Kinder beobachten. Der kindliche Blick im Film

Prof. Dr. Daniel J. Wiegand (Universität Zürich)

 

moderiert von Prof. Dr. Klaus Müller-Wille

Filme, bei denen der Eindruck entsteht, man erlebe die Handlung aus der Sicht der kindlichen Hauptfigur, ziehen sich nahezu durch die gesamte Filmgeschichte. Das Phänomen scheint gerade mit filmischen Blickstrukturen zusammenzuhängen: den Blicken der Kamera auf das Kind und denen, die vom Kind selbst ausgehen. Filme erlauben es, Kinder zu beobachten, aber auch deren eigene Beobachtungen in Szene zu setzen.

Ausgehend von diesem Befund geht der Vortrag verschiedenen Fragen nach: Welchen spezifischen Blick auf Kinder und Kindheit vermag das Kino zu vermitteln? Gibt es so etwas wie einen »kindlichen Blick«auf die Welt? Und wenn ja – in welchen Kino-Ästhetiken findet er seine Entsprechung? Welche Gestaltungsmittel haben sich zur Darstellung kindlicher Erlebensperspektiven herausgebildet?

Der Vortrag unternimmt eine kleine Reise durch die Filmgeschichte – und die klassische Filmtheorie – und behandelt Filme wie Visages d’enfants (Jacques Feyder, FR/CH 1924), Little Fugitive (Ruth Orkin u.a., USA 1953), Davandeh (Amir Naderi, IR 1984) und Capharnaüm (Nadine Labaki, LB/FR/USA 2018).

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