Christian Ratti

Sammlung Buser

Die CHF 5‘000.00 Projektbudget der STEO Stiftung benutzt Ratti – Mitbegründer des Büro für Wildtierarchitektur – um Schächte, die ungewollt für Amphibien zur Falle wurden, mit Ausstiegshilfen auszustatten. Die Standorte der Schächte weisen einen Bezug zur STEO Stiftung auf. 50 Rappen gehen einen anderen Weg: Ratti wirft sie durch einen Schachtdeckel in die Kanalisation, um in der Sammlung des Klärwärters Buser im Werdhölzli zu landen.

Vortrag und Spaziergang zu einem Schachtdeckel vor dem Cabaret Voltaire: Donnerstag, 19. März, 19:45

Bericht aus Venedig

Christian Ratti spaziert schon länger mit Lucius Burckhardt. Als 21-jähriger las er, der Titel klang verführerisch, «Design ist unsichtbar».

2006 begann er mit Stadt- und Hausführungen. In einem Prospekt zu seinen Führungen über gusseiserne Schachtdeckel in Chur mit dem Titel «öffentliches Eisen» schrieb er, dass «diese Führungen sich an der Spaziergangswissenschaft orientieren». Prompt erhielt er einen Anruf von Annemarie Burckhardt. Dieser Kontakt wurde weiter gepflegt und Ratti vertiefte seine Burckhardt Studien. Über die Stadtführungen entwickelte sich auch eine Freundschaft mit dem Zürcher Dolologen Hannes Bossert, dem Verein Dolologie zur Industriearchäologie sowie dem Büro für Wildtierarchitektur, das die Lebensbedingungen für Wildtiere in der Stadt zu verbessern versucht indem es neben der Vermittlungs- und Beratungsarbeit vor allem Übergänge zwischen Natur und Siedlungsraum gestaltet. Dank der Zusammenarbeit mit dem Büro für Wildtierarchitektur hat Ratti viel mit Kläranlagen zu tun. Er kennt daher auch die Kläranlage Werdhölzli und die Ausstellung «Cloaca Maxima», die Hans Ulrich Obrist 1994 im dortigen Museum der Zürcher Stadtentwässerung organisiert hatte.