100 Jahre Dada und Cabaret Voltaire «165 Feiertage: Obsession Dada»

Am 5. Februar 2016 jährt sich die Eröffnung des Cabaret Voltaire zum 100. Mal und Dada feiert damit ein Jahrhundert der Existenz. Gefeiert wird dies mit 165 Feiertagen und einer Manifestation unserer Obsession Dada. Wir tun dies mit den drei Themenbereichen Dadalogie, Akademie und Kunst mit dem Ziel, durch dieses Ritual eine Transformation des Cabaret Voltaire zu erreichen, um es zu dem zu machen, was es vor 100 Jahren war: eine Künstlerkneipe und ein freier Ort der zeitgenössischen Kunst. Wir tun dies, indem wir Schwung holen bei den Dadaisten, uns von ihnen inspirieren lassen und von ihnen lernen, mit Philosophen über Gesellschaft und Kunst nachdenken und mit Künstlerinnen und Künstlern die Energieeinheit Obsession entzünden.
 
Pünktlich zum 100. Geburtstag eröffnet in der Krypta des Cabaret Voltaire die von Adrian Notz und Una Szeemann kuratierte Ausstellung «Obsession Dada». Sie basiert auf Dokumenten aus dem Archiv des grossen Kurators Harald Szeemann. Für «Obsession Dada» werden u.a. Dokumente über das Museum der Obsessionen und die Agentur für  geistige Gastarbeit publiziert.
«Ich sehe diese Ausstellung als eine Entdeckungsreise zu den vielen Intensionen von Obsessionen. Und auf diesem Weg begegne ich vielen wunderschönen Inseln», so Szeemann.
Mit einer raumgreifenden Installation, von ihr in konzipiert und in Zusammenarbeit mit Markus Kummer realisiert, wird eine Bühne für Obsessionen geschaffen, die wöchentlich mit Performances, Lesungen und Manifesten bespielt wird.
Den Auftakt macht am 5. Februar 2016 das Kollektiv Lu Cafausu, darauf folgen Oppy De Bernardo & Aldo Mozzini, Garrett Nelson, Domenico Billari, Thomas Hirschhorn, Marcel Janco, Carlos Amorales, Michele Robecchi, Gianni Motti, Shana Lutker, Nedko Solakov, Pilar Albarracin, Lily Reynaud Dewar, Grupo EmpreZa, Giovanni Morbin und Königreiche von Elgaland-Vargaland (KREV).
 
Obsession Dada
Dokumente aus dem Harald Szeemann Archiv
Wöchentliche Soiréen mit zeitgenössischen KünstlerInnen
5. Februar–15. Mai 2016
 
165 Feiertage
Täglich: Offizien 6:30 Uhr, 5. Februar–18. Juli 2016
Soiréen 20:00 Uhr (SO 17:00 Uhr)

Downloads:
Pressemitteilung 14.1.2016 «165 Feiertage: Obsession Dada» DE
Press Release 14.1.2016 «165 celebration days: Obsession Dada» EN
 

Das Dada-Jubiläum 2016 – eine Programmvorschauung

16.09.2015

Das Dada-Jubiläum (Februar bis Juli 2016) ist ein Netzwerk zwischen öffentlichen und privaten Partnerinnen und Partnern, Museen, Theatern, Institutionen, Festivals, Vereinen, Organisationen und individuellen Initiativen. Konzeption, Begleitung und Kommunikation erfolgt durch den Verein dada100zürich2016.

Als Dada-Nabel der Welt ist das Cabaret Voltaire der natürliche Angelpunkt des Jubiläums. Das Cabaret Voltaire begeht den hundertsten Geburtstag mit 165 Feiertagen: einen für jede und jeden der 165 Dadaistinnen, die bereits in der Dauerausstellung «Dada in Nuce» porträtiert wurden. Mit täglich stattfindenden Soiréen will das Cabart Voltaire in einer masslos überfordernden Bespielung bis zum Irrsinn, bis zur Bewusstlosigkeit einen künstlerischen Ort schaffen, in dem das Ereignis im Vordergrund steht. Die 165 Feiertage werden zu einer Legende, zu einer Gladiatorengeste, ähnlich derjenigen des ursprünglichen Cabaret Voltaire, zur Wiederaufführung einer Legende und zum Ausleben einer Obsession. Der Obsession Dada geht das Cabaret Voltaire zudem in einer Sonderausstellung auf den Grund. Der Schweizer Kurator Harald Szeemann (1933-2005) hat sich mit Obsession der Kunst und dem Ausstellungsmachen verschrieben. Viele seiner Ausstellungen widmeten sich explizit Dada oder den Dada-Erben. Gemeinsam mit der Künstlerin Una Szeemann will das Cabaret Voltaire dieser Obsession im Archiv von Harald Szeemann im Getty Museum in Los Angeles nachgehen und in Zusammenarbeit mit dem Getty Museum eine Ausstellung samt Publikation entwickeln.

