WORD UP!

Episode 1 – 4

Mit PRICE aka Mathias Ringgenberg (CH), Jacques Rancière (FR), Daniel Oliver (UK) und James Massiah (UK)

Kuratiert von Hayat Erdoğan

Die Serie WORD UP! vereint Performance, Poesie und Philosophie. Das WORT im Fokus, verfolgt und erweitert WORD UP! den Gedanken des DOING THINGS WITH WORDS (Austin). Eingeladen sind Künstler/innen und Philosoph/innen, die sich durch ihren einzigartigen Ausdruck und ihr radikales Denken auszeichnen. Sie eröffnen neue Welten, alternative Sichtweisen und faszinierende Horizonte.

WORD UP! vermischt die Grenzen zwischen Performance, Poesie und Philosophie; die Grenzen zwischen High and low Art, zwischen dem Alten und dem Neuen. Die international etablierten und aufstrebenden Künstler/innen und Philosoph/innen der Serie WORD UP! sind beides: Denker/innen und Poet/innen, Künstler/innen und Philosoph/innen, Lehrer/innen und Performer/innen, Musiker/innen und Kritiker/innen. So singulär ihre Arbeiten und Praktiken sind, gibt es etwas weiteres, das sie gemeinsam haben: Die ästhetisch-kritische Inszenierung und das Handeln mit dem Wort. Das Das Wort als welt-bildende und welt-reflektierende Komponente spielt eine wichtige Rolle in den Werken der Künstler/innen und Philosoph/innen, das sie in unterschiedlichen Genres und Formaten einsetzen.


WORD UP! untersucht die Wahrheitseffekte des WORTES, die immersive Kraft der Poesie, den Blick und visuelle Handlungen als Sprechakte, die Performativität von Sprechakten, die Möglichkeiten alternativer Wissensproduktion, die Radikalität des Denkens, den Zauber, Rituale sowie rhetorische Beschwörungen performter Wörter.

«Where Do You Wanna Go Today», premiere

A Cinematic Situation von PRICE aka Mathias Ringgenberg (CH)

02.09.2017, 22:30 / 23:30

«Where Do You Wanna Go Today» ist die audio-visuelle Inszenierung eines popmusikalischen Hörbuchs des Performancekünstlers PRICE – ein veränderlicher und nicht greifbarer Pop-Charakter in der virtuellen Welt. Der Titel sowie die Struktur des Albums bzw. der 30 Stücke spielen auf die Art und Weise der Entstehung der Lieder und Erzählungen an. «Where Do You Wanna Go Today» wird als ein Gesamtstück behandelt und nicht als ein Album einzelner Pop-Hits bestimmter Länge, Melodie und eingängiger Refrains betrachtet.

PRICE nähert sich und kommentiert spielerisch wie und wo wir Musik, Erzählungen und Wörter heute wahrnehmen und welche Bedeutung sie für uns tragen. Themen wie u.a. Geografie, Texturen, identitätsbedingte Desorientierung und Instabilität haben PRICE dabei inspiriert.
Die performativen und interdisziplinären Wiederholungen innerhalb seines Pop-Albums «Where Do You Wanna Go Today» befragen, imitieren und appropriieren folglich unterschiedliche Identitäten und ihre Konstruktion. Die Re-konstruktion der Pop-Songs und das Zappen durch unterschiedliche architektonische Welten, sind ästhetische Strategien, welche die Idee von Serialität, Kurzlebigkeit und Instabilität widerspiegeln.

PRICE spielt in seiner Proteus-ähnlichen Arbeit «Where Do You Wanna Go Today» mit dem exhibitionistischen Imperativ der Selbstdarstellung, Enthüllung sowie der voyeuristischen Haltung des Konsums. Durch seine hybride Annäherung entlarvt PRICE Kommunikation alsAusdauer-Performance und dem Ausstellen des Privaten als Öffentliches.  Eine positive Nostalgie durchzieht sein Werk: How to start all over again – by giving no direction.

