Invent the Future with Elements of the Past

Durch das Auge der Hand

Judith Albert präsentiert im Cabaret Voltaire Videoarbeiten, die sich spielerisch und experimentell den Ideen und Texten von Lucius Burckhardt nähern. Ihr Interesse gilt der Abweichung und dem Unsichtbaren. In Reflexion spezifischer Zitate von Lucius Burkhardt thematisiert sie in ihrer Versuchsanordnung Unterbrechung, Bedeutung, Gewohnheit und Chaos. Fortlaufend werden neue Inhalte gebildet, welche die Aussage verändern. Auf ihren Streifzügen durch Venedig entstanden Videosequenzen sozusagen durch das Auge der Hand. Sie spielen mit Rhythmus, Enthüllen und Verdecken. Bekannte Orte werden fragmentiert, Leerstellen entstehen, und ihre Verortung gerät ins Wanken.

Bericht aus Venedig

Für den Venedig-Aufenthalt plante Judith Albert einen einzigen Besuch im Schweizer Pavillon. Was sich dort ereignete, sollte als Ausgangspunkt für ihre Recherchen dienen. Am Freitag, 19.9.2014 um 11 Uhr fand sie folgende Situation vor: Auf den Trolleys lagen Skizzen zum Venedig-Brunnenprojekt von Lucius Burckhardt «Notes from the Underground» und Unterlagen über «Die Sehnsucht nach der Extremlandschaft». Zudem gab ihr einer der ETH Studenten den Text «Venedig ist unsichtbar». Burckhardts Schilderung «Das Wasser kommt von oben und von unten, in den Strassen und den Erdgeschossen, den Kirchen, aus den Spalten zwischen den Fussbodenplatten» erlebte Sie in den darauffolgenden Tagen real. Denn Hagelstürme führten dazu, dass in Ihrer Unterkunft, dem Palazzo Trevisan, das Wasser aus den Wänden und den brennenden Lampen in den Palazzo strömte, während unten die Plätze und Erdgeschosse überschwemmten. Wasser von oben und unten. Burckhardt verweist in diesem Text an den «unsichtbaren Eichenwald, der unter den Strassen und Gebäuden im Schlamm steckt und die ganze Stadt trägt». Für das Projekt in Zürich, als Hommage an Burckhardt, entsteht eine Arbeitet in Auseinandersetzung mit dem  Unsichtbaren oder dem nicht auf den ersten Blick erkennbaren.