Wettbewerb verlieren o.k. – aber bitte ordentlich!

Gesprächs-Runde

Mit Künstler, Kritiker Wettbewerbsverfahren: Christian Ratti und Martin G. Schmid

Moderation: So:ren Berner (Künstler)

Wettbewerbsteilnehmer*innen haben bereits im Normalfall einiges auszuhalten. Sie stehen allein vor einer Jury. Die Wahrscheinlichkeit nicht zu gewinnen ist hoch. Martin G. Schmid (DE) und Christian Ratti (CH) machten die Erfahrung, dass die Jury ihre Kunst-am-Bau-Entwürfe am besten fand. Gewonnen haben Sie aber dann trotzdem nicht – bei beiden wurde im Verfahren aus ihrer Sicht eine rote Linie überschritten. Aber wie wehren, wenn die Jury ja noch nicht geurteilt hat? (Stichwort: Nachverhandlungen). Oder wenn da noch eine Instanz über dem Entscheid steht, z.B. der Geldgeber.
Was ermöglicht eine transparentere, zuverlässigere Wettbewerbspraxis? Welche Unterstützung könnte vor, während oder nach einem Verfahren durch die Berufsverbände geleistet werden? Und warum nicht mit eigensinnigen, künstlerischen Strategien reagieren?

Berater/innen:
Regine Helbling, Geschäftsführerin von Visarte Schweiz
Martin Schönfeld, Büro für Kunst im öffentlichen Raum im Kulturwerk des BBK Berlin

Dieser «Fun & Fury!» Performance Dienst-Tag / To-Do's Day ist Teil der Reihe Not Alone, die von Søren Berner (DK) kursiert wurde.

Eintritt: CHF 10.- (Cabaret Voltaire Members: free!)

Biographien

Christian Ratti ist aufgewachsen in Chur, Lehre als Goldschmied bei Konrad Schmid in Chur, an Stelle oder vor eines geplanten Architekturstudiums an der ETH, 2001 Studium Bildende Kunst in Zürich mit Diplom als Turmführer, nachfolgend rascher Aufstieg zum Kamindirektor. (Dabei erste Kollaborationen mit dem Vizedirektor > So:ren Berner)

Interesse an Natur- und Kulturerbe, insbesondere Industriekultur. Mitbegründer des Verein Dolologie und des Büro für Wildtierarchitektur; dabei stets komisch ernst bleibend, ganz im Geiste der Spaziergangswissenschaft. Neben geselligen Spaziergängen hin und wieder auch Ausstellungen und Wettbewerbe; mehrheitlich in der Schweiz.

Christian Ratti ist voraussichtlich bald Teil der SAMMLUNG BUSER. Ratti ist auch selbst ebenfalls Sammler internationaler Garderobenmarken aller Kultursparten. Seine Sammeltätigkeit begann anlässlich der Ausstellung
„Was macht die Kunst – Ankäufe der Stadt Zürich 2001 – 2006“ im Helmhaus Zürich. Noch sucht die Sammlung ein Zuhause (eine Institution mit Garderobe).

Publikationen: Das Pfeilkabinett, Kunsthaus Langenthal, 2016

 

Martin G. Schmid beschäftigt sich mit der Einschreibung von Zeit in Artefakte. Dazu arbeitet er u.a. mit Zeitkapseln, die er auf Zeitreisen schickt. Bei seiner Auseinandersetzung mit Zeiteintragungen setzt er sich insbesondere mit Bildzerstörungen auseinander. Künstler*innen stellen Kunstwerke her. Zerstört werden diese aber immer von Nicht-Künstler*innen. Was geschieht, wenn die Zerstörung von Künstler*innen selbst vorgenommen wird? Hier liegt sein Ansatz für eine künstlerische De-Produktion.

Schmid arbeitet zudem mit verschiedenen performativen Formaten wie Textperformances mit eigenen Texten oder Lectureperformances.
Häufig projektiert und kuratiert er Ausstellungen. Seit 2015 arbeitet er u.a. mit Jaro Straub an einem Ausstellungsformat zur Überführung von Hannah Höch in die Gegenwartskunst mittels zeitgenössischer Positionen. Aktuell ist das Projekt in der Kunsthalle Memmingen realisiert zu sehen bis März 2020.

Mehr über seine Arbeit erfährt man hier: www.martingschmid.net

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