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Vor rund drei Jahren wechselte die renovationsbedürftige Immobilie des einstigen «Cabaret Voltaire» die Hand. Und die neue Eigentümerin machte sich daran, in den Obergeschossen profitable Wohnungen einzuplanen und den bisherigen Restaurationsbetrieb als Galerie umzunutzen. Dank eines Rudels kommunikationsbegabter Besetzer wurde dieser Plan publik. Die Kultur samt dem Zürcher Schauspielhausdirektor Christoph Marthaler, Bundesrat Moritz Leuenberger, der Herausgeberin und Kuratorin am Kunsthaus Zürich, Bice Curiger, sowie dem amerikanischen Dadalogen Greil Marcus wachten auf und begannen öffentlich zu bellen. Aber die Karawane zog weiter. Bis gegen Ende 2002 dank des prominent besetzten «Komitee Pro-Dada-Haus» und zweier in der Sonntagspresse platzierter, ganzseitiger Anzeigen das Unerwartete geschah: Die Eigentümerin liess mit sich verhandeln; Stadtpräsident Elmar Ledergerber fraternisierte mit Dada und fast aus dem Nichts tauchte Nick Hayek junior, CEO der Swatch Group, als moderner Mäzenas auf, mit dem Willen, für vorläufig fünf Jahre den Betrieb eines Dada-Hauses mit 300'000 Franken pro Jahr zu sponsern. Im Frühling 2003 hat der Stadtrat als Exekutive dem Begehren des Stadtpräsidenten zugestimmt, den Mietzins von total 1,19 Millionen Franken für die fünfjährige Versuchsphase zu berappen.
Ende September 2003 ging das Geschäft vor das städtische Parlament. In einer denkwürdigen Ratssitzung bemächtigte sich der Geist Dadas der Politiker. Nach anderthalb Stunden Dada-Debatte stimmte der Gemeinderat der Vorlage zu. Die ratslinke Mehrheit war geschlossen dafür, die Christliche Volkspartei ebenfalls. Die Rechtsparteien SVP und FDP, ohnehin für einen Subventionsabbau im Kultursektor, stellten sich ebenso geschlossen gegen das Projekt.
Parallel zu den politischen Prozessen wurde zwischen Mai und September 2003 am Konzept des «Dada-Hauses» gefeilt. Zu diesem Zweck hatten die Stadt Zürich und die Firma Swatch AG im Frühjahr 2003 eine Einfache Gesellschaft gegründet und als Entscheidungsgrundlage, ob der Betrieb eines Dada-Hauses im Rahmen der kulturellen Visionen und finanziellen Mittel realisiert werden könne, ein Vorprojekt in Auftrag gegeben. An vier Architekturteams erging ein Studienauftrag, den Innenausbau des zukünftigen «Cabaret Voltaire» zu skizzieren. Rossetti + Wyss aus Zürich hatten einen Entwurf unterbreitet, der in fast allen seinen ursprünglichen Setzungen realisiert werden konnte. «Das Konzept besticht durch eine klare Dialektik in Form präziser Implantate, die in die bestehende Bausubstanz eingeschoben werden. Die Konzentration der neuen Einbauten spielt die vier Räume frei und setzt diese zueinander in Beziehung. Der bauliche Eingriff reduziert sich auf die dienenden Elemente und öffnet in die vier Haupträume die eigentliche Bühne für Dada.» (Auszug aus dem Jury-Bericht vom September 2003)
Im November 2003 hatten der Steuerungsausschuss der Einfachen Gesellschaft, bestehend aus der Stadt Zürich, der Swatch AG sowie einer Vertreterin des «Komitee Pro Dada-Haus» das von Rossetti + Wyss erarbeitete Architekturkonzept zur Realisierung freigegeben, nachdem es durch Hayek Engineering auf jedes mögliche Sparpotential hin untersucht worden war. Die Bauherrenvertretung wurde in der Folge vom Amt für Hochbauten der Stadt Zürich übernommen. Im Frühling 2004 kam die Zusage des Lotteriefonds des Kantons Zürich, den Innenausbau zu unterstützen.
Ende Mai 2004 war alles beisammen: Baubewilligung, Betriebskonzept, Präsident des zu gründenden Trägervereins, Leiter des Hauses und ein Betreiber für die Kaffeebar, der dem alten Ephraim der «Meierei» alle Ehre macht. Die Gründungsversammlung des Trägervereins fand am 2. August 2004 statt. Ein Unterstützungsverein ist im Aufbau.
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