass nicht alle Formen des politischen Wissens zwangsläufig in einer Relativierung von Wahrheitsansprüchen münden. Historisch betrachtet war die Kritik an etablierter Wissenschaft und Technik immer schon ein integraler Bestanteil der „Wissensgesellschaft“. Dies kam breitenwirksam erstmals im Begriff „Gegenwissen“ zum Ausdruck, der sich rund um die sozialen Protestbewegungen und alternativen Milieus der 1970er und 1980er Jahre formierte. Was damals „Gegenforschung“, „alternative Wissenschaft“ und „angepasste Technologie“ hiess, ist heute – zumindest teilweise – in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Zusammen mit drei damals involvierten Akteur*innen wollen wir über die Frage diskutieren, was Gegenwissen heute heissen kann. Ist Wissenschaftskritik möglich, ohne die Wissenschaften per se infrage zu stellen?

Eine Veranstaltung des Zentrum «Geschichte des Wissens»

www.zgw.ethz.ch

www.zgw.uzh.ch

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