«Jacques Rancière Parle»

Vortrag von und Gespräch mit Jacques Rancière (FR)

17.10.2017, 20:00

Der Vortrag und das Gespräch von und mit Jacques Rancière ist eine neue Episode innerhalb der Reihe «Grosse Denker», die im Dezember 2014 im Sinne eines Pilotprojektes im Cabaret Voltaire gestartet ist. «Grosse Denker» folgt immer noch seiner Hauptidee: die Suche und Sehnsucht nach inspirierenden und einflussreichen „grossen Denker/innen». Die eingeladenen Gäste der Reihe «Grosse Denker», ihre Theorien und Philosophien, geben mögliche Antworten auf Fragen, nach richtigen Entscheidungen – falls es etwas wie ein allgemein Richtiges gibt - in Bezug auf das Leben, die Politik, die Liebe, die Kunst sowie den Glauben.
Eine Antwort auf die Frage, wer die grossen Denker/innen unserer Zeit sind, ist: Jacques Rancière.
Er ist mit Sicherheit einer der einflussreichsten und prominentesten Philosophen der politischen und ästhetischen Theorie und bildet einen wesentlichen Orientierungspunkt im Bereich der Kunst bzw. innerhalb ästhetischer Diskurse. Für Jacques Rancière besitzt Kunst emanzipatorisches Potenzial. Aber dieses resultiert aus einer radikalen Indifferenz und Autonomie der Kunst. Innerhalb des ästhetischen Regimes ist es die Kunst selbst, die ihre Vereinnahmung kontrollieren kann.

Die Reihe «Grosse Denker» hat einen simplen Aufbau: Eine Tafel, Wein und Käse sowie eine kleine Bühne. Ein/e Philosoph/in spricht über ein Thema und diskutiert eine Frage, die sie oder er sich aussucht. Was betrachtet sie/er als ihre/seine grösste intellektuelle Errungenschaft? Wie entwickelt sie/er einen Gedanken, ein Argument und eine Theorie? Nach ihrem/seinem Vortrag haben wir die Möglichkeit mit ihr/ihm über ihre/seine These und Gedanken zu sprechen und diskutieren.

«Weird Séance», Premiere

Dyspraktische Partizipative Performance von Daniel Oliver (UK)

14.11.2017, 20:00

Das Performance-Projekt «Weird Séance» von Daniel Oliver ist eine Reihe von rauen, dekonstruktivistischen und grob geschichtet partizipatorischen Performances über partizipative Performancekunst. Jede Performance wird willkürlich in den jeweiligen Ort und Kontext reingepresst – umgekrempelt, hinzugefügt, pervertiert. Wir sind in der Zukunft und schauen auf das traumatische Ereignis zurück, das sich genau hier ereignet hat, an diesem Ort, während Daniels Show. Wiederkehrend an diesen Ort, wird die traumatische Performance teilweise rekonstruiert, über die Frage nach Schuld diskutiert und versucht Schadensersatz gegenüber denjenigen zu leisten, die überlebt haben. Daniel Oliver überdenkt jene partizipative Performance in der, wegen des verheerenden Versuchs die Geister der Verschiedenen zu kontaktieren, viele Publikumszuschauer/innen starben. Für seine Show im Cabaret Voltaire entwickelt Oliver eine neue «Weird Séance», die aus der furchtlosen Umarmung seiner Dyspraxie resultiert.

«twentysevenpoemsforgettinghighandforgettingdowntoo», Premiere

Poesie-Performance von James Massiah (UK)

12.12.2017, 20:00

James Massiah glaubt an die Kraft der Dichtung und die elektrisierende Atmosphäre die von Live-Performances ausgeht und untersucht in seinen Gedichten Ideen über Moral, Sex und Religion.

Mit «twentysevenpoemsforgettinghighandforgettingdowntoo», einem dynamischen Set an Gedichten, wird James Massiah im Cabaret Voltaire einen Raum zwischen Musik und Dichtung kreieren.