Ästhetik der Kindheit

Telefonspiele. Akustik und Medialität der Kindheit

Dr. Johannes Binotto (Universität Zürich/ Universität Luzern):

moderiert von Prof. Dr. Klaus Müller-Wille

Die Kindheit ist der erste (und möglicherweise zeitlebens der wichtigste) Schauplatz dessen, was Walter Benjamin »Einübung in den Umgang mit den Apparaturen« nennt: Im spielenden Umgang mit technischem Gerät loten Kinder die Möglichkeiten des Medialen aus. Und zwar tun sie das, indem sie die Geräte gerade nicht so gebrauchen, wie vom Hersteller vorgesehen. Die Kinder wissen, dass die Apparet immer noch etwas anders machen, als in der Anleitung steht. Und umgekehrt fabrizieren gerade so, in ihrem angeblichen Fehlgebrauch, die Apparate umso effektiver das mit, was man Kindheit nennt.

Mit besonderem Fokus auf den Medien des Telefons und der Stimme soll diesem Zusammenhang zwischen Kindheit und Medientechnik nachgegangen werden. Zu Wort kommen dabei so unterschiedliches Material wie eigenes Kinderspielzeug, Comic Strips, Kybernetik, Kinderpsychoanalyse und Jugendbuchdetektive.

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