Anlässlich einer gemeinsamen Medienorientierung vom 16. September 2015 präsentierten der Verein dada100zürich2016 (Markus Notter, Präsident, ehemaliger Regierungsrat Kanton Zürich; Juri Steiner, freier Kurator und Dada Spezialist; Peter Haerle, Direktor Kultur Stadt Zürich) sowie Adrian Notz, Direktor Cabaret Voltaire die Idee, das Konzept und die Programmvorschau des Dada-Jubiläums.

Downlaods:
Presseeinladung Medienkonferenz 16.9.2015 (pdf)
165 Feiertage: Jubiläumsprogramm Cabaret Voltaire DE (pdf)
165 Days of Feast: Anniversary Programme at Cabaret Voltaire EN (pdf)

 

Pressestimmen NZZ 17.9.2015, Thomas Ribi

(... ) Dada gibt es also, irgendwie. Und zwar nicht nur als historisches Phänomen, das ist den Initianten des Jubiläums wichtig, sondern als lebendige künstlerische Praxis, auf die sich junge Künstler weltweit berufen. Aber was ist Dada? Das zu erkunden, wird sich in den nächsten Monaten ausreichend Gelegenheit bieten.

http://www.nzz.ch/…/dada-total-auf-allen-kanaelen-1.18614543

Pressestimmen Tagesanzeiger 17.9.2015, Jürg Rohner

Das Programm für das Zürcher Dada-Jubiläum 2016 ist überbordend. Nicht einmal die Hauptverantwortlichen kennen den gesamten Umfang. (... ) An 165 Tagen will das Cabaret Voltaire an der Spiegelgasse das Dada-Jubiläum feiern und in einer «masslos überfordernden Bespielung bis zum Irrsinn, bis zur Bewusstlosigkeit einen künstlerischen Ort schaffen, in dem das Ereignis im Vordergrund steht».

http://www.tagesanzeiger.ch/…/selbst-die-pos…/story/11451511

 

Neuausrichtung Cabaret Voltaire mit Blick in den Dada-Himmel

Am 7. Juni 2013 eröffnet das Cabaret Voltaire am Geburtsort der Dada-Bewegung an der Spiegelgasse 1 in der Zürcher Altstadt die Dauerausstellung „Dada in nuce“. Die Ausstellung versammelt in einem Sternenbild an der Decke der Krypta im Erdgeschoss 165 Dada-Persönlichkeiten und präsentiert anhand von Fresken Portraits der wichtigsten Protagonisten. Mit filmischen Mitteln und Interviews werden die Geschichte und die Verbreitung von Dada erläutert und nacherzählt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in welchem die Biographien der 165 Dadaisten zusammengestellt sind. „Dada in nuce“ versteht sich als Kristallisationspunkt von Dada und konzentriert sich auf die Menschen und die Geschichten, die Dada in den Jahren 1916 bis 1923 begründet und geprägt haben.

Die Ausstellung ist der erste markante Schritt des Cabaret Voltaire im Hinblick auf das 100-jährige Jubiläum von Dada im Jahr 2016 und gleichzeitig Ausdruck der Neuausrichtung des Cabarets Voltaire. Dada als historisches Kulturerbe, als Geburtsstätte folgenreicher Entwicklungen, wird ins Zentrum gestellt. Ziel ist die Positionierung des Cabarets Voltaire als Kompetenzzentrum und weltweit anerkannter, kulturell und kulturhistorisch bedeutender Ort. Zahlreiche Künstlerinnen und Philosophen, Wissenschaftlerinnen und sonstige Interessierte in aller Welt fühlen sich dieser Bewegung verbunden.

