Symposium im Cabaret Voltaire

Rückblick auf das Symposium vom 05.04.2015

Beeinflusst von Cedric Prices Idee eines Fun Palace, einer Anlage zur kreativen und dem lernen dienlichen Freizeitgestaltung als Reaktion auf die entstandene Konsum- und Freizeitkultur Anfang der 1960 er Jahre, begleitet die gemeinsame Suche nach nicht-rigiden Ausstellungsformaten Hans Ulrich Obrist und Tino Sehgal schon seit mehreren Jahren.

Wie erreicht der Besucher eine Bindung und was für eine Erfahrung wird damit generiert? Die Ausstellung ist zwar ein leistungsfähiges Medium was grundsätzlich auch mit Körperlichkeit arbeitet. Doch das Format Museum ist 200-300 Jahre alt. Was wäre ein angemessenes Ritual für die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts mit dem Ziel, die Besucher mehr zu adressierten? Und wie geht man mit einem Archiv um, wie kann man es lebendig machen ohne Redundanz zum Internet, wie kann man ein Archiv zum Reden bringen?

Wenige Stadtentwickler haben die Welt so sehr geprägt mit ein paar Zeichnungen wie Cedric Price und Lucius Burckhardt. «Die Pläne und Zeichnungen, die nicht einmal Kunst sind einfach an die Wände zu hängen war für mich undenkbar» so Sehgal. So entstand für die Ausstellung im Schweizer Pavillon anlässlich der letztjährigen Biennale in Venedig die Idee der Gespräche und einer Dramaturgie. Auf Rollwagen drapierte ein Vermittlungsteam Zeichnungen, Essays und Baupläne aus dem Nachlass von Burckhardt und Price, ordnete sie immer wieder neu an, liess Dokumente wieder im Archiv verschwinden und nahm neue hervor.

Die Geschichte der STEO Stiftung und Hans Ulrich Obrist ist schon über 24 Jahre alt: Der international bekannte Kurator, den man weltweit als eine der einflussreichsten Personen in der Bildenden Kunst bewertet, wurde 1991 im Alter von 23 Jahren von der STEO Stiftung unterstützt. Er konnte dank dieser Unterstützung eine Ausstellung mit Gerhard Richter im Nietzsche Haus in Sils kuratieren. Nach «World Soup» in seiner eigenen Wohnung in St Gallen, war dies die zweite Ausstellung von Hans Ulrich Obrist.

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens gelangte die STEO Stiftung an Hans Ulrich Obrist mit der Anfrage, ob er eine Idee zum Jubiläum hätte. Obrist nahm diese Einladung in Erinnerung an seine frühen Förderer freudig an und schlug vor, sein Projekt «A Stroll Through a Fun Palace» der letztjährigen Architektur-Biennale in Venedig im Schweizer Pavillon, das den kanadischen Architekten Cedric Price und den Schweizer Soziologen und Architektur Visionär Lucius Burckhardt präsentierte, nach Zürich zu bringen.  

Für die Weiterführung des Projektes in Zürich hat Hans Ulrich Obrist vorgeschlagen, mit dem Cabaret Voltaire zusammenzuarbeiten.

So konnten gestern die beiden STEO Stiftungsräte Jürg Altherr und Dietrich K. Stettler Hans Ulrich Obrist im Cabaret Voltaire begrüssen und die Gesichte weiterschreiben.

Wir danken der STEO Stiftung, dass sie uns diese Begegnung möglich gemacht hat.