September
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17.10.2018 (18:30 - 20:00)

Wissen in Gesellschaft #15: WAS ENTSCHEIDE ICH SELBST? AUTONOMIE IM DIGITALEN ZEITALTER

Inputs von: PD DR. JESSICA HEESEN, Universität Tübingen, Ethik; PROF. DR. DAVID GUGERLI, ETH Zürich, Technikgeschichte 

Gespräch mit den Vortragenden und: STEFAN KLAUSER, ETH Zürich, Computational Social Sciences
moderiert von: DR. NADJA EL KASSAR, ETH Zürich, Philosophie & ZGW

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Algorithmen durchdringen auf verschiedenste Weisen unser Leben. Jetzt schon bestimmen sie, welche Suchergebnisse und Kaufvorschläge uns angezeigt werden. Dating Apps und Portale suchen im Hintergrund Partner aus, die besonders gut zum Nutzer passen sollen. Siri und Alexa beantworten unsere Fragen und machen Vorschläge. Algorithmen sollen Verhalten und Verweildauer von Usern auf Webseiten analysieren, und vor allem Daten darüber liefern, wie diese länger auf Website gehalten werden können. Algorithmen beeinflussen Gerichtsurteile. Und schon prüft man, ob sie in der Sozialverwaltung genutzt werden können, etwa um vorherzusagen, welche Familien vom Jugendamt besonders geprüft werden sollten. Dabei verstehen die Nutzer und Betroffenen meist gar nicht, wie Algorithmen funktionieren und zu ihren Ergebnissen kommen. Angesichts dieser sichtbaren und un- sichtbaren Integration von digitalen Hintergrundanwendungen fragen wir, was wir heute überhaupt selbst und frei entscheiden. Wie sieht Autonomie im digitalen Zeitalter aus?

TEILNEHMER/-INNEN
Jessica Heesen ist Leiterin des Forschungsschwerpunkts „Medienethik und Informationstechnik“ am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen. Technikphilosophische Forschung zu Privatheit und Öffentlichkeit, Künstlicher Intelligenz, Medien und den Herausforderungen einer gerechten Digitalisierung.

David Gugerli ist Professor für Technikgeschichte an der ETH Zürich, Mitglied des ZGW und Fellow am Collegium Helveticum in der Gruppe Digital Societies. David Gugerli war Gastwissenschaftler und Fellow u.a. an der Stiftung Maison des Sciences de l’Homme in Paris, an der Stan- ford University sowie am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Im Mai 2018 erschien sein Buch Wie die Welt in den Computer kam. Zur Entstehung digitaler Wirklichkeit.

Stefan Klauser ist am Lehrstuhl für Computational Social Science COSS der ETH Zürich für die Lei- tung des Projekts FuturICT 2.0 zu- ständig. Zudem ist Stefan Co-Grün- der des Blockchain[X] Netzwerks und der Blockchain & IoT School BIOTS. Ziel seiner Arbeit ist es, die Grundlagen einer neuen digitalen Gesellschaft zu erarbeiten.

Nadja El Kassar ist seit August 2013 Postdoc am Lehrstuhl für Philosophie mit besonderer Berücksichtigung der praktischen Philosophie an der ETH Zürich und assoziiertes Mitglied des ZGW. In ihrem Habilitationsprojekt arbeitet sie zur Frage, wie wir vernünftigerweise mit Unwissen umgehen sollten. Sie ist Autorin des Buchs Towards a Theory of Epistemically Significant Perception. How We Relate to the World (deGruyter 2015).

Eine Veranstaltung des ZENTRUM «GESCHICHTE DES WISSENS»

14.11.2018 (18:30 - 20:00)

Wissen in Gesellschaft #16: KOMIK UND SUBVERSION – EIN MYTHOS?

Vortrag & Gespräch 

mit PROF. DR. UWE WIRTH, Universität Giessen
PROF. DR. SYLVIA SASSE, Universität Zürich & ZGW

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Die einen sagen, das Lachen boomt, weil Autokraten keinen Humor haben. Das trifft zumindest auf Putin und Erdogan zu. Die anderen meinen: «Die politische Satire ist in der Krise, seit eine Karikatur im Weißen Haus sitzt». Was soll Satire noch bewirken können, wenn die Realität selbst schon überzogen, obszön und absurd ist.

Und was ist mit dem Lachen selbst? Ist es, wie der russische Philosoph Michail M. Bachtin einst behauptete, der grösste Revolutionär? Oder ist es auch ein Instrument, zur Stabilisierung von Macht?

Uwe Wirth, Herausgeber des Interdisziplinären Handbuchs «Komik», geht in seinem Vortrag dem Mythos des Lachens und der Komik als Instrument von Subversion nach. Er fragt mit Antonio Negri und Sigmund Freud, ob Satire, Witz und Humor noch immer als jene «Gegenmacht» gelten, die es ermöglichen sollen, sich gegen übermächtige Strukturen aufzulehnen und diese zu unterwandern. Wo, wie und warum finden heute noch subversive Formen der Komik Einsatz? Es folgt ein Gespräch mit Sylvia Sasse.

Uwe Wirth ist Professor für Literatur- und Kulturwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Giessen. Er ist bekannt geworden mit seinen Büchern zur Performativität und Performanz, zum Dilettantismus und zur Dummheit. 2017 hat er das Interdisziplinäre Handbuch «Komik» herausgegeben.

Sylvia Sasse ist Professorin für Slavistische Literaturwissenschaft an der UZH. Zu ihren Forschungsinteressen gehört neben Literatur und Recht, Theater und Performance Art auch das Lachen, insbesondere die Konzeption des Lachens bei Michail M. Bachtin.

Eine Veranstaltung des ZENTRUM «GESCHICHTE DES WISSENS»