Geleitet wird das Haus - nach dem Ausscheiden des früheren Co-Direktors Philipp Meier – von Adrian Notz. Die betrieblichen Strukturen wie auch die programmatischen Vorgehensweisen wurden überarbeitet und Massnahmen zur finanziellen Sicherung eingeleitet. Eine weitere Änderung, die ab dem 7. Juni 2013 sichtbar wird, ist die Neugestaltung des Radical Chic Shops im Eingangsbereich des Cabaret Voltaire. Dieser wird offener und eleganter, um Besucher und Touristen aus aller Welt noch freundlicher zu empfangen. Überdies wird das Produktesortiment erneuert und erweitert. Auch die Cafébar duDA erneuert Mobiliar und Beleuchtung und wartet mit einem erweiterten Angebot auf. Schliesslich wird auch die Website cabaretvoltaire.ch neu gestaltet und inhaltlich der Neuausrichtung des Cabaret Voltaire angepasst.

Die Ausstellung „Dada in nuce“ wurde von Adrian Notz und Juri Steiner kuratiert. Aline Juchler begleitete das Projekt wissenschaftlich. Umgesetzt wurde die Ausstellung von der Kunstumsetzung GmbH, Pius Tschumi, Nora Hauswirth, Raphael Perret, Kristina Strupp-Rühl, Fjolla Rizvanolli, René Fahrni. Das Fresko wurde von Andy Ineichen gemalt, der Film von Sonja Feldmeier geschnitten, der Sound von Iris Rennert komponiert und die Sprechtexte mit Roberto Bargellini, Thomas Gass und Anette Herbst aufgenommen. Emanuel Tschumi hat den Katalog, die Website und die Ausstellungsgrafik gestaltet.

Die Ausstellung wird unterstützt durch die Dr. Adolf Streuli-Stiftung, die Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung, die Ernst Göhner Stiftung, die George und Jenny Bloch-Sitftung, die Georg und Bertha Schwyzer-Winiker Sitftung, die Swiss Re, Migros Kulturprozent, die Zürcher Kantonalbank, Stadt Zürich, das Wirtschaftmagazin Punkt und durch weitere wertvolle Förderer. Ihnen allen danken die Verantwortlichen sehr herzlich.

 

Zitate der Reden an der Pressekonferenz vom 6. Juni 2013

 

Zitat Adrian Notz, Direktor Cabaret Voltaire

Nicht zuletzt kann man dem Begriff „Wirtschaftsfatlismus“ von Hugo Ball, den er 1913 in sein Tagebuch „Die Flucht aus der Zeit“ schrieb, auch heute noch eine gewisse Gültigkeit abgewinnen: „Eine Art Wirtschaftsfatalismus herrscht und weist jedem Einzelnen, mag er sich sträuben oder nicht, eine bestimmte Funktion und damit ein Interesse und seinen Charakter an.“

 

Zitate von Peter Haerle, Kulturdirektor Zürich

Das Cabaret Voltaire hatte bisher im Ausland einen viel höheren Stellenwert als in Zürich selber. Ich merke das, wenn ich kulturinteressierten Menschen aus dem Ausland Zürich zeige: sie wollen diesen Ort unbedingt sehen, der Ort, an dem es passiert ist, an dem die berühmte Dada-Bewegung entstanden ist. Immer mehr beginnt nun aber auch Zürich zu merken, dass wir mit dem Cabaret Voltaire über einen grossen kulturhistorischen Schatz verfügen, immer mehr Zürcherinnen und Zürcher wird bewusst, dass wir stolz darauf sein können, dass sich in Zürich eine Energie gebildet hat, welche die Geschichte der Kunst weltweit entscheidend beeinflusst hat. Das zeigt sich ja schön in diesem Firmement, an dem sich zum ersten Mal alle Dadaisten zu einem Symposium treffen.

 

Zitat Jürgen Häusler, Präsident Trägerverein Cabaret Voltaire

Das Richtige zu machen bedeutet für uns, die Wahrung des historischen Erbes intensiver anzugehen. Mehr internen Aufwand dafür zu betreiben. Und es in der öffentlichen Wahrnehmung stärker in den Vordergrund zu rücken. In Zürich und für die regionale Öffentlichkeit. Aber auch international.

 

Weitere Auskünfte erteilt:

Adrian Notz
Direktor des Cabaret Voltaire
adrian.notz@cabaretvoltaire.ch
043 268 